Hallo,
an einer unserer Platanen ist uns ein blutig roter Ausfluss aufgefallen. Zuerst dachten wir eine Katze hätte ein totes Tier auf dem Ast abgelegt und das Blut würde den Baum herunterlaufen. Ich bin hoch geklettert (ich bin Rigger und ab und an helfe ich bei der Baumpflege aus) und habe es mir von Nahem angeschaut. Tatsächlich ist es ein Astloch in dem Wasser steht und das ca. 10cm tief ist. Das Wasser läuft den Baum herab und färbt sich rot. Der Beschreibung nach sieht es aus wie die Pseudomonas syringae pv. aesculi (Kastanienrindenbluten), ich habe aber bisher nirgends davon gelesen, dass diese Krankheit auch bei Platanen auftritt. Kann mir jemand dazu etwas sagen?
Ich habe Fotos angehängt. Vielen Dank schon mal im Voraus!
roter Ausfluss an Platane
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
roter Ausfluss an Platane
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Re: roter Ausfluss an Platane
Vielleicht kommt ein neuer Baumkiller, Phytophthora ramorum als Urheber in Frage. Das Schadbild dieser "Sudden Oak Death" genanten Krankheit -Exsudaustritt einer dunklen, burgunderroten Flüssigkeit im unteren Stammbereich- könnte passen. Während dieses Schadbild bisher in Europa so nicht bekannt war, obwohl der Erreger überall in Europa nachgewiesen ist, jedoch eher an Rhododendren und Schneeball (vor allem in Baumschulbetrieben) andere Schadbilder hervorruft, tritt jedoch seit 2009/2010 in Großbritannien der Erreger auch an Lärche auf (Japanlärche, Larix kaempferi) und sorgt hier großflächig für Schäden.
In Kalifornien ist ein Lorbeerbaum (Umbellularia californica) der wichtigste Blattwirt. Im Gegensatz zu den Rindenwirten werden die Blattwirte nur selten ganz abgetötet. Die abgefallenen Blätter werden meistens wieder ersetzt und es beginnt einer neuer Infektionszyklus. Ein Blattwirt wie der Lorbeerbaum kann so über Jahre als Infektionsquelle dienen. Der Erreger kann unter anderem auch Maronen und Roß-Kastanien befallen und hat ein sehr breites Wirtsspektrum.
In Europa sind Verdachtsfälle dieses Quarantäneschädlings meldepflichtig!
Wenn/falls eine Laboruntersuchung erfolgt (einzige Bestimmungsmöglichkeit), hat man zumindest Gewissheit welcher Erreger, eventuell auch andere Phytophthora, oder wieder ganz andere, wie Vertreter aus der Gruppe der Pseudomonas dieses Schadbild hervorrufen, und ob man den Baum erhalten kann oder eher nicht.
LG Spinnich
In Kalifornien ist ein Lorbeerbaum (Umbellularia californica) der wichtigste Blattwirt. Im Gegensatz zu den Rindenwirten werden die Blattwirte nur selten ganz abgetötet. Die abgefallenen Blätter werden meistens wieder ersetzt und es beginnt einer neuer Infektionszyklus. Ein Blattwirt wie der Lorbeerbaum kann so über Jahre als Infektionsquelle dienen. Der Erreger kann unter anderem auch Maronen und Roß-Kastanien befallen und hat ein sehr breites Wirtsspektrum.
In Europa sind Verdachtsfälle dieses Quarantäneschädlings meldepflichtig!
Wenn/falls eine Laboruntersuchung erfolgt (einzige Bestimmungsmöglichkeit), hat man zumindest Gewissheit welcher Erreger, eventuell auch andere Phytophthora, oder wieder ganz andere, wie Vertreter aus der Gruppe der Pseudomonas dieses Schadbild hervorrufen, und ob man den Baum erhalten kann oder eher nicht.
LG Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -
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