Mannbarkeit oder was?

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kurt
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Mannbarkeit oder was?

Beitrag von kurt »

Hallo,
Ich schreibe diesen Beitrag zum 2. mal, das 1. mal habe ich vergessen, "absenden" zu drücken. Daher fällt der Kommentar jetzt zu eurem Vorteil kürzer aus.
- Stieleiche?, tooooodsicher nicht älter als 20 Jahre.
- Stammumfang auf 1 m Höhe: 81 cm
- Was sind das für "Knollen"? Eicheln können es nicht sein, da die Mannbarkeit nach den Fachbüchern ja erst nach 40-50 Jahren eintritt.
- oder ist es keine Stieleiche?
- Seltsam ist allerdings, dass rundherum kleine Pflanzen wachsen, deren Blätter auch verdammt nach Stieleichen aussehen.
Vom auf Bild 2 zu sehenden Liegestuhl aus habe ich übrigens dieses Phänomen gerade erst gesehen.
Ist die Skalierung der Bilder so gut, oder soll ich sie das nächste mal noch weiter reduzieren?

wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland »

Hallo, Kurt.

Die „Knollen“ sind eindeutig Eicheln. Einige sehen allerdings so aus, als ob sie entweder noch nicht offen oder „vergammelt“ wären. Sie scheinen auch am Stiel zu sein, so dass Q. robur durchaus infrage kommt.
Sind denn die Blätter dicht am Zweig angewachsen?
Freistehende Bäume fruchten früher als im Verbund stehende. Außerdem war die Eiche beim Pflanzen vielleicht schon 10-15 Jahre alt. Ein Fruchten nach 30-35 Jahren halte ich deshalb für möglich.

Es gibt noch die Möglichkeit, dass der Baum gepfropft ist. Ich habe ja im Forum die „Persische“ Eiche, von der ich immer noch nicht sicher bin, ob es wirklich Q. macranthera ist. Sie ist m.E. gepfroft. Über der sichtbaren „Naht“ sind die aus dem Stamm kommenden Blätter anders als unterhalb.

Die Eicheln von Q. robur sind noch nicht reif. Sie müssen noch länglicher werden. Bleib noch etwas im Liegestuhl, bis sie reif sind.

Größe der Bilder ist oK. 100 KB reichen aus.
Gruß, Wolf
Wolf Roland

kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo Roland,
Meine Fragen und Anmerkungen waren zum grössten Teil ironisch gemeint.
- Die kleinen Stieleichen, die unter dem Baum wachsen, sind selbstverständlich Sämlinge des grossen.
- Die Eicheln am Baum sind nicht vergammelt sondern einfach noch jung.
- Der Baum kann nicht älter sein. Ich weiss das ganz genau, weil ich mich gut daran erinnern kann, wie wir vor 10 Jahren, als wir das Land übernahmen, darüber diskutiert haben, ob wir mit dem Rasenmäher drum herum oder drüber fahren. Er war damals also höchstens 30 cm hoch. Von den vielen Sämlingen haben wir 2 ausgewählt wegen ihrer Position, die andern wurden abgemäht.
- Aus demselben Grund kann er nicht gepfropft sein. Auf die Idee, eine Stieleiche zu pfopfen, käme sowieso niemand, sie wachsen hier wie Unkraut.
Worauf ich eigentlich hinaus will: Kann diese frühe Mannbarkeit mit Klima und Boden erklärt werden oder steht einfach wieder einmal Unsinn in den Büchern?
Grüsse
Kurt

wolfachim_roland
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Gauss-Verteilung

Beitrag von wolfachim_roland »

Hallo, Kurt:

Die Fragestellung hat mich schon etwas überrascht. Aber ich bin noch nicht lange genug im Forum, um die Beiträge der einzelnen Teilnehmer sicher einschätzen zu können.

Zum Thema Mannbarkeit:

In der Natur ist man vor keiner Überraschung gefeit. Ich denke, dass Deine Eiche am linken Ende einer breiten Gauss-Kurve (erste Frucht gegen Alter) liegt.

Ich beobachte Bäume genauer erst seit einigen Jahren. Dennoch meine ich, dass 2006 ein ganz besonderes Jahr war: Alle Bäume haben ganz außergewöhnlich stark /schön geblüht. Die Ahorne hängen schwer voll Flügelnüssen, die Blumenesche sah wirklich wie ein Blumenstrauß aus. Und die Buchen (Verwandte Deiner Eiche), die angeblich nur alle 4-5 Jahre fruchten, waren nach dem Mastjahr 2004 in 2006 schon wieder dabei: ich sah Buchen, wo neben den trockenen Buchecker-Kapseln von 2004 die neuen Blüten standen.

Gruß, Wolf
Wolf Roland

kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo Wolf,
Gauss scheint mir etwas zu kurz gezielt. Sollten wir nicht besser die "Verteilungsfreien Methoden in der Biostatistik" von Lienert anwenden? Dazu müsste ich allerdings noch einige relevante Daten liefern, wozu ich nach den hier obligatorischen Mengen an zu konsumierendem Rotwein pro Tag nicht mehr in der Lage bin. Sorry, einer meiner skurrilen Witze.
Ich hätte allerdings gerne deine Meinung gehört zu meiner Bemerkung über die wohl allgemein verbreitete Sitte, dass ein Fachbuchautor einfach die Behauptungen eines anderen abschreibt, ob sie richtig oder falsch ist, um damit auf die vom Verleger und Publikum geforderte Seitenzahl zu kommen.
Grüsse
Kurt, der "Neuburgunder"

wolfachim_roland
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Statistik

Beitrag von wolfachim_roland »

Dear Kurt:

Da habe ich doch einen Mathe-Nerv getroffen. Hat sich schon in Deinem Beitrag über die Statistik der Kirschen-Befruchtung angedeutet.

Was ich eigentlich sagen wollte:
Ich würde mich nicht wundern, wenn irgendwo auf der Welt schon ein mal ein Mädchen im Alter von 10 Jahren ein Kind bekommen hat.

Gruß, Wolf
Wolf Roland

kurt
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Beitrag von kurt »

Hello Fan,
das hast du richtig bemerkt. Mathematik ist schön. Sie ist das einzige künstliche Produkt, das der Mensch geschaffen hat und das ohne Makel ist, wenn man sich nicht in in Chaostheorien und Singularitäten vorwagt.
Aber nun zum ursprünglichen Thema. Ist es denkbar, dass äussere Faktoren, Klima- und Bodenverhältnisse z.B., die Mannbarkeit bei Eichen, den Blattwuchs von Walnussbäumen derart beeinflussen? Auch die Grösse der sich bildenden Walnüsse liegt schon jetzt ,vor der Reife, über den in den Baumlisten angegebenen Werten. Ich bin hier im Burgund, also nicht in einer extremen Klimazone, und Lehmböden gibt es auch anderswo. Mit einer neuen Brille habe ich es schon versucht, hat aber nichts genützt. Warum sollen ausgerechnet bei mir alle Extreme zusammentreffen?
Da würden sich auch dem alten Gauss die Haare sträuben. Es muss einfachere (logische) Erklärungen geben.
Beste Grüsse
der Neuburgunder (nicht Spätburgunder)

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