Standfestigkeit

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kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
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Standfestigkeit

Beitrag von kurt »

Bin schon wieder da,
In den Baumlisten findet man alles zu Blättern, Rinde, Blüten etc.. Ich habe schon vor einigen Jahren auf der Süd- und Westseite meines Hauses
Walnüsse (in 5m Entfernung), einen Eschenahorn (in ca.10 m Entfernung) und jetzt auch einige Birken und eine Esche als Windschutz gepflanzt, die Walnüsse natürlich auch zum Essen. Uebrigens auch 2 Nordmanntannen.Welche dieser Bäume haben genügend Standfestigkeit, um bei einem sterken Sturm nicht auf mein Hausdach zu krachen? Welche sind Flachwurzler (Nordmannstannen ?), welche haben eine Pfahlwurzel (Walnussbäume?). Was für einen Wurzel haben Eichen? Wo finde ich im Internet Angaben dazu, damit ich euch nicht damit belästigen muss?

Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo kurt

Hör auf damit, du belästigst uns nicht. Wenn ich Zeit habe, macht es mir sehr viel Spaß alle möglichen Antworten herauszufinden. Ich habe schon lange nicht mehr so viel dazu gelernt, wie in der Zeit, in der ich jetzt hier mitmache.
Also weitere Fragen, mir macht das Spaß, ich glaube Raimond hat das auch schon betont.
Die Antworten folgen später, ich muss überlegen bzw. mich vergewissern.

Übrigens: Wenn ich deinen Einsatz bei meiner Frage nach PEVE denke,vermute ich auch, dass dich manche Fragen reizen....

Wolfgang

Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo kurt

es kommt meiner Meinung nach nicht nur auf die Wurzen an, sondern auch z.B. auf die Brüchigkeit des Holzes. Wenn ich an manche Robinien denke...Ich habe vor einigen Jahren meinen 60 - jährigen Walnussbaum( ca. 8 m vom Haus entfernt, 4 m von der Terrase) runtergesägt, weil er so breit wurde, dass ich überhaupt keine Sonne auf der Terrasse hatte.Im Abstand von 3 m hat er sämtliche Platten bis zu 10cm gehoben.Das stört mich nicht, der Baum ist auch wieder ausgeschlagen, aber er wird sehr mächtig und breit in der Nähe des Hauses.Das Holz ist schwer, sollte ein Ast abbrechen....Hier steht: "Hauptwurzel tief und dick, weit ausgebreitet, hoher Feinwurzelanteil in den obersten Bodenschichten", was man bei mir auch deutlich sieht.
Zu Nordmanntanne:Ich zitiereaus dem Buch "Tannenarten Europas und Kleinasiens":"In Deutschland werden...aus den sporadischen...Versuchsanbauten nur eingeschränkte Anbauempfehlungen ausgesprochen.So wird der Art zwar gutes Wachstum, aber auch Gefährdung durch Sturmwurf, Schneedruck und Dürre angelastet." Anderes Buch: "Die Hauptwurzel ist tiefgehend.

Ich habe selbst eine ca. 10 -jährige A.nordmanniana im Garten und in den 10 Jahren weder bei Sturm noch bei Schnee etwas negatives feststellen können. Sie ist aber auch noch jung.

Zu den anderen später

Wolfgang

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

zu den anderen:

Ich habe schon viele Stürme erlebt(letztes Frühjahr flogen sogar einige Ziegel vom Dach und die Dachrinne wurde abgerissen, eine 50-jährige Pflaume fiel um) aber meine Birken schwanken zwar, stehen aber sehr fest, verlieren kleinere Äste, aber das wars...

Esche steht bei mir auch sehr fest. Das Holz ist allerdings sehr schwer und bei Sturm fallen immer mal trockene, armdicke Äste zu Boden.Sie soll die größte Wurzelausdehnung aller heimischer Baumarten haben. Im Umkreis von ca. 15 m kümmert alles bei mir im Garten. Man sieht richtig am Wuchs der nahestehenden Pflanzen, wie weit die Wurzeln reichen.

Acer negundo: Hauptwurzel tief, im Alter Windbruchgefahr
keine eigene Erfahrung mit älteren Bäumen


Hoffentlich hilft dir die Information etwas.Vom Internet habe ich nicht viel Ahnung. meine Info nehme ich aus Büchern.


Wolfgang

Omorika
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Beitrag von Omorika »

Ich vertrete als interessierter Laie den Standpunkt, daß gesunde Bäume bei ihnen zusagenden Bodenverhältnissen in der Regel standfest sind und die Natur nicht automatisch einen Pfahlwurzler als windfest klassifiziert und Flachwurzler als windwurfgefährdet. Flachwurzelnde Fichtenarten sind nicht zwangsläufig windwurfgefährdet, wenn die Bodenverhältnisse stimmen.

Der Garten meiner Eltern ist sehr windexponiert (wenn Wind weht) und dort stehen große Douglasien, Serbische Fichten, Birken, Bergahorne, Nordmanntannen, Stechfichten, Gemeine Fichten, Koreatannen, Lärchen und Scheinzypressen sowie Lebensbäume etc..

Die Douglasien stehen in West-Ost-Richtung verlieren bei starken Sturm ab und zu mal Äste. Die dem Wind zugewandeten Douglasien wirken "bulliger" und sind etwas niedriger (rund 15 m Höhe) und haben bei Sturm auch eine andere "Bewegungsmotorik" als die windabgewandteste Douglasie, die erheblich schlanker wirkt, einen schlankeren Stamm hat, ihre Krone im oberen Drittel primär aufweist und bei Sturm sich weicher bewegt, sich weniger "schüttelt", sondern eher weich aus der Reihe ins Freie biegt. Wenn man genauer hinschaut, kann man beobachten, daß jeder Baum bei Sturm ein ganz eigenes Verhalten hat, wie ihre Krone dem Winddruck ausweicht.

Die Serbischen Fichten biegen sich (oder weichen den Windstößen sichtbar aus), erzeugen sicherlich bei einigen Betrachtern Besorgnis, da sie sich dann bei extremen Sturm sehr stark biegen und die oberen Kronenteile zu flattern beginnen. Keine dieser schlanken Fichten ist bisher umgeweht worden (sind ca. 15 m hoch) oder gebrochen.

Über Nordmanntannen habe ich mal gelesen, daß diese grundsätzlich windexponierte Lagen nicht so mögen, aber dennoch gab es bisher auch hier keine Verluste durch Sturm.

Es gab mal eine schwere Orkanserie 1990/91 und bei diesen Orkannächten (diese bleibe mir in Erinnerung, weil ich sowas nicht wieder erlebte bislang) gab es furchtbare Schäden. Bei meiner Oma blieben im Garten nur ein Walnussbaum und eine (sehr schütter wirkende und dünne, da halb im Laubbaumbestand stehende) Omorika stehen, während ringsherum alles geworfen oder gebrochen wurde.

Selbst unbelaubte große Eichen brachen, subjektiv gesunde Fichten, Tannen und Kiefern brachen oder wurden geworfen. Das "Krachen" von umstürzenden Fichten im Sturm hört sich schrecklich an.

Grundsätzlich glaube ich aber, daß Bäume, die von Kindesalter an Wind ausgesetzt sind, Stürme besser vertragen, als Bäume im geschützten Bestand oder geschützt durch ein Haus (in unseren Breiten die Ostseite).
Ich hätte persönlich keine Sorge, daß unter normalen Sturm-Bedingungen eine Esche, Nordmanntanne etc. auf ein Haus stürzt.
Natürlich kann ein Baum 20 starke Stürme überstanden haben und beim 21sten Sturm kommt eine Böe so plötzlich, daß einem Baum die Zeit fehlt, schnell genug ihre Krone so in eine Form des geringsten Widerstands zu bringen. Diese "Ausfälle" sind aber normal - finde ich.

Bei Walnussbäumen habe ich sehr oft gehört, daß diese Bäume bei Möglichkeit nicht in die Nähe von Häusern gepflanzt werden sollten, da ihr Wurzelsystem das Mauerwerk schädigen kann. Hier wird oft der Walnussbaum genannt, während möglicherweise andere Bäume nicht isn Mauerwerk eindringen?

Mir fällt da sicherlich auch noch was ein, was ich dann später noch einfügen werde,

Grüsse

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