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Kugelahorn noch zu retten?
Verfasst: 04 Okt 2020, 13:43
von Strix
Re: Kugelahorn noch zu retten?
Verfasst: 05 Okt 2020, 18:43
von Spinnich
Ich glaube, es wäre das vernünftigste den Baum zu roden. Wenn der Pilz im Inneren sein Werk fortsetzt, wird der Baum früher oder später instabil.
Manchmal können sich Bäume auch nach einem Pilzbefall gegen den Parasit abschotten und dann noch etliche Jahre ausharren, aber da würde ich mir bei diesem Schadbild wenig Hoffung machen.
Die Kellerasseln leben nur von dem bereits zersetzten Material und haben mit dem Schadbild nichts zu tun.
Bei einer mehrere hundert Jahre alten ehrwürdigen Linde würde man wohl raten abzuwarten, da diese Art sehr stark austriebs- und erneuerungsfähig ist.
Aber dann muss man so einen alten Baum auch immer mal von Sachverständigen prüfen lassen (kostet Geld) und manchmal Sicherungsmaßnahmen z.B gegen ein Ausbrechen der Krone durchführen lassen.
Das Thema stellt sich aber hier gar nicht, denn so teuer (bei 2m Höhe ca.200-250 €) kann eine Nachpflanzung mit einem jungen Ahorn gar nicht sein, die sind zudem im allgemeinen ja recht raschwüchsig.
Ursächlich könnte ein Frostriß bei dem Baum in den ersten Lebensjahren den Schaden eingeleitet haben.
Dagegen kann man bei Pflanzungen die Bäume mit einem Weißanstrich (am besten noch versehen mit Nährstoffen für die Rinde) gut schützen. Gegen extreme Sonneneinstrahlung kann man Stämme auch noch mit einer Umhüllung Bastmatte oder Jutestoff schützen.
Re: Kugelahorn noch zu retten?
Verfasst: 05 Okt 2020, 19:32
von Hilmar
Hallo Strix,
der Ahorn kann derartige Schäden innerhalb von 1-3 Jahresringen so effektiv abschotten, dass die Fäule gar nicht weiter in das Holz eindringen kann. Der Schaden wird in den kommenden 5-10 Jahren vollständig überwallt sein und dann jährlich von einem neuen Jahrring gesunden Stammholzes bedeckt werden. Bei der guten Vitalität des Baumes kann der Wundverschluss noch schneller erfolgen. Da habe ich schon viel schlimmere Schäden gesehen und alle sind zugewachsen.
Die Asseln benötigen eine gewisse Feuchtigkeit und halten sich eben in feuchteren Ecken auf. Und die feuchten Ecken sind am unteren Rand des Schadens vorhanden. Die Asseln knabbern auch am fäuleinfizierten Holz, schaden aber dem Baum nicht.
Habe also Geduld, der Baum macht das schon.
Gruß Hilmar
Re: Kugelahorn noch zu retten?
Verfasst: 06 Okt 2020, 16:36
von Spinnich
Hallo Strix,
Die Prognose von Hilmar ist ja wesentlich optimistischer, ich hoffe natürlich, das er mit seiner Einschätzung Recht behält.
Da er sehr viel Berufserfahrung mitbringt, vertraue ich seiner Einschätzung.
Welche Bäume Fäulnis/Pilzbefall in dieser Form und wie effektiv abschotten können, ist von Art zu Art unterschiedlich.
Wenn der Ahorn hierbei tatsächlich besonders effektiv ist, wie Hilmar andeutet, dann kommt dem Baum sein schnelles (Holz-)Wachstum zu gute.
Freut mich für Dich, wenn ich mich geirrt habe und doch noch langfristig eine komplette Heilung möglich ist.
Für die Heilung kann und muss man eigentlich dann aber nicht viel beitragen.
Bestenfalls in extrem trockenen Jahren mal etwas wässern, wie bei jedem anderen Baum.
@Hilmar
macht es Sinn den Riss etwas gegen Regen abzuschirmen, oder spielt eindringende Feuchtigkeit keine Rolle (beim Abschotten).
LG Spinnich

Re: Kugelahorn noch zu retten?
Verfasst: 06 Okt 2020, 18:08
von Hilmar
Hallo Spinnich,
Regen ist nicht so schlimm wie Erdfeuchte. Da der Schaden am Ahorn jedoch nicht bis zum Erdboden hinab reicht, ist Regen hier nicht das Problem.
Das verfaulte Holz kann zwischenzeitlich austrocknen.
Problematisch wird es in stamminneren Faulhöhlen, wenn nach Niederschlägen das Wasser längere Zeit im Stamm stehen bleibt. Das begünstigt dann den Fäuleprozess oberhalb der Wasserlinie. Dabei spielen die Baumart, Abschottungsvermögen sowie der Fäuleerreger selbst eine wesentlichere Rolle.
Gruß Hilmar