Baumschutz mittels Tierschutz

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LCV
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Baumschutz mittels Tierschutz

Beitrag von LCV »

Hallo,

das Bäume fällen geht weiter. Aber es gibt auch einige Teilerfolge. Mit dem Hinweis, dass der Lebensraum diverser geschützter Vogelarten zerstört würde, konnten Anwohner einige Bäume retten. In der Zeitung war aber auch zu erfahren, dass es in Ba-Wü offenbar keine landesweiten Schutzbestimmungen für Bäume gibt. Jede Gemeinde kann selbst eine Baumschutzverordnung beschließen. Einige unterlassen dies, weil man "den mündigen und verantwortungsbewussten Bürger" nicht gängeln möchte. O-Ton: "Sonst pflanzt keiner mehr einen Baum, weil er ihn dann nie mehr los wird!" Somit kann man gegen das Fällen auf Privatgrund nur etwas ausrichten, wenn bedrohte Tierarten betroffen wären. Immerhin ein kleines Hilfsmittel. Es ist aber im Sinne des Natur- und Umweltschutzes sehr fragwürdig, die Regelungen jeder einzelnen Gemeinde zu überlassen. Da besteht doch die Gefahr, dass persönliche und wirtschaftliche Interessen zu sehr im Vordergrund stehen, je nachdem wie einflussreich bestimmte Stadt- oder Gemeinderäte sind. Da sollten sich die großen Naturschutzverbände dafür stark machen, dass eine bundeseinheitliche Gesetzgebung dies alles mal klar regelt.

Viele Grüße
Frank
Zuletzt geändert von LCV am 11 Jan 2008, 09:20, insgesamt 1-mal geändert.

Kadl
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Beitrag von Kadl »

Also in München braucht man eine Genehmigung des Kreisverwaltungsreferats. Auflage ist die Neupflanzung von zwei Bäumen. Dabei werden standortgerechte Arten empfohlen (meist Winterlinde und Bergahorn).

Wir werden öfter zu angeblich ungenehmigten Baumfällarbeiten gerufen. Daher hatte ich solche Genehmigungen schon öfter in der Hand. Trotzdem tuts mir jedes mal weh, wenn ich die alte Kastanie, Fichte, Buche und Co. fallen oder liegen sehe.

mfg

kadl
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Albert Einstein)

Piru
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Beitrag von Piru »

Bei dieser Geschichte fällt mir doch die Dresdener Geschichte mit der Brücke und der Fledermaus ein...erst hieß es sie wird gebaut...dann hieß es sie wird nicht gebaut und jetzt wird sie gabaut...

Weiß jemand genaueres darüber??
Viele kleine Leute,
die viele kleine Schritte tun,
gestallten unsere Erde neu!

Hinrich
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Re: Baumschutz mittels Tierschutz

Beitrag von Hinrich »

LCV hat geschrieben:Es ist aber im Sinne des Natur- und Umweltschutzes sehr fragwürdig, die Regelungen jeder einzelnen Gemeinde zu überlassen. Da besteht doch die Gefahr, das persönliche und wirtschaftliche Interessen zu sehr im Vordergrund stehen, je nachdem wie einflussreich bestimmte Stadt- oder Gemeinderäte sind. Da sollten sich die großen Naturschutzverbände dafür stark machen, dass eine bundeseinheitliche Gesetzgebung dies alles mal klar regelt.
Das würde ich grundsätzlich ablehnen, und zwar aus zwei unterschiedlichen Gründen:
  1. Eine bundeseinheitliche Regelung führt zwangsläufig zu einem zentralistischen System. Es ist aber unwahrscheinlich, dass in Berlin, oder gar Brüssel, Regelungen gefunden werden können, die für die Alpen, die Nord- oder Ostseeküste oder die Berliner Innenstadt gleichermaßen brauchbar sind. Die Kommunen können das besser lösen, auch wenn es in dem einen oder anderen Fall mal objektiv zu einem schlechten Ergebnis führt.
  2. Es muss immer die Wertigkeit berücksichtigt werden. Eine plattitüde Aussage wie der Baum muss bleiben hilft niemanden. Eine einzelne Pappel, Birke oder Weide, zumal nicht zu alt, hat aus meiner Sicht kaum den Stellenwert, den eine Baumreihe von alten Eichen hat. Eine Reduktion der Betrachtung auf den Baum wäre ebenso idiotisch wie die Aussage der Naturschutzverbände, dass bestimmte Baumarten hier nicht heimisch und deshalb nicht erwünscht sind.
Den Übereifer der Kommunen kann man übrigens wirksam mit dem Denkmalamt beschränken, allerdings muss das rechtzeitig geschehen. Einzelne Bäume und Baumreihen wie Alleen u. ä. können unter Denkmalschutz gestellt werden, so dass ein Eingriff seitens der Kommunen erheblich erschwert wird. Die Abwägungen sind dabei ähnlich wie beim Tierschutz, jedoch ist der Denkmalschutz erheblich langlebiger.

Hinrich

Kadl
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Beitrag von Kadl »

Piru hat geschrieben:Bei dieser Geschichte fällt mir doch die Dresdener Geschichte mit der Brücke und der Fledermaus ein...erst hieß es sie wird gebaut...dann hieß es sie wird nicht gebaut und jetzt wird sie gabaut...

Weiß jemand genaueres darüber??
Meines Wissens wird sie unter Auflagen gebaut. Zu den Flugzeiten der Fledermäuse ist die Geschwindigkeit zu begrenzen und zu überwachen.

Das ist zumindest das letzte, was ich gehört habe.

mfg

kadl
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Piru
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Beitrag von Piru »

Aber leider ist das mit dem >unter Schutz stellen< nicht immer so einfach...!
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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo Hinrich,

da habe ich mich zu allgemein ausgedrückt. In unserem Bundesland kann jede Gemeinde eine Baumsatzung beschließen oder es ganz lassen. Dadurch gelten alle paar km andere Bestimmungen. Keiner will Zentralismus, aber auch nicht Kleinstaaterei. Es soll nicht das Fällen der Bäume per Gesetz geregelt werden, sondern lediglich jede öffentliche Institution und jeder Privatmann verpflichtet werden, das Fällen von einer unabhängigen Stelle genehmigen zu lassen. Berlin müsste evtl. einen Katalog erstellen, welcher Baum ab welcher Größe der Genehmigung bedarf. Die Landwirtschaftsministerien in den Bundesländern könnten wiederum die Prüfung an die Regierungspräsidien delegieren. Da die vor Ort sind, können sie auch die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen.

Der Anlass war das Fällen aller Bäume in einer Straße, weil da irgendwelche Leitungen verlegt werden. Warum aber dafür die Bäume weg müssen, ist nicht ersichtlich. Als Bürger erfährt man es erst, wenn die Sägen schon kreischen. Im Hauruck-Verfahren. Man kann ja protestieren. Die Bäume liegen schon in handliche Stücke zersägt am Boden. Eine Genehmigungspflicht und evtl. auch eine Informationspflicht hätte den Bürgern die Chance gegeben, das zu verhindern.

Viele Grüße
Frank

Hinrich
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Beitrag von Hinrich »

LCV hat geschrieben:Genehmigungspflicht und evtl. auch eine Informationspflicht
Eine Genehmigungspflicht besteht fast immer, aber die Informationspflicht, damit die Bürger auch rechtzeitig etwas erfahren, an der mangelt es in der Tat kolosal.

Hinrich

Harztroll
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Re: Baumschutz mittels Tierschutz

Beitrag von Harztroll »

Hinrich hat geschrieben: Den Übereifer der Kommunen kann man übrigens wirksam mit dem Denkmalamt beschränken, allerdings muss das rechtzeitig geschehen. Einzelne Bäume und Baumreihen wie Alleen u. ä. können unter Denkmalschutz gestellt werden, so dass ein Eingriff seitens der Kommunen erheblich erschwert wird. Die Abwägungen sind dabei ähnlich wie beim Tierschutz, jedoch ist der Denkmalschutz erheblich langlebiger.
Naturschutzbehörde... Die Untere Naturschutzbehörde ist für solche Naturdenkmale zuständig. Und wie ernst die das Thema nehmen, erfahren wir grad live und in Farbe :x
Kadl hat geschrieben:Meines Wissens wird sie unter Auflagen gebaut. Zu den Flugzeiten der Fledermäuse ist die Geschwindigkeit zu begrenzen und zu überwachen.
Das ist ja nun aber ein allerwinzigstes Tröpflein auf nen riesengroßen heißen Stein... Mit ner Geschwindigkeitsreduzierung zu den Zugzeiten erreicht man so gut wie gar nichts. Ja, was will man damit überhaupt erreichen??? Daß es zu weniger Kollisionen zwischen Fledermaus und Auto kommt? Quark... Das Problem sind nicht die eigentlichen Kollisionen mit den Autos, sondern eher die Bewegung an sich, die die Tiere irritiert. Im Eigentlichen ist aber das gesammte Bauwerk der Störfaktor. Die Elbe ist für Fledermäuse ein sogenannter Flugkorridor. D.h. Fledermäuse nutzen die Elbe bei ihrem Zug (der ähnlich wie bei Zugvögeln ist) als Leitlinie, an der sie sich orientieren - die Elbe ist sozusagen eine Fledermausautobahn. Stellt man nun ein Querbauwerk wie diese Brücke auf, wird das Ganze unterbrochen und die Tiere müssen ihren gewohnten Korridor verlassen. Das ist dann so, als wenn man auf einer Autobahn ne Mauer baut, und die ganzen Autos nun links und rechts auf dem Acker herumfahren...

Nach einer Weile voller chaotisch-panischem Herumfliegen, werden die Fledermäuse auf der anderen Seite der Brücke ihren Korridor wiederfinden und weiterfliegen - bis zur nächsten Brücke...

Da muß man sich doch mal ganz provokant fragen, warum man gerade dort solch ein "Theater" macht... schließlich gibts über der Elbe so viele Brücken, bei denen die Fledermäuse so durcheinandergebracht werden. Wäre das Thema nicht durch die UNESCO angeführt worden, und zwar nicht in Sachen Fledermäuse, sondern wegen dem Blick auf die Weltkulturerbestadt Dresden, würde sich über "ein paar Fledermäuse" überhaupt keiner aufregen...

Viele Grüße
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo,

bei aller Sympathie für Fledermäuse, wir schweifen vom Thema ab. Der Punkt ist, dass ja vielleicht in Schleswig-Holstein "fast immer" eine Genehmigungspflicht besteht, hier in Ba-Wü entscheidet das (noch) jede Gemeinde für sich allein. Und viele verzichten eben auf eine Baumsatzung. Wie in einem anderen Thread erwähnt wurde, will der Freistaat Sachsen sogar die Genehmigungspflicht landesweit abschaffen. Dann sind wirklich nur noch ein paar ganz besondere Bäume sicher, wie z. B. die Babisnauer Pappel bei Dresden. So etwas macht oft Schule und andere Bundesländer könnten folgen. Der Zustand hier in Ba-Wü ist unbefriedigend, mit der sächsischen Variante würde es aber noch viel schlimmer. Während eine Firma zum Ausgleich für den asphaltierten Parkplatz Grünflächen anlegen muss und Gemeinden verpflichtet werden, zu neuen Industriegebieten auch Grünflächen auszuweisen, sollen Bäume nicht geschützt werden? Damit werden doch alle Beteuerungen der Regierungen, den Klimaschutz voranzutreiben, unglaubwürdig. Ein großer Laubbaum ist für die Luftverbesserung sehr viel wertvoller als ein Stück Alibirasen. Deshalb muss eine bundesweite Genehmigungspflicht her. Nur so kann unkontrolliertes Abholzen verhindert werden. Wenn Berlin sich für den Schutz der Regenwälder einsetzt (zu Recht!), muss es aber auch dafür sorgen, dass die Natur im eigenen Land geschützt wird. Man kann nicht anderen etwas vorschreiben, wenn man sich selbst nicht daran hält!

Aber es ist für den Staat natürlich lukrativer, unter dem Deckmantel des Natur-, Klima- und Umweltschutzes den Bürger abzukassieren. Wie wäre es denn mit einer unterschiedlichen Grundsteuer, abhängig vom klimatechnischen Wert, sprich Baumbestand? Da ja finanzielle Anreize besser ziehen als jeder Appell, würde das vielleicht auch manchen Baum retten.

Viele Grüße
Frank

Harztroll
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Beitrag von Harztroll »

LCV hat geschrieben: bei aller Sympathie für Fledermäuse, wir schweifen vom Thema ab.
So abschweifend ist das Thema Fledermäuse nicht ("Baumschutz mittels Tierschutz"). Solch ein Fluß wird nicht ausschließlich als Zugkorridor genutzt, weil er ein Fluß ist, also weil dort Wasser fließt, sondern auch, weil dieser normalerweise durch linear angeordneten Baumbestand begleitet wird (viele Fledermäuse richten sich bei ihren Flügen nach solchen linearen Strukturen, die sie mit ihrem Echolot erfassen können, weil das Sehen funktioniert im dunkeln nicht so gut). Nun fließt gerade die Elbe auch durch diverse größere Städte wie Hamburg, Magdeburg, Dessau und das schon erwähnte, im von dir angeführten Freistaat Sachsen liegende Dresden. Und gerade dort gibt es viele Uferbereiche, an denen diese Bäume fehlen bzw. entfernt werden/wurden, wie uns beispielsweise dieses Bild zeigt, oder gar jenes aus Meißen, wenn man sich nicht grad vom Airbus ablenken läßt. Und damit wären wir wieder bei den chaotisch-panisch herumflatternden Fledermäusen, deren Zugkorridor diesmal nicht nur durch eine Brücke, sondern durch eine ganze baumlose Großstadt (voller fahrender Autos) versperrt wird. Und da eine solche flächenmäßig etwas größer ist als eine Brücke, ist es diesmal auch nicht so leicht, die Fortsetzung der Fledermausautobahn wiederzufinden...

Viele Grüße
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biloba
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Beitrag von biloba »

Zum Thema Baumschutz: Hier in der Stadt gibt es eine Baumschutzsatzung. Nachdem ich mitbekommen durfte, welche weltfremden Auflagen die hier zuständige Behörde macht - Sinn der Baumschutzsatzung scheint weniger der Baumschutz, sindern Einnahmen in die Stadtkasse zu sein - habe ich für mich beschlossen, dass in meinem Garten kein Gehölz in Brusthöhe keinen Stammumfang von mehr als 13cm erreichen darf. Dadurch werden diese Gehölze nicht von der Satzung erfasst.
Soviel zum Thema Sinn einer solchen Satzung.


Zum Thema Waldschlösschenbrücke: Man sollte mal vergleichen, was für das Klima besser ist. Einerseits der jetzige Zustand, in dem sich der Verkehr über Umwege und stauverstopfte Straßen quält. Andererseits der geplante Zustand. Dass auf einer gut ausgebauten Straße die Elbe im 5. Gang überquert werden kann. Das halte ich für vorteilhaft fürs Weltklima und vorteilhaft fürs Wohlbefinden der Dresdner, die ja auch ein Wörtchen mitzureden haben.
Und wenn als Ausgleichsmaßnahme rechts und links der Elbe eine ordentliche Baumreihe durch die Städte gepflanzt werden müssen - Ich wär sofort dabei!

Achso, eine Fledermaus hatte ich noch nie an der Windschutzscheibe kleben.

Harztroll
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Beitrag von Harztroll »

biloba hat geschrieben:Man sollte mal vergleichen, was für das Klima besser ist. Einerseits der jetzige Zustand, in dem sich der Verkehr über Umwege und stauverstopfte Straßen quält. Andererseits der geplante Zustand. Dass auf einer gut ausgebauten Straße die Elbe im 5. Gang überquert werden kann. Das halte ich für vorteilhaft fürs Weltklima und vorteilhaft fürs Wohlbefinden der Dresdner, die ja auch ein Wörtchen mitzureden haben.
Und wenn als Ausgleichsmaßnahme rechts und links der Elbe eine ordentliche Baumreihe durch die Städte gepflanzt werden müssen - Ich wär sofort dabei.
Bild Diese Dinge sind gegenüberzustellen und untereinander abzuwägen. Dazu muß eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt werden bzw. wurde mit Sicherheit schon erstellt, in der Einwirkungen auf Flora/Fauna/Menschen/Landschaftsbild begutachtet werden. Und da ja bereits mit dem Bau begonnen wurde, muß diese eine entsprechende zustimmende Aussage enthalten.

Und die aufgeführte Ausgleichsmaßnahme, das wäre mit Sicherheit ein Idealfall, von dem jeder etwas hätte. Baumschutz, Aufwertung im faunistischen Sinne, Aufwertung des Landschafts- bzw. Stadbildes im Zusammenhang mit der klimatischen Verbesserung, die du aufführst und die mit Sicherheit nicht von der Hand zu weisen sind.
biloba hat geschrieben: Achso, eine Fledermaus hatte ich noch nie an der Windschutzscheibe kleben.
Vielleicht sollte man ein Monitoring durchführen wenn die Brücke steht :mrgreen:
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biloba
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Re: Baumschutz mittels Tierschutz

Beitrag von biloba »

Harztroll hat geschrieben:Wäre das Thema nicht durch die UNESCO angeführt worden, und zwar nicht in Sachen Fledermäuse, sondern wegen dem Blick auf die Weltkulturerbestadt Dresden, ...
Dieses abstruse Theater um den Bau einer dringend erforderlichen neuen Elbbrücke nimmt kein Ende.
"Weltkulturerbe"? Die Vergabe dieses "Titels" der mittlerweile inflationäre und lachhafte Formen annimmt, wo ein Gremium aus "Fachleuten" auf Kosten aller Steuerzahler dieser Erde, durch die Welt reist, in den besten Nobelherbergen logiert, von den "Honoratioren", der von ihnen zu beurteilten Städte, oder Landschaften, Zuckerwürfel rundgelutscht in den Hintern gesteckt bekommt, ist in meinen Augen ein Witz. Auf solche "Titel" kann man beruhigt verzichten! Wer fragt den Handwerker, der seine Mitarbeiter durch den alltäglichen Wahnsinn, der Staus an den Elbbrücken, schicken muß? Es gibt dort 4 Brücken, davon ist das "Blaue Wunder" schon heute für schwere LKW gesperrt, weil es die Belastung nicht mehr aushält. Die anderen 3 Brücken sind tägliche Dauerstaufallen! Der MDR hat mal im Abendprogramm eine Telefonumfrage gestartet innerhalb von, ich denke, es war eine viertel Stunde, hatten 6000 Leute angerufen und mit deutlicher Mehrheit FÜR die neue Brücke gestimmt. Es sind bisher Millionen Euro in dieses Projekt gesteckt worden, ein Bürgerentscheid gefällt worden, der ebensfalls pro Brücke ausgegangen ist und nun? Es ist zum kotz...

Warum nimmt man denn eigentlich diese UNESCO-Truppe noch ernst? Es kamen schon massig Touristen nach Dresden, als dieses noch nicht Weltkulturerbe war. Heute kommen massig Touristen nach Dresden, weil die Altstadt sehenswert ist und nicht, weil sie als Kulturerbe eingestuft wurde.
Und wenn Dresden wieder gestrichen würde - geile Werbung!


Ich hab mich mal auf die Plattform der Frauenkirche gestellt und nachgefragt, wo denn diese neue Brücke hin soll. Das solltest du auch mal tun und dann einmal abwägen, welche bereits vorhandenen oder aktuell errichtete Bauwerke das Bild vom Kulturerbe wirklich verschandeln!


Für wie plausibel hältst du denn diese Version, die ich in einer Internetdiskussion fand:
Hinter dem Brückenstreit, mit all den negativen Folgen, steckt wohl eine einflussreiche Immobiliengruppe, die sofort nach der Wende, für ganz kleines Geld, viele Grundstücke und Häuser, an der von der Brücke, weiterführenden Straße gekauft hat. Sie hatten dabei wahrscheinlich nur übersehen, das erstens, eine Elbbrücke schon zu DDR Zeiten, an dieser Stelle geplant und auch schon vermessen worden war, gleichfalls die weiterführende Straße, die als Autobahnanschluss gedacht ist, um die Innenstadt zu entlasten. Es gibt so viele Ungereimtheiten in diesem Streit, das man normalerweise die Antikorruptionsbehörde einschalten müsste! Der damalige Baubürgermeister von Dresden, dessen Sohn ein Architekturbüro betreibt, stand bis zur Vergabe des Auftrages, voll hinter dem Projekt, nach der Vergabe, die ein anderes Architekturbüro gewonnen hatte, wurde er ein Gegner der Brücke. ( Ein Schelm, der böses dabei denkt ) Man kann an an den Manipulationen fühlen, nur beweisen kann man sie wahrscheinlich nur sehr schwer!
VG Peter
Anfügen würd ich noch, dass das Gegenteil zu beweisen noch schwerer sein dürfte...

Piru
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Beitrag von Piru »

Wieder ein sehr gutes Beispiel...

Auf einem gewissen Fernsehsender läuft eine Polizeistaffel...
Ein Anwohner meldet sich bei der Polizei das wiederrechtlich Bäume gefällt werden.
Es stellt sich heraus das dieser Herr Miteigentümer des Grundstücks ist uns alles anderen Eigentümer wehement gegen den Eigriff protestierten. Und das noch bevor die Säge den ersten Schnitt machte. Außerdem wurde eine Abstimmung vor 3 Monaten vorgenommen bei dem wohl einstimmig entschieden wurde das die Bäume stehen bleiben. Dann kommen welche mit irgendeiner Genehmigung und sägen 2 völlig gesunde, schöne Nadelbäume um. Eigriff der Polizei: Beschwichtigung der Eigentümer mit "schöner Ausblick jetzt, kein Dreck mehr, irgendwo muss ja die Genehmigung herkommen..."...und leider hört keiner bei der zuständigen Behörde...sowas auch!
:x
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