Da wuchs so was Komisches in unserem Garten...

Hier findet ihr Platz für sonstige Themen

Moderatoren: LCV, stefan, tormi

Antworten
Schmusi
Beiträge: 6
Registriert: 21 Nov 2005, 19:06
Wohnort: Krefeld

Da wuchs so was Komisches in unserem Garten...

Beitrag von Schmusi »

Hallo alle zusammen!!!

Mir ist gerade etwas eingefallen, und da wollte ich mal nachfragen, was das gewesen sein könnte...
:arrow: Also: Als wir einmal vor mehreren Jahren unseren Pflaumenbaum im Herbst bis auf etw. 75cm abgesägt hatten, konnten wir im nächsten Frühjahr etwas Seltsames beobachten...: aus dem Stamm wuchs ein "neuer Stamm", okay, das ist ja noch nichts Besonderes, aber er hatte Blätter, die aussahen wie eine Mischung aus Pflaumen- und Feuerdornblättern, vereinzelte, winzige Dornen, die sich innerhalb drei Jahren zu ca. 6cm langen und dicken Dornen entwickelten. Zudem kam, dass dieser mittlerweile meterhohe "Stamm" im Spätsommer 6 ganz normale Pflaumen trug.
Dazu ist zu sagen, dass in etwa drei Metern Entfernung mehrere verschiedene Feuerdornarten wachsen...

Danke für jede Idee, was das gewesen sein könnte
:wink: Schmusi

PS.: Leider haben wir vergessen Bilder zu machen, und jetzt ist zu spät, da die "Feuerpflaume" oder der "Pflaumendorn" seit diesem Sommer nicht mehr unter den Lebenden weilt... :oops:

Raimond Mesenbrink
Beiträge: 918
Registriert: 22 Okt 2005, 16:01
Wohnort: Trier
Kontaktdaten:

Beitrag von Raimond Mesenbrink »

Hallo Schmusi,

ein Obstbaum besteht in der Regel immer aus mehreren Teilen.
Das heißt, er wird quasi in der Baumschule kreiert.
Ein Baum besteht aus 3 Teilen: Wurzel, Stamm und Krone.

Die Wurzel einer wilden Pflaume dient als Unterlage, darauf wird unter Umständen der sogenannte Stammbildner veredelt, und darauf dann die eigentliche Krone.
So hat man einen Baum geschaffen, bei dem alle Teile so ausgewählt wurden, dass sie untereinander verträglich sind und jedes Teil bestimmte Vorzüge hat. Also z. B. die Wurzel besonders wüchsig, der Stamm besonders gerade wachsend, die Krone mit besonders schönen Früchten.

Wenn dann die Krone aus irgendeinem Umstand nicht mehr vorhanden ist, der Stamm, oder aber auch die Wurzel noch intakt sind, dann hilft der Baum sich sozusagen selbst, denn er will ja überleben. Er treibt dann aus sogenannten schlafenden Knospen aus. Aber was dann kommt, sind eben nicht mehr die Triebe mit den guten Eigenschaften, sondern jetzt leben die Wurzel oder der Stamm ihre Eigenschaften aus.

Dadurch sieht man dann auf einmal bedornte Äste und anders strukturiertes Laub. Ohne züchterische Maßnahmen sieht die Pflaume dann aus, wie die Natur sie geschaffen hat.

Viele Grüße aus Trier

Raimond Mesenbrink

Schmusi
Beiträge: 6
Registriert: 21 Nov 2005, 19:06
Wohnort: Krefeld

Kleine Frage zur Pflaume...

Beitrag von Schmusi »

:D Tagchen!!!

Erstmal vielen Dank für die umfassende Antwort aus Trier; aber heißt das, dass jene Pflaumen, welche so aussehen, wie die Natur sie erschaffen hat, längere Dornen als ein Feuerdorn tragen???

Ciao
Schmusi

PS.: Hoffentlich nerve ich nicht allzusehr...! :wink:

Raimond Mesenbrink
Beiträge: 918
Registriert: 22 Okt 2005, 16:01
Wohnort: Trier
Kontaktdaten:

Beitrag von Raimond Mesenbrink »

Hallo Schmusi,

du nervst überhaupt nicht :D , hatte gestern abend leider keine Zeit mehr zum antworten.
Die Länge der Dornen kann sehr unterschiedlich ausfallen. Das hängt von verschiedenen Standortfaktoren wie Bodenverhältnisse, Belichtung, Nährstoff- und Wasserversorgung ab.
Und dann kann man auch noch differenzieren, ob ein Baum unter natürlichen Bedingungen gewachsen ist, oder ob er in eine Form gezwungen wurde. Als Faustregel gilt: Starker Rückschnitt verursacht starken Neuaustrieb. Deinen Baum hast du im Herbst abgesägt, wahrscheinlich zu einem Zeitpunkt, wo er schon viele Assimilate in der Wurzel gespeichert hatte für das kommende Jahr. Aber als er im Frühjahr dann austrieb, war nur noch ein kümmerlich Rest des ehemaligen Baumes vorhanden, aber noch jede Menge Assimilate in der Wurzel. Die hat der Baum dann eingesetzt, um seinen Kronenverlust wieder auszugleichen. Es entstand ein sehr kräftiger Austrieb, mit dann auch entsprechend kräftigen Dornen. Und ein Dorn ist im Grunde nichts anders als ein durch Umwandlung entstandenes, starres spitzes Gebilde aus einem Zweig.
Wenn man sich mal verwilderte Streuobstwiesen mit Apfelbäumen anschaut, sieht man auch häufig am Stammfuß oder in Stammnähe solche dornigen Triebe. Diese stammen dann vom Wildapfel.
Der Feuerdorn ist zwar ein "unangenehmer" und zumindest bei den Gärtnern die ihn schneiden müssen, äußerst unbeliebter Strauch, aber seine Dornen sind im Vergleich zu manch anderem Baum geradezu mickrig. Klicke bitte mal hier
In Krefeld findest du bestimmt in Parkanlagen oder auf Friedhöfen eine ältere Gleditsia. An der wirst du mit Sicherheit noch größere Dornen finden als hier abgebildet.

Viele Grüße aus Trier

Raimond Mesenbrink

Schmusi
Beiträge: 6
Registriert: 21 Nov 2005, 19:06
Wohnort: Krefeld

ACHTUNG: Nervensäge schlägt zu!!!

Beitrag von Schmusi »

Nerve ich wirklich sooooooo sehr??? :lol: (Sorry...!)

Trotzdem danke für die sehr ausführlichen Informationen!!!

Tschüss,
Schmusi

PS.:Jetzt haben sie sich aber wirklich erst einmal eine Erholung von meinen "Attacken" verdient... :wink:

Antworten