Vogelkunde
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Roseo-Marginata
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Vogelkunde
Liebe Baumfreunde,
sorry, ich komme mal mit zwei Fragen zum Thema Vogelkunde. Vielleicht kann jemand helfen oder hat Interesse am Thema. Auf dem Bahnsteig in Utrecht sah ich Vögel, die ich noch nie gesehen habe. Kann mir jemand sagen, was es ist?
Zweitens: Seit dem Frühjahr füttern wir am Balkon und vor dem Fenster Vögel. Wir haben verschiedene Futterangebote, ein, zwei Bücher gelesen und gelernt (z.B. von Prof Peter Berthold) dass man das ganze Jahr über Vögel füttern sollte. Im Frühjahr und Sommer konnten wir uns vor Vögeln kaum retten (na ja, meist Blaumeisen), aber seit Mitte September scheinen die Vögel unser Futter satt zu haben. Das wundert mich nur teilweise, denn ich sehe ja, dass die Natur derzeit überall Futterquellen in Form von reifenden Früchten bereithält. Dennoch wüßte ich gern: Ist das normal? Kommen die Vögel im Spätherbst/ Winter wieder?
sorry, ich komme mal mit zwei Fragen zum Thema Vogelkunde. Vielleicht kann jemand helfen oder hat Interesse am Thema. Auf dem Bahnsteig in Utrecht sah ich Vögel, die ich noch nie gesehen habe. Kann mir jemand sagen, was es ist?
Zweitens: Seit dem Frühjahr füttern wir am Balkon und vor dem Fenster Vögel. Wir haben verschiedene Futterangebote, ein, zwei Bücher gelesen und gelernt (z.B. von Prof Peter Berthold) dass man das ganze Jahr über Vögel füttern sollte. Im Frühjahr und Sommer konnten wir uns vor Vögeln kaum retten (na ja, meist Blaumeisen), aber seit Mitte September scheinen die Vögel unser Futter satt zu haben. Das wundert mich nur teilweise, denn ich sehe ja, dass die Natur derzeit überall Futterquellen in Form von reifenden Früchten bereithält. Dennoch wüßte ich gern: Ist das normal? Kommen die Vögel im Spätherbst/ Winter wieder?
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- Wir leben in Utrecht ...
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LG Roseo
Hallo Roseo,
es wird sicherlich andere Meinungen geben als meine. Ich habe gelernt, daß man Wildvögel nicht davon abhalten soll, sich ihre Nahrung selbst zu suchen, sofern welche bzw. genügend da ist. Die Meinung von Berthold ist mir neu und erscheint mir unlogisch.
Falls die Vögel zwischendurch abwesend sind, wird das daran liegen, daß sie evt. ihre Brut mit anderer Nahrung versorgen müssen, als Du ihnen anbietest. Wenn sie nicht Zugvögel sind, dann kommen sie auch wieder, es sei denn die Katze aus Nachbars Garten hat auch Gefallen an dem Futterplatz gefunden.
es wird sicherlich andere Meinungen geben als meine. Ich habe gelernt, daß man Wildvögel nicht davon abhalten soll, sich ihre Nahrung selbst zu suchen, sofern welche bzw. genügend da ist. Die Meinung von Berthold ist mir neu und erscheint mir unlogisch.
Falls die Vögel zwischendurch abwesend sind, wird das daran liegen, daß sie evt. ihre Brut mit anderer Nahrung versorgen müssen, als Du ihnen anbietest. Wenn sie nicht Zugvögel sind, dann kommen sie auch wieder, es sei denn die Katze aus Nachbars Garten hat auch Gefallen an dem Futterplatz gefunden.
Viele Grüße, Wolfram
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Roseo-Marginata
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Hallo Roseo,
entschuldige, wenn ich mich gleich zweimal wundere.
- Die Stare kommen zu tausenden etwas vor den Schwalben und
sammeln sich auch später als die Schwalben zum Abflug. Dann sind
die Hochspannungsleitungen dicht besetzt.
In Obstplantagen und Weinbergen fallen sie in ganzen Schwärmen ein.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in Düsseldorf keine Stare geben
soll.
- Das mit der Ganzjahresfütterung kommt mir sehr merkwürdig vor.
Die Argumentation gegen das Füttern ist folgende:
Mit Fütterung zu Zeiten guten oder ausreichenden Nahrungsangebotes
erzieht man die Vögel zur Faulheit. Zudem werden sie auf einen
bestimmten Futterplatz fixiert. Man soll nur dann Füttern, wenn durch
Schnee und Eis für die Vögel kaum oder keine Nahrung zu finden ist,
weil sie gerade wegen der Kälte mehr zum Verbrennen benötigen.
Fährst Du ausgerechnet da in den Skiurlaub und es gibt in unmittelbarer
Nähe keinen Ausweichfutterplatz, dann würden die Vögel sterben. Also
genau das Gegenteil erreicht. Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass
Befürworter ganzjähriger Fütterung evtl. von Futtermittelherstellern
"animiert" wurden. Ich will das dem Herrn nicht unterstellen, aber wer
derart gegen die Logik argumentiert, muss sich auch solchem Verdacht
aussetzen können.
Gruß Frank
entschuldige, wenn ich mich gleich zweimal wundere.
- Die Stare kommen zu tausenden etwas vor den Schwalben und
sammeln sich auch später als die Schwalben zum Abflug. Dann sind
die Hochspannungsleitungen dicht besetzt.
In Obstplantagen und Weinbergen fallen sie in ganzen Schwärmen ein.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in Düsseldorf keine Stare geben
soll.
- Das mit der Ganzjahresfütterung kommt mir sehr merkwürdig vor.
Die Argumentation gegen das Füttern ist folgende:
Mit Fütterung zu Zeiten guten oder ausreichenden Nahrungsangebotes
erzieht man die Vögel zur Faulheit. Zudem werden sie auf einen
bestimmten Futterplatz fixiert. Man soll nur dann Füttern, wenn durch
Schnee und Eis für die Vögel kaum oder keine Nahrung zu finden ist,
weil sie gerade wegen der Kälte mehr zum Verbrennen benötigen.
Fährst Du ausgerechnet da in den Skiurlaub und es gibt in unmittelbarer
Nähe keinen Ausweichfutterplatz, dann würden die Vögel sterben. Also
genau das Gegenteil erreicht. Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass
Befürworter ganzjähriger Fütterung evtl. von Futtermittelherstellern
"animiert" wurden. Ich will das dem Herrn nicht unterstellen, aber wer
derart gegen die Logik argumentiert, muss sich auch solchem Verdacht
aussetzen können.
Gruß Frank
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Cryptomeria
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- Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge
Ja, wie Jan richtig bemerkt, Stare.
DieVögel ziehen umher, verlassen ihre Brutreviere, trennen sich (z.B. Fringilla zoelebs - Buchfink - im Zoelibat lebend ), im Winter kommen die nord- und osteuropäischen Vögel, unsere zeihen nach Südfrankreich/Spanien usw.
Im Winter kommen die Vögel wieder. Ob es dieselben sind, sieht man bei Fängen an den Vogelringen. Manche sind sehr ortstreu wie Blaumeisen,Kohlmeisen, andere sind Teilzieher.
Mit der Fütterung ist das so eine Sache. Meine Ansicht dazu: Sie schadet nicht und sie nützt auch nicht. Hier füttern wir immer Allerweltsarten, bei uns sterben die Vogelarten aus, deren Biotop verlorengeht ( Braun-,Schwarzkehlchen,Raubwürder,Wendehals,Feldlerche,Weißstorch usw.)
Betrachtet man am Ende eines Jahres die Population einer Allerweltsart in einem Areal bleibt sie rel. konstant, egal ob Fütterung oder nicht. Wird wenig gefüttert oder ist es ein harter Winter sterben viele.Im Frühjahr besiedeln zuziehende Vögel die Reviere neu und bringen- weil weniger Konkurrenz - mehr Junge hoch. Wird viel gefüttert, oder milder Winter besiedeln die Daheimgebliebenen die Reviere ( die Zuziehenden finden weniger Nistmöglichkeiten), und können auf Grund der Konkurrenz weniger Junge großziehen. Somit ist Bilanz am Ende des Jahres wieder ungefähr gleich dem Vorjahr.
Für mich hat das Füttern hauptsächlich einen ethisch-sozial-pädagogischen Aspekt. Will ich meinen Kindern die Vogelwelt näher bringen oder erfreue ich mich an der Beobachtung der vielen Arten am Futterhaus, hat das einen hohen Stellenwert für mich und weniger insgesamt gesehen für die Vogelwelt.
In den Wintermonaten lege ich alle möglichen Futterangebote nach draußen (Apfelstücke/reste, Körner, Haferflocken, Fett), weil mich die Vögel in Hausnähe erfreuen. Im Sommer nicht, da gibt es genug Nahrung. Aber wenn ich Körnerreste rauswerfe, kommen natürlich auch die Meisen,Stare,Elstern,Rabenkrähen und holen sie.
Es gibt da ganz andere Meinungen, das ist meine.
Viele Grüße
Wolfgang
DieVögel ziehen umher, verlassen ihre Brutreviere, trennen sich (z.B. Fringilla zoelebs - Buchfink - im Zoelibat lebend ), im Winter kommen die nord- und osteuropäischen Vögel, unsere zeihen nach Südfrankreich/Spanien usw.
Im Winter kommen die Vögel wieder. Ob es dieselben sind, sieht man bei Fängen an den Vogelringen. Manche sind sehr ortstreu wie Blaumeisen,Kohlmeisen, andere sind Teilzieher.
Mit der Fütterung ist das so eine Sache. Meine Ansicht dazu: Sie schadet nicht und sie nützt auch nicht. Hier füttern wir immer Allerweltsarten, bei uns sterben die Vogelarten aus, deren Biotop verlorengeht ( Braun-,Schwarzkehlchen,Raubwürder,Wendehals,Feldlerche,Weißstorch usw.)
Betrachtet man am Ende eines Jahres die Population einer Allerweltsart in einem Areal bleibt sie rel. konstant, egal ob Fütterung oder nicht. Wird wenig gefüttert oder ist es ein harter Winter sterben viele.Im Frühjahr besiedeln zuziehende Vögel die Reviere neu und bringen- weil weniger Konkurrenz - mehr Junge hoch. Wird viel gefüttert, oder milder Winter besiedeln die Daheimgebliebenen die Reviere ( die Zuziehenden finden weniger Nistmöglichkeiten), und können auf Grund der Konkurrenz weniger Junge großziehen. Somit ist Bilanz am Ende des Jahres wieder ungefähr gleich dem Vorjahr.
Für mich hat das Füttern hauptsächlich einen ethisch-sozial-pädagogischen Aspekt. Will ich meinen Kindern die Vogelwelt näher bringen oder erfreue ich mich an der Beobachtung der vielen Arten am Futterhaus, hat das einen hohen Stellenwert für mich und weniger insgesamt gesehen für die Vogelwelt.
In den Wintermonaten lege ich alle möglichen Futterangebote nach draußen (Apfelstücke/reste, Körner, Haferflocken, Fett), weil mich die Vögel in Hausnähe erfreuen. Im Sommer nicht, da gibt es genug Nahrung. Aber wenn ich Körnerreste rauswerfe, kommen natürlich auch die Meisen,Stare,Elstern,Rabenkrähen und holen sie.
Es gibt da ganz andere Meinungen, das ist meine.
Viele Grüße
Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
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Roseo-Marginata
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Hochspannungsleitungen, Obstplantagen, Weinberge ... genau das gibts hier eher weniger, vielleicht liegt es daran, dass ich Stare nicht sehe? Im Frühjahr habe ich morgens um 6 Uhr eine Vogelkundliche Führung auf dem Friedhof mitgemacht, habe eine Menge gelernt und gesehen, Stare nicht. Aber ich gebe gern zu: ich sehe wenig Vögel und habe mich auch wenig damit beschäftigt.
Was das Füttern betrifft, teile ich die Meinung von Wolfgang. Es ist schön für uns, die Vögel aus der Nähe beobachten zu können. Ob es für die Tiere gut ist, ist eine andere Frage. Dieser Prof. Berthold argumentiert in seinem Buch so engagiert 'für' das Füttern, das mich das auch gewundert hat. Alles was das 'Verwöhnen' und die anerzogene 'Faulheit' der Tiere betrifft, wird mit Argumenten erschlagen. Das wichtigste: In England gäbe es eine Kultur des Vogelfütterns das ganze Jahr über, überall. Und da seien die Vogelbestände gesünder als hier. Es gibt einige Statistiken dazu.
Was das Füttern betrifft, teile ich die Meinung von Wolfgang. Es ist schön für uns, die Vögel aus der Nähe beobachten zu können. Ob es für die Tiere gut ist, ist eine andere Frage. Dieser Prof. Berthold argumentiert in seinem Buch so engagiert 'für' das Füttern, das mich das auch gewundert hat. Alles was das 'Verwöhnen' und die anerzogene 'Faulheit' der Tiere betrifft, wird mit Argumenten erschlagen. Das wichtigste: In England gäbe es eine Kultur des Vogelfütterns das ganze Jahr über, überall. Und da seien die Vogelbestände gesünder als hier. Es gibt einige Statistiken dazu.
LG Roseo
Füttern in kalten schneereichen Wintern ist Okay, ansonsten findet jeder Vogel die Nahrung selbst, die er braucht. Das war vor 1000 Jahren so und wird auch weiterhin so sein. Wenn man ab und zu mal ein paar Körnchen hinwirft, wie Wolfgang das beschreibt, mag das nicht verwerflich sein. Exzessive Fütterung führt aber zu einer Prägung an den Futterplatz, genauso, wie es der Jäger macht, wenn er einen Wildacker anlegt, um das Wild gemütlich vor die Flinte zu locken ohne ihm wie früher lästigerweise hinterherpirschen zu müssen, oder wie es der Angler macht, der bestimmte Angelplätze regelmäßig anfüttert und somit für regelmäßige Beute sorgt. Das Ganze führt - extrem gesagt - irgendwann zu Zoo-Verhältnissen, wo die Tiere apathisch und vom Menschen abhängig vor sich hinvegetieren bzw. faunieren. Aber vielleicht ist das so gewollt, der Mensch hat ja das Machtbedürfnis alles von sich abhängig zu machen...
Ich erinnere an den Rotmilan, der sich in manchen Gegenden zum Müllfresser mutiert in Scharen auf Abfalldeponien herumtreibt, sich in herumliegenden Plastiktüten verfängt und elendiglich krepiert. Aber egal, da findet man seine Nahrung einfacher als auf den Wiesen auf der anderen Seite seines Reviers.
Zudem führt das ständige Anbieten des Kauffutters zum Verschwinden des Bewußtseins für die jahreszeitlich typische Nahrung - Sonnenblumenkerne gibt es in der Natur nunmal nicht das ganze Jahr über...
Und was den pädagogischen Effekt angeht: Früher hat man sich als Kind über die Kohl- oder Blaumeisen gefreut, die im Winter am Meisenknödel herumturnten. Bei der ganzjährlichen Fütterung stellt man, wie Wolfgang schon sagte, irgendwann fest, daß ja in der Regel eh "nur Allerweltsarten" zum Futter kommen, so daß man ja "nur Meisen" sieht...Was sind schon Meisen...
Aber jeder wie er es mag
Viele Grüße
Ich erinnere an den Rotmilan, der sich in manchen Gegenden zum Müllfresser mutiert in Scharen auf Abfalldeponien herumtreibt, sich in herumliegenden Plastiktüten verfängt und elendiglich krepiert. Aber egal, da findet man seine Nahrung einfacher als auf den Wiesen auf der anderen Seite seines Reviers.
Zudem führt das ständige Anbieten des Kauffutters zum Verschwinden des Bewußtseins für die jahreszeitlich typische Nahrung - Sonnenblumenkerne gibt es in der Natur nunmal nicht das ganze Jahr über...
Und was den pädagogischen Effekt angeht: Früher hat man sich als Kind über die Kohl- oder Blaumeisen gefreut, die im Winter am Meisenknödel herumturnten. Bei der ganzjährlichen Fütterung stellt man, wie Wolfgang schon sagte, irgendwann fest, daß ja in der Regel eh "nur Allerweltsarten" zum Futter kommen, so daß man ja "nur Meisen" sieht...Was sind schon Meisen...
Aber jeder wie er es mag
Viele Grüße
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -
Hallo,
ich würde mal sagen, das ist wieder einmal ein Fall von Koinzidenz & Kontext. Nur weil es in England eine gesündere Vogelpopulation gibt, heisst das noch lange nicht, dass das auf das ganzjährige Füttern zurückzuführen ist. Es hat z.B. Mrs. Thatcher England ziemlich erfolgreich deindustialisiert. Das hat der Vogelpopulation sicher nicht geschadet
Es gibt da ein nettes Beispiel aus den Statistikvorlesungen in Wien über Zusammenhänge in der Statistik: In den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts ist im Burgenland (ein Bundesland südlich von Wien) die Storchenpopulation aufgrund von Flurbereinigungen ziemlich rapide gesunken. Gleichzeit sank die Geburtenrate im Burgenland im gleichen Ausmaß auch steil ab. Was schliesen wir daraus?

Das soll allerdings nichts gegen das Füttern von Vögeln sagen. Ich habe als Kind Stunden damit verbracht, die Vögel am Vogelhaus vor dem Fenster zu beobachten und viel Spass dabei gehabt. Ich bin nur auch der Meinung, dass wir das für uns machen & nicht um den armen Vögeln zu helfen...
LG;
Matlan
ich würde mal sagen, das ist wieder einmal ein Fall von Koinzidenz & Kontext. Nur weil es in England eine gesündere Vogelpopulation gibt, heisst das noch lange nicht, dass das auf das ganzjährige Füttern zurückzuführen ist. Es hat z.B. Mrs. Thatcher England ziemlich erfolgreich deindustialisiert. Das hat der Vogelpopulation sicher nicht geschadet
Es gibt da ein nettes Beispiel aus den Statistikvorlesungen in Wien über Zusammenhänge in der Statistik: In den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts ist im Burgenland (ein Bundesland südlich von Wien) die Storchenpopulation aufgrund von Flurbereinigungen ziemlich rapide gesunken. Gleichzeit sank die Geburtenrate im Burgenland im gleichen Ausmaß auch steil ab. Was schliesen wir daraus?
Das soll allerdings nichts gegen das Füttern von Vögeln sagen. Ich habe als Kind Stunden damit verbracht, die Vögel am Vogelhaus vor dem Fenster zu beobachten und viel Spass dabei gehabt. Ich bin nur auch der Meinung, dass wir das für uns machen & nicht um den armen Vögeln zu helfen...
LG;
Matlan
Hallo!
Ob ihr es glaubt oder nicht, es ist tatsächlich durch die Futterindustrie diktiert, ganzjährig zu füttern.
Und zwar habe ich mal in einem Freßnapf- Katalog eine ganze Seite mit Vogel- Sommerfutter gefunden, und das Hauptargument war, um die Vögel "auch im Sommer im Revier zu halten", und ausdrücklich "die natürliche Abwanderung zu vermeiden", und so ganzjährige Beobachtungen zu ermöglichen.
Angeboten waren da Weich- und Körnerfutter, und ich war schon drauf und dran, dem Freßnapf eine saftige Email zu schicken, was dieser Unfug soll, denn diese, freilich vom Hersteller verzapften "Argumente", schlugen dem Faß nun wirklich den Boden aus...
Indes ist aber der Großteil der Leute scheinbar ganz vernünftig, und kauft nur das herkömmliche Winterfutter.
Schön zu sehen, daß eine gewisse gedankliche Selbstständigkeit doch noch präsent ist, in heutigen Zeiten, wo von Medien quasi alles diktiert wird, was In zu sein hat
.
Und leider schadet die Winterfütterung indirekt doch, und zwar indem sie auch solchen Individuen das Überleben ermöglicht, die eigentlich viel zu spät geschlüpft sind, oder anderweitig zu schwach sind, den selbst milden Winter gut zu überstehen.
So geht bspw. die Blaumeise mit einer sehr hohen Ausgangspopulation ins Frühjahr und damit in die Brutsaison. Durch die ebenfalls hohe Angebotsdichte von Meisenkästen, die teilweise viel viel zu dicht beieinander hängen, finden auch sehr viele Paare ein Brutrevier, daß aufgrund der hohen Konkurrenz durch Artgenossen aber immer wieder verteidigt werden muß, zudem sind in den zu kleinen Revieren nicht genügend Nahrungsressourcen in Form von nun mal nötigen Insekten etc. vorhanden, um eine stramme Brut von 6- 7 Jungen flügge zu bekommen.
Und so werden pro Paar vielleicht 1- 2 Junge flügge, oder aber, wie man es jedes Jahr zuhauf in Vogelforen lesen kann, verhungern ganze Gelege kurz vor dem Flüggewerden.
In dem Falle reicht die Nahrung, um die Jungen soweit groß zu bekommen, doch steigt die Fütterungsfrequenz und -menge vor dem Flüggewerden noch einmal enorm an, und da fängt es dann an, zu hapern.
Unter natürlichen Umständen ist dagegen gar nichts zu sagen, denn wenn (zu) viele Paare brüten, und pro Paar nur unterdurchschnittlich wenige Junge hochkriegen, nennt man das dichteabhängige Populationsregulierung. Leider aber ist die Population durch unser Zutun (!) zu hoch, durch exzessive Winterfütterung sowie das überhohe Angebot an Nistkästen, und damit haben gerade die Leute, die vorgeben, die Tiere so zu lieben, die Hauptschuld am Tod hunderter, wenn nicht gar tausender Jungvögel im Jahr...
Es ist den Leuten nun nicht zu verdenken, daß sie in der Stadt etwas Natur nahe vor sich haben wollen, vor allem für Omis oder so ist das oft noch die einzige Lebensfreude, dennoch müßte da ein weit sinnvolleres Management her, bei dem es nicht nur um möglichst viel Kohle geht (welche der Industrie sicherlich in erster Linie am Herzen liegt, wenn sie nun auch noch Sommerfutter anbietet...), sondern auch um wirklichen Tierschutz, der mit der Fütterung allein nicht getan ist, sondern auch viele verschiedene Arten umfassen sollte, nicht nur Meisen und vielleicht Spatzen und Stare.
Ich zb werde mir auf den Balkon, wenn ich mal wieder etwas höher mit freiem Anflug wohne, Mauerseglerkästen auf den Balkon hängen.
Diese verlieren durch allfällige Sanierungen von Altbauten oder durch Zuwachsen der Anflugmöglichkeiten durch Bäume mehr und mehr ihrer angestammten Nistplätze, so daß Kästen da sehr gut helfen können.
Oder aber man kann auch mal Halbnistkästen unter die Balkondecke hängen, für Rotschwänze, Bachstelzen etc., oder mal als neuen Ansatz, solche in dichtes Buschwerk packen, um so etwa Rotkehlchen eine Nistmöglichkeit zu bieten.
Nun ja, ich finde Winterfütterung relativ unnötig, oder überhaupt Fütterung. Was man jedoch auch machen könnte, was auch sehr nett ist, ist folgendes:
Und zwar den Vögeln das Sammeln von Nistmaterial zu ermöglichen.
So hat mein Bruder einen Husky- Schäferhundmix, der tierisch Unterwolle hat, und mein Auskämmen kommen da stets Berge zusammen.
Davon habe ich die letzten beiden Jahre etwa im April einen kleinen Büschel mit Stein beschwert auf die Balkonbrüstung getan, und es kamen mit Blaumeise, Grünfink und Kohlmeise zwar Allerweltsarten, die sich da ihr Nestpolstermaterial holten, aber egal.
In freier, stadtnaher Flur könnte man sowas auch für den Neuntöter oder andere Kleinvögel anbieten, und den Altvögeln damit viel Energie sparen, die sie sonst mit der langwierigeren Suche nach Polsterhaar verlören, und die somit der Brut zugute kommen kann.
Sowas finde ich eine viel sinnvollere Hilfe, weil man damit weniger beeinflußt als mit Fütterung.
Grüße, Andreas
PS:
Harztroll: Was sind schon Meisen... Klingt das nicht ein wenig arrogant, und ist für einen Naturliebhaber eher kontraproduktiv?
Meisen sind genauso Teil der Natur wie alles andere, und zur kleinen Info, gerade Meisen sind es, die sich in Windeseile neue Nahrungsquellen erschließen können, und folgerichtig sind sie, bzw. kommen sie, mehr und mehr auf den Trichter, auf Kastanien die Blätter nach Miniermottenlarven abzusuchen. Was ich ziemlich erstaunlich finde, da diese Nahrungsquelle nun wirklich neu ist, und die dicken Kohlmeisen ebenso wie die Blaumeisen dafür am Blatt hangeln müssen, um an die Larven zu kommen. Sicherlich schaffen die keine augenfällige Reduzierung des Bestandes, aber die Nutzung dieser Nahrungsquelle steckt quasi auch noch in den Kinderschuhen. Wer weiß, was sich da noch entwickelt, und ohne die "nur Meisen" gäbe es zukünftig nach wie vor keinen vielleicht einmal bedeutenden natürlichen Prädator der Miniermottenlarven...
PPS: Nun, England mag zwar die "gesündeste" Vogelpopulation haben, die aber dafür auch jene ist, die am stärksten von Katzen gezehntet wird. Dieser weniger schönen Aspekt wird immer ganz gerne verschwiegen.
Ob ihr es glaubt oder nicht, es ist tatsächlich durch die Futterindustrie diktiert, ganzjährig zu füttern.
Und zwar habe ich mal in einem Freßnapf- Katalog eine ganze Seite mit Vogel- Sommerfutter gefunden, und das Hauptargument war, um die Vögel "auch im Sommer im Revier zu halten", und ausdrücklich "die natürliche Abwanderung zu vermeiden", und so ganzjährige Beobachtungen zu ermöglichen.
Angeboten waren da Weich- und Körnerfutter, und ich war schon drauf und dran, dem Freßnapf eine saftige Email zu schicken, was dieser Unfug soll, denn diese, freilich vom Hersteller verzapften "Argumente", schlugen dem Faß nun wirklich den Boden aus...
Indes ist aber der Großteil der Leute scheinbar ganz vernünftig, und kauft nur das herkömmliche Winterfutter.
Schön zu sehen, daß eine gewisse gedankliche Selbstständigkeit doch noch präsent ist, in heutigen Zeiten, wo von Medien quasi alles diktiert wird, was In zu sein hat
Und leider schadet die Winterfütterung indirekt doch, und zwar indem sie auch solchen Individuen das Überleben ermöglicht, die eigentlich viel zu spät geschlüpft sind, oder anderweitig zu schwach sind, den selbst milden Winter gut zu überstehen.
So geht bspw. die Blaumeise mit einer sehr hohen Ausgangspopulation ins Frühjahr und damit in die Brutsaison. Durch die ebenfalls hohe Angebotsdichte von Meisenkästen, die teilweise viel viel zu dicht beieinander hängen, finden auch sehr viele Paare ein Brutrevier, daß aufgrund der hohen Konkurrenz durch Artgenossen aber immer wieder verteidigt werden muß, zudem sind in den zu kleinen Revieren nicht genügend Nahrungsressourcen in Form von nun mal nötigen Insekten etc. vorhanden, um eine stramme Brut von 6- 7 Jungen flügge zu bekommen.
Und so werden pro Paar vielleicht 1- 2 Junge flügge, oder aber, wie man es jedes Jahr zuhauf in Vogelforen lesen kann, verhungern ganze Gelege kurz vor dem Flüggewerden.
In dem Falle reicht die Nahrung, um die Jungen soweit groß zu bekommen, doch steigt die Fütterungsfrequenz und -menge vor dem Flüggewerden noch einmal enorm an, und da fängt es dann an, zu hapern.
Unter natürlichen Umständen ist dagegen gar nichts zu sagen, denn wenn (zu) viele Paare brüten, und pro Paar nur unterdurchschnittlich wenige Junge hochkriegen, nennt man das dichteabhängige Populationsregulierung. Leider aber ist die Population durch unser Zutun (!) zu hoch, durch exzessive Winterfütterung sowie das überhohe Angebot an Nistkästen, und damit haben gerade die Leute, die vorgeben, die Tiere so zu lieben, die Hauptschuld am Tod hunderter, wenn nicht gar tausender Jungvögel im Jahr...
Es ist den Leuten nun nicht zu verdenken, daß sie in der Stadt etwas Natur nahe vor sich haben wollen, vor allem für Omis oder so ist das oft noch die einzige Lebensfreude, dennoch müßte da ein weit sinnvolleres Management her, bei dem es nicht nur um möglichst viel Kohle geht (welche der Industrie sicherlich in erster Linie am Herzen liegt, wenn sie nun auch noch Sommerfutter anbietet...), sondern auch um wirklichen Tierschutz, der mit der Fütterung allein nicht getan ist, sondern auch viele verschiedene Arten umfassen sollte, nicht nur Meisen und vielleicht Spatzen und Stare.
Ich zb werde mir auf den Balkon, wenn ich mal wieder etwas höher mit freiem Anflug wohne, Mauerseglerkästen auf den Balkon hängen.
Diese verlieren durch allfällige Sanierungen von Altbauten oder durch Zuwachsen der Anflugmöglichkeiten durch Bäume mehr und mehr ihrer angestammten Nistplätze, so daß Kästen da sehr gut helfen können.
Oder aber man kann auch mal Halbnistkästen unter die Balkondecke hängen, für Rotschwänze, Bachstelzen etc., oder mal als neuen Ansatz, solche in dichtes Buschwerk packen, um so etwa Rotkehlchen eine Nistmöglichkeit zu bieten.
Nun ja, ich finde Winterfütterung relativ unnötig, oder überhaupt Fütterung. Was man jedoch auch machen könnte, was auch sehr nett ist, ist folgendes:
Und zwar den Vögeln das Sammeln von Nistmaterial zu ermöglichen.
So hat mein Bruder einen Husky- Schäferhundmix, der tierisch Unterwolle hat, und mein Auskämmen kommen da stets Berge zusammen.
Davon habe ich die letzten beiden Jahre etwa im April einen kleinen Büschel mit Stein beschwert auf die Balkonbrüstung getan, und es kamen mit Blaumeise, Grünfink und Kohlmeise zwar Allerweltsarten, die sich da ihr Nestpolstermaterial holten, aber egal.
In freier, stadtnaher Flur könnte man sowas auch für den Neuntöter oder andere Kleinvögel anbieten, und den Altvögeln damit viel Energie sparen, die sie sonst mit der langwierigeren Suche nach Polsterhaar verlören, und die somit der Brut zugute kommen kann.
Sowas finde ich eine viel sinnvollere Hilfe, weil man damit weniger beeinflußt als mit Fütterung.
Grüße, Andreas
PS:
Harztroll: Was sind schon Meisen... Klingt das nicht ein wenig arrogant, und ist für einen Naturliebhaber eher kontraproduktiv?
Meisen sind genauso Teil der Natur wie alles andere, und zur kleinen Info, gerade Meisen sind es, die sich in Windeseile neue Nahrungsquellen erschließen können, und folgerichtig sind sie, bzw. kommen sie, mehr und mehr auf den Trichter, auf Kastanien die Blätter nach Miniermottenlarven abzusuchen. Was ich ziemlich erstaunlich finde, da diese Nahrungsquelle nun wirklich neu ist, und die dicken Kohlmeisen ebenso wie die Blaumeisen dafür am Blatt hangeln müssen, um an die Larven zu kommen. Sicherlich schaffen die keine augenfällige Reduzierung des Bestandes, aber die Nutzung dieser Nahrungsquelle steckt quasi auch noch in den Kinderschuhen. Wer weiß, was sich da noch entwickelt, und ohne die "nur Meisen" gäbe es zukünftig nach wie vor keinen vielleicht einmal bedeutenden natürlichen Prädator der Miniermottenlarven...
PPS: Nun, England mag zwar die "gesündeste" Vogelpopulation haben, die aber dafür auch jene ist, die am stärksten von Katzen gezehntet wird. Dieser weniger schönen Aspekt wird immer ganz gerne verschwiegen.
Zuletzt geändert von Andreas75 am 06 Nov 2008, 11:29, insgesamt 1-mal geändert.
@KieferKiefer hat geschrieben: Harztroll: Was sind schon Meisen... Klingt das nicht ein wenig arrogant, und ist für einen Naturliebhaber eher kontraproduktiv?
Entweder Du oder ich haben da Harztroll falsch verstanden. Ich meine, er hat es ironisch gemeint und hat Deine Schelte nicht verdient.
Ansonsten habe ich Deinen Beitrag mit größtem Interesse gelesen und daraus viel gelernt. Leider habe ich keinen Garten mehr und auch keinen Balkon
Viele Grüße, Wolfram
@ Kiefer:
Das mit der Futtermittelindustrie ist offensichtlich. Ich befasse mich halb beruflich mit Katzen. Deshalb interessiert mich Tierfutter im allgemeinen und Katzenfutter im besonderen. In Läden wird man schon dumm angeschaut, wenn man das Kleingedruckte auf der Verpackung liest.
Dabei ist es noch nicht klar, wie weit es hier Kennzeichnungspflichten gibt.
Auf jeden Fall sind zwei Dinge auffällig:
- In fast jedem Futter ist Zucker. Der Verdauungsapparat der Katze ist
nicht auf Zucker eingestellt. Dieser Zucker soll wohl eine Art
Appetitanreger sein. Vergleichbar mit den Chips, die auch etwas
enthalten, damit wir erst aufhören, wenn die Tüte leer ist!
Wieviele Katzen kommen heute mit Nieren- und Leberschäden zum
Tierarzt?
- Auf einer Packung Nassfutter mit 100g steht, dass eine Katze mit ca. 4 kg
davon pro Tag mindestens 4, also 400 g bekommen soll. Das sind 10%
des Körpergewichts! Das hat sich doch garantiert jemand ausgedacht,
der am Umsatz beteiligt ist. Kein Wunder, wenn mir jemand sagt, ich
solle bei einer Konstruktion berücksichtigen, dass Frl. Katze 14 kg (!!!)
wiegt. Ist doch Wahnsinn.
Ein Tierschützer hat mal Futter untersuchen lassen. Fast alle Hersteller sind mit einem US-Konzern verbandelt und beziehen auch Grundstoffe von dort. Die einschlägige Presse kann nur mit den Anzeigenaufträgen dieser Firmen existieren. Also verhält sich die Presse sehr ruhig. Aber es steht sogar z.B. auf der Packung "Thunfisch", dass mindestens 4% Thunfisch enthalten seien. Kaufe ich eine Dose Thunfisch im eigenen Saft, tue ich meiner Katze wahrscheinlich einen größeren Gefallen. Denn die übrigen 96% sind z. T. sehr undurchsichtige Bestandteile: Tiernebenprodukte, Ballaststoffe, Feuchtigkeit (???) und natürlich Zucker usw. Die Untersuchung ergab, dass eine Katze eigentlich 10 Dosen pro Tag fressen müsste, um zu bekommen, was sie braucht. Nur sind eben die unnötig mitgefressenen Bestandteile Gift für die Katze.
Ich wollte nicht von den Vögeln abschweifen. Nur hier kenne ich mich aus und bin überzeugt, dass man die Methoden ebenso auf Hundefutter, Zier- und Wildvogelfutter anwendet. Es geht nur um Umsatz!
Gruß Frank
Das mit der Futtermittelindustrie ist offensichtlich. Ich befasse mich halb beruflich mit Katzen. Deshalb interessiert mich Tierfutter im allgemeinen und Katzenfutter im besonderen. In Läden wird man schon dumm angeschaut, wenn man das Kleingedruckte auf der Verpackung liest.
Dabei ist es noch nicht klar, wie weit es hier Kennzeichnungspflichten gibt.
Auf jeden Fall sind zwei Dinge auffällig:
- In fast jedem Futter ist Zucker. Der Verdauungsapparat der Katze ist
nicht auf Zucker eingestellt. Dieser Zucker soll wohl eine Art
Appetitanreger sein. Vergleichbar mit den Chips, die auch etwas
enthalten, damit wir erst aufhören, wenn die Tüte leer ist!
Wieviele Katzen kommen heute mit Nieren- und Leberschäden zum
Tierarzt?
- Auf einer Packung Nassfutter mit 100g steht, dass eine Katze mit ca. 4 kg
davon pro Tag mindestens 4, also 400 g bekommen soll. Das sind 10%
des Körpergewichts! Das hat sich doch garantiert jemand ausgedacht,
der am Umsatz beteiligt ist. Kein Wunder, wenn mir jemand sagt, ich
solle bei einer Konstruktion berücksichtigen, dass Frl. Katze 14 kg (!!!)
wiegt. Ist doch Wahnsinn.
Ein Tierschützer hat mal Futter untersuchen lassen. Fast alle Hersteller sind mit einem US-Konzern verbandelt und beziehen auch Grundstoffe von dort. Die einschlägige Presse kann nur mit den Anzeigenaufträgen dieser Firmen existieren. Also verhält sich die Presse sehr ruhig. Aber es steht sogar z.B. auf der Packung "Thunfisch", dass mindestens 4% Thunfisch enthalten seien. Kaufe ich eine Dose Thunfisch im eigenen Saft, tue ich meiner Katze wahrscheinlich einen größeren Gefallen. Denn die übrigen 96% sind z. T. sehr undurchsichtige Bestandteile: Tiernebenprodukte, Ballaststoffe, Feuchtigkeit (???) und natürlich Zucker usw. Die Untersuchung ergab, dass eine Katze eigentlich 10 Dosen pro Tag fressen müsste, um zu bekommen, was sie braucht. Nur sind eben die unnötig mitgefressenen Bestandteile Gift für die Katze.
Ich wollte nicht von den Vögeln abschweifen. Nur hier kenne ich mich aus und bin überzeugt, dass man die Methoden ebenso auf Hundefutter, Zier- und Wildvogelfutter anwendet. Es geht nur um Umsatz!
Gruß Frank
Re: Ironie
Melanie hat geschrieben:Ich hatte es auch ironisch verstanden, wegen der Anführungszeichen.
Natürlich ironisch.
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -