Sumpfzypressen

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Kiefernspezi
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Sumpfzypressen

Beitrag von Kiefernspezi » 06 Nov 2010, 18:47

Hallo,

mit den Sumpfzypressen hatte ich mich bislang nicht so beschäftigt und auch keine Zapfen gesammelt. Zu meiner Überraschung scheinen sie genauso wie Tannen-, Zedern- und Araukarienzapfen auseinanderzufallen.
Ist das so? Und ist das auch so bei Taxodium mucronatum?
Erstaunlicherweise ist in vielen Quellen dazu nichts zu finden. Ich hatte unter anderem im Lexikon der Nadelbäume nachgeschaut, wo man das im Nachhinein reininterpretieren kann, in Wikipedia steht dazu gar nichts und in sämtlichen Kurzbeschreibungen ist auch nichts dazu zu finden.
Vielleicht muss ich doch Literaturmäßig etwas nachrüsten.
Die Samen als dreiflügelig zu bezeichnen erfordert viel Fantasie.

Viele Grüße

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 06 Nov 2010, 22:23

Hallo André,

ich dachte, ich hätte früher ganze Zapfen unter den Taxodium aufgesammelt und die Samen ausgesät, lese aber auch: Die Zapfen fallen bei Reife wie bei den Tannen auseinander. Das muss ich noch einmal nachprüfen.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 07 Nov 2010, 08:27

Hallo, mir ist schon einer auseinander geflogen. :P
Ich hatte mich zunächst gewundert, warum einige Zapfenschuppen so weit abgespreizt waren - und hatte dann das Gesamtkunstwerk zerlegt in der Hand.

Viele Grüße

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 07 Nov 2010, 11:11

O.K.,

dann stimmt die Literaturangabe.

Viele Grüße

Wolfagng
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 07 Nov 2010, 11:44

Davon ist auszugehen.
Hier noch ein Bild der eigenwilligen Samen.
Obwohl vom Habitus nahe angeleht an Metasequoia und Glyptostrobus, unterscheidet sich Taxodium in Zapfendetail sehr stark.

Viele Grüße
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wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland » 07 Nov 2010, 13:45

Beim ddg-Treffen in Neuss haben wir heute auch einen Taxodium distichum bewundert, und da sprach ich die Problematik an. Im Gegensatz zu Metasequoia glyptostroboides, dessen Zapfen nicht zerfallen, sind die Zapfen von Taxodium nicht stabil. Sie zerfallen andererseits nicht so schnell wie bei Abies. Oft fallen die Zapfen komlett herunter und lösen sich erst langsam in ihre Bestandteile auf - z.B. wenn jemand drauftritt.

Wolf
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Beitrag von Kiefernspezi » 08 Nov 2010, 09:01

Hallo,

vermutlich liegt das daran, dass Tannensamen mit einem vernünftigen Flügel ausgestattet sind. Es macht Sinn den in großer Höhe hängenden Zapfen zu verlassen und sich vom Wind über größere Strecken forttragen zu lassen.
Sumpfzypressen-Samen besitzen bei den gegebenen "Flügeln" diese Flugchancen nicht. Da spielt es fast keine Rolle, ob sie allein aus großer Höhe steil nach unten fallen oder mit dem Zapfen zusammen.
Eine Möglichkeit der Vermehrung wäre ein Transport des Zapfens durchs Wasser. In den natürlichen Verbreitungsgebieten stehen die Sumpfzypressen oft in feuchten, oft überschwemmten Gebieten. Fallen die Samen ins Wasser, halten sie sich maximal einen Monat und verfaulen dann. Im Zapfen hingegen sind sie zunächst geschützt. Wie mit einem Boot können sie sich zu einer trockenen Stelle treiben lassen bzw. abwarten, bis evtl. Überschwemmungen abgeklungen sind. Erst dann zerfallen die Zapfen und die Samen können keimen.

Viele Grüße

Roseo-Marginata
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Beitrag von Roseo-Marginata » 09 Nov 2010, 21:30

Hallo Andreas,

am Sonntag habe ich aus dem Zoopark in Düsseldorf einige Zapfen von der Sumpfzypresse mitgenommen und daheim (drinnen) hingelegt. Schon heute zerfiel der erste in seine Bestandteile. Es hat mich gewundert, wie schnell das geht.
LG Roseo

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 09 Nov 2010, 21:33

Jetzt sind sie reif.

Viele Grüße

Karola
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Beitrag von Karola » 12 Nov 2010, 22:11

Guten Abend allerseits,

heute ließ sich zur Mittagszeit ab und zu die Sonne blicken, so bin ich mal wieder in Essen zum Kaiser-Wilhelm-Park gefahren. Am Teich stehen zwei Sumpfzypressen, und da die Sträucher davor sehr stark gestutzt worden sind, habe ich mich mal bei den Bäumen genauer umgesehen, ob ich Zapfen finde. Die Bäume selbst sind momentan allerdings hinter einem Drahtzaun. Vor etwa zwei Wochen in Krefeld hatte ich noch grüne Zapfen gesehen, doch die in Essen heute waren schon braun und somit auf dem Erdboden kaum zu entdecken, jedenfalls wenn man sie noch nicht so genau kennt. Nach dem ersten hatte ich dann aber doch den richtigen Blick dafür. :D

Viele Grüße
Karola
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Zapfen mit beschädigter Basis
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Zapfen Basis
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Zapfen Spitze
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Zapfen seitlich
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Karola
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Beitrag von Karola » 12 Nov 2010, 22:23

Die Bäume will ich euch auch nicht vorenthalten.
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 12 Nov 2010, 23:35

Beeindruckende Bäume.
Laut Herrn zur Mühlen können die Zapfen - abweichend von den Beschreibungen in den Büchern - nahezu so groß werden wie ein Hühnerei!
Für die Dauerhafte Aufbewahrung empfieht sich frühes Ernten oder eine Behandlung mit Spezialkleber - ist farblos, zieht ins Holz ein und kostet nur 1 €. Gibts fast überall in diesen Billig-Shops.

Viele Grüße

Karola
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Beitrag von Karola » 12 Nov 2010, 23:42

Die Bäume sind als Naturdenkmal ausgewiesen.
Die größten Zapfen, die ich heute aufgesammelt habe, sind etwa 3 cm lang.
Korrektur: der, bei dem die Basisschuppen fehlen, ist 3,5 cm lang; wäre er noch vollständig, könnten es also gut 4 cm sein...

Viele Grüße
Karola

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 13 Nov 2010, 01:19

Tja, dann pass auf, dass er Dir nicht zerfällt.

Viele Grüße

Rotkäppchen
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Beitrag von Rotkäppchen » 13 Nov 2010, 14:53

@ Kiefernspezi:
Du machst mich neugierig. Was meinst Du mit "Spezialkleber"? Da steht sicher nicht "Zapfenkleber für Sumpfzypressen" drauf. Bei einem "normalen" Kleber würde ich erwarten, dass er sich vor allem als klebrige bzw. glatte Schicht außen auf den Zapfen legt.
Über einen Tipp würde ich mich freuen.
LG
Rotkäppchen

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