Baumbart sucht Baumart

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Baumbart
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Baumbart sucht Baumart

Beitrag von Baumbart »

Hallo zusammen!

Ich bin seit ca 1 Jahr stolzer Grundstücksbesitzer, und schon viel länger Baumliebhaber (Tischler) und Gartenfreund.
Ich habe auf meinem Grundstück 2 Douglasien und 1 Linde zu stehen. Die Linde würde ich gern durch einen anderen Baum ersetzen, weil ich im Sommer hier eine Invasion von Feuerwanzen hatte. Der ganze Rasen wimmelte von diesen Viechern und so konnte mein Töchterlein (3) nicht auf der Wiese spielen.
Ich suche einen schnellwüchsigen und schönen Laubbaum. Die Auswahl ist durch die Allergie meiner Frau schon etwas eingeschränkt (Erle, Hasel, Eiche, Buche, Birke sollten es nicht sein).
Ich habe den Amberbaum ins Auge gefasst. Wie schnell wächst er und hat er vielleicht auch Nachteile, die ich wissen müsste? Oder vielleicht hat jemand auch einen anderen Vorschlag?

Vielen Dank im Voraus,
Baumbart

biloba
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Beitrag von biloba »

Feuerwanzen?

Bild

Die stechen nicht, die beiβen nicht, die stinken nicht, solange du ihnen nix tust. Die tun dir nix. Die sind einfach nur da.

Warum magst du sie nicht?

Baumbart
Beiträge: 7
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Beitrag von Baumbart »

Ich mag es nicht, egal wo ich mich hinsetze, bekrabbelt zu werden. Ich meine mit "wimmeln" auch wirklich das, was das Wort aussagt. Man könnte auch sagen, der Rasen bewegt sich.
Ich suche übrigens Tipps für Bäume, nicht für Insekten. ;-)

Baumbart

biloba
Beiträge: 1786
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Beitrag von biloba »

Mir geht es auch mehr um den Baum, als um die Wanzen.

Auf der von mir verlinkten Seite kannste das lesen:
doch ihre bevorzugte Nahrung sind die abgefallenen Samen von Linden und Malven, an denen sie saugen.
Möglicherweise könnte ein häufigeres Harken und Entsorgen der Lindensamen schon Linderung bringen. Hilfreiche Dienste könnte ein Laubsauger bringen? Damit könnte für die Wanzen eine Hungersnot eintreten. Das bedeutet Linderung für dich und eventuell Rettung für die Linde. :?:

werner
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Beitrag von werner »

Hallo Baumbart,

der Amberbaum gehört nicht zu den schnell wachsenden Bäumen vor allem in der Jugend lässt er sich Zeit . Er bildet eine schmale Krone aus und wird erst im Alter zunehmend breiter. Der Amberbaum ist nicht kalktolerant und gedeiht am besten auf nicht zu trockenen leicht sauren Böden. Ein ph-Test Deines Bodens ist also zu empfehlen bevor Du an die Pflanzung denkst. In unseren Breiten kannst Du mit einer Höhe von ca.20m rechnen im Ursprungsgebiet können es auch an die 40m werden. Ob Deine Frau auch auf diesen Baum allergisch reagiert wird Dir wohl im Vorfeld niemand sagen können, es bleibt also ein Risiko.
Insekten interessieren Dich nicht, ich weiß, aber das massenhafte Auftreten von Feuerwanzen voriges Jahr wird sich wahrscheinlich in diesem Ausmaß nicht so schnell wiederholen. Wir hatten vor einigen Jahren auch das Problem, dass wir eine Invasion dieser Tierchen ertragen mussten, in den Jahren davor und danach gab es nur vereinzelt Feuerwanzen man musste sie förmlich suchen. Wegen der Wanzen den Baum abzuholzen wäre also vorschnell. Ich kenne nun leider nicht die Größe bzw. das Alter Deiner Linde(könntest Du eventuell nachliefern) aber Du solltest bedenken, dass es in jeder Gemeinde Baumschutzverordnungen gibt, es könnte somit für Dich auch teuer werden die Linde einfach zu beseitigen.
Nun zählen wir mal die Vor und Nachteile zusammen:

Amberbaum: + ausgesprochen schöne Herbstfärbung,
+ vermutlich keine Feuerwanzen aber vielleicht zieht er ja anderes Getier an?
-wächst eher langsam,
-bei kalkhaltigen Boden wird er schlecht wachsen oder sogar eingehen,
-allergische Reaktion der Frau?? Ungewiss,
- in der Jugend Frostempfindlich,

Linde: - voriges Jahr Feuerwanzen,
+ keine Allergiegefahr für Deine Frau,
+ im Gegensatz zum Amberbaum in ihrer ökologischen Bedeutung extrem wertvoll,
+der Baum steht schon, kommt also mit den Gegebenheiten vor Ort bestens klar,
+ rasches Wachstum,


Ich würde sagen: Sieger nach Punkten eindeutig die Linde.

Nun ist es aber Deine Entscheidung ob Du Dich gegen die Linde und für den Amberbaum entscheidest, ich will Dich da nicht beeinflussen… Quatsch, natürlich will ich Dich beeinflussen, ich liebe Linden…

Ich hoffe also, dass Du als Baumliebhaber und Gartenfreund die Linde da lässt wo sie ist und für den Amberbaum ein anderes Plätzchen im Garten findest. Würde mich freuen wenn Du uns Deine Entscheidung mitteilen würdest.

Mit freundlichen Grüßen

Werner

Glücklich der Mensch, derBäume liebt,besonders die großen, freien,die wild wachsenan der Stelle,wo die unendliche Kraft sie gepflanzt hat,und die unabhänig geblieben sind von der Fürsorge der Mensche.

Prentice Mulford

Harztroll
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Beitrag von Harztroll »

Zu fällen einen schönen Baum
braucht’s eine halbe Stunde kaum -
zu wachsen, bis man ihn bewundert,
braucht er, bedenkt es,
ein Jahrhundert!

Eugen Roth


Ich als Landschaftsplaner würde (und muß :wink: ) auch sagen, daß du die Linde stehen lassen solltest. Zum einen verschwinden heutzutage die einheimischen - und die Linde war schon immer ein typischer Ortsbaum (Dorflinde, Gasthof zur Linde,...) - Bäume immer mehr zugunsten fremdländischer, standortfremder Arten. Zum anderen könnte es wirklich zu nem rechtlichen Problem werden, wie werner schon sagte. Denn wenn du entsprechend Baumschutzsatzung Bäume nachpflanzen mußt, weil du die Linde fällst, werden i.d.R. auch wieder heimische Baumarten gefordert. Zumal es dann von der Größe des Baumes abhängig ist, wieviel Bäume du für diese eine Fällung nachpflanzen mußt.
Zu den Wanzen: Es ist bei vielen Tierarten so, daß sie in bestimmten Jahren invasionsmäßig auftreten (Feldmäuse bspw.). Das ist abhängig von bestimmten Umweltfaktoren. Auslöser bei dir könnte z.B. ein "Mastjahr" der Linden sein. Das sind Jahre, in denen Bäume besonders viele Früchte produzieren, gibts u.a. auch bei Buchen, Hain-Buchen, Eichen usw.

Viele Grüße

Baumbart
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Beitrag von Baumbart »

Hallo zusammen und vielen Dank für die Antworten.
Ich melde mich erst jetzt, weil der Browser mehrfach meinen Text "gefressen" hat, immer wenn ich fertig mit schreiben war und die Antwort erstellen wollte, kam eine Login-Seite und der Text war futsch.
Ich hatte mich offensichtlich unglücklich ausgedrückt ("ersetzen"). Damit meinte ich nicht, die Linde fällen und an ihrer Stelle einen neuen Baum pflanzen. Vielmehr ist es meine Absicht, etwa 6-7 m neben der Linde noch einen Baum zu pflanzen. Wenn der dann die entsprechende Größe erreicht hat, sollte die Linde weichen.
Da Ihr mir aber so sehr ans Herz legt, die Linde nicht zu fällen, habe ich nocheinmal darüber nachgedacht.
Vorausgesetzt, die Feuerwanzen bleiben weg, oder lassen sich mit Harken in Grenzen halten, bleibt die Linde stehen.
Das hält mich natürlich nicht von ein oder zwei Neuanpflanzungen ab.
Ich habe mich durch die Baumlisten (großes Lob an die Redakteure!!!) geklickt und nun 11 (eigentlich 10, eins ist ein Nadelbaum) Baumarten ausgesucht. Dabei habe ich nur auf Wachstumsgeschwindigkeit und mir zusagende Optik geachtet.
Zum Auswählen müsste ich noch meinen Boden-ph-Wert bestimmen. Muss ich da was im Gartenmarkt kaufen, oder kann ich mit "Richtig-Hingucken" auch etwa sehen, was los ist?

Vielen Dank für die Geduld, bis hierher zu lesen.

Baumbart

Baumbart
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Beitrag von Baumbart »

Ach ja, fast vergessen, die Linde ist ca 9m hoch.

Raimond Mesenbrink
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Beitrag von Raimond Mesenbrink »

Hallo Baumbart,

das Problem mit dem Browser hab' ich auch seit einiger Zeit, bevor ich einen Text absende kopiere ich ihn, wenn ich dann rausfliege, logge ich mich neu ein und kann den kopierten Text dann einfügen und abschicken.
Das Entfernen der Linde bietet keine Gewähr dafür, dass die Feuerwanzen dann ausbleiben. Sie saugen zwar gern an den Samen der Linde, aber nicht ausschließlich. Ich habe bei mir z. B. Feuerwanzen unter einer Birke, auf einer mit Moos bewachsenen Betonfläche (da steht kein Baum), bei einem Kunden von mir haben sie sich im glasüberdachten Schwimmbad ausgebreitet, am Waldrand, der an mein Gelände grenzt, finde ich sie unter Robinien und Eschen. Wie schon angemerkt, gibt es wohl Jahre wo sie verstärkt auftreten. Da sie absolut unschädlich sind würde ich auch auf die chemische Keule verzichten. Du kannst mal versuchen, sie mit Knoblauch- oder Lavendelbrühe zu vergrämen. Zum Thema Bodenprobe klicke bitte hier , klicke dann auf der Startseite Verbraucher an und dann Gartentipps

Viele Grüße aus Trier

Raimond Mesenbrink

biloba
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Beitrag von biloba »

Hallo Baumbart,

als Rettungsanker nach dem Rausfliegen dürfte sein, dass du dich erstmal nicht wieder einloggst, sondern im Browser auf "Zurück" klickst. Die meisten Browser merken sich dann das Posting. Du kannst es schnell noch kopieren.

Lieber Webmaster, auf welchen Wert ist denn "Sessionlänge [ Sekunden ]" gesetzt? Ich persönlich pflege sie in meinen Foren auf mindestens 8000 zu setzen, eben um solche langen Postings nicht zu behindern.

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Chris Gurk
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Beitrag von Chris Gurk »

Hallo biloba,

der Wert war auf den Standardwert von 3600 gesetzt. Ich habe ihn eben auf Deinen empfohlenen Wert von 8000 hochgesetzt. Bitte meldet Euch, wenn das Problem weiterhin bestehen sollte.

Viele Grüße
Chris

biloba
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Beitrag von biloba »

Chris Gurk hat geschrieben:Ich habe ihn eben auf Deinen empfohlenen Wert von 8000 hochgesetzt.
Das sind jetzt über 2 Stunden und das dürfte auch für das Verfassen längerer Beiträge ausreichend sein.

Eine weitere geläufige Ursache ist die Einstellung des Modems/Routers. Viele sind so eingestellt, dass sie auflegen, falls mehrere Minuten lang kein Traffic über die Leitung geht. Genau das ist beim Verfassen eines langen Beitrages der Fall. Das Modem meint es gut und will Geld sparen, indem es auflegt.

Zum Absenden des langen Beitrag ist eine erneute Einwahl fällig. Und bei dieser Gelegenheit verpasst uns der Provider eine frische IP. Dadurch erkennt uns die Forensoftware nicht mehr wieder und aus diesem Grunde bittet sie um das erneute Einloggen.

Dagegen kann der Administrator nicht viel tun und eigentlich sollte er aus 2 Gründen auch nichts dagegen tun.

Baumbart
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Beitrag von Baumbart »

Hallo alle miteinander!
Vielen Dank nochmals für die vielen Antworten, auch wenn es zum Schluss weniger um Bäume ging.
Nur ein kurzer Zwischenstand: Aus der Auswahl von 10 Bäumen sind noch 3 übriggeblieben, die anderen habe ich nach der Lektüre eines Artikels über "invasive Neophyten" von der Wunschliste gestrichen.
Ist wohl wirklich besser, auf (halbwegs) heimische Bäume (Silberweide, Esskastanie, Gewöhnliche Platane) zurückzugreifen, als sich den Garten mit "Aliens" (Kanada-Pappel, Babylonische Trauerweide,...) zuzupflanzen.
Ich warte noch auf mein Bodengutachten, dann werde ich mich entscheiden und euch das Ergebnis mitteilen.

Baumbart

biloba
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Beitrag von biloba »

Baumbart hat geschrieben:... auch wenn es zum Schluss weniger um Bäume ging.
Ich fand es aber gut, dass wir auch mal über Wanzen gesprochen haben.

Harztroll
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Beitrag von Harztroll »

(halbwegs) heimische Bäume (Silberweide, Esskastanie, Gewöhnliche Platane)
Die Betonung liegt auf halbwegs, oder? :wink:
Denn Castanea sativa oder Eß-Kastanie ist eigentlich westasiatisch bis südeuropäisch und Platanus x hispanica (oder hier noch als P. acerifolia bezeichnet) ein Bastard aus P. orientalis (osteuropäisch bis westasiatisch) und P. occidentalis (ostamerikanisch)... 8) (Korintenkacker, ich weiß :mrgreen: )

Viele Grüße

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