Rindenschaden an Stieleiche

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baumlaeufer
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Rindenschaden an Stieleiche

Beitrag von baumlaeufer »

Ist mir heute im NSG Saalberghau an der Elbe bei Dessau aufgefallen : nagekopfgrosse Löcher am Stamm einer Eiche, Borke zerbröselt um den Stamm und der nackte Stamm sieht rötlich aus.

Welcher Käfer macht so was?

Baumlaeufer
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Hilmar
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Re: Rindenschaden an Stieleiche

Beitrag von Hilmar »

Zahlreiche kreisrunde Ausfluglöcher in sich vom Stamm lösender Borke habe ich letztes Jahr an mehreren Eichen in Sachsen-Anhalt und Ostsachsen vorgefunden. Ich habe diese Schäden dem Eichensplintkäfer zugeordnet. Befallen werden geschwächte Eichen, und davon gibt es nach den längeren Trockenperioden in den Jahren 2018 und 2019 auf Sandböden und Bergrücken reichlich.
Die Dimension der festgestellten Schäden durch diesen Käfer sind neu und waren in den vergangenen Jahren nie so augenfällig. Dabei hat ein Teil der geschädigten Eichen bereits mehrere Jahre Kahlfraß durch den Eichenspinner, Eichenspanner und Eichenwickler in den 80iger und 90iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts überstanden. Den Massenbefall mit Eichensplintkäfer werden die wenigsten Eichen überleben.
Derzeit verfolge ich die weitere Entwicklung von zwei Eichen mit starkem Befall mit dem Eichensplintkäfer in waldartigen Beständen (in der Hoffnung, dass diese Bäume bei den massenhaften Fällungen von abgestorbenen und stärker geschädigten Fichten verschont bleiben).

Gruß Hilmar

Spinnich
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Re: Rindenschaden an Stieleiche

Beitrag von Spinnich »

Zunächst hätte ich an Prachtkäfer gedacht, die schon vorgeschädigte Bäume befallen und von deren Verwandschaft etliche an Eichen vorkommen. Ein Gegenspieler wäre der Specht der nur die äußere Borke abschält (wie am gezeigten Baum?) um an die Puppen in den Ausfluglöchern zu kommen. Allerdings, Erkennungsmerkmal wären dann die ovalen, nicht exakt symmetrischen, sondern D-förmigen Ausfluglöcher, was ich hier nicht sehen kann.
Weitere Informationen fand ich dann hier und auf dem Faltblatt. Als Laie kann man fast nicht ermessen wie viele Forstschädlinge alleine an der Eiche vorkommen, darunter einige Neophyten.
Beim Eichensplintkäfer (Scolytus intricatus) war ich noch ein wenig skeptisch, ob er auch solche starken Stämme befällt, aber dieser Käfer ist durchaus dazu in der Lage und kann dieses Schadbild verursachen.
edit: obiges Schadbild (Hilmar meint Weidenbohrer) wurde falsch zugeordnet, besser hier vergleichen.


Eine Vorauswahl für Holzschädlinge kann man auf dieser Seite treffen, da sind die beiden vorgenannten und weitere Arten des Faltblattes auch in die nähere Auswahl gekommen.

Somit muß ich Hilmar voll zustimmen.

LG Spinnich :wink:
Zuletzt geändert von Spinnich am 18 Feb 2020, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
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baumlaeufer
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Re: Rindenschaden an Stieleiche

Beitrag von baumlaeufer »

Hallo Hilmar,

Danke für die Bestimmung. Die meisten im Netz verfügbaren Hinweise zeigen einen nicht so stark befallenen Baum wie die von mir fotografierte Eiche.

https://www.arbofux.de/eichensplintkaefer.html

Schreitet der Schaden an den von dir beobachteten Eichen schnell fort? Bei meinem Bild müssen die Eichensplintkäfer bestimmt schon ein Jahrzehnt zugange sein!

Gruß vom Baumlaeufer
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baumlaeufer
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Re: Rindenschaden an Stieleiche

Beitrag von baumlaeufer »

Spinnich hat geschrieben:
18 Feb 2020, 14:09
....

Eine Vorauswahl für Holzschädlinge kann man auf dieser Seite treffen, da sind die beiden vorgenannten und weitere Arten des Faltblattes auch in die nähere Auswahl gekommen.

.....

LG Spinnich :wink:
OH, unsere Antworten haben sich gekreuzt,

Dieter.

Dein link ist sehr hilfreich, habe es mal getestet.

Die um den Stamm liegenden Borkenteile sind ca 4 cm lang und bis zu einem 1 cm breit. Das wundert mich schon etwas, das ein so kleiner Käfer so große Stücke abspaltent kann.


Der Forstlink sollte hier irgendwo auf der Datenbank zitiert werden, damit man immer wieder darauf zurückgreifen kann. Aber wo?

Baumlaeufer
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Hilmar
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Re: Rindenschaden an Stieleiche

Beitrag von Hilmar »

Hallo Spinnich,

bei der von Dir verlinkten Eiche sind die Bohrlöcher auf dem dort gezeigten Foto zu groß, oval und dürften mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit durch den Weidenbohrer entstanden sein. Jedenfalls kenne ich dieses Schadbild vom Weidenbohrer an Stiel-Eiche. Der Weidenbohrer ist keine Käferlarve, sondern ein Schmetterling und deren Raupe wurde an einer solch geschädigten Eiche in meinem Fall zweifelsfrei bestimmt.

Hallo Baumlaeufer,

die abgefallene Borke an den vom Splintkäfer geschädigten Stiel-Eichen ist mir auch schon aufgefallen. Das habe ich jedoch den Tätigkeiten von Vögeln (Kleiber, Spechte) zugeschrieben, zumal nur die oberen Teile der Borkenplatten abgefallen sind und die unteren Bereiche der Borke noch am Stamm anhaften.

Gruß Hilmar

Spinnich
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Re: Rindenschaden an Stieleiche

Beitrag von Spinnich »

Hallo Hilmar, mit den zu großen Fraßgängen hast Du recht,
möglicherweise ist der Baum ja an anderer Stelle auch noch von dem Eichensplintkäfer geschädigt.
Oder sollten die Gutachter der Gemeinde so danebenliegen?
Habe Deinen Hinweis übernommen, danke

LG Spinnich :roll:
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Yogibaer
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Re: Rindenschaden an Stieleiche

Beitrag von Yogibaer »

Ich meine es sind Spechtabschläge weil dieser auf der Suche nach überwinternden Zweifleckigen Eichenprachtkäfern (Agrilus biguttatus) bzw. dessen Larven ist.
Gruß Yogi

Hilmar
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Re: Rindenschaden an Stieleiche

Beitrag von Hilmar »

Hallo Spinnich,

einen Befall mit dem Eichensplintkäfer in der Baumkrone möchte ich nicht ausschließen.
Für den Laien wollte ich nur auf den markanten Unterschied der Bohrlöcher hinweisen.
Nicht das jemand bei einem Befall mit dem Eichensplintkäfer fingerdicke Bohrlöcher sucht.
Ist aber jetzt eindeutig korrigiert.

Hinsichtlich der Intensität des Befalls kann ich derzeit wenig sagen. Die befallenen Bäume kenne ich erst seit letztem Jahr, vermute aber, dass ein Massenbefall wie z. B. beim Buchdrucker an Fichte stattfinden kann.
Ideale Witterungsbedingungen und geschwächte Bäume können mindestens zwei Generationen der Käfer hervorbringen. Die Gänge der Larven zerstören die Leitungsgefäße im Bast, Kambium und Splint und binnen ein bis zwei Jahren sind lichte Kronen und stärkere abgestorbene Äste vorhanden.

Gruß Hilmar

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