Nachbars Zeder

Hier findet ihr Platz für sonstige Themen

Moderatoren: LCV, stefan, tormi

Antworten
Durian
Beiträge: 2048
Registriert: 18 Mai 2010, 13:12
Wohnort: Bonn

Nachbars Zeder

Beitrag von Durian »

Nachbars Zeder soll gefällt werden. Vor geraumer Zeit brach aus der Krone ein dicker Ast ab (Foto 1). Lässt dies auf eine Brüchigkeit des gesamten Baumes schließen ? Die Behörde genehmigte das Fällen. Ist dies plausibel ?
Dateianhänge
Nachbars Zeder II.JPG
Nachbars Zeder II.JPG (142.33 KiB) 3901 mal betrachtet
Nachbars Zeder I.JPG
Nachbars Zeder I.JPG (56.93 KiB) 3901 mal betrachtet

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Durian,

der Baum sieht aus dieser Entfernung völlig gesund aus und hat trotz des Astverlustes immer noch einen ansprechenden Habitus.
Es gibt da sicherlich keinen Grund zu vornschnell zu handeln.
Die andere Sache ist die: Wie stark ist ein Gehweg, der evtl. unter dieser Zeder hindurch oder dahinter entlang führt, frequentiert. Bei hohen Schneelasten oder starken Stürmen kann von vielen Bäumen etwas abbrechen. Hier haftet bei Verletzungen der Eigentümer. Und der Eigentümer der Zeder muss das Risiko überdenken. aber der Baum ist weder morsch, noch verletzt und es muss jahrelang nichts mehr passieren.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Durian
Beiträge: 2048
Registriert: 18 Mai 2010, 13:12
Wohnort: Bonn

Beitrag von Durian »

Vielen Dank, Cryptomeria !

Michael F. Mössing
Beiträge: 17
Registriert: 05 Dez 2010, 08:22
Wohnort: Düsseldorf

Zeder

Beitrag von Michael F. Mössing »

Hallo Durian,

ich prüfe beruflich auch Bäume auf Ihre Standsicherheit für eine Behörde.
Warum diese Zeder eine Fällgenehmigung erhalten hat, kann ich nur vermuten.
Ein einzelner Astbruch wie auf Deinem Foto schädigt nur selten die Standsicherheit.
Ich denke paralell zu dem Astbruch gibt es vielleicht noch Schäden im Hauptstamm, oder beim Abbruch kam es zu weiteren Verletzungen der Krone oder des Stammes.

Cryptemeria gebe ich Recht, die Zeder hat trotzdes Astbruches immer noch einen geschlossenen Habitus und ich denke auch das der Standort der Zeder einen gewissen Einfluss auf die Fällgenehmigung hat.

Was befindet sich unter der Zeder? Ein Fußweg, ein Schulweg ?
In manchen Städten genügt es schon wenn der Weg stark benutzt wird, um Bäume mit Astbrüchen fällen zu dürfen.

Und auch JA der Eigentümer des Baumes muss bei möglichen Schäden die vom Baum ausgehen haften.

Bei jeder Baumfällung muss man vorher sehr genau abwägen, ob Schäden entstehen könnten oder ob Baumschutz vorgeht.

Grüße Michael

JohnDoe
Beiträge: 455
Registriert: 11 Mai 2007, 13:32
Wohnort: A 3500 Krems

Beitrag von JohnDoe »

Ich kann mich immer wieder nur wundern, wie überreguliert Deutschland ist. Wenn dieser Baum in Österreich steht, kann der Grundeingentümer, falls keine Sshützenswerten Gründe vorliegen, den Baum umschneiden. Aus Maus. Und das ist gut so. Wo kommen wir hin, wenn sich der Staat dermassen in das Privateigentum und Privatverfahren der BürgerInnen einmischt.

Klar gibt es Ausnahmen: Naturdenkmäler oder schützenswerte Art.

Ich würde hier nicht zögern: Die Gefahr für Schäden aufzukommen durch Beschädigung des Gehwegs oder Schnee auf dem Kopf Vorbeigehender würde ich nicht eigehen wollen. Wofür? Aus "Liebe" zu diesem Baum?

Bäume dieser Größe gehören in Parkanlagen aber nicht auf Privatgrundstücke mit entsprechend beschränkten Grundstückverhältnissen.

Johann

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Johann,

wenn ich den Baum gepflanzt habe und ihn sicher in den ersten Jahren gepflegt habe, damit er gedeiht, habe ich auch u.U. einen Bezug zu ihm entwickelt. Wir können es " Liebe " nennen oder auch nicht. Aber für mich ist das schon ein starker Gesichtspunkt. Entwickle ich kein Gefühl gegenüber diesem Lebewesen ist er schnell umgeschnitten.
Ein Vegetarier argumentiert i.d.R. auch sensibler als ein Vielfleischesser.
Ein Pelzträger genauso usw.

VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

tiwi
Beiträge: 52
Registriert: 01 Mai 2009, 16:49
Wohnort: A-Wien/Whz 7b

Beitrag von tiwi »

JohnDoe hat geschrieben:Ich kann mich immer wieder nur wundern, wie überreguliert Deutschland ist. Wenn dieser Baum in Österreich steht, kann der Grundeingentümer, falls keine Sshützenswerten Gründe vorliegen, den Baum umschneiden. Aus Maus. Und das ist gut so. Wo kommen wir hin, wenn sich der Staat dermassen in das Privateigentum und Privatverfahren der BürgerInnen einmischt.
Johann
Hallo Johann !

Das ist so nicht ganz richtig - in Wien zB. gibt es das Baumschutzgesetz das eine Bewilligung zur Rodung für Bäume ab einem Stammumfang von 40cm fordert - und Baumersatzpflanzungen(pro angefangenen U=15cm) in einem gewissen Ausmaß vorsieht
z.B.
Bauvorhaben
Erreichen der Altersgrenze
Gefährung von baulichen Anlagen usw

Ausnamen Obstbäume, Bäume in Kleingartenanlagen und Bäume die unter das Forstrecht fallen..
LG tiwi

kausche
Beiträge: 34
Registriert: 28 Mär 2010, 22:38
Wohnort: Wegscheidgasse 1, A-3134 Reichersdorf

Eigentumsrechte

Beitrag von kausche »

tiwi: Gott sei Dank gibt es noch andere Orte in Österreich als das Kaff Wien
JohnDoe: Deinen Ausführungen ist nichts, aber auch schon gar nichts, hinzuzufügen!! Herbert K. (Nebenerwerbsforstwirt)
das einzig wichtige im leben sind die spuren von liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer

tiwi
Beiträge: 52
Registriert: 01 Mai 2009, 16:49
Wohnort: A-Wien/Whz 7b

Re: Eigentumsrechte

Beitrag von tiwi »

kausche hat geschrieben:tiwi: Gott sei Dank gibt es noch andere Orte in Österreich als das Kaff Wien
Meine Feststellung bezog sich wertfrei auf die Tatsache dass Wien nun einmal auch in Österreich liegt, und daher ich die Aussage von JohnDoe nicht so unwidersprochen stehen lassen wollte.

Es mag sein dass in ländlicheren Gebieten solche Gesetze als übertrieben gelten , sie in städtischen Bereichen allerdings auch einen gewissen Sinn haben.
Um die Qualität und den Sinn eines wertvollen Baumbestandes (und dessen Schutz) in einer Innenstadt brauchen wir hier hoffentlich nicht diskutieren. Womit ich allerdings nichts anfangen kann ist die Bezeichnung als Kaff vielleicht könnten sie mir denn Sinn ihrer pauschalen Beleidigung in diesem Zusammenhang näher erklären?
tiwi

kausche
Beiträge: 34
Registriert: 28 Mär 2010, 22:38
Wohnort: Wegscheidgasse 1, A-3134 Reichersdorf

Re: Nachbars Zeder

Beitrag von kausche »

tut mir leid und korrigiere mich, ich, der ich dort 40 Jahre als Streifenpolizist-(kdt.) tätig sein durfte, bezeichne diesen Ort vielofach so, wiewohl ich um die Bedeutung unserer Hauptstadt Bescheid weiß.
das einzig wichtige im leben sind die spuren von liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer

Accelerater
Beiträge: 272
Registriert: 13 Okt 2007, 02:52

Re: Nachbars Zeder

Beitrag von Accelerater »

Es gibt ein allgemeines Lebensrisiko!

Gleich mal vorweg, wenn Bäume über 10m Höhe generell nur in den Park od Wald gehören, sähe es düster in deutschen Städten aus.

Vor ein paar Jahrzehnten gehörten Pyramidenpappeln zum Stadtbild. Ich glaub die Verantwortlichen waren damals nicht dümmer als heute, nur der Bürger hat den Bezug zur Natur, zu Gefahren verloren.
Sonst käme es nicht bei jedem Popelsturm in D. zu unnötigenToten!
Das sage nicht nur ich, sondern auch Herr Kachelmann.
In Deutschland stellt man sogar noch sein altes Auto extra unter einen Baum um sein Neues vom Baumeigentümer od dessen Versicherung bezahlt zu bekommen .

Antworten