Hornissen in Frankreich

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kurt
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Hornissen in Frankreich

Beitrag von kurt »

Hallo

Heute hatte ich den Kaminfeger zu Besuch. Nach seiner Klettertour in voller Mittagshitze aufs Dach kam er herunter und sagte, er wolle jetzt im Wohnzimmer die Asche aus dem Kamin absaugen, wir sollten aber lieber mal das Haus verlassen, da er ein Hornissennest heruntergestossen habe. Und so wurde es gemacht, ohne Probleme. Ich glaube, in Deutschland wäre das nicht so einfach gegangen. Ich war nicht begeistert, konnte aber nichts mehr machen, war schon geschehen. Wie sind die einschlägigen Vorschriften in Deitschland? Hätte es einen anderen Weg gegeben?

Gruss
Kurt

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo Kurt,

die stehen unter Schutz und man muss die Behörden fragen. Wir hatten den Fall, dass Wespen sich im Mauerwerk hinter der Türzarge (da war ein kleiner Riss) ein Nest gebaut hatten, auf der Kundentoilette! Wegen der Gefahr, dass jemand eine Bienen- oder Wespengiftallergie hat, wurde der Kammerjäger bestellt. Wir dachten, dass die Tiere irgendwie gefangen und ausgesetzt werden. Nix da, chemische Keule! Hätte ich das gewußt, hätte ich das anders gelöst. Ich bin zwar kein Wespenfan, aber die haben ja auch ihren Platz im System. Hornissen halte ich für friedfertiger als Wespen. Nur, würde man die selbst vergasen, ob Wespen oder Hornissen, könnte es wieder Ärger geben.

Gruß Frank

Gerry
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Beitrag von Gerry »

Nee Kurt - der Feger muss das Kamin reinigen-egal was drinne ist auch in D- der Abzug MUSS frei sein....durch die Verletzungsgefahr hätten Deutsche Fegers allerdings Kammerjäger geholt.

Kadl
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Beitrag von Kadl »

Hallo zusammen,

kann zwar sein, dass der Abzug auf jeden Fall frei sein muss. Trotzdem stehen Hornissen in Deutschland unter besonderem Schutz. Meines Wissens hätten sie in dem Fall, wenn irgend möglich, umgesiedelt werden müssen.

mfg

Karl
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Albert Einstein)

Harztroll
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Beitrag von Harztroll »

Kadl hat geschrieben:Hallo zusammen,

kann zwar sein, dass der Abzug auf jeden Fall frei sein muss. Trotzdem stehen Hornissen in Deutschland unter besonderem Schutz. Meines Wissens hätten sie in dem Fall, wenn irgend möglich, umgesiedelt werden müssen.

mfg

Karl
Theoretisch schon. Allerdings werden durch das Bundesnaturschutzgesetz auch Ausnahmen zugelassen. Wenn man nachweist, daß von den Tieren eine Gefahr für Leben und Gesundheit ausgeht, bekommt man sie immer vernichtet (siehe Franks Bericht):
§ 43 Abs. 8 BNatSchG hat geschrieben:Die nach Landesrecht zuständigen Behörden sowie im Falle des Verbringens aus dem Ausland das Bundesamt für Naturschutz können von den Verboten des § 42 im Einzelfall weitere Ausnahmen zulassen
1. zur Abwendung erheblicher land-, forst-, fischerei-, wasser- oder sonstiger erheblicher wirtschaftlicher Schäden,
2. zum Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt,
3. für Zwecke der Forschung, Lehre, Bildung oder Wiederansiedlung oder diesen Zwecken dienende Maßnahmen der Aufzucht oder künstlichen Vermehrung,
4. im Interesse der Gesundheit des Menschen, der öffentlichen Sicherheit, einschließlich der Landesverteidigung und des Schutzes der Zivilbevölkerung, oder der maßgeblich günstigen Auswirkungen auf die Umwelt oder
5. aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art.
Eine Ausnahme darf nur zugelassen werden, wenn zumutbare Alternativen nicht gegeben sind und sich der Erhaltungszustand der Populationen einer Art nicht verschlechtert...
Allerdings immer per Antrag, nie selber. Nur wer weiß schon, ob bei irgendjemandem ein Hornissenvolk im Kamin wohnt.

Jener genannter § 42 sind die Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten.

Viele Grüße
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -

Kadl
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Beitrag von Kadl »

Harztroll hat geschrieben:Theoretisch schon. Allerdings werden durch das Bundesnaturschutzgesetz auch Ausnahmen zugelassen. Wenn man nachweist, daß von den Tieren eine Gefahr für Leben und Gesundheit ausgeht, bekommt man sie immer vernichtet (siehe Franks Bericht):
Ja klar, bei Gefahren für Menschen ist dies möglich. Aber meines Wissens eben nur, wenn eine Umsiedlung unmöglich oder nur unter unverhältnismäßig großem Aufwand (z.B. Kamin abreißen und dann wieder aufbauen) möglich ist.

Bei Franks Fall handelte es sich, so wie ich das verstanden habe, um eine andere Wespenart. Die stehen nicht unter dem gleichen Schutz wie Hornissen und werden meist ausgeräuchert.

mfg

Karl
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kurt
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Beitrag von kurt »

Die Geschichte ist anscheinend noch nicht zu Ende. Auf jeden Fall konnte ich regen Flugverkehr im Kamin hören und aussen auch am Kaminauslass sehen. Um einer Verstopfung des Kamins vorzubeugen, habe ich mal kräftig eingeheizt, bei sowieso schon 25°C Temperatur im Wohnzimmer. Es gibt auch einen zweiten Grund. Wenn die Hornissen nach der Brut ihr Nest aufgeben, hinterlassen sie am Boden der Behausung eine derart stinkende Sauerei, dass ich es uns am Boden des Wohnzimmerkamins einfach nicht zumuten kann. Draussen o.k., aber nicht im Wohnzimmer. Hoffentlich ist die Sache damit ausgestanden, was ich aber nicht zu hoffen wage.

Gruss
Kurt

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baumlaeufer
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Hornissennest

Beitrag von baumlaeufer »

Hallo Kurt,
dazu möchte ich auch etwas mitteilen, wenn auch nicht ganz so erfreulich. ich habe ein künstliches Schwalbennest unter den Dachfrist angebracht, mit dem Zweck, daß ich nicht wie letztes Jahr Ersatzvater für die aus dem Nest gefallenen Schwalben spielen muß.
Bild
Nur finde ich jetzt nach meinem Urlaub Wespen in einem der beiden Nester. Sollen sie drin Bleiben, ich habe Fliegergitter an den Fenstern angebracht.
Und Dohlen hatte ich auch vor 2 Monaten im Kamin. Da habe ich allerdings von untem im Kamin, der nur noch Dunstabzug ist, das Nest durch Stochern rausgenommen, ca 80 ca Stöckchenlage Lehm Papier etc. Sehr zum Leidwesen meines Oberarmes, der runiert waren. Und mein Asthma hat sich bei dem Dreck auch gemeldet.
Naturschutz ja, aber nicht zu Lasten meiner Gesundheit
Baumlaeufer-Wolfgang
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
www.na-tour-denkmal.de

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Wolfgang,

die Gesundheit geht vor. Man kann sich natürlich auch schützen (Mundschutz usw..) beim Ausräumen. Hübsche Mehlschwälbchen. Wenn dich die Wespen nicht stören, kannst du sie lassen. Erstens sterben sie alle im Herbst ab und 2. ist das vorgegebene Schwalbennest viel zu klein für die großen Staaten der sozialen Faltenwespen.Es könnte sich also um eine Wespenart ( z.B. Polistes oder andere Feldwespen) handeln, die viel kleinere Staaten bilden. Es kann natürlich auch passieren, dass außen am Schwalbennest weitergebaut wird.Die Natur ist erfinderisch und immer wieder für Überraschungen gut. Aber sie siedeln weit oben, ich würde sie lassen.Im Winter würde ich das Mehlschwalbennest dann leer räumen, vielleicht besiedeln die ortstreuen Schwalben dann auch diese Bruthilfe.
Ich habe seit Jahren auch solche Nisthilfen hängen aber wenn sie einmal weg sind, ist das schwierig. Bei mir haben auch schon Wespen und Hornissen begonnen, sind aber dann wegen der Enge wieder ausgezogen.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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baumlaeufer
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Wespennest

Beitrag von baumlaeufer »

Hallo Wolfgang,
tatsächlich ist das Wespennest auch schon um das Schwalbennest gewachsen. Im Herbst werde ich es ausräumen.
Grüße vom anderen
Wolfgang
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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Ich habe dieses Jahr die vielleicht zweifelhafte Ehre eines Wespennestes im Jalousienkasten des Wohnzimmers.

Bereits im April bemerkte ich wieder eine dicke Jungkönigin, die interessiert um die beiden Jalousienkästen auf der Südseite brummte, wie jedes Jahr.
Zogen die Mädels in den letzten Jahren meist doch andere Gefilde vor, so hat sich dann dies Jahr wieder eine eingenistet, und scheinbar hat die Wespenpopulation nach dem verheerenden Bestandseinbruch im Winter 2005/ 2006, wo beinahe alle Jungköniginnen bei dem späten, erneuten Frosteinbruch eingingen (2006 sah ich zusammen genommen ganze drei Wespen), wieder einen guten Stand erreicht.
Die erste Jungkönigin nämlich fing ich per Gurkenglas weg, bevor sie häuslich wurde, und setzte sie 5 km weiter in Waldesnähe wieder aus. Dann kam eine, die wohl ein Nest gründete, sie lag dann aber eines Tages abgestochen in meiner Topf- Cryptomeria, die genau unter dem Einflug auf dem Fensterbrett steht. Dito dann wohl noch zwei weitere Jungköniginnen.

Die Wespen des Nestes sind noch jetzt sehr klein, so daß die insgesamt drei großen, die tot drunter lagen, wohl fremde Eindringlerinnen gewesen sein müssen.
Beinahe hätte ich dies Jahr auch eine Feldwespe unter meinem Kakteentisch gehabt (das sind meine absoluten Lieblingswespen, sind total hübsch ^^), aber da war die Ansiedlung der "Großen" wohl zu nahe.

Grüße, Andreas

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