Bauplan Zweige mit Blättern

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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Es ist eben schwierig, eine Ordnung in die Pflanzenwelt zu bringen. Daran wird ja schon ein paar hundert Jahre gearbeitet, aber es ändert sich immer noch viel und wird sich weiter ändern.

Aber eine Theorie geht mir nicht aus dem Kopf: Dass es einen Zusammenhang zwischen Blattstellung und Frucht gibt.
Bei den Laubbäumen kenne ich mich nicht so gut aus. Aber ich habe mal den Test gemacht und mir die baumkunde-Liste durchgesen.
Bei Gegenständigen Blattstellungen bilden sich meist recht einfach geformte Blüten und Früchte, die z.t. gegenständig oder Hülsenartig sind. Eine echte Ausnahme ist der Granatapfel, der aber auch nicht als rein gegenständig gelten kann.
Es gibt ansonsten keine Ausbildung eines spiralförmigen Blütenstands.
Und Zack - schon hatte ich einen Fehler gefunden - als Nichtlaubbaumspezi: Der als gegenständig eingetragene "Karminrote Zylinderputzer", der einen eindeutig spiralförmigen Blütenstand hat - hat natürlich wechselständige Blätter!

Jetzt bin ich aber stolz wie Oscar!

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo Kiefernspezi,
Kiefernspezi hat geschrieben:... Aber eine Theorie geht mir nicht aus dem Kopf: Dass es einen Zusammenhang zwischen Blattstellung und Frucht gibt.
...
Bei Gegenständigen Blattstellungen bilden sich meist recht einfach geformte Blüten und Früchte, die z.t. gegenständig oder Hülsenartig sind. Eine echte Ausnahme ist der Granatapfel, der aber auch nicht als rein gegenständig gelten kann.
Es gibt ansonsten keine Ausbildung eines spiralförmigen Blütenstands.
...
Du mußt genau unterscheiden:
die einzelne Blüte oder Frucht hat nichts mit der Blattstellung zu tun!
Aber:
Jede Einzelblüte sitzt in der Achsel eines Tragblattes (oder ist endständig an einem Sproß - das ist hier irrelevant), deshalb haben die Blüten eines Blütenstandes natürlich immer die gleiche Stellung wie die Blätter. In der Konsequenz gilt das dann natürlich auch für die Früchte!
Spiralförmige Blütenstände sind Blütenstände mit wechselständigen Tragblättern, deren Anordnung so regelmäßig ist, daß man die Spiralen erkennen kann - das ist relativ selten.
Eine Schwierigkeit besteht bei manchen Pflanzen darin, einen Blütenstand von einer Einzelblüte zu unterscheiden.
Callistemon hat natürlich einen Blütenstand, aber deutlich einzelnstehende Früchte; die Nadelbaumzapfen gehen aus einem Blütenstand hervor; die "Frucht" der Ananas (ist ein Fruchtverband!) geht aus einem Blütenstand hervor, ...
Gruß, Stefan
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hi,

da hast Du recht und es war lediglich ein Schreibfehler. Aber ist ja schon erstaunlich, dass ich mit meiner Methodik über einen Fehler gestolpert bin (und zwar aufgrund dieser konkreten Vorgehensweise), der von anderen seit Jahr und Tag übersehen wurde, die sich weit besser auskennen sollten.
Und da ich mir den ganzen Kram alleine mal eben in zwei Monaten durch rein praktische Studien und Ableitungen ohne jegliche Zuhilfenahme von Literatur und Fremdknow-how angeeignet habe und der Praxistest dann auch gleich funktioniert, finde ich das mal einen Kniefall wert. :wink:

Viele Grüße

Piru
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Beitrag von Piru »

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Piru
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Beitrag von Piru »

Eine Sache geistert mir im Kopf rum...ich habe letztes We einen Artikel über Fossilie Ginkgphyten bekommen...
Die unterschiedlichen Blattformen, die unterschiedlichen Entwicklungen.

Ich weis nicht ob es hier hingehört oder überhaupt wichtig ist...

Aber kann es vielleicht auch was mit der Evolution, mit Vorvätern zutun hat?

Ich meine das Ginkgoblatt war auch mal eine anderes...


Nur so als Gedanke...

LG Anja
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hallo,

kannst Du das etwas genauer ausführen? Ich habe noch nicht ganz verstanden, was Du ganz genau meinst.

Vielen Dank und viele Grüße

Piru
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Beitrag von Piru »

Viele kleine Leute,
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Ich verstehe, worauf Du hinauswillst.
Die Nacktsamer sind stammesgeschichtlich älter als die Bedecktsamer und wesentlich simpler aufgebaut - zum Glück.
Von daher könnte/müsste man bei den Farnen anfangen zu recherchieren, um vielleicht eine Art "Urbauplan" zu erhalten.

Viele Grüße

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo Kiefernspzi,
Kiefernspezi hat geschrieben:... anfangen zu recherchieren, um vielleicht eine Art "Urbauplan" zu erhalten. ...
ein gewisser Johann Wolfgang G. - nicht im Forum angemeldet - hat sich damit auch schon beschäftigt; vgl. z.B. hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Urpflanze
http://www.fran.it/blog/2005/01/from-go ... ze-to.html
Gruß, Stefan :wink:
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Ja, der hat ja alles in Gedichtsform niedergeschrieben... :wink:
Das bekomme ich leider nicht hin.
Der Grundgedanke Goethes war der Gleiche wie der Physiker in der Materieforschung - die Suche nach dem Urteilchen bzw. Urpflanze, aus dem alles entstanden ist und von dem sich alles ableiten läßt.
Weder das eine, noch das andere gibt es.
Vielmehr ließ sich feststellen, dass bereits die "niedrigsten" Lebewesen, also Algen und Bakterien, eine unheimlich große Vielfalt aufweisen und die Entwicklung auf mehreren Evolutionssträngen ruht. Ähnlich ist das in der Materie zu sehen.
Ich suche also nicht den Ursprung, sondern nur grundlegende Gesetzmäßigkeiten, die zu den Bauplänen führen.
In der anorganischen Materie sind diese gefunden worden. Man hat festgestellt, dass die kristallinen Formen (z.B. die hübschen Kristalle der Edelsteine) keine Zufallsbildung sind, sondern den inneren Bauplan der Atome wiederspiegeln. Von daher ist ein Kristall, also eine annähernd ideale Ausprägung eines Minerals, eigentlich die Form, die ein Mineral immer anstrebt und immer erreichen würde, wenn der Platz ausreichen würde. In der organischen Chemie sieht das leider anders aus, da die Strukturen zu komplex sind.

Viele Grüße

Piru
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Beitrag von Piru »

Hallo,

ja genau sowas. Außerdem könnten deine"Außer der Reihe" gearteten evtl etwas mit den Vorfahren zu tun haben.


Kannst du denn einfach den Ursprung von den grundlegende Gesetzmäßigkeiten trennen...

Lg Anja
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Ursprung und Gesetzmäßigkeiten sind zu trennen. Da ich aber in der Organik noch auf der Suche bin, kann ich nur über die Anorganik sprechen.
Sehr gut wird dies deutlich, wenn man sich zwei Natur-Minerale betrachtet, die gegensätzlicher kaum sein könnten, aber aus dem gleichen chemischen Element aufgebaut sind: Graphit und Diamant.
Beide bestehen aus Kohlenstoff. Während Graphit dünnplattig kristallisiert und sehr weich ist (Härte 1), so bildet Diamant bekanntlich Kristalle mit der unglaublichen Härte 10.
Die Ursache liegt in der Anordnung der Atome.
Andere Minerale, auch wenn sie aus anderen Atomen aufgebaut sind, aber im Kristallaufbau ähnlich, besitzen auch ähnliche Eigenschaften (s. Molybdänit MoS2 und Graphit) uvm.
Dabei gibt es weder das kleinste Teilchen, noch ein Urelement.
Trotzdem nutzt man die Gesetzmäßigkeiten, die dem Kristallgitter zugrunde liegen und kann Ableitungen auf Eigenschaften künstlich erzeugter Minerale und Elemente herstellen.
Und ähnliches ist sicher auch in Organik zu finden. Ein Ansatz ist die Fibonacci-Folge, die einiges erklärt, aber vieles auch nicht.

Viele Grüße

Piru
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Beitrag von Piru »

Ich sehe schon, wenn du fertig bist muss ich zum nächsten Treffen Meyerslexikon mitnehem! :roll:
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Nein, das ist alles nicht so schwierig, wenn man die Dinge in den Händen hält. Man muss als Beispiel ja nicht Diamanten nehmen. :wink:

Viele Grüße

Piru
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Beitrag von Piru »

Hätte alles da, zumindest Härtegrad 1-9. Den 10. konnte ich mir nicht leisten...
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