Löcher in Birken

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kurt
Beiträge: 3254
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Löcher in Birken

Beitrag von kurt »

Hallo

In meinem Urwald gibt es Löcher in toten Birken. Zuerst dachte ich natürlich an Spechthöhlen. Es sind aber keine Höhlen dahinter. Wozu dienen diese Löcher, wer macht sie? Suchen Spechte nach Maden etc.?

Gruss
Kurt
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kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
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Beitrag von kurt »

Hallo

Weiss keiner oder will keiner? Ist die Frage zu dumm?

Gruss
Kurt

Karola
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Registriert: 25 Mär 2008, 11:33
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Beitrag von Karola »

Hallo Kurt,

wer die Löcher verursacht hat, kann ich nicht sagen. Aber die andere Frage kann ich schon beantworten: Spechte suchen unter der Rinde und auch an abgestorbenen Ästen usw. nach Insekten. Ob das Ergebnis dann so aussehen kann? Gut möglich.

Grüße
Karola

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LCV
Beiträge: 9198
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Beitrag von LCV »

Hallo Kurt,

ich bin kein Ornithologe, nur sehr interessiert an Flora und Fauna. Wenn man Spechte bei der Madenjagd beobachtet, sieht man diese an einer Seite des Stammes klopfen. Plötzlich sausen sie auf die andere Seite und ziehen mit der langen, klebrigen Zunge Maden und andere Beute heraus. Unser Biolehrer erzählte uns, dass die Beutetiere durch das Klopfen auf die andere Baumseite getrieben werden, wo sie der Specht nur noch einzusammeln braucht. Es ist also eine Jagdtechnik.

Derartige Löcher herauszuhacken, wäre für die Jagd ziemlich sinnlos. Ich vermute stark, der Baumeister hat mit der Arbeit begonnen, aber dann festgestellt, dass irgendetwas nicht passt. Vielleicht sind Fressfeinde aufgetaucht oder das verwöhnte Eheweib des Spechts war mit der Lage der Behausung nicht zufrieden ;-)

Ich wüsste auch nicht, wer sonst solche Löcher fabrizieren könnte. Für Kleiber & Co. sind die eindeutig zu groß.

Gruß Frank

campoverde
Beiträge: 1185
Registriert: 25 Okt 2008, 17:28
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Beitrag von campoverde »

Hallo,
für mich sind das Spechtlöcher, was sonst?

Frage, ob für Höhle oder zur Nahrungssuche? Was spricht denn gegen Nahrungssuche? Nicht alle Käferlarven sitzen ja unter der Rinde, manche ja auch im Holz, gerade wenn es schon etwas morsch ist (könnte ich mir hier gut vorstellen und könnte Kurt ja auch noch prüfen)

Vielleicht taucht hier in Thema ja auch noch ein Spechtspezi auf, interessant wäre es!

Harztroll
Beiträge: 681
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Beitrag von Harztroll »

Hallo,
an eine begonnene Spechthöhle glaub ich nicht, dazu sind die viel zu weit unten. Bei morschem Holz sind fette Larven auch mitten im Stamm zu finden, ich denk, daß der Specht hinter denen her war.
Viele Grüße
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -

kurt
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Beitrag von kurt »

Natürlich ist der Stamm durch und durch morsch, wird nur noch durch Lignin, (oder war es Cellulose?), aufrecht gehalten. Es geht mir eigentlich darum, für welche Mitglieder des natürlichen Zusammenlebens dieser morsche Geselle in stehendem Zustand noch wertvoll ist.

Gruss
Kurt

campoverde
Beiträge: 1185
Registriert: 25 Okt 2008, 17:28
Wohnort: Bremen

Beitrag von campoverde »

Falls Braunfäule: Zersetzung der Zellulose, es bleibt Lignin=braun, würfelig, z.B. durch Birkenporling (könnte gut der auf Deinem Foto sein).

Falls Weißfäule: Zersetzung des Lignins, es bleibt Zellulose=weiß, faserig, zB durch Zunderschwamm.
Sicher etwas vereinfacht.

Wert der stehenden Stämme in diesem Zustand: Die Käferfreaks schwärmen dafür, insbesondere für starkes Totholz (Buche, besonders: Eiche), aber sicher auch für Deine Birke.

kurt
Beiträge: 3254
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Beitrag von kurt »

Hallo Campoverde

Ja, es ist der Birkenporling, und zwar in rauhen Mengen. Also Lignin.

Gruss
Kurt
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biloba
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Beitrag von biloba »

Hallo Kurt,

das war der Specht. Er hämmert nicht nur, um Nisthöhlen zu bauen. Wenn der Aufwand nicht zu groß ist (morsches Holz mit Maden drin), macht er auch solche Löcher, um an diese leckeren Sachen zu kommen.

Habe im Garten auch einen Apfelbaum mit vielem toten Holz stehen gelassen, an dem Spechte hämmern, ohne je darin zu nisten.

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Kurt,

stimme biloba etwas verspätet zu. ( War 1 Woche auf Klassenfahrt). Wenn das Holz immer morscher wird, werden die Löcher immer größer. Solche "Spechtbäume" sind im Endstadium manchmal von etlichen großen Löchern durchbohrt. In der Regel ist das der Große Buntspecht, aber auch Schwarzspecht kommt in Frage. Du kannst vielleicht mal schauen, welche Spechte bei dir vorkommen. Die Erdspechte (Grün- und Grauspecht) scheiden aus. Die machen Löcher über Winter in die Waldameisenhaufen . Vielleicht hast du das auch schon beobachtet. Ebenso scheiden die bei dir vorkommenden Mittel-und Kleinspechte aus . Suchen sich die Nahrung nicht durch Hämmern. Hast du bei dir schon Dreizehenspechte gesehen. Könnte es in Mittelfrankreich geben. Sind allerdings mehr an Nadelwälder gebunden. Das ist der Specht mit der gelben Scheitelplatte?

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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