Was tun gegen Rehwild?

Hier findet ihr Platz für sonstige Themen

Moderatoren: LCV, stefan, tormi

Antworten
Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Was tun gegen Rehwild?

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Baumforum-Team


Ich habe seit Jahren immer mehr Rehwild im Garten, vor allem im Winter, mittlerweile auch im Sommer. Einzäunen kann ich den Garten nicht komplett mit 1,80 m hohem Zaun, Hunde kann ich mir z.ZT. auch nicht anschaffen. wie kurt. Hat jemand noch eine andere Idee, um Pflanzen vor dem Verbiss und vor dem Fegen zu schützen.
Ich muss jede neue Pflanze, die ich setze eindrahten. Das ist aufwendig und kostspielig, aber billiger als alle anderen Schutzmaterialien und sieht vor allem nicht schön aus. Will man mal mähen, bleibt man mit dem Rasentruck im Draht hängen, wenn man nicht aufpasst.
Ich habe schon Arbin und andere Geruchsstoffe probiert und viele CD´s aufgehägt. Die Rehe stört das nicht. Bis auf eine Höhe von 80 cm fressen sie fast alles ab und an die Zweige, die sie nicht schälen, geht dann der Rehbock und fegt.

Was meint ihr?

Cryptomeria

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo,
Versuche es einmal mit Petarden. Das ist eine Schreckschusspistole, aus der man eine Munition verschiesst, die erst nach einer Flugstrecke von ungefähr 50 - 100 m mit einem gewaltigen Knall explodiert. Sie wird z.B. von Kirschbaumbauern zum Vertreiben der Vögel eingesetzt. Das könnte auch die Rehe abschrecken, die dann glauben, die Jagdsaison sei angebrochen. Es wäre dann aber ratsam, vorher mit den Nachbarn zu reden, damit sie nicht glauben, Bin Laden habe ein neues Trainingscamp eröffnet. Praktische Erfahrung habe ich damit allerdings keine. Nur eine Idee.

Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Danke kurt

das kann ich den Nachbarn nicht antun. Die Rehe sind auch so zahm, wenn man in die Hände klatscht oder ruft oder andere Geräusche mit Schlaginstrumenten macht, trollen sie sich ganz gemächlich, gehen aber überhaupt nicht aus dem Garten. Nur wenn man hinter her geht, dann hauen sie natürlich ab.Wenn man vielleicht ein paarmal schießt, kommen sie vielleicht nicht wieder?? Aber schießen als Naturschützer, das ist mir unangenehm, nachher denken manche, in der fernen Nachbarschaft, da ballert ein Verrückter durch die Gegend.......

Erstmal vielen Dank

Cryptomeria

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo,
am liebsten würde ich dir eine 50- seitige Beschreibung der letzten 12 Jahre meines Lebens hier in der Pampa erzählen. Das kann ich euch aber aus Platzgründen nicht zumuten. Also kurz:
Du bist Naturschützer. Gut. Gehören Bäume nicht auch zur Natur? Welch grossen Beitrag liefern sie zur Entgiftung der Luft? Wieviel des von den "höheren" Lebewesen benötigten Sauerstoffs liefern sie? Wieviel Kohlenstoff entziehen sie der Luft und wandeln ihn in Holz um? Wieviel Schatten spenden sie und verhindern in Dürreperioden die Austrocknung des Bodens? Ist es besser, dass die Oma sagt: "Schau Kind, wie gerade ein Bambilein die gerade gepflanzte Bäumelein deines Vaters frisst" oder "Schau Kind, vor dem Garten die Bambilein und dort im Garten die schönen Bäumchen"? Wenn du nicht ballern willst oder kannst, dann musst du jeden Baum oder den ganzen Gartenbereich mit einem Zaun schützen.
Es kann auch ein Elektrozaun sein, der stört optisch weniger. Aber zum Nulltarif bekommst du nichts. Ich habe 12 Jahre lang nachgedacht und nichts besseres gefunden. Sorry.

Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo kurt

ich will ja auch nichts zum Nulltarif, ich drahte so lange jede Pflanze ein und schütze sie, bis ich eine bessere Idee habe.Natürlich wäre es besser das Rehwild kürzer zu halten, wir haben in Deutschland viel zu hohen Besatz, aber dafür ist Förster, Jagdpächter ... zuständig.Ich habe hier an den Straßen auf Pfosten schon eine gelbliche Masse gesehen (wie Bauschaum), weiß aber nicht , was das ist. Aber sehr wahrscheinlich auch gegen Rehe oder anderes Wild.


Cryptomeria

Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

kurzer Nachtrag:

Wenn du nichts besseres gefunden hast, dann sagt das mir, dass ich das Optimale tue und dann mache ich so weiter wie bisher, das ist für mich völlig o.k. Ich dachte, vielleicht arbeitet jemand im Forst und es gibt noch eine bessere Methode.


Erstmal vielen Dank,kurt

Cryptomeria

jow
Beiträge: 1
Registriert: 10 Jun 2006, 19:42
Wohnort: Hamburg

"Bauschaum"

Beitrag von jow »

Hallo Cryptomeria,
dieser Bauschaum ist sog. Duftzaun der wohl speziell an Strassen angewendet wird, lt. Forstbedarfkatalog "Grube" verhindert bzw. vermindert er Unfälle in Kombination Duft, Geräusch und Bewegung (letzten beiden vom Fahrzeug ausgehend). Erfüllt aber keine Ab- und Ausgrenzung. Würde dir wohl dann auch nicht weiterhelfen.
Bei "Grube" gibt es noch weitere Verbiß- und Fegeschutzmittel neben dem von dir genanten. So richtig Umweltpc sind die aber glaub ich nicht. Kannst ja mal gucken:
www.Grube.de
Gruß
jow

Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Danke. jow

für die Erläuterung. Ich werde mich erkundigen.


Cryptomeria

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo Crypto
Ich habe keine Kosten und Mühen gescheut, um eine kompetente Antwort auf deine Frage aufzutreiben.
Das "Office national des forêts de France" hat mir auf telefonische Anfrage
um 9 Uhr heute abend (man beachte die Uhrzeit und Samstag abend. Wäre das in Deutschland denkbar?) mitgeteilt:
- Man pflanzt nur 80 - 120 cm hohe Jungpflanzen und schützt die Stämmchen durch Kunststoffgitter. Diese lassen die Wärme und den Regen durch und verhindern den Verbiss. Grossräumige Absperrung durch Maschenzäune macht man aus Kostengründen nicht.
- Will man eine Region allgemein schützen, empfehlen sie, im Juni und Juli die Rehböcke durch regelmässige Patrouillen mit einem Hund davon abzuhalten, dieses Gebiet als Revier in Besitz zu nehmen. Dann ist es für den Rest des Jahres relativ rehfrei. Leihe dir einen Hund oder belle selbst.
Letzteres ist mein persönlicher Rat.
Hilft dir das ein bischen?

Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Ja, danke kurt

das hilft, ich werde mich erkundigen, was die Kunststoffgitter kosten. (Wahrscheinlich ist der Wildzaun, den ich benutze, billiger ).Mit der Größe der Pflanzen ist auch klar. Das mache ich auch so. Alles bleibt im Topf bis es groß genug ist. Das Revier des Rehbocks finde ich sehr interessant, das wusste ich nicht und werde mir da etwas überlegen.

Vielen Dank, erstaunlich Samstag abends eine kompetente Auskunft von einer Behörde.

Viele Grüße ins Burgund

Cryptomeria

biloba
Beiträge: 1786
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
Wohnort: Gera

Beitrag von biloba »

Keine Ahnung, ob es nur Jägerlatein ist. Aber in gewissen Abständen einen Lappen mit Petroleum getränkt aufhängen...

Eigene Erfahrung hab ich keine.

Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Danke biloba

Mit Lappen habe ich alles schon ausprobiert. Es klappt manchmal bis zum nächsten Regen.


Cryptomeria

Antworten