Großes Problem, Wurzeln rund um hohe Stechfichte abgehackt

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Accelerater
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Registriert: 13 Okt 2007, 02:52

Großes Problem, Wurzeln rund um hohe Stechfichte abgehackt

Beitrag von Accelerater »

Also mein Vater hat vor eine Rasenkante in einem ABstand von ca 1,50m vom Stamm gemessen um eine ca. 10m hohe und ca 4m im Durchmesser breite Stechfichte (Blautanne) zu setzen.

Jetzt haben die Arbeiter eine ca 20cm tiefen Graben um den Baum herumgegraben und alle Wurzen die teilweise armdick waren abgehackt.

Ich bin fast ausgeflippt als ich das Desater heute mittag sah.

Beim Orkan Kyrill im Januar diesen Jahren, kamen die Wurzen sogar bis an die Oberfläche.

Ich hab sofort fur ca 1h den Boden um den Baum gewässert.

Jetzt mach im mir große Sorgen das der Baum abstirbt oder vom Sturm gefällt wird.

Gibts eine Möglichkeit dem drohenden Tod entgegen zu wirken????


Ich befinde mich in der Rheinebene der Vorderpfalz.

Zu den Bodenschichten:

30cm Humusschicht
50cm Sandschicht
50cm Lehmschicht


Vielen Dank euch schon im Vorraus
:cry:

kurt
Beiträge: 3254
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Beitrag von kurt »

Hallo Accelerater
Da sonst niemand antwortet, versuche ich es einmal.
1. Du solltest uns von deinem "Riesenbonsai", der nur 2.5mal so hoch wie dick ist, ein Bild einstellen. Brötchen interessiert sich bestimmt für diesen Baum für sein geplantes Buch der Rekorde, ich auch.
2. Wegen der Gefährdung der Entwurzelung durch starken Wind kann ich nur allgemeines beitragen. Fichten entwickeln flache, tellerförmige, weit streichende Wurzeln. Da die Wurzeln deiner Fichte sich bei Kyrill schon bis zur Oberfläche gehoben haben und nun das Wurzelgeflecht noch zusätzlich gravierend geschwächt wurde, kannst du nur hoffen, dass der nächste Sturm noch lange auf sich warten lässt. Die zweite Möglichkeit ist, den Baum solange mit Drahtseilen zu stabilisieren, bis sich genügend neue Wurzeln gebildet haben. Sieht halt beschissen aus und garantiert nichts. Schlechte Nachricht, ich weiss. Aber vielleicht macht dir ein anderer mehr Mut.
Gruss
Kurt

Brötchen
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Registriert: 18 Mär 2007, 14:31
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Beitrag von Brötchen »

Hallo kurt
ich habe noch nicht einmal gewusst, dass es ein Riesenbonsai ist.

Grüße Martin
Auch ein kleiner Baum ziert einen großen Garten.

Accelerater
Beiträge: 272
Registriert: 13 Okt 2007, 02:52

Beitrag von Accelerater »

4m ist die max Breite

Accelerater
Beiträge: 272
Registriert: 13 Okt 2007, 02:52

Beitrag von Accelerater »

4m ist die max Breite , aber ich könnte vom Sturm Kyrill ein Video der Baumbewegung und der Wurzelanhebung reinstellen, müßt ich erst aber suchen :D

Brötchen
Beiträge: 1191
Registriert: 18 Mär 2007, 14:31
Wohnort: Hahnbach

Beitrag von Brötchen »

Hallo
kann man auch Videos einstellen?

Grüße Martin
Auch ein kleiner Baum ziert einen großen Garten.

biloba
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Wohnort: Gera

Beitrag von biloba »

@Martin
Ich könnte Chris ein paar Zeilen Code mailen, dass Videos in den Beiträgen hier gezeigt werden könnten.
Doch er hat ja leider noch mit der Linkliste zu schaffen.


@Accelerater
Von Bäumen hab ich eher weniger Ahnung. Aber soviel will ich dir trotzdem raten. Nach dem, was du hier schilderst, würde ich mein weiteres Vorgehen nicht von den Antworten in einem Forum abhängig machen, sondern einen Baum-Sachverständigen vor Ort die Sache begutachten lassen.

Kann hier jemand einen solchen Sachverständigen in der Rheinebene der Vorderpfalz empfehlen?

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Öhm, was ist denn das für ein Tipp, das hört sich ja an, als wären wir hier allerhand Nappsülzen, die nicht wüßten, was sie erzählen...

Sicher ist ein Baumsachverständiger vor Ort, der die Lage individuell beurteilen kann, vorteilhafter, aber ich wüßte nicht, was an Kurts Tipp mit den Halterungen auszusetzen wäre, viel anderes außer Fällen wird der Orts- Baumkundige auch nicht vorschlagen, und ich möchte Kurt auch etwas mehr Erfahrung zuschreiben, als einem frisch von der Uni abgegangenen Landschaftsplaner bliblablo, oder frisch ausgelernten Meister von nicht mal 30 Jahren...

biloba
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Beitrag von biloba »

Kiefer hat geschrieben:Öhm, was ist denn das für ein Tipp, das hört sich ja an, als wären wir hier allerhand Nappsülzen, die nicht wüßten, was sie erzählen...
Sollte das wirklich so rübergekommen sein, knie ich hiermit nieder und bitte um Vergebung.

Den Tipp von Kurt hab ich in keinster Weise anzuzweifeln gewagt.

Aber ein etwas laues Gefühl im Magen hätt ich da schon, wenn ich mich ausschließlich auf Meinungen von Leuten verlassen müsste, die den Baum und die Gegebenheiten ausschließlich aus der Textbeschreibung im Forum kennen.

Bilder könnten wirklich hilfreich sein, um die Situation zu beleuchten. Wie steht es um den Habitus des Baumes, der die Windlast maßgeblich beeinflussen dürfte. Geben Gebäude oder benachbarte Bäume unter Umständen Windschatten?
Wahrscheinlich nicht, denn wir wissen inzwischen, wie stark sich die Wurzeln bei Sturm bewegen.

Und bitte nicht vergessen: Eben damit Accelerater nicht versehentlich an einen recht unerfahrenen Gutachter geraten wird, fragte ich nach Empfehlungen.


Und wenn Accelerater die Meinungen aus dem Forum neben dem Gutachten eines erfahrenen Sachverständigen auf dem Tisch liegen hat, wird er/sie es leichter haben, die richtige Entscheidung zu fällen.

Accelerater
Beiträge: 272
Registriert: 13 Okt 2007, 02:52

Beitrag von Accelerater »

Bild wurde letztes JAhr mit einem Handy gemacht vom Zustand des Baumes hat sich nichts verändert.

Gemeint ist der mittlere Baum.

Auf 12 Uhr befindet sich die Süden, somit Westen auf 3 Uhr.
Dateianhänge
DSC00884.JPG
DSC00884.JPG (83.67 KiB) 13518 mal betrachtet

kurt
Beiträge: 3254
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Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo zusammen
Mir ist eine grundsätzliche Frage eingefallen. Nehmen wir an, ein benachbarter Landschaftsgärtner stabilisiert deinen Baum, wie auch immer. Die Frau von Rockefeller kommt auf einen kleinen Besuch vorbei, ein starker Wind wirft den Baum um, die Dame liegt tot darunter. Kann der Landschaftsgärtner haftpflichtig gemacht werden? Wird er, um auf jeden Fall auf der sicheren Seite zu sein, fällen empfehlen?
Gruss
Kurt
Uebrigens, die 50cm Sand machen mir Bauchschmerzen. Ob sich deine Stechfichte da in nur 30cm Humus dauerhaft ohne Hilfsmittel gegen die immer stärker werdenden Kyrills als standhaft genug erweisen kann, wage ich nicht zu beurteilen, bezweifle es aber. Das Thema mit dem sandigen Boden und den Flachwurzlern ist sogar international hinreichend bekannt, seit die Stürme immer öfter und immer heftiger auftreten. Und jetzt ein Stich ins Wespennest: Meiner Meinung nach gehören hochwachsende, ausladende Flachwurzler nicht auf sandige Böden

Accelerater
Beiträge: 272
Registriert: 13 Okt 2007, 02:52

Beitrag von Accelerater »

Der Baum wurde gepflanzt, da gabs noch keine Diskussionen dieser Art.....

Ich rede hier nicht über Bäume die ich pflanzen möchte , sonder um den Erhalt derer die seit JAhrzehnten existieren, egal ob heimisch , geeignet oder nicht.

Zu den Stürmen, ja was war 1990?War etwa diese ganz Serie von Stürmen minder schwer?. Das ging tagelang, Kyrill jedoch nur 3h am Standort gemessen. Das mit den Wurzelbewegung ist schon seit ´90 bekannt, ohne sich bisher zu verschlechtern.

kurt
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Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo Accelerator,
Ja, meines Wissens waren die früheren Stürme weniger schwer, vor allem war die Anzahl und die Zeitspanne zwischen 2 extremen Stürmen geringer. Aber deswegen habe ich das Wort "Meine" fett geschrieben. Es sollte deutlich machen, dass ich nicht für mich in Anspruch nehme, die Weisheit gepachtet zu haben. Es drückt nur meine subjektive Meinung aus, ohne Anspruch auf allgemeinverbindliche Weisheit. Dass die Bäume schon Jahrzehnte dort stehen, bedeutet nicht, dass sie am richtigen Ort stehen. Und wenn man sie dann noch zusätzlich schwächt, urteile selbst!
Und ich denke, dass ein Forum "Sonstiges" auch dazu da ist, dass man Argumente austauscht. In diesem Forum arbeiten alle Berufsgruppen mit: Aerzte, Biologen, Zoologen, Botaniker, Architekten, Maschinenbauer, Landschaftsgärtner, Landschaftsplaner, Ornithologen,Physiker, Chemiker, Schüler. Bestimmt habe ich noch einige vergessen, sie mögen mir verzeihen. Das macht es hier für mich so interessant. Wir tauschen Meinungen aus, argumentieren. Was der einzelne daraus macht, ist ihm überlassen. Gut, ich bin nicht der Moderator, aber ich sehe es so.

Gruss
Kurt

Andreas75
Beiträge: 3995
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Hallo!

Ich teile Kurts Meinung, das hochwachsende Flachwurzler nicht wirklich auf Sand gehören, doch dies nur am Rande...

Ansonsten, Accelerater, bitte etwas ruhiger Blut, du hast gefragt, und nun bekommst du Antworten ;)...

Es wurden bereits Tipps gegeben, letztendliche Aufklärung wird nur ein sachkundiger Baumpfleger/ Baumchirurg geben können (ich persönlich würde keinen Amtsmenschen zu der Sache zu Rate ziehen, ich bin durch die "Fachleute" des hiesigen Grünflächenamtes wohl lebenslang gebrandmarkt), der die Situation vor Ort beurteilt...

Erschwerend kommt auf alle Fälle hinzu, daß die Fichte der höchste Baum der Gegend zu sein scheint, auch in der Wuchsform leicht windgetrimmt (nach Westen ist), was sie schon für den Windfang quasi prädestiniert erscheinen läßt, und mit den geschwächten Wurzeln wird sich die Situation auf alle Fälle verschärfen...

Ich rate, nehme nicht den ersten besten Baumspezialisten, und betone im Gespräch, das dir am Erhalt des Baumes liegt, was der Baummensch dann in seine Empfehlung mit einfließen lassen wird...

Bzw. wenn dein Vater die Setzung der Kante erst noch vor hat, versuche ihn zu wenigstens 3 m Entfernung vom Stamm zu überreden. Sieht erstmal besser aus, und ist zweitens auch besser fürs Wurzelwerk...
Hier kannst du mit dem triftigen Argument kommen, daß die neu wachsenden Wurzeln bei nur 150 cm Abstand die Kante nach einiger Zeit wegdrücken würden, größerer Abstand also viel sinnvoller wäre...

Weiterer Tipp: Ist es vom Platz her machbar, so sollten östlich der Fichte ein paar Bäume gepflanzt werden, die relativ schnell auf 10 m Höhe kommen, um ganz einfach die bestehende Windlast von der Fichte zu nehmen. Sie mag noch halten, und die Situation mag seit 17 Jahren unverändert sein, aber irgendwann ist der Baum so gelockert/ geschwächt, daß er umfällt...

Hier würden weiterer Abstand der Rasenkante vom Stamm (3 m sollten es im Radius sein!), Pflanzung einer Windumlenkung und gegebenenfalls zusätzliche Sicherung der an sich sehr schönen Fichte auf jeden Fall helfen!
Und abschließend natürlich ein vernünftiger Baumverständiger, der auch die lokalen geologischen Besonderheiten mit bedenken und einplanen kann!

Viel Erfolg und Grüße, Andreas

babayaga
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Registriert: 18 Sep 2006, 19:20
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Beitrag von babayaga »

Hallo,

auch noch eine Idee, die aber wirklich Geschmackssache ist und eigentlich auch nicht so mein Ding.

Evtl könnte man noch kappen, wenn geht so 'freundlich' wie möglich,
also so dass sich ein 'Zugast' zur Spitze berufen fühlt.

Ich meine jetzt aber nur kappen ohne Herz sieht imho brutal und furchtbar aus, naja zumindest finde ich keinen Gefallen an derart zugerichteten Bäumen.

Aber in gewissen Stadien und mit etwas Geschick bildet sich eine neue Krone und der Wuchs wird in sich kompakter.

In wiefern jetzt allerdings - durch Kappen - der geschwächte Baum nochmal zuätzlich geschwächt wird, weiss ich nicht.
Generell heisst es ja, bei Reduktion der Wurzelmasse, sollte auch das 'überirdische' reduziert werden. Was aber eben bei Fichten schwierig ist,
die lassen sich kaum beschneiden.

Wiegesagt, - eventuell - bei der Größe/Alter könnte eine Chance bestehen,
wenn man ein oberes Drittel wegnimmt, dass sich eine Art 'Wedafichtn' (Wetterfichte=duch Schnee und Eis und Wind abgebrochene Spitze) draus macht.

Viele Grüße,
Nancy

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