Schädlinge am Weinstock ... ratlos

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babayaga
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Schädlinge am Weinstock ... ratlos

Beitrag von babayaga »

Hallo zusammen,

wer von Euch hat zufällig etwas Ahnung von Weinstöcken
und weiss, was meiner sich hier eingehandelt hat?

Befallen ist leider der gesamte Stock, am liebsten würde ich rigoros zurückschneiden, aber jetzt im Mai würde mir der Stock gnadenlos verbluten.

Weiss jemand was das für Viecher sind und wie ich denen beikommen kann?
Vor einer Woche hatte ich schon alles mit 'Bi 58' eingesprüht (obwohl ich das Stinkezeug hasse wie die Pest) geholfen hats bisher nix :cry:

Dankbar um einen Rat,
Nancy
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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo Nancy,

das sieht mal auf den ersten Blick aus wie Schildläuse. Vielleicht kann Karola die näher bestimmen. So viel ich weiß, sind Schildläuse gegen normales Gift ziemlich resistent. Ich würde mal probieren, ob man sie mit Öl bestreichen kann. Könnte sein, dass sie dann ersticken. Diese Methode funktioniert z.B. bei Schädlingen, die eine Art Pelz haben, der das Gift abperlen lässt. Kannst ja mal erst bei ein paar einen Versuch starten. Ansonsten mal einen Winzer fragen. Gibt es ja bei Euch nicht so viele, aber in Radebeul wird meines wissens Wein angebaut.

Gruß Frank

wolfram
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Beitrag von wolfram »

Hallo Nancy,
gib doch mal bei Google "Schildläuse bekämpfen" ein. Da erhältst Du eine Fülle von Ratschlägen.
Viele Grüße, Wolfram

babayaga
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Beitrag von babayaga »

Hallo ihr zwei,

ja - wie Schildläuse (nur ein Mü' größer) sehen die aus, könnten Napfschildläuse sein laut google unter Wolframs Wortlaut.

Normalerweise bekämpfe ich Schildläuse mechanisch, also abseifen bzw. mit dem Daumennagel, aber eben an Zimmerpflanzen.
Finde ich effektiver als Gifte aller Art, aber eben - an Zimmerpflanzen.

An dem Weinstock sitzen die aber teilweise auch unter der Rinde bzw. an kaum/schwer erreichbaren Stellen und der Befall ist schon massiv.

Aber ihr bringt mich auf eine Idee, die ich mal partiell antesten werde:

Öl & Ersticken ist schonmal gut, deswegen werde ich mal einen verholzten Part des Stockes mit Leinölfirnis bestreichen. Firnis härtet zwar aus, aber es ist ja eh Holz.

Hat das schonmal jemand probiert, Leinöl-Firnis auf (lebendiges) Holz?
Wäre ja fast eine Art Konservierung.


Wenn das klappen würde und die Teile sterben nicht ab, wäre das nicht nur der Exitus der Napfläuse sondern hiesse auch nachhaltig Schutz vor Neubefall, zumindest am Holz.

Ich glaub ich mach mal einen Firnisfeldversuch an altverholzten Teilen/Ästen, junges Holz naturlich ausgespart.

Mal gucken was passiert :wink:

Viele Grüße,
Nancy
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stefan
Moderator
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Beitrag von stefan »

Hallo Nancy,
babayaga hat geschrieben:... Öl & Ersticken ist schonmal gut, deswegen werde ich mal einen verholzten Part des Stockes mit Leinölfirnis bestreichen. Firnis härtet zwar aus, aber es ist ja eh Holz.
Hat das schonmal jemand probiert, Leinöl-Firnis auf (lebendiges) Holz?
Wäre ja fast eine Art Konservierung.
...
Ich würd's eher mit Salatöl probieren!
Gruß, Stefan
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Nancy,

im Netz beschreibt jemand folgende Methode: mit Olivenöl einpinseln, 10 min einwirken lassen. Dann können die Napfschildläuse leicht abgestreift werden. Oder am nächsten Tag mit Seifenlauge abwaschen.

Viel Erfolg!

LG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

babayaga
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Beitrag von babayaga »

stefan hat geschrieben:Hallo Nancy,
Ich würd's eher mit Salatöl probieren!
Gruß, Stefan
Mach' ich, einen Teil mit Olivenöl und einen Teil mit Firnis ;)

Ist ja wiegesagt erstmal nur ein Versuch.

Könnte mir aber vorstellen, dass das mit dem Firnis nachhaltig klappen könnte, da trotzdem atmungsaktiv.
Firnis wurde seit Jahrhunderten pur oder in Ölfarben verwendet,
wurde leider von den neuzeitlichen Lacken & Lasuren verdrängt.

Habe viele Holzfenster ehemals lackiert, nie wieder Lack,
das Gelumpe blättert nach paar Jahren. Letzten Sommer habe ich ca. 20 Fenster abgebrannt und verschliffen und danach nur auf (Lein)ölbasis gestrichen. Eine gewisse Diffusion ist hierdurch wieder gegeben, die es bei Lackfarben nie gab.

Recht hast du allerdings, Firnis an altem, lebenden Holz ist zwar gewagt,
aber ich probiers mal.
No risk - no fun, oder?

Bin wirklich behutsam und vorsichtig, aber das interessiert mich jetzt ;)

Viele Grüße,
Nancy
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babayaga
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Beitrag von babayaga »

Eins jagt das Andere

Hallo Wolfgang,

Ja, Danke Olivenöl , das probiere ich natürlich auch aus.

Btw hab auch noch Bärlauchöl angesetzt, wir hatten sehr viel Bärlauch dieses Frühjahr, vielleicht fallen die davon auch ins Koma :wink:

Itzo aber erstmal, Gute Nacht & Danke bis hierhin,
Grüße Nancy
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Wenn du die Schildläuse nicht nur ins Koma katapultieren willst, nimmst du anstelle von Barlauchöl am besten Herbstzeitlosenöl.

Ich will damit sagen, nicht velwechsern. Ich erinnere mich an die Zeitungsnotiz von letzter Woche. Da ist wieder ein Mann gestorben , der Barlauch suchte und Herbstzeitlose gepflückt hat. Das passiert einem nur einmal. Auch er hat es nicht überlebt.

Also pass auf, nur die Napfschildläuse ins Jenseits befördern. :wink:

Liebe Grüße

Wolfgang
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kurt
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Beitrag von kurt »

Wow! In welcher Gegend wachsen jetzt schon Herbstzeitlosen? Oder waren es Maiglöckchen?

Gruss
Kurt

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo Kurt,

ich denke auch, dass es Maiglöckchen waren, die ja bei uns in den Auwäldern in Massen unter den Bäumen wachsen, genau wie der Bärlauch. Man sollte es aber am Geruch erkennen. Vor 2-3 Jahren ist ein Rentnerehepaar an selbstgepflücktem Bärlauch gestorben, der aus Maiglöckchen bestand. Waren Touris, die sich in der Ferienwohnung ein leckeres Mahl bereitet hatten. Ist wie mit dem Pilze sammeln. Wenn man Champignons nicht von Knollenblätterpilzen unterscheiden kann, darf man eben nur Pfifferlinge sammeln.

Gruß Frank

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Ihr habt möglicherweise recht. In der Zeitung stand Herbstzeitlose, aber was heißt das schon.

Viele Grüße

Wolfgang
Zuletzt geändert von Cryptomeria am 08 Mai 2009, 18:16, insgesamt 1-mal geändert.
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wolfram
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Beitrag von wolfram »

Warum sollen es nicht Herbstzeitlosen gewesen sein? Die blühen im Herbst ohne Blätter, sonst aber entwickeln sie im Frühjahr ihre Blätter und die Frucht. Gerade zur Zeit des Bärlauchs.
Viele Grüße, Wolfram

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Maiglöckchen habe ich im Wald gesehen. Ab Montag komme ich wieder zu einer Wiese, auf der im Herbst überall Herbstzeitlose blühen. Dann will ich einmal schauen, wie weit die Blätter draußen sind. Nach dem fulminanten, sehr warmen Start im April würde ich auch denken, sie sind weit entwickelt. Habe aber noch keinen Vergleich.

Ich könnte mir doch auch vorstellen, dass es vielleicht Herbstzeitlose waren, wachsen doch Bärlauch und Herbstzeitlose bei uns an feuchten Bächen und auf Feuchtwiesen, während die Maiglöckchen nur im Wald stehen.

Viele Grüße

Wolfgang
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Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb »

Hallo Nancy,

Ich würde das mit dem Öltupfen lassen.
Schau mal hier zum Beispiel: http://www.neudorff.de/produkte/produkt ... sfrei.html

Mit dem zugelassenen Fertigpräparat hat man Sicherheit und vor allem kann man sich nachher auch noch den Wein schmecken lassen.
Die Mühe mit dem Öl zubereiten, und dann singen die Läuse abends auch noch "warum ist's Läuseleben an der Elb so schöl, das gibt ganz leckres Oliven-Öl.. " :lol:

Gruß, Bernd

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