Zitterpappeln

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Stefan16
Beiträge: 1
Registriert: 03 Jan 2008, 19:35

Zitterpappeln

Beitrag von Stefan16 »

Hallo, Ich wünsche allen Lesern ein gutes neues Jahr!

Ich habe in meinen Wald ein paar schöne , große Zitterpappeln stehen, muss sie aber wegschneiden.

Wie kann man Zitterpappeln vermarkten bzw. sind sie überhaupt etwas wert?

Danke für eure Antworten!

Kadl
Beiträge: 476
Registriert: 22 Mai 2007, 20:05
Wohnort: Regensburg

Beitrag von Kadl »

Hallo Stefan,

ich hab zwar auch keine Erfahrung mit der Holzvermarktung. Das einzige was ich mal gehört habe ist, dass man auch Zitterpappeln oft Streichhölzer macht. Vielleicht kannst Du Dich in die Richtung ja mal umhören. Ich weiß aber leider auch nicht, wie dafür die Vertriebswege sind und ab welcher Menge sich Streichholzhersteller dafür interessieren.

mfg

Kadl
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Albert Einstein)

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo Stefan16
Hier in meiner näheren Umgebung werden Zitterpappeln plantagenmässig angebaut. Die Stämme müssen aber pfeifengerade sein. Die knorrigen Gestalten in der freien Natur sind meines Wissens kaum verkaufbar. Werde mich erkundigen. Am besten erkundigst du dich mal bei eurem Förster, der weiss bestimmt was.
Gruss
Kurt

Snash
Beiträge: 51
Registriert: 11 Dez 2007, 19:30
Wohnort: Porta Westfalica/Göttingen

Beitrag von Snash »

Pappelholz ist als Brennholz nur 3te Wahl. Ergo bekommt man dafür recht wenig Geld beim Verkauf.

Wenn es astreine Stämme, sprich grade, wenig Äste, etc sind lohnt sich eine Vermarktung. Aber dann muss auch die Menge stimmen und man braucht einen Abnehmer in der Nähe.

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo Stefan16
Ich habe in Google das Stichwort "Zitterpappel" eingegeben. Schon der oberste Beitrag war ein Treffer. Wikipdia. Hier eine Kopie des Textes "Nutzung".
"Die Zitterpappel enthält Verbindungen von Salicylsäure. Deshalb soll sie schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend wirken. Hierfür verwendet man die Rinde, die Blätter und die Triebspitzen.

Pappelholz ist ein sehr beliebter Rohstoff. Das Holz findet besonders in preiswerten und leichten Sperrholzplatten, Tischtennisschlägern, Zahnstochern, Streichhölzern und vielen anderen Produkten Verwendung. Des Weiteren wird es zu Papier verarbeitet und findet als Biomasse zur Energieproduktion Verwendung.

Die Zitterpappel wird in Mittel-, Ost- und Nordeuropa häufig als Forstbaum angepflanzt."

Gruss
Kurt

Piru
Beiträge: 1034
Registriert: 29 Aug 2006, 23:10
Wohnort: Aus Überzeugung Harzerin

Beitrag von Piru »

Das ist ja sehr interessant für mein pharmazeutisches Wissen ;)
Viele kleine Leute,
die viele kleine Schritte tun,
gestallten unsere Erde neu!

Brötchen
Beiträge: 1191
Registriert: 18 Mär 2007, 14:31
Wohnort: Hahnbach

Beitrag von Brötchen »

Hallo
ich glaube aber, dass die Zitterpappel nicht so sehr für Papier verarbeitet werde, oder?

Grüße Martin
Auch ein kleiner Baum ziert einen großen Garten.

kurt
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Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo Brötchen
Auf welche Quellen stützt sich dein Wissen, dass die Pappeln nicht zur Papierherstellung verwendet werden?
Kurt

Brötchen
Beiträge: 1191
Registriert: 18 Mär 2007, 14:31
Wohnort: Hahnbach

Beitrag von Brötchen »

Hallo kurt
mein Wissen stützt sich auf einen Art Baumlehrpfad. Als ich an einer Zitterpappel vorbei kam stand bei Verwendung, dass sie für Streichhölzer und Zahnstocher verwendet wird. Für Papier so gut wie überhaupt nicht.

Grüße Martin
Auch ein kleiner Baum ziert einen großen Garten.

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo Brötchen
Was ich geschrieben habe, stammt, wie ich ja auch erwähnt habe, aus Wikipedia. Eigene Erfahrungen kann ich nicht beisteuern. Vielleicht ist die Nutzung auch regional verschieden.
Gruss
Kurt

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo Kurt und Brötchen,

vor ca. 40 Jahren habe ich im Zuge meiner Ausbildung eine Papierfabrik in Neustadt im Schwarzwald besichtigt. Ich erinnere mich, dass zur Zelluloseherstellung in erster Linie Nadelhölzer verwendet werden, weil die Fasern länger sind. Man kann aber kürzere Fasern zu einem bestimmten Prozentsatz beimischen, z. B. aus geschreddertem Altpapier oder von Laubbäumen. Bei diesen bevorzugt man weiche Hölzer. Neben Birken gehören da auch Pappeln dazu. Heutzutage LEIDER (!!!) auch Eukalyptus. Leider, weil dies wie Birke, Pappel & Co. ein schnellwachsender Baum ist und irgendwelche Mafiosi in Spanien/Portugal alte Pinien- und Korkeichenwälder durch Brandstiftung vernichten, um industriemäßig Eukalyptus-Monokulturen aufzuziehen. Ich bin kein Holzfachmann, glaube aber, dass schnellwachsendes Holz weicher und brüchiger ist als langsam wachsendes. Deshalb steht Venedig auf Eichenpfählen und nicht auf Pappel oder Birke. Wenn Pappeln aber grundsätzlich zur Zellulosegewinnung taugen, könnten andere Gründe verantwortlich sein, wenn man dies nicht oder nur selten tut. Sicher spielen Preis und Logistik eine Rolle. Auch muss der Anfahrtsweg und die komplette Auslastung des Langholzwagens stimmen. Aber grundsätzlich ist Pappel durchaus für die Papierherstellung tauglich.

Viele Grüße
Frank

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