Hallo @bee und @Yogibaer,
viele Wochen später sind wir etwas schlauer. Dank der Trichoderma Links von bee habe ich eine Schweizer Firma gefunden, die Trichoderma herstellt und zb. in HongKong schon drei heilige Lebensbäume damit gerettet hat.
Diese Firma habe ich kontaktiert, nachdem ich bei uns am Ort vergeblich versucht habe, einen Baumpfleger zu finden der sich damit auskennt. Die 'normalen' Gärtner die den Baum gesehen haben wollten einfach gleich fällen.
Die Firma MycoSolutions (
https://mycosolutions.swiss/ ) hat mir dann einen Kontakt in Deutschland vermittelt, zu unserem großen Glück sogar ganz in der Nähe, Dr. Kutscheidt. Herr Dr. Kutscheidt (
www.dergesundebaum. de) macht u.a. auch für die Städte hier Gutachten zur Standfestigkeit von Bäumen und kennt die Behandlung mit Trichoderma.
Nach einer Erstbesichtigung bestätigte er bees Vermutung dass es sich um Riesenporling handelt und schlug erstmal einen Zugtest vor, um zu ermitteln wie standfest die befallene Buche noch ist und ob es Sinn macht sie zu behandeln. Der Zugtest fand knapp zwei Wochen später statt, es wurden mehrere Messgeräte am Baum befestigt und dann wurde nacheinander in zwei Richtungen gezogen. Einer der Vorteile dieses Tests ist, dass keine Wurzeln oder Stücke aus dem Stamm herausgeschnitten werden müssen und so der Baum nicht noch weiter geschwächt wird, zudem bekommt man sehr präzise Angaben. Allerdings gibt es weltweit wohl nur 35 dieser Geräte bisher. Wir bekamen anschließend ein Gutachten, es wurde genau berechnet welche Kronenfläche der Baum hat, wieviel Windlast er aushalten muss und wie er sich bei Windstärke 12, also einem Orkan, verhalten würde. Die eine Zugrichtung war komplett im grünen Bereich, die andere bewegte sich in Richtung gelb, also noch nicht Fällen aber Handlungsbedarf.
Die Empfehlung:
- ein Kronenrückschnitt um 4-5m, um auch in der kritischeren Zugrichtung schnell den Druck zu nehmen. Bei 19,5m Höhe können wir das verschmerzen
- eine 4jährige Behandlung mit Trichoderma um den Riesenporling zu verdrängen bzw. "aufzufressen" (4x in Jahr, 4 Jahre lang)
- einmalige Gabe von Mycorrhiza zur Stärkung des Baums (
www.mycorrhiza. de)
@Yogibaer hatte insofern Recht, dass Fällen und einen neuen Baum zu pflanzen wohl günstiger gewesen wäre (je nach Größe des neuen Baums

), aber wir sind einfach nur froh dass wir die alte Buche retten können wies aussieht. Und wenns so richtig stürmt bin ich jetzt auch wieder entspannt.
Die Kosten sehen wie folgt aus:
- 1.100 Euro Zugversuch
- ca. 1.500 Euro Kronenrückschnitt (hätten aber eh das Totholz entfernen müssen)
- 220 Euro Trichoderma pro Jahr, also 880 Euro
- 40 Euro Mycorrhiza
Was wir uns (hoffentlich) sparen ist das Fällen des Baums, was natürlich auch kräftig zu Buche geschlagen hätte.
Hab mir sagen lassen der Klimawandel schädigt und stresst sehr viele Bäume... ich hoffe der Post hilft den ein oder anderen nicht gleich aufzugeben.
DANKE an dieses Forum und besonders an @bee