Von der Mär, das Götterbäume...

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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 08 Nov 2009, 01:29

Hallo!

Auch die Jungfernheide, wo ich den Kleinen fand, liegt ja in der Stadt, wenngleich mehr zum Rand gerichtet, dadurch aber vielleicht noch interessanter.

Im Großen Tiergarten, der mitten in der Stadt liegt, mit Anschluß an die überwärmten Kernzonen, hätte mich der Götterbaum nicht derart verwundert.
Die Jungfernheide aber liegt vielleicht nur ca. 3- 4 km vom Stadtrand entfernt, und hat nach Westen eigentlich keine nennenswerten urbanen Strukturen zwischen sich und dem Umland von Berlin, und auch nach Südwesten, unserer hauptsächlichen Windrichtung hier oben, ist da so viel nicht, was ihr Klima zum Wärmeren beeinflussen könnte.
Auch stand der Kleine nicht mal in der Nähe eines Hauses, sowie auch großteils unbesonnt (Abendsonne mag er im Sommer abbekommen, da am Hauptweg stehend), und deswegen staune ich so.

Keinerlei urbane wärmespendende Struktur in der Nähe, geschützt nur durch das Dach des Waldes, ansonsten aber völlig auf sich allein gestellt, und dafür eigentlich sehr gut gewachsen.
Und mein bis dato von urbaner Struktur am weitesten losgelöster Ailanthus, weswegen ich den Thread eröffnete.

Nach Süden (Gebäude des Flughafens Tegel) etwas über eineinhalb km, nach Westen mindestens 3 km, nach Osten ca. 2 km bis zur nächsten urbanen Struktur, nach Norden hin immerhin auch etliche 100 m bis zum nächsten Haus, also mit Fug und Recht mitten in der Pampa für Berliner Verhältnisse steht er, und ich werde mal gut kucken, wie er den Winter meistert.
Vielleicht entsteht ja auch bei Ailanthus eine eigene Berliner Varietät, wie das schon bei der Gemeinen Nachtkerze (Oenothera biennis) geschah, die eine in Berlin endemische Varietät gebildet hat, eine von unten kandelaberartig verzweigte Form, während die ursprüngliche eintriebig oder nur gering von unten verzweigt wächst.

Die faszinierenden Experimente der Natur, sage ich da nur, und: Evolution zum Anfassen ^^!

Grüße, Andreas

campoverde
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Beitrag von campoverde » 30 Jun 2010, 23:53

Hallo,
gibt es inzwischen noch mehr Beobachtungen vom Götterbaum außerhalb von Siedlungen?

Gata
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Beitrag von Gata » 01 Jul 2010, 08:30

Gut, dass ihr alte Themen nochmal hochholt, weil man unmöglich alles nachlesen kann.
Ich liebäugelte schon länger mit einem Ailanthus, weil eine französische Nachbarin ein schönes Exemplar im Garten hat, mit grossen Ablegern 20m weiter. :wink:
Nun lasse ich doch lieber die Finger davon, ich habe genug mit meinem Eukalyptusnachwuchs zu kämpfen. :roll:

kausche
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Re: Von der Mär, das Götterbäume...

Beitrag von kausche » 26 Apr 2019, 18:42

ist zwar seit der letzten Aktivität einige Zeit ins Land gezogen.
Trotzdem: ich habe in meinem Wald, der allerdings unweit vom Dorf ist, ein solches Exemplar (dm ca. 20 cm) stehen. Hab auch bereits einiges an Nachwuchs gesehen und tw. diesen gekappt. Bin mir als Hobbyförster nicht sicher inwieweit der Baum, resp. das Holz von Bedeutung sind. Auch sollte man trachten den Wald zukunftsorientiert (Klimaerwärmung) zu gestalten.
Vorerst darf er noch leben.......
das einzig wichtige im leben sind die spuren von liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer

Mostviertler
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Re: Von der Mär, das Götterbäume...

Beitrag von Mostviertler » 28 Apr 2019, 21:56

In meinem ehemaligen Forstrevier im Weinbaugebiet der Wachau war der Götterbaum immer wieder anzutreffen. Eine "Kolonie" mit einigen hundert Quadratmetern liegt in einem Seitental von Aggsbach-Dorf, mindestens 700 m Luftlinie zum nächsten Haus, wobei dieses Haus am Ortsrand liegt, und das gesamte Dorf nicht als "dicht besiedelt" bezeichnet werden kann. Dieses Vorkommen muss auf jeden Fall als außerhalb von Siedlungsräumen bezeichnet werden. Auch in den Auwäldern rund um Melk in Niederösterreich, kommen immer wieder (auch größere) Exemplare von Götterbaum vor.

Gruß
Hannes

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