Eichenbaum im Topf
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
-
Maria Eiche
- Beiträge: 4
- Registriert: 17 Feb 2020, 14:46
Eichenbaum im Topf
Hallo an Alle,
ich bin ganz neu hier und hoffe hier jemanden zu finden, der mir einen Tipp geben kann.
Wir hatten vor einigen Jahren wohl ein Eichhörnchen dass immer fleißig Eicheln in unseren Blumenkästen auf dem Balkon versteckt hat. Aus einer dieser Eicheln ist ein kleiner Eichenbaum entstanden und als wir umgezogen sind hab ich diesen in einen Topf umgesetzt und mit genommen.
Eigentlich steht er auf dem Balkon und nur bei frostigen Nächten hole ich ihn in die Wohnung ( da ich Sorgen habe der Topf könne durchfrieren) . Ansonsten haben wir ihn bis jetzt einfach mal wachsen lassen.
Jetzt habe ich festgestellt, dass aus einem wohl abgestorbenen Hauptast mittlerweile 2 ca gleich starke Ästchen wachsen. Und nebenan sind nochmal zwei Ästchen gewachsen. Jetzt die Frage. Soll ich die Äste bis auf einen stutzen oder einfach wachsen lassen?
Ich hoffe ihr versteht meine Beschreibung und jemand kann mir einen Tipp geben.
Vielen Dank und herzliche Grüße.
Maria
ich bin ganz neu hier und hoffe hier jemanden zu finden, der mir einen Tipp geben kann.
Wir hatten vor einigen Jahren wohl ein Eichhörnchen dass immer fleißig Eicheln in unseren Blumenkästen auf dem Balkon versteckt hat. Aus einer dieser Eicheln ist ein kleiner Eichenbaum entstanden und als wir umgezogen sind hab ich diesen in einen Topf umgesetzt und mit genommen.
Eigentlich steht er auf dem Balkon und nur bei frostigen Nächten hole ich ihn in die Wohnung ( da ich Sorgen habe der Topf könne durchfrieren) . Ansonsten haben wir ihn bis jetzt einfach mal wachsen lassen.
Jetzt habe ich festgestellt, dass aus einem wohl abgestorbenen Hauptast mittlerweile 2 ca gleich starke Ästchen wachsen. Und nebenan sind nochmal zwei Ästchen gewachsen. Jetzt die Frage. Soll ich die Äste bis auf einen stutzen oder einfach wachsen lassen?
Ich hoffe ihr versteht meine Beschreibung und jemand kann mir einen Tipp geben.
Vielen Dank und herzliche Grüße.
Maria
-
Cryptomeria
- Beiträge: 9538
- Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
- Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge
Re: Eichenbaum im Topf
Hallo Maria, herzlich willkommen!
ich würde die Eiche noch etwas wachsen lassen, so hat sie mehr Blattfläche zur Versorgung. Sie wird wahrscheinlich von selbst einen starken Mitteltrieb bilden, der dann am schnellsten nach oben wächst. In diesem Stadium kannst du den Mitteltrieb wachsen lassen und die anderen wegnehmen. Dann ziehst du sie einstämmig. Lässt du alle wachsen, könnte es auch ein mehrstämmiges Exemplar werden. Man kann sich fragen, wieso ein Trieb abgestorben ist. Ich vermute, dass der Topf im letzten Jahr irgendwann mal fast ausgetrocknet ist und somit der Eichentrieb abstarb. Nach Wassergaben sind dann die Seitenzweige ausgeschlagen und nach oben gewachsen. Wenn die Wurzeln an der Unterseite des Topfes durchwachsen, topfe in den nächst größeren Topf um. Gerade in den Sommermonaten auf gute Wassergaben achten, sonst trocknet die Eiche wieder zurück.
Weiterhin viel Spaß und gutes Gedeihen
VG Wolfgang
ich würde die Eiche noch etwas wachsen lassen, so hat sie mehr Blattfläche zur Versorgung. Sie wird wahrscheinlich von selbst einen starken Mitteltrieb bilden, der dann am schnellsten nach oben wächst. In diesem Stadium kannst du den Mitteltrieb wachsen lassen und die anderen wegnehmen. Dann ziehst du sie einstämmig. Lässt du alle wachsen, könnte es auch ein mehrstämmiges Exemplar werden. Man kann sich fragen, wieso ein Trieb abgestorben ist. Ich vermute, dass der Topf im letzten Jahr irgendwann mal fast ausgetrocknet ist und somit der Eichentrieb abstarb. Nach Wassergaben sind dann die Seitenzweige ausgeschlagen und nach oben gewachsen. Wenn die Wurzeln an der Unterseite des Topfes durchwachsen, topfe in den nächst größeren Topf um. Gerade in den Sommermonaten auf gute Wassergaben achten, sonst trocknet die Eiche wieder zurück.
Weiterhin viel Spaß und gutes Gedeihen
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
Re: Eichenbaum im Topf
Zunächst vorneweg: "Pfahlwurzeln ausbildende Baumarten wie etwa Eiche, Kiefer und Tanne sind in einem Pflanzgefäß nur sehr schwer zu pflegen."
Wenn Du die Eiche max. 2-3 Jahre in Topfkultur hältst, sollte es aber kein Problem sein.
Danach sollte so eine Eiche aber besser einen geeigneten Platz im Freien bekommen, wo sie sich zu einem stolzen Baum entwickeln kann.
Falls Du beabsichtigst den Baum später auszupflanzen, würde ich die Konkurrenztriebe entfernen. Bei den tieferen Trieben vorher etwas Erde entfernen und die Austriebsstelle für die Schnittmaßnahme vorübergehend freilegen. Gutes scharfes Werkzeug verwenden.
Falls die dauerhafte Haltung als Kübelpflanze ein Ziel ist, kann man auch einen strauchförmigen Wuchs erlauben, der möglicherweise besser zu halten ist.
Es ist zwar prinzipiell auch möglich daraus einen Bonsai zu ziehen, dazu ist aber Aufwand, Geschick, Mühe und etwas Fingerspitzengefühl erforderlich.
In dem Fall ist die Pfahlwurzel frühzeitig zu kappen, regelmäßiges Umtopfen mit Wurzelschnitt ist dann zwingend nötig. Die Seitenwurzeln sollten gefördert werden (siehe diverse Techniken zum Thema Wurzelscheibe: Nebari).
Bei einem Bonsai ist es je nach Ziel der Wuchsform entweder erforderlich die tiefen Äste zu entfernen, oder bei dem Ziel tief ansetzender Äste, diese zu drahten, (ggf. zu kürzen) und den Baum mit dem Astansatz (später) etwas aus dem Substraht freizulegen.
In jedem Fall sollte das getopfte Bäumchen vor zu starker Besonnung und Austrocknung, wie auch vor Starkregen und ständiger Durchnässung geschützt werden.
LG Spinnich
Wenn Du die Eiche max. 2-3 Jahre in Topfkultur hältst, sollte es aber kein Problem sein.
Danach sollte so eine Eiche aber besser einen geeigneten Platz im Freien bekommen, wo sie sich zu einem stolzen Baum entwickeln kann.
Falls Du beabsichtigst den Baum später auszupflanzen, würde ich die Konkurrenztriebe entfernen. Bei den tieferen Trieben vorher etwas Erde entfernen und die Austriebsstelle für die Schnittmaßnahme vorübergehend freilegen. Gutes scharfes Werkzeug verwenden.
Falls die dauerhafte Haltung als Kübelpflanze ein Ziel ist, kann man auch einen strauchförmigen Wuchs erlauben, der möglicherweise besser zu halten ist.
Es ist zwar prinzipiell auch möglich daraus einen Bonsai zu ziehen, dazu ist aber Aufwand, Geschick, Mühe und etwas Fingerspitzengefühl erforderlich.
In dem Fall ist die Pfahlwurzel frühzeitig zu kappen, regelmäßiges Umtopfen mit Wurzelschnitt ist dann zwingend nötig. Die Seitenwurzeln sollten gefördert werden (siehe diverse Techniken zum Thema Wurzelscheibe: Nebari).
Bei einem Bonsai ist es je nach Ziel der Wuchsform entweder erforderlich die tiefen Äste zu entfernen, oder bei dem Ziel tief ansetzender Äste, diese zu drahten, (ggf. zu kürzen) und den Baum mit dem Astansatz (später) etwas aus dem Substraht freizulegen.
In jedem Fall sollte das getopfte Bäumchen vor zu starker Besonnung und Austrocknung, wie auch vor Starkregen und ständiger Durchnässung geschützt werden.
LG Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -
- Georg Christoph Lichtenberg -
Re: Eichenbaum im Topf
Äh, wieso ist ein Eichenbäumchen im Februar voll belaubt?
Ich hatte mal Korkeichen (die Samen stammten aus Portugal) ausgesät. Die sind auch gewachsen, aber ein Blumentopf ist auf Dauer nicht der geeignete Platz für Pfahlwurzler, wie bereits erwähnt wurde.
Deshalb würde ich den irgendwann im Frühjahr nach draußen setzen. Anfangs noch gießen, bis er richtig eingewurzelt ist und dann kannst du ihn ab und zu mal besuchen.
Jetzt aber noch nicht, weil die bereits entwickelten Blätter bei einem Nachtfrost Schaden nehmen könnten. Auf Dauer ist er jedenfalls nur schwer im Topf zu halten.
Ich hatte mal Korkeichen (die Samen stammten aus Portugal) ausgesät. Die sind auch gewachsen, aber ein Blumentopf ist auf Dauer nicht der geeignete Platz für Pfahlwurzler, wie bereits erwähnt wurde.
Deshalb würde ich den irgendwann im Frühjahr nach draußen setzen. Anfangs noch gießen, bis er richtig eingewurzelt ist und dann kannst du ihn ab und zu mal besuchen.
Jetzt aber noch nicht, weil die bereits entwickelten Blätter bei einem Nachtfrost Schaden nehmen könnten. Auf Dauer ist er jedenfalls nur schwer im Topf zu halten.
-
Maria Eiche
- Beiträge: 4
- Registriert: 17 Feb 2020, 14:46
Re: Eichenbaum im Topf
Guten Abend,
erstmal vielen Dank für die netten und ausführlichen Antworten.
Es stimmt wohl, dass der Hauptast wegen Trockenheit abgestorben ist. Waren über einen sehr heißen Sommer verreist und da wurden unsere Balkonkästen nicht gegossen. Dachte damals das Bäumchen schafft es gar nicht, aber dann kamen die neuen Triebe.
Warum er jetzt schon so viele Blätter hat hab ich mich auch schon gefragt. Er steht bei uns auf dem Balkon sehr sonnig und windgeschützt und bei den aktuell ungewöhnlich warmen Temperaturen ging es plötzlich los. Sollte ich ihn lieber wo anders hinstellen?
Gerne würde ich den Baum später mal in den Garten pflanzen, sobald wir ein Eigenheim haben. Wäre es dafür besser ihn so lange im Topf zu lassen ( vielleicht einen deutlich größeren Topf) oder könnte ich ihn eventuell bei meiner Mutter im Garten einpflanzen und dann in ca zwei Jahren umpflanzen??
Vielen Dank und einen schönen Abend noch.
Maria
erstmal vielen Dank für die netten und ausführlichen Antworten.
Es stimmt wohl, dass der Hauptast wegen Trockenheit abgestorben ist. Waren über einen sehr heißen Sommer verreist und da wurden unsere Balkonkästen nicht gegossen. Dachte damals das Bäumchen schafft es gar nicht, aber dann kamen die neuen Triebe.
Warum er jetzt schon so viele Blätter hat hab ich mich auch schon gefragt. Er steht bei uns auf dem Balkon sehr sonnig und windgeschützt und bei den aktuell ungewöhnlich warmen Temperaturen ging es plötzlich los. Sollte ich ihn lieber wo anders hinstellen?
Gerne würde ich den Baum später mal in den Garten pflanzen, sobald wir ein Eigenheim haben. Wäre es dafür besser ihn so lange im Topf zu lassen ( vielleicht einen deutlich größeren Topf) oder könnte ich ihn eventuell bei meiner Mutter im Garten einpflanzen und dann in ca zwei Jahren umpflanzen??
Vielen Dank und einen schönen Abend noch.
Maria
-
Cryptomeria
- Beiträge: 9538
- Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
- Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge
Re: Eichenbaum im Topf
Ich würde ihn auf jeden Fall im Topf lassen und später beim Auspflanzen die Wurzel kontrollieren. Sollte sich die Pfahlwurzel schon sehr stark zur Drehwurzel am Topfboden entwickelt haben, würde ich diese auseinanderziehen . Aber bei 2 Jahren ist das kein Problem. Ich habe immer auch Eichen mehrere Jahre zur Anzucht in Töpfen und pflanze dann aus. Nimm deshalb einen etwas größeren Topf. Den Drehwuchs kann man verhindern, indem man Rocket-Pötte nimmt, aber ich weiß nicht , ob du diese überhaupt irgendwoher bekommst. Zur Not könnte ich dir auch einen zuschicken, kannst ja überlegen. Wenn du Interesse hast, schicke eine pn.
VG Wolfgang
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
-
Maria Eiche
- Beiträge: 4
- Registriert: 17 Feb 2020, 14:46
Re: Eichenbaum im Topf
Was ist denn ein Rocket - Pot? 
-
Cryptomeria
- Beiträge: 9538
- Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
- Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge
Re: Eichenbaum im Topf
Schau mal bei Nelis Kools kwekerij. Dort siehst du ein Foto. Da Mammutbäume sehr schnell Pfahlwurzeln und dann Drehwuchs bilden, kultiviert er diese in den rocketpots. In den Pötten können keine Drehwurzeln entstehen, allerdings muss man sehr aufpassen, die Töpfe trocknen sehr schnell aus. Nelis hat alles unter Tröpfchenbewässerung. Da ist das kein Problem. Zuhause stellt man die Töpfe am besten in eine flache Schale mit Wasser. Aber ich würde natürlich bei einer " normalen " Eiche nicht diesen Aufwand betreiben. Einige Jahre im Topf ist kein Problem. Alle Baumschulen verkaufen auch Eichen in normalen Töpfen.
VG Wolfgang
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
Re: Eichenbaum im Topf
Eine Eiche, die man später wieder anderweitig verwenden will, sollte man nicht im Garten auspflanzen. Denn, wie bereits mehrfach erwähnt, Eichen bilden eine lange Pfahlwurzel. Das heißt, bei 50 cm oberirdischem Wachstum ist die Wurzel unten doppelt so lang. Die Pflanze kriegt man nach kurzer Zeit nicht mehr unbeschädigt aus dem Boden, es sei denn, man sticht einmal im Jahr die Pfahlwurzel ab. So wird das in Baumschulen gehandhabt.
Der zeitige Austrieb könnte eine Art "Panikreaktion" der Pflanze nach der sommerlichen Trockenheit sein.
Der zeitige Austrieb könnte eine Art "Panikreaktion" der Pflanze nach der sommerlichen Trockenheit sein.
-
Maria Eiche
- Beiträge: 4
- Registriert: 17 Feb 2020, 14:46
Re: Eichenbaum im Topf
Vielen Dank für die Beratung 