Zapfen schneiden und polieren
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Kiefernspezi
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Zapfen schneiden und polieren
Hat jemand Erfahrung mit dem schneiden und polieren von Kiefernzapfen?
Habe sowas mal in Potsdam bei einem Sammler gesehen, der den Zapfen von Pinus radiata aufgeschnitten und poliert hatte. Das sah sehr gut aus.
Wollte das ganze mal mit Pinus coulteri probieren.
Die Zapfen sind geschlossen, etwa 30 cm lang und 15 cm breit. Da sie im Winter "geerntet" wurden, sind sie nicht sehr harzig. Sie sollen lediglich sauber der Länge nach halbiert und an den Schnittflächen poliert werden.
Wer kann helfen?
Habe sowas mal in Potsdam bei einem Sammler gesehen, der den Zapfen von Pinus radiata aufgeschnitten und poliert hatte. Das sah sehr gut aus.
Wollte das ganze mal mit Pinus coulteri probieren.
Die Zapfen sind geschlossen, etwa 30 cm lang und 15 cm breit. Da sie im Winter "geerntet" wurden, sind sie nicht sehr harzig. Sie sollen lediglich sauber der Länge nach halbiert und an den Schnittflächen poliert werden.
Wer kann helfen?
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zapfen schneiden/polieren
Hallo André,
das sind ja ganz schöne Exemplare! Ich denke man kann sie bis kurz
vor der Mittelachse an der Bandsäge auftrennen und bis zum Zentrum
an der Bandschleife schleifen. Wenn da 320er Papier drauf ist, ist die erzeugete Fläche schon einmal sehr glatt.
Würde dann mit dem Exenterschleifer bis 500er Körnung hochgehen,
das müßte auch ohne Überzugmittel/Lack reichen.
Würde mich freuen Dir dabei helfen zu können!
Gruß, Arnulf
das sind ja ganz schöne Exemplare! Ich denke man kann sie bis kurz
vor der Mittelachse an der Bandsäge auftrennen und bis zum Zentrum
an der Bandschleife schleifen. Wenn da 320er Papier drauf ist, ist die erzeugete Fläche schon einmal sehr glatt.
Würde dann mit dem Exenterschleifer bis 500er Körnung hochgehen,
das müßte auch ohne Überzugmittel/Lack reichen.
Würde mich freuen Dir dabei helfen zu können!
Gruß, Arnulf
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Kiefernspezi
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Probeschnitt
Na schön, habe Zapfen vorrätig, können wir ja mal schneiden. Verabreden wir uns per pn. Komme ja aus der Ecke.
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Kiefernspezi
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Einspannen
Wichtig wäre nur, die so zu befestigen, dass die etwas empfindlicheren Dornen nicht abbrechen.
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Sebastianii
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Kiefernspezi
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Problem Harz
Das Problem ist: Wenn die Zapfen harzig sind, verderben sie gerne die Schneidwerkzeuge, bzw. machen diese stumpf.
Stark getrocknete Zapfen öffnen sich gerne. Sie sollen aber geschlossen bleiben.
Getrocknetes Harz ist zudem spröde.
Wir versuchen es mal und stellen das Ergebnis ins Internet. Bin selbst gespannt, ob und wie gut das klappt.
Stark getrocknete Zapfen öffnen sich gerne. Sie sollen aber geschlossen bleiben.
Getrocknetes Harz ist zudem spröde.
Wir versuchen es mal und stellen das Ergebnis ins Internet. Bin selbst gespannt, ob und wie gut das klappt.
Re: Problem Harz
Hilft da vorheriges Tiefkühlen? Da könnte das Harz erstarren?Kiefernspezi hat geschrieben:Das Problem ist: Wenn die Zapfen harzig sind, verderben sie gerne die Schneidwerkzeuge, bzw. machen diese stumpf.
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Sebastianii
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Daran habe ich auch gedacht. Aber ich denke durch die Reibung an der Schnittstelle schmilzt es dort augenblicklich wieder. Zudem kann ich mir vorstellen, dass der Schmelzpunkt von Harz unter 0° liegt. ... Wahrscheinlich müsste man es sehr lange trocknen. ... Aber ich will bloß niemanden davon abhalten es auszuprobieren und vor allem davon zu berichten.
Darauf warte ich auch schon sehr gespanntSebastianii hat geschrieben:...vor allem davon zu berichten.
Ich kann mir schon vorstellen, daß es ein recht schwieriges Unterfangen ist. Prinzipiell mag es gehen, aber bei Zapfen mit sehr locker sitzenden oder biegsamen Schuppen stell ichs mir schwer vor ein vernünftiges Ergebnis zu erziehlen.
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -
Hallo,
in der Industrie verwendet man Trennmittel, um z.B. Pressteile aus der Form zu bekommen oder Schneidwerkzeuge nicht verkleben zu lassen. Ich würde mal testen, worauf Harz nicht klebt. Vielleicht Silikon? Dann könnte man eine geeignete Säge in den Schraubstock spannen (nicht den Zapfen) und den Zapfen in beide Hände nehmen und langsam auf der Säge durchtrennen. Das Sägeblatt immer wieder mit Silikonspray einsprühen (oder eben einem anderen geeigneten Mittel). So werden auch keine Teile beim Spannen beschädigt.
Ich würde auch mal bei der Uni Bochum fragen, wie die das machen. Schließlich werden ja für Anschauungszwecke Schnitte angefertigt.
Ideal wäre natürlich, wenn man zu einer Firma einen guten Draht hätte, die den Zapfen mit dem Laser durchschneidet.
Das sind nur so ein paar Ideen. Aber vielleicht lässt sich ja etwas umsetzen.
Gruß Frank
in der Industrie verwendet man Trennmittel, um z.B. Pressteile aus der Form zu bekommen oder Schneidwerkzeuge nicht verkleben zu lassen. Ich würde mal testen, worauf Harz nicht klebt. Vielleicht Silikon? Dann könnte man eine geeignete Säge in den Schraubstock spannen (nicht den Zapfen) und den Zapfen in beide Hände nehmen und langsam auf der Säge durchtrennen. Das Sägeblatt immer wieder mit Silikonspray einsprühen (oder eben einem anderen geeigneten Mittel). So werden auch keine Teile beim Spannen beschädigt.
Ich würde auch mal bei der Uni Bochum fragen, wie die das machen. Schließlich werden ja für Anschauungszwecke Schnitte angefertigt.
Ideal wäre natürlich, wenn man zu einer Firma einen guten Draht hätte, die den Zapfen mit dem Laser durchschneidet.
Das sind nur so ein paar Ideen. Aber vielleicht lässt sich ja etwas umsetzen.
Gruß Frank
Hallo,
noch eine Idee:
Den kompletten Zapfen in einen Gießharzwürfel einbetten. Diesen
könnte man nach voller Aushärtung samt Zapfen zersägen und die Schnittfläche polieren. Auch hier werden Kleinteile nicht beschädigt und man bekommt zwei Exponate (oder Briefbeschwerer für den Schreibtisch).
Gruß Frank
noch eine Idee:
Den kompletten Zapfen in einen Gießharzwürfel einbetten. Diesen
könnte man nach voller Aushärtung samt Zapfen zersägen und die Schnittfläche polieren. Auch hier werden Kleinteile nicht beschädigt und man bekommt zwei Exponate (oder Briefbeschwerer für den Schreibtisch).
Gruß Frank
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Kiefernspezi
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Apropros Laser
Ich könnte mal Darth Vader fragen, ob er grad mal schneiden kann. Mit Hilfe der dunklen Macht klebts auch nicht so.
Na, ich denke, es müsste auf herkömmliche Weise funktionieren. Ich habe die Zapfen jetzt im Januar abgenommen. Da sind die nicht wesentlich harziger als normales Holz.
Die Schuppen sind auch nicht weich und biegsam.
Wenn alles planmässig funktioniert, ist Ende nächster Woche ein Ergebnis zu sehen.
Na, ich denke, es müsste auf herkömmliche Weise funktionieren. Ich habe die Zapfen jetzt im Januar abgenommen. Da sind die nicht wesentlich harziger als normales Holz.
Die Schuppen sind auch nicht weich und biegsam.
Wenn alles planmässig funktioniert, ist Ende nächster Woche ein Ergebnis zu sehen.
Zapfen schneiden und Polieren
Hallo,
habe mir die Zeit genommen heute schon mal einen Probeversuch zu starten.
Objekt war ein Zapfen von Pinus pinaster/Strandkiefer, völlig durchgetrocknet und geöffnet, Mittelachse hierbei nicht gerade sondern im
unteren Bereich drehwüchsig.
Vorschnitt an der Bandsäge bis kurz vor das Zentrum, danach Planschliff durch Aufhalten auf die Tischbandschleifmaschine. Dabei die Schuppenbiegung in Laufrichtung des Schleifbandes führen, nicht dagegen,
Schleifkörnung 120.
Aufsteigender Feinschliff der Schnittfläche (240er,320er,400er,500er Körnung) von Hand. Für Planheit habe ich das Schleifmaterial auf einen
Maschinentisch geklebt. Auch hierbei Andruck nur bei der Schleifbewegung
mit der Schuppenbiegung. Nach dem letzten Schliff habe ich einige Tropfen Hartöl eingeschliffen. Zum einen wird die Öberfläche durch den "Naßschliff" noch glatter, zum anderen wirkt das eingeschliffene Öl
anfeuernd auf die Textur des Objekts. Das Öl soll jetzt über Nacht trocknen/oxidieren, morgen finishe ich mit einem Baumwollballen und Wachs.
Wenn ich dann noch zum Fotomachen komme setz ich ein Bild direkt rein.
Das Zwischenergebnis finde ich jedenfalls schon mal gar nicht so übel.
Bin also vorbereitet wenn André mit seinen Zapfen vorbeikommt
Gruß, Arnulf
habe mir die Zeit genommen heute schon mal einen Probeversuch zu starten.
Objekt war ein Zapfen von Pinus pinaster/Strandkiefer, völlig durchgetrocknet und geöffnet, Mittelachse hierbei nicht gerade sondern im
unteren Bereich drehwüchsig.
Vorschnitt an der Bandsäge bis kurz vor das Zentrum, danach Planschliff durch Aufhalten auf die Tischbandschleifmaschine. Dabei die Schuppenbiegung in Laufrichtung des Schleifbandes führen, nicht dagegen,
Schleifkörnung 120.
Aufsteigender Feinschliff der Schnittfläche (240er,320er,400er,500er Körnung) von Hand. Für Planheit habe ich das Schleifmaterial auf einen
Maschinentisch geklebt. Auch hierbei Andruck nur bei der Schleifbewegung
mit der Schuppenbiegung. Nach dem letzten Schliff habe ich einige Tropfen Hartöl eingeschliffen. Zum einen wird die Öberfläche durch den "Naßschliff" noch glatter, zum anderen wirkt das eingeschliffene Öl
anfeuernd auf die Textur des Objekts. Das Öl soll jetzt über Nacht trocknen/oxidieren, morgen finishe ich mit einem Baumwollballen und Wachs.
Wenn ich dann noch zum Fotomachen komme setz ich ein Bild direkt rein.
Das Zwischenergebnis finde ich jedenfalls schon mal gar nicht so übel.
Bin also vorbereitet wenn André mit seinen Zapfen vorbeikommt
Gruß, Arnulf
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Kiefernspezi
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Vorfreude
Na, da freu ich mich schon. Bin mal gespannt, wie das Ergebnis ausschaut.
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Kiefernspezi
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Experiment alle Erwartungen übertroffen!
Wie angekündigt war ich heute in der Werkstatt von "kambium" zum Zapfen schneiden.
Im Vorfeld hat er mir einen Probeschnitt eines geöffneten Zapfens von Pinus pinaster gezeigt, der sah schon toll aus.
Nun haben wir 3 Coulter - Zapfen geschnitten.
Los ging es mit einer Sägemaschine, auf der der Zapfen frei Hand gerade und exakt mittig zerteilt wurde. Hut ab vor "kambium".
Weiter ging es mit einer Bandschleifmaschine. Anschließend per Hand auf 3 Stärken Schleifpapier (Da konnte ich dann auch tätig werden).
Zum Schluß wurden die Zapfen mit Öl poliert, so dass die Farben und Strukturen genial zum Vorschein kommen.
Das hat sich wirklich gelohnt. Freue mich schon auf die Foto´s.
Im Vorfeld hat er mir einen Probeschnitt eines geöffneten Zapfens von Pinus pinaster gezeigt, der sah schon toll aus.
Nun haben wir 3 Coulter - Zapfen geschnitten.
Los ging es mit einer Sägemaschine, auf der der Zapfen frei Hand gerade und exakt mittig zerteilt wurde. Hut ab vor "kambium".
Weiter ging es mit einer Bandschleifmaschine. Anschließend per Hand auf 3 Stärken Schleifpapier (Da konnte ich dann auch tätig werden).
Zum Schluß wurden die Zapfen mit Öl poliert, so dass die Farben und Strukturen genial zum Vorschein kommen.
Das hat sich wirklich gelohnt. Freue mich schon auf die Foto´s.