Fragen über Fragen zu Douglasienkeimlingen

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Hessekopp
Beiträge: 772
Registriert: 25 Nov 2009, 06:44
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Fragen über Fragen zu Douglasienkeimlingen

Beitrag von Hessekopp »

Hallöchen,

mir fielen vor einigen Wochen ein paar Zapfen von Pseuditsuga menziesii var. menziesii in die Hände, die ich vom Boden unter einem solchen Baum absammelte. Eigentlich hob ich sie nur auf, um sie meinen Azubi-Kollegen zu zeigen, da wir auf unserem Ausbildungsgelände keine Pseudotsuga haben.
Nach einigen Tagen des Trocknens fielen aus den Zapfen einige Samen heraus und mit etwas auf den Tisch klopfen wurden es mehr und mehr.
Ich entschied mich zu einem Versuch, etwa 40 dieser Samen heranzuziehen.

Ich füllte zwei Schalen mit Anzuchterde, streute die Samen drauf und bedeckte diese mit einer nur hauchdünnen Schicht Anzuchterde, da ich gelesen hatte, daß die Küstendouglasie Lichtkeimer sei. Anschließend goß ich die Geschichte großzügig und bedeckte sie mit einem duchsichtigen Kunststoffdeckel. Eine Schale beließ ich auf der Fensterbank im Betrieb und die andere nahm ich mit nach Hause, wo ich sie direkt unter eine eigens dafür angeschaffte und sehr tief hängende Pflanzlicht-Kompaktleuchtstoffröhre stellte, da ich im Keller wohne und dort sogut wie kein natürliches Tageslicht existiert.

Mein erster Fehler offenbarte sich innerhalb weniger Stunden ... die Anzuchterde setzte sich sehr deutlich, ich hatte sie offensichtlich nicht ausreichend verdichtet.

Nunja ... seitdem sind zwei Wochen vergangen und nichts ist passiert. Naja, nicht ganz nichts. Ein mutiger Samen unter meiner Kunstlichtkonstruktion keimte, schob den Samen an die Erdoberfläche, richtete sich auf und schoß in die Höhe. Schon bald war der "Baum" so hoch, daß ich um seine Standfestigkeit bangen mußte, da die Schale mit nur etwa 2,5cm Anzuchterde nicht sonderlich tief war. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Pflanze überirdisch schon eine Höhe von über 3 cm inklusive des immernoch an seiner Spitze prangenden Samens.

Offensichtlich war mein zweiter Fehler die Wahl einer nicht ausreichend tiefen Anzuchteinrichtung.

Ich versuchte, meinen "Baum" zu retten und besorgte mir einen gut 10 cm tiefen Topf, doch welche Erde sollte ich nehmen? Gekeimt hatte die Douglasie ja schon und da ich sie möglichst nicht in ein paar Wochen wieder dem Streß des Umtopfens aussetzen wollte, nahm ich Erde aus dem Garten. Da die Douglasie ein Nadelbaum ist, dachte ich mir "Nimm doch Erde aus der Nähe von anderen Nadelbäumen" und kratzte etwas vom Boden unter einer Stechfichte ab. Ich war begeistert von diesem Boden ... er war unglaublich dunkel, zeigte eine meiner Meinung nach tolle Krümelstruktur und enthielt noch einiges verrottbares Material (Nadeln und Wurzeln). Ursprünglich wollte ich ihn noch mit etwas Sand auflockern, aber dieser Boden hatte das nicht nötig.
Ich hob nun meinen "Baum" mit einem Löffel samt der umgebenden Anzuchterde vorsichtig aus der Pflanzschale und setzte ihn in die - diesesmal besser verdichtete - neue Erde um, drückte das ganze vorsichtig an, goß es und verzichtete diesesmal auf eine Abdeckung.
Das war vorgestern, jetzt hat meine mächtige Küstendouglasie schon eine beeindruckende Höhe von über 4 - in Worten: Vier - cm :D und ich erkenne unter dem Samenköpfchen eine kleine dunkelgrüne Verdickung ... ich hoffe, daß das endlich die ersten Nadeln (Keimblätter?) werden.

Nun aber zu meinen Fragen:
- Sollte ich meinen "Baum" auch im jetzigen Stadium noch unter gespannter Luft halten?
- War es eher gut oder eher schlecht, ihn in den wahrscheinlich doch eher stinksauren Boden von unter der Stechfichte zu setzen?
- Der "Baum" hat bei mir einen unnatürlich langen Tag, beginnend um 5 Uhr und endend zwischen 21 und 22 Uhr. Schadet das dem Baum und sollte ich die Bestrahlungszeit mit der Pflanzlicht-Kompaktleuchtstoffröhre eventuell reduzieren?
- Kann ich dem Baum nochetwas gutes tun, außer mit dem Rauchen aufzuhören?
- Ich habe noch ein paar Samen im Kühlschrank, mit denen ich es in ein paar Wochen nochmal versuchen möchte, lagern die da gut?
- ... und was außer den von mir schon angesprochenen Fehlern könnte ich beim nächsten Versuch besser machen?
- Sind eventuell die nach dem Abfallen noch im Zapfen enthaltenen Samen nicht so gut wie jene, die sich schon vorher lösten, als der Zapfen noch am Baum hing?
- ... oder keimt die Küstendouglasie eventuell allgemein nicht so gut
- ... oder habe ich einen anderen gravierenden Fehler gemacht, weshalb nur ein Samen anging?

Mit freundlichem Gruß, Max
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hallo,
ich bin zwar kein Anzuchtspezialist, aber grundsätzlich sind die Schlußfolgerungen richtig, dass die Aussaatgefäße mind. 15 cm tiefes Erdreich bieten sollten, damit der Keimling nicht sofort umgesetzt werden muß.
Douglasien sind anspruchslos und können auf verschiedenen Untergründen gedeihen. Im allgemeinen ist die Keimrate sehr hoch. Aber wie ich es auch schon bei anderen Gattungen beobachtet habe, benötigen sie eine gewisse Zeit, bzw. gibt es Keimperioden. Von daher einfach Geduld.
Wann die Samen dem Zapfen entfallen sind, sollte keine Rolle spielen.
Mit dem Rauchen solltest Du auch unabhängig von den Douglasien aufhören, aber wenn es Dich motiviert: Douglasien vertragen keinen Zigarettenrauch. :wink:
Lange Tage sind auch nicht so schlimm, solange einige Stunden Ruhezeiten gewährleistet sind.
Wenn die ersten Sekundärnadeln ausgebildet wurden, gilt der Keimling als stabil.

Viele Grüße
Kiefernspezi

ApachePine
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Beitrag von ApachePine »

also außer der tiefe des aussaatgefäßes hast du alles meiner meinung nach richtig gemacht nur ich benutze nie reine anzuchtserde ich mische immer etwas sand darunter aber ich hab noch keine erfahrung mit der anzucht von douglasien
durch die bestrahlung ist es so in die höhe geschossen am anfang hab ich mich etwas gewundert dass es schon so groß ist :lol:
aber ein goldkiefernsämling ist bei mir auch voll in die höhe geschossen und dann ist er umgekippt und das war auch sein ende.

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