Hilfe, Amselnestlinge

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babayaga
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Hilfe, Amselnestlinge

Beitrag von babayaga »

Hallo zusammen,

mein Garfield hat gestern abend bei meinen Nachbarn ein Amselnest in einer Korkenzieherhasel entdeckt und eines erwischt.
Wir haben gestern noch um die Hasel ein Netz gespannt, so eine Art untere Manschette. Heute morgen lag jedoch noch ein toter Nestling auf der Terasse.

Die Eltern haben den ganzen Tag nicht gefüttert, da haben wir heute nachmittag das Netz wieder entfernt, da es sie vielleicht irritiert.
Aber nix passiert.
Gegen 18:00 haben wir dann das Nest geholt, es sind noch 3 Nestlinge drinnen und waren recht kalt. Haben sie erstmal unter eine 60W-Lampe gesetzt und Regenwürmer gesucht, aber das Füttern war schwer, weil sie den Schnabel nicht öffnen.
Mit einer Traubenzuckerlösung haben wir die Schnäbel betropft.

Die zwei kräftigeren haben jeder 2 Regenwürmer intus und das Kleine 2 halbe Würmer.

Habt ihr einen Rat wie wir sie über die Nacht bringen und ob wir heute abend nochmal füttern (müssen).

In welchem Abstand füttern die Eltern?
Nicht dass 2 Würmer in einer Stunde zuviel sind und sie erstmal verdauen müssen??

Und wievel Würmer bekommen die überhaupt am Tag und was noch?

Fragen über Fragen, habt ihr einen Rat?

Ich weiss, grade Fussball ..., sollen wir in der Halbzeit nochmal füttern?

Ganz vielen Dank für jeden Tip,
Nancy

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'Warum ich?' fragte der Frosch.
'Reine Geschmackssache.' sagte der Storch.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Naja, zum Braten etwas mager... :twisted:

Spaaaß! :wink:

Mit Federn sind die schöner. Vielleicht mal einen Förster befragen?

Viele Grüße

biloba
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Beitrag von biloba »

Hallo Nancy,

die Eltern fliegen eigentlich im Zehnminutenabstand das Nest an. Nach meiner Beobachtung haben sie nicht die riesigen fetten Tauwürmer, sondern kleinere Würmer und Tausendfüßler im Schnabel.

Wünsche dir, dass du die Futtermittel in ausreichender Menge finden oder (im Anglerbedarf) beschaffen kannst.

Nachts füttern die Amseleltern nicht, aber du weißt ja, wann in dieser Jahreszeit Sonnenaufgang ist. Leg dich also lieber erstmal schlafen.

Denn:
Der frühe Vogel fängt den Wurm!

babayaga
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Beitrag von babayaga »

Hallo biloba,

haben grade die Drei in eine Metallschüssel verfrachtet und im Keller auf die Warmwasserkupferrohre gesetzt.

Der größte hat noch selbstständig ohne Schnabelöffnen 2 fette Regenwürmer gefressen, der mittlere einen und der Kleeene nur mit Nachhilfe einen kleinen.
Hintergespült jeweils mit einem Tropfen Traubenzuckerlösung.

Hmm, früher Vogel fängt den Wurm ...

das war alles so faszinierend, dass ich gerade eben erst aus dem Keller hoch bin, nix mit zeitig ins Bett ;)

Naja, bin gespannt auf morgen ... hoffe sie leben noch und es ist warm genug.

Daumendrücken und neuer Tag neues Glück ;)

Liebe Grüße,
Nancy
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Eremit
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Beitrag von Eremit »

Hey,
ich habe auch gerade Rotkelchen aufgezogen. Sind gerade flügge geworden :).

Du musst sie jede Stunde füttern und Wasser geben. Traubenzuckerwasser würde ich weg lassen. Das ist eher für sehr geschwächte Kücken. Solange sie noch ganz nackt sind, bzw. nur wenig Federansätze zeigen, auch Nachts füttern. Da aber nur alle 2 Stunden.
Bei Amseln sind Regenwürmer perfekt. Gut sind auch noch zusätzlich Beoperlen und Nährstoffpulver.

Ich hoffe deine kleinen überleben es :)

Lg

Andreas75
Beiträge: 3995
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Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Wende Dich mal dahin: www.wildvogelhilfe.org

Grüße, Andreas

biloba
Beiträge: 1786
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
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Beitrag von biloba »

Hallo Nancy, leben deine Lieblinge noch? Bist du müde?

babayaga
Beiträge: 419
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Beitrag von babayaga »

Abend ;)

First, @biloba: Ja, erschöpft aber noch nicht müde, leider.
Seit 6:00 Stress ;)

Bis 15:00 Uhr lief alles super, haben halbstündig Regenwürmer & Tatar gegeben und schwache Traubenzuckerlösung zum Nachspülen.

15:30 war leider der kräftigste Vogel tot und der mittlere und Kleene mit halboffenem Schnäbeln am Japsen. Die konnten es gar nicht ersaufen.
Guter Rat teuer, woran lag das? Atemnot, hecheln, halb bewusstlos ...

Überfüttert? Die Traubenzuckerlösung? Das Tatar?

Mittlerweile bin ich mir fast sicher, dass es an der Rotlichtlampe lag,
die ich heute morgen organisiert habe, die sind faktisch langsam ausgetrocknet,
obwohl ich die Temperatur geprüft habe und es mangelte wohl an Luftfeuchte.

Die zwei übrigen Halbstarken habe ich dann erstmal weg von der Lampe getan
und reichlich Wasser (ohne Zucker) gegeben.

Dachten zeitweise, das wars dann wohl auch ...

Überraschenderweise hat sich der mittlere relativ schnell erholt und versucht sogar zu piepsen und sperrt auch den Schnabel und schluckt Regenwürmer.

Der Kleene hingegen sah heute Nachmittag 3/4-tot aus, lebt aber noch und ist sogar etwas mobiler geworden. Der hat kaum Kraft zum Schlucken, geschweige denn den Schnabel zu sperren, meist kriechen die Würmer aus seinem Schnabel wieder raus.Hier muss ich wohl erstmal bei Traubenzuckerlösung bleiben.

Gehe jetzt nochmal in den Keller und tröpfel nochwas an den seitlichen Schnabel, vor
morgen früh graust mir etwas ...

Erstmal soweit der Stand,
Danke für eure Mithilfe,
lg Nancy
--
ps: wildvogelhilfe.org hatte ich schon gefunden, sehr schöne, aber auch umfangreiche Seite.
Alle Infos bis zum Detail zu lesen und verarbeiten war mir nur nicht möglich in 24h.
Dann las ich da auch das Rotlicht ungeeignet sei und denke mir, dass die nötige Luftfeuchte fehlte. Erkenntnis aber eben zu spät für den Einen gewesen :(

Bin lang geworden - und mittlerweile hundemüde, bis morgen ;)
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Accelerater
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Registriert: 13 Okt 2007, 02:52

Beitrag von Accelerater »

Die Würmer kriechen wieder aus dem Schnabel. :shock:

Du mußt es machen wie die Eltern, selber fressen und dann nach gründlicher Durchspeichelung den ungen füttern :lol:

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Nancy,

in diesem Stadium die Vögel durchzubringen ist äußerst schwierig und geht in den allermeisten Fällen schief. Dies zum Tost , wenn es nicht klappt.
Häufig füttert man in den ersten Stunden viel zu viel, so dass der ehemals ausgehungerte Vogelmagen gar nicht mit den Riesenportionen - sowohl Wasser als auch Futter - zurechtkommt.

Nicht zu sehr zu Herzen nehmen, es ist wirklich schwer. Wären es Ästlinge gewesen wären , ist das auch nicht sicher mit dem Überleben , aber die Chancen stehen viel besser.
Die Natur richtet es so ein, dass genug Eier gelegt werden und nie alle hochkommen können.
Ansonsten sagt die Wildvogelhilfeseite alles Wichtige.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

babayaga
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Beitrag von babayaga »

Hallo wieder,

der kleene Winzling ist heute morgen verstorben, was eigentlich fast absehbar war. Ja Wolfgang, da hast du schon Recht, es ist wohl sehr schwierig.
Trotzdem muss ich mich etwas um den dritten Kumpel kümmern und hier ist er, der letzte Mohikaner:

Bild

Er bekommt momentan alle 1/2 Stunde 2 Regenwürmer oder 1 Fliege + 1 Regenwurm mit etwas Wasser, bei Fliege etwas mehr.
Kacken ca. alle 1/1/2 bis 2 Stunden.

Wolfgang, darf ich dich mal überfallen?

1. Ich frage mich gerade, ob Intervall + Menge ausreichend sind?
2 Kann ich dem auch schon paar Früchte (Apfelraspel) beireichen?
3. Kann der tagsüber mal in den lichten Schatten/diffuse Sonne, ohne Glühbirne & Haube?

Lieben Dank & Grüße,
Nancy
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Nancy,

Intervall und Menge ist in Ordnung. Eher kannst du das Intervall auch etwas ausdehen. Aber nach Kotabsetzung kannst du dann wieder weiterfüttern. Apfel würde ich weglassen. Gibt es jetzt auch nicht in der Natur. Könnte also den Jungamseldarm mehr belasten. Ansonsten Ameisenpuppen,glatthäutige Raupen,Grillen ( kann man auch kaufen), Gartenlaubkäfer ( fliegen z.Zt. zu Tausenden), Fliegen.

Im warmen diffusen Schatten geht. Ich würde ihn einfach öfters in die Hand nehmen und wärmen. Und im Kasten auch etwas zudecken, damit er nicht auskühlt aber auch damit er nicht austrocknet, wenn du die Lampe anhast. Ohne Lampe geht es nicht. Du musst nicht immer anlassen, aber wenn er kühl wird, wieder wärmen. Ähnlich wie wenn die Vogelmama draufsitzt, aber auch weg ist und Futter sucht.
Ist aber nicht einfach. Probieren.

Viel Erfolg. Hoffentlich bin ich nicht zu spät.

Liebe Grüße

Wolfgang
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babayaga
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Beitrag von babayaga »

Hallo Wolfgang, hallo @all,

bis gestern ist der Versuch gutgegangen, heute morgen 6:30 regte sich der Körper leider nicht mehr und war kalt. :cry:

Der mögliche Fehler war höchstwahrscheinlich hausgemacht,
diese scheixx Pinkies ...

Haben ihm 3 lebende Maden gegeben und dann erst habe ich gerafft, dass Pimkies wahrscheinlich so ein Sammelbegriff ist, für lebende oder gekochte Maden.

Die lebende Pinkie-Variante war leider tödlich in dem Fall. :cry:

Macht man sich Vorwürfe, immerhin haben wir es geschafft, den nackigen Jungspund eine Woche am Leben zu erhalten und dann so ein grober Fehler ...

Nancy
'Warum ich?' fragte der Frosch.
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Nancy,

mache dir keine Vorwürfe. Es ist unheimlich schwer, Weichfresserküken in diesem Stadium durchzubringen. Die allermeisten Versuche - trotz richtigem Futter - gehen schief. Bei Körnerfressern ist das etwas leichter. Sind die Kleinen voll befiedert ist es auch viel leichter. Die Natur plant sowieso solche Fälle mit ein. Aber es trifft einem besonders, wenn man es schon eine Woche geschafft hat. Ich kenne das gut. Allerdings lasse ich mich nicht mehr emotional so runterziehen. Man gibt sein Bestes, mehr ist nicht drin.

Ich denke ich hätte es in diesem Stadium auch nicht geschafft :cry:

Viele Grüße

Wolfgang
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Andreas75
Beiträge: 3995
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Damit sowas erst gar nicht vorkommt, empföhle es sich noch, in der Zeit Ende März bis Mitte Juli das Katzengetier im Haus zu halten, oder nur beaufsichtigten Auslauf zu geben...

Grüße, Andreas

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