Rindenmulch - Bodenversauerung?

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BenjaminXXL
Beiträge: 549
Registriert: 23 Nov 2008, 17:23

Rindenmulch - Bodenversauerung?

Beitrag von BenjaminXXL »

Hallo zusammen,
ich habe dieses Jahr sehr viel Schnittgut im Garten gelagert und denke darüber nach, es im Frühjahr zu häckseln.
Ich habe mal gehört, dass frisch gehäckseltes Schnittgut den Boden versauert. Stimmt das? - Und wenn ja, kann ich den Mulch an Rhododendren verteilen oder ist das dann zu sauer?

Grüße
Benjamin

Sebastianii
Beiträge: 462
Registriert: 30 Mai 2008, 22:28

Beitrag von Sebastianii »

Humus (wie zB Schnittgut/Häcksel) macht den Boden saurer. Das heißt aber nicht, dass er gleich zu sauer ist. Er fügt dem Boden auch Nährstoffe zu und fördert das "Bodenleben". Untergemischt macht er den Boden locker und verbessert gleichzeitig die Luftversorgung und das Wasserhaltevermögen. Gerade an säureliebenden Rhododendren sollte ne ordentliche Ladung "Gründünger" alles andere als ein Problem darstellen.

Obwohl dieser dem Boden im Endeffekt Stickstoff zuführt, kann es in den ersten Wochen nach dem Mulchen allerdings zu einem Stickstoffengpass, einer so genannten Stickstoffsperre im Boden führen. Das liegt daran, dass die sich nun rasch vermehrenden Mikroorganismen dabei den im Boden bereits vorhanden Stickstoff aufbrauchen. Darum sollte man gleichzeitig unter den Mulch eine Stickstoffausgleichdüngung ausbringen.

...soweit was ich in der Berufsschule gelernt habe. In der Praxis wurde das bei beiden meiner bisherigen Arbeitgeber nie gemacht. Allerdings vermute ich, dass sich die Auswirkungen dabei deshalb in Grenzen halten weil der warme, dampfende Humus vom Baustoffhändler schon die ausgewachsenen Mikroorganismen mit sich bringt.

Eva-Maria
Beiträge: 57
Registriert: 14 Dez 2008, 11:53
Wohnort: 21376 Salzhausen

Beitrag von Eva-Maria »

Hallo Benjamin,
ich bin keine Fachfrau, dies sei vorweg gesagt.
Ich kann Dir nur "aus der Praxis" - "für die Praxis" berichten :)
Wir verwenden schon seit Jahren keinen Rindenmulch mehr, weil er augenscheinlich nur so "absorbiert" wurde, kaum ausgebracht, war er auch schon "im Erdreich verschwunden".
Unsere primäre Intention war allerdings auch, dem Unkraut den Kampf anzusagen.... waren wir hinten fertig mit unkrauten, durften wir vorn gleich wieder anfangen. Es war eine "never ending story".
Bis, ja, bis wir statt Rindenmulch zu nutzen, anfingen "Holzschnetzel" auf die Beete zu geben.
Holzschnetzel von Buche, Erle, Weide - keine Eiche!
Seitdem ist Ruh', kaum mal ein Unkraut, den Pflanzen, Stauden, Sträuchern bekommt es prächtig! Unter die Rhododendron geben wir Torf.... un die wachsen, daß man zuschauen kann. Hinzufügen möchte ich, daß unser Boden hier sehr, sehr wasserreich ist.....
Holzschnetzelschicht hält wenigstens 2 Jahre und durch die Farbe, sandfarben, schauen die Beete und die darin stehenden Gewächse auch noch superedel aus :)
Soviel "aus der Praxis"... :lol:
Eva-Maria

Sebastianii
Beiträge: 462
Registriert: 30 Mai 2008, 22:28

Beitrag von Sebastianii »

Bitte keinen Torf verwenden! - den Mooren zuliebe

BenjaminXXL
Beiträge: 549
Registriert: 23 Nov 2008, 17:23

Beitrag von BenjaminXXL »

Hallo,
danke für eure Antworten. Was ich vergessen habe zu erwähnen, ist, dass wir einen Häcksler haben, der das Grüngut sehr grob zerkleinert, also so ca 3-5 cm Stücke, was dem groben Industriemulch sehr nahe kommt.
Ich werde dann Hornspäne untermischen.
Kann man eigentlich das ganze Jahr über mulchen oder sollte man das in der Vegetationspause nicht tun?

Grüße
Benjamin

Eva-Maria
Beiträge: 57
Registriert: 14 Dez 2008, 11:53
Wohnort: 21376 Salzhausen

Beitrag von Eva-Maria »

Hallo Benjamin,
klingt gut für mich!
Frage: habt ihr einen Hund???
Dann rate ich dringend von HORNSPÄNEN ab.
Hunde liiiieeebbbeeennn Hornspäne und fressen diese.
Resultat ist: sie werden leider sehr krank davon, weiß ich aus trauriger Erfahrung.... bei uns wird es NIE, NIE wieder Hornspäne im Garten geben!!!
Eva-Maria

BenjaminXXL
Beiträge: 549
Registriert: 23 Nov 2008, 17:23

Beitrag von BenjaminXXL »

Hy Eva-Maria,
wir haben keinen Hund mehr, also kein Problem.
Danke für den Tipp. Aber ich glaube das hängt auch sehr von der Mentalität und dem Alter des Hundes ab....oder?

Grüße
Benjamin

Matlan
Beiträge: 258
Registriert: 30 Jul 2007, 23:16
Wohnort: Wien

Beitrag von Matlan »

Also ich denke mir, dass jeder Hund auf Hormspäne abfährt. Die riechen einfach zu sehr nach totem Tier (sind sie ja auch...). Ich kenne auch keinen Hund, der keine Knochen oder diese Büffelhautknochenimitate mag ;)
LG;
Matlan

Eva-Maria
Beiträge: 57
Registriert: 14 Dez 2008, 11:53
Wohnort: 21376 Salzhausen

Beitrag von Eva-Maria »

Hallo Benjamin,
Matlan hat Recht.
Es ist wirklich völle schnuppe, wie alt ein Hund ist oder welcher Rasse angehörig - auf Hornspäne sind sie alle ganz gierig!
Ich kann wirklich nur jedem raten, KEINE Hornspäne zu verwenden, wenn Hundi Zutritt zum Garten hat,
liebe Grüße
Eva-Maria

Sebastianii
Beiträge: 462
Registriert: 30 Mai 2008, 22:28

Beitrag von Sebastianii »

Falls Du die Hornspäne als Ausgleichsdüngung meinst, das funktioniert nicht. Die müssen nämlich genau wie das Schnittgut erstmal von Mikroorganismen umgewandelt werden. Als Ausgleichsdüngung müsste man einen sofort wirkenden Dünger nehmen. Und langfristig - wie die Hornspäne - wirkt dann ja der Häcksel.

biloba
Beiträge: 1786
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
Wohnort: Gera

Beitrag von biloba »

Sebastianii hat geschrieben:Obwohl dieser dem Boden im Endeffekt Stickstoff zuführt, kann es in den ersten Wochen nach dem Mulchen allerdings zu einem Stickstoffengpass, einer so genannten Stickstoffsperre im Boden führen. Das liegt daran, dass die sich nun rasch vermehrenden Mikroorganismen dabei den im Boden bereits vorhanden Stickstoff aufbrauchen.
Welche Mikroorganismen sollen das sein? Meinst du, es setzt sofort eine Denitrifikation ein, die vorhandenes Nitrat verbrauchen?

Eva-Maria hat geschrieben:Unter die Rhododendron geben wir Torf....
An dieser Stelle würde ich dich bitten, mal diesen Link anzuklicken und die Bilder ein wenig auf dich wirken zu lassen.

Klick

Und? Was ist dir nun wichtiger? Torfmoor oder Kommerz?

Eva-Maria
Beiträge: 57
Registriert: 14 Dez 2008, 11:53
Wohnort: 21376 Salzhausen

Beitrag von Eva-Maria »

Hallo "biloba",
gaaannzzz "ruhig Blut"......
Alles mit Maßen - derartigen "Raubbau an der Natur" heiße ich selbstverständlich auch nicht gut! DAS möchte ich hiermit klargestellt haben, alright?
Nichts desto trotz benötigt man (ich) unter bestimmten (Boden)-Voraussetzungen ab und an auch mal ein wenig Torf oder ganz bestimmte Blumenerden.
Die Lüneburger Heide ist größtenteils sandig und Feuchtigkeit läuft ab wie nix.
Ich denke, es kommt auf die Ausgewogenheit insgesamt an - im Garten, meine ich.......
Darauf HIER näher einzugehen, würde de facto den Rahmen sprengen.... lass' Dir versichern, daß wir wohlüberlegt mit "Resourcen" hier umgehen! :wink:
Einen schönen Abend noch
Eva-Maria

BenjaminXXL
Beiträge: 549
Registriert: 23 Nov 2008, 17:23

Beitrag von BenjaminXXL »

Hallo Sebastinii,
ich hab jetzt über die sonnigen Tage gehäckselt, was das Zeug hält und alles unter meine Pflanzen verteilt.
Ich habe vor, zum Vegetationsanfang zu düngen, also im April oder Mai.
Kann ich dann Blaukorn nehmen und dies in Lösung geben? Wie soll ich die Mischung anfertigen - 2%ig, 3%ig. Es sind auch Neupflanzungen dabei.
Freue mich über Ratschläge.

Grüße
Benjamin

Sebastianii
Beiträge: 462
Registriert: 30 Mai 2008, 22:28

Beitrag von Sebastianii »

Sorry! Die Frage möchte ich lieber an jemand erfahreneren weitergeben.

Weil mineralisch ist Blaukorn schonmal n geeignetes Produkt.

Woran ich mich in Sachen Mengenermittlung erinner dürfte für Deine Zwecke unbrauchbar sein. Für ne Faustformel fragst Du vielleicht am besten nen örtlichen Fachmann (zB im nächsten Gartencenter), der weiß, was Ihr da so für Boden habt.

lg

Mahaleb
Beiträge: 853
Registriert: 04 Aug 2008, 16:47
Wohnort: Ruhrtal

Beitrag von Mahaleb »

Blaukorn ist ein Mehrnährstoff-Dünger, alle anderen blauen Dünger auch (NPK + ggf. Spuren). In der Regel sind im urbanen Raum die meisten Böden ausreichend mit Phosphaten und Kali versorgt. Auch wenn vorhanden, ich würde das nicht ausbringen.

Die Stickstoffeinträge über den Niederschlag sind in der Regel so reichlich, insbesondere bei Industrienanlagen und Verkehrswegen in der Nähe, dass der Gärtner mit entsprechendem Wissen nur eine Harnstofflösung als Starter gibt, wenn eine rasche Umsetzung des Mulches in Roh- und Nährhumus erwünscht ist. Eine 3%ige Harnstofflösung über dem Hackschnitzel ausgebracht reicht daher völlig aus und ist viel preiswerter.

Wer noch weiter absäuern will, und keine schwefelempfindlichen Kulturen hat, streut schwefelsaueres Ammoniak vor einem drohenden Regeschauer oder einer nassen Phase. Vorsicht beim Ausbringen, das Zeug ist aggressiv und sollt nicht mit den Blättern in Berührung kommen.

Gruß, Bernd

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