Hallo,
in letzter Zeit werden bei uns im Stadtgebiet viele Bäume gefällt. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man zum Fällen eines Baumes, auch im privaten Garten, ab einer bestimmten Größe eine Genehmigung benötigt. Hier werden aber ohne Not reihenweise Bäume "umgemäht", teils mit fadenscheinigen Begründungen. Das Bild zeigt den traurigen Rest eines Nadelbaums, der angeblich wegen Totholz und Schneebruchgefahr beseitigt werden musste, dazu 7 oder 8 weitere im Umkreis von 100 m. Erstens schneit es hier so gut wie nie. Zweitens kommt Schneebruch kaum in Frage, da die Äste den Schnee abrutschen lassen (ist ja keine Birke). Drittens sahen alle Bäume hundert mal gesünder aus als die oben im Schwarzwald. Ich bin zwar kein Holzfachmann, aber für mich sieht der Baumstumpf nicht nach einem kranken Baum aus. Schade, dass ich vorher keine Fotos machen konnte. Die Ankündigung der Fällarbeiten hing "schon" an der Haustür, als die Bäume in handliche Stücke zersägt wurden. Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Holzfälleritis irgendwie mit dem Holzschnitzelheizwerk zusammenhängt. Da uns z. Zt. die Politiker mit ihrer Feinstaub- und CO2-Hysterie verrückt machen, ist es doch ein Witz, ausgerechnet Bäume zu vernichten. Gelten für die Verantwortlichen denn andere Spielregeln und Gesetze als für den Privatmann?
Noch eine Frage: Bei einigen Baumstümpfen wurde ein "H", also ein Quer- und zwei Längsschnitte in die Schnittfläche eingesägt. Hat das irgendeinen Sinn? Verhindert das vielleicht, dass der Baum wieder austreibt?
Viele Grüße
Frank
Bäume fällen - Rechtslage
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Bäume fällen - Rechtslage
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Es muss nicht umbedingt Willkür sein, allein die Verkehrssicherungspflicht der Städte läßt einen großen Spielraum zum fällen zu.
Bei uns zum Beispiel sind viele alte Großbäume schwer geschädigt bzw Abgängig. Dürfen aber nicht gefällt werden, weil die Bevölkerung dagegen ist. Also werden sie im Zuge der Verkehrssicherungspflicht komplett zurückgeschnitten, so das nurnoch Papageienbäume über bleiben.
Kosten sind enorm, der Nutzen fast gleich null...denn ein Baum der nurnoch nen Torso mit 5 Ästen ist, ist fast schon ein witz.
Dein Bild zeigt aber glaub ich einen Stumpen von einer Chamaecyparis. Aber normalerweise ist das kein Straßenbaum. Oder was war das mal?? Vom Holz her ist da auf jeden Fall kein Mangel zu erkennen.
Das "H" wir meist reingesägt, damit die Stumpen schneller verrotten. Meist ist es aber nur ein Kreuz.
Die Stumpen von Straßenbäumen müssten aber eigentlich ausgefräßt werden, da hier wieder die Unfallgefahr besteht. Bzw etwas neue gepflanzt werden könnte.
Bei uns zum Beispiel sind viele alte Großbäume schwer geschädigt bzw Abgängig. Dürfen aber nicht gefällt werden, weil die Bevölkerung dagegen ist. Also werden sie im Zuge der Verkehrssicherungspflicht komplett zurückgeschnitten, so das nurnoch Papageienbäume über bleiben.
Kosten sind enorm, der Nutzen fast gleich null...denn ein Baum der nurnoch nen Torso mit 5 Ästen ist, ist fast schon ein witz.
Dein Bild zeigt aber glaub ich einen Stumpen von einer Chamaecyparis. Aber normalerweise ist das kein Straßenbaum. Oder was war das mal?? Vom Holz her ist da auf jeden Fall kein Mangel zu erkennen.
Das "H" wir meist reingesägt, damit die Stumpen schneller verrotten. Meist ist es aber nur ein Kreuz.
Die Stumpen von Straßenbäumen müssten aber eigentlich ausgefräßt werden, da hier wieder die Unfallgefahr besteht. Bzw etwas neue gepflanzt werden könnte.
Hallo Snash,
danke für den Kommentar. Es stimmt, dass dieser Baum irgendeine Scheinzypresse o.ä. war. Er stand in einem Wohngebiet, Zone 30, auf der Grünfläche vor einem Wohnblock. Auf dieser Seite gibt es keinen Gehweg und der vordere Stumpf war ca. 2 m vom Bordstein entfernt, ca. 4 m vom Haus. Wegen der schlanken Form gab es weder eine Sichtbehinderung des Verkehrs noch bestand die Gefahr, dass der Baum jemanden gefährden könnte. Die anderen gefällten Bäume standen noch weiter weg an der Einfahrt zu den Parkplätzen hinter dem Gebäude. Es ist nachvollziehbar, dass kranke und verkehrsgefährdende Bäume beseitigt werden müssen. Ein Torso kann nicht das Ziel sein. Das erinnert an die Kletterbäume im Affengehege. Auf dem Militärgelände in der Nähe stehen auch ein paar solche ca. 8 m hohen Stämme (habe ich noch nicht identifiziert), glatt und gerade wie Betonmasten und oben an der Schnittfläche treiben ein paar lächerliche Gerten aus. Keine Ahnung, wofür das gut sein soll.
Viele Grüße
Frank
danke für den Kommentar. Es stimmt, dass dieser Baum irgendeine Scheinzypresse o.ä. war. Er stand in einem Wohngebiet, Zone 30, auf der Grünfläche vor einem Wohnblock. Auf dieser Seite gibt es keinen Gehweg und der vordere Stumpf war ca. 2 m vom Bordstein entfernt, ca. 4 m vom Haus. Wegen der schlanken Form gab es weder eine Sichtbehinderung des Verkehrs noch bestand die Gefahr, dass der Baum jemanden gefährden könnte. Die anderen gefällten Bäume standen noch weiter weg an der Einfahrt zu den Parkplätzen hinter dem Gebäude. Es ist nachvollziehbar, dass kranke und verkehrsgefährdende Bäume beseitigt werden müssen. Ein Torso kann nicht das Ziel sein. Das erinnert an die Kletterbäume im Affengehege. Auf dem Militärgelände in der Nähe stehen auch ein paar solche ca. 8 m hohen Stämme (habe ich noch nicht identifiziert), glatt und gerade wie Betonmasten und oben an der Schnittfläche treiben ein paar lächerliche Gerten aus. Keine Ahnung, wofür das gut sein soll.
Viele Grüße
Frank
Hallo!
In Berlin wurden in den vergangenen Jahren die Baumschutzverordnungen mehr und mehr gelockert, so wurden etwa als ausdrücklich geschützte und nur mit Genehmigung zu fällende Nadelbäume einzig die Waldkiefern (Pinus sylvestris) als standorttypische Baumart belassen, ALLES andere an Koniferen, egal wie alt, dick oder hoch, darf ohne Genehmigung umgemacht werden, was die Kleingarten- und Hausbesitzer auch beängstigenden Ausmaßes in die traurige Tat umsetzten, von allen einst hier im 2 km- Umkreis stehenden großen Koniferen (allen voran die Picea pungens 'Glauca') existieren vielleicht noch 5 %, und es waren teils echte Prachtexemplare dabei, wie zum Beispiel zwei an die 25- 30 m hohen Douglasien von schon fast nem Meter Stammdurchmesser, was ich nun wirklich unsäglich fand, vornehm ausgedrückt =(...
Ich weiß nicht, inwieweit das Berliner Modell bundesweit Kopie fand, ich würde das jedoch für die einleuchtendste Erklärung halten!
Grüße, Andreas
In Berlin wurden in den vergangenen Jahren die Baumschutzverordnungen mehr und mehr gelockert, so wurden etwa als ausdrücklich geschützte und nur mit Genehmigung zu fällende Nadelbäume einzig die Waldkiefern (Pinus sylvestris) als standorttypische Baumart belassen, ALLES andere an Koniferen, egal wie alt, dick oder hoch, darf ohne Genehmigung umgemacht werden, was die Kleingarten- und Hausbesitzer auch beängstigenden Ausmaßes in die traurige Tat umsetzten, von allen einst hier im 2 km- Umkreis stehenden großen Koniferen (allen voran die Picea pungens 'Glauca') existieren vielleicht noch 5 %, und es waren teils echte Prachtexemplare dabei, wie zum Beispiel zwei an die 25- 30 m hohen Douglasien von schon fast nem Meter Stammdurchmesser, was ich nun wirklich unsäglich fand, vornehm ausgedrückt =(...
Ich weiß nicht, inwieweit das Berliner Modell bundesweit Kopie fand, ich würde das jedoch für die einleuchtendste Erklärung halten!
Grüße, Andreas
Es ist allgemein in Mode gekommen, Großbäume zu fällen.
Zumindest auf privater Ebene.
Begründung ist meist ganz einfach....erstens...alle wollen Brennholz. Zweitens, große Bäume machen Arbeit.... drittens, "Ich muss den Baum einfach weg machen, dass machen ja alle hier".
Hab ich leider auch schon gehört....
Wie gesagt, ist vor einigen Jahren zur Mode geworden und hält auch immernoch an.
Die Baumsatzung ist von Bundesland zu Bundesland teils total verschieden. Und leider weiß da meist eh keiner drüber bescheid
Zumindest auf privater Ebene.
Begründung ist meist ganz einfach....erstens...alle wollen Brennholz. Zweitens, große Bäume machen Arbeit.... drittens, "Ich muss den Baum einfach weg machen, dass machen ja alle hier".
Hab ich leider auch schon gehört....
Wie gesagt, ist vor einigen Jahren zur Mode geworden und hält auch immernoch an.
Die Baumsatzung ist von Bundesland zu Bundesland teils total verschieden. Und leider weiß da meist eh keiner drüber bescheid