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Baumschäden

Verfasst: 13 Mai 2020, 07:02
von Jason
Hallo Baumfreunde,
habe beschädigte Fichten gefunden und kann mir nicht recht vorstellen wie diese Schäden zustande kamen. Die betroffenen Bäume sind bis zu 20 cm dick...

Was denkt ihr?

Schon mal vielen Dank
MfG Jason

Re: Baumschäden

Verfasst: 13 Mai 2020, 07:09
von Hilmar
Hallo Jason,

das sind Schälschäden durch Rotwild. Diese schälen gerade in den Wintermonaten die Rinde von jungen Fichtenstämmen ab.

Gruß Hilmar

Re: Baumschäden

Verfasst: 13 Mai 2020, 07:15
von Jason
Hallo Hilmar,
vielen Dank. Bei uns gibt es eigentlich keine Rothirsche und Rehböcke nehmen nach meiner Erfahrung nur Daumendicke Bäume zum fegen. Deshalb habe ich erst an menschlichen Vandalismus gedacht. Aber ein Hirsch dass klinkt plausibel...

Re: Baumschäden

Verfasst: 13 Mai 2020, 07:32
von Jason
Noch eine Frage. Es sind auf kleiner Fläche gut 20 Bäume. Ist es wahrscheinlicher dass der Hirsch diese an einem Tag fegte (so beim durchwandern) oder hielt er sich eher wochenlang dort auf?

Re: Baumschäden

Verfasst: 13 Mai 2020, 07:36
von AndreasG.
Die Hirsche fegen nicht ihr Geweih auf diese Art und Weise, sie schälen im Winter die Rinde, um sie zu fressen.
Ob das jetzt an falscher Forstwirtschaft oder zu hohem Wildbestand liegt, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Re: Baumschäden

Verfasst: 13 Mai 2020, 08:03
von Jason
Wurde dann das Schadbild nicht durch dass Geweih verursacht sondern durch die Zähne??

Re: Baumschäden

Verfasst: 13 Mai 2020, 08:12
von Hilmar
Hallo Jason,

gefegt werden junge Bäume, welche sich schön biegen und so an alle Stellen am Geweih entlang reiben können. Bei dem Stammdurchmesser der hier gezeigten Bäume würden eher Verletzungen am Geweih auftreten. Die hier gezeigten Schäden an den Stämmen entstehen durch die Zähne des Rotwildes.

Gruß Hilmar

Re: Baumschäden

Verfasst: 13 Mai 2020, 08:23
von AndreasG.
Der liebe Hirsch knabbert an einer Stelle, vorzugsweise in Kopfhöhe oder etwas tiefer an der Rinde. Dann zieht er sich einen langen Streifen davon heraus, was abhängig von der Baumart mehr oder weniger gut funktioniert. Bei Nadelbäumen, besonders Fichten, entstehen die gezeigten Schäden, denn dort lässt sich schon mal ein 1 m langes Rindenstück abschälen, dass der Hirsch anschließend verzehren kann. Für den Förster ist der Baum wertlos, denn in Kürze wird dort eine Pilzinfektion stattfinden.

In einigen Gegenden Deutschland laufen neuerdings Wisente durch den Wald. Die verursachen ähnliche Schäden.
Dort, wo Naturschützer eher wert auf einen offenen Baumbestand mit verschiedenen Bäumen legen, nimmt man sowas schon mal in Kauf oder fördert es sogar, aber im Wirtschaftswald sind die Schäden immens.

Re: Baumschäden

Verfasst: 13 Mai 2020, 08:48
von Jason
So ihr zwei, vielen Dank für die Geduld und die schöne Erklärung. Jetzt endlich habe ich gelernt das Fege- und Schalschaden nicht dass gleiche ist :D

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag und möglichst wenig Waldschaden :wink:

Grüße Jason

Re: Baumschäden

Verfasst: 16 Mai 2020, 22:53
von Spinnich
Jason hat geschrieben:
13 Mai 2020, 08:48
So ihr zwei, vielen Dank für die Geduld und die schöne Erklärung. Jetzt endlich habe ich gelernt das Fege- und Schalschaden nicht dass gleiche ist :D
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag und möglichst wenig Waldschaden :wink:
Grüße Jason
Das Phänomen und die Auswirkung des Schälens kann man hier noch mal nachvollziehen.
Diese Schäden können viel verehrender sein als Schäden durch Fegen, die freilich für den Besitzer von Obstkulturen auch sehr unerfreulich sind, wie ich selbst erleben musste.
Dagegen kann man aber vorbeugen. und in den ersten Jahren einen "Hasendraht" um den Baum bis in ca. 1m Höhe anzubringen, hält das Wild zuverlässig von solchen Beschädigungen ab.

Lg Spinnich :wink: