Hallo zusammen,
Ich habe Fragen zu 2 Eschen in unserem Garten.
Die ersten beiden Bilder zeigen eine Esche, der unten ein sehr großes Stück der Rinde fehlt. Am Fuß sieht es auch schon nach Fäulnis aus.
Die anderen 2 Bilder zeigen eine Esche mit sehr vielen Löchern in der Rinde.
Kann mir jemand sagen was das ist?
Kann man den beiden Bäumen helfen, gibt es Handlungsempfehlungen oder müsste bald gefällt werden?
Ich bin zwar ein Eschenfan und will auch gerne neue Eschen ansiedeln, aber wenn nichts zu machen ist, dann ist das so.
Dann habe ich noch eine allgemeine Frage zum Thema Falsches weisses Stengelbecherchen:
Wir haben 7 Eschen, die zwischen 80 und 150 Jahre alt sind. Wann muss man hier handeln und Fällen ? Laut meinen Informationsuellen wird es langfristig wohl 90-95% aller Eschen erwischen. In welcher Zeitspanne wird uns die Krankheit heimsuchen, sodass man reagieren muss?
Was für Möglichkeiten gibt es bei der "Wiederaufforstung" ? Wir sind in Norddeutschland, es ist quasi eine Hartholz-Aue, viele mächtige Erlen.
Gibt es andere Eschen-Arten, die sich auch für eine Hartholzaue eignen?
Vielen Dank für eure Antworten.
Esche mit Löchern
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
Re: Esche mit Löchern
Die Stelle mit der fehlenden Rinde ist durch eine Verletzung entstanden. An den Rändern der rindenlosen Stelle kann man eine Rindenwulst erkennen, das ist der Heilungsprozess. Die Heilung der freiliegenden Stelle erfolgt so von den Seiten her und kann je nach Größe Jahrzehnte dauern. Irgendwann ist die Fläche wieder komplett geschlossen. Je länger das dauert, desto größer ist die Gefahr, dass das freiliegende Holz fault. Einem der Bilder nach zu urteilen mag die Verletzung schon sechs bis zehn Jahre alt sein, vermute ich. Wo genau steht die Esche in eurem Garten, in Strassennähe? Vielleicht ist da mal ein Auto gegengekracht. Vor dem Haus unseres Nachbarn steht eine alte Eiche und da ist vor über 30 Jahren genau das passiert, die Lücke ist fast geschlossen, vielleicht poste ich mal ein Foto.
Die Löcher sind wohl Astlöcher, d.h. hier wurden mal Äste entfernt, und der Baum konnte die Wunden nicht schnell genug schließen, so dass die Stellen ausfaulen konnten. Schädlinge konnten sich ansiedeln und Spechte haben die Löcher weiter ausgehöhlt. So wie ich die Schäden anhand der Bilder beurteilen kann nicht weiter schlimm, aber im Auge behalten.
Die Löcher sind wohl Astlöcher, d.h. hier wurden mal Äste entfernt, und der Baum konnte die Wunden nicht schnell genug schließen, so dass die Stellen ausfaulen konnten. Schädlinge konnten sich ansiedeln und Spechte haben die Löcher weiter ausgehöhlt. So wie ich die Schäden anhand der Bilder beurteilen kann nicht weiter schlimm, aber im Auge behalten.
Gruß Norbert
-
norddeutscher
- Beiträge: 7
- Registriert: 30 Dez 2019, 21:11
Re: Esche mit Löchern
Vielen Dank, genau das wollte ich hören.
zur Verletzung: Dort ist keine Straße, ich werde mal die ältere Generation befragen. Mir ist das ein Rätsel. Gross helfen wird man sicher auch nicht können, oder?
zur Verletzung: Dort ist keine Straße, ich werde mal die ältere Generation befragen. Mir ist das ein Rätsel. Gross helfen wird man sicher auch nicht können, oder?
Re: Esche mit Löchern
Das Bild "esche. jpg" zeigt eine mechanische Verletzung der Rinde die in Überwallung begriffen ist (Rückeschaden?). Im unteren, linken Teil sind schwarze Linien zu erkennen, das können Rhizomorphen vom Hallimasch sein somit gebe ich diesen Baum keine lange Lebenserwartung mehr.
Zu den anderen Bildern möchte ich mich über Ursache und Wirkung nicht festlegen. Unter Umständen kann es sich um Baumkrebs durch Nectria galligena handeln. Wegen der Wasserreiserkröpfe ist der Stamm in den Qualitätsklassen C oder D einzuordnen, es lohnt sich also nicht ihn stehen zu lassen.
Zum Eschentriebsterben ist, nach meiner Meinung, zu sagen das durch die trockenen, warmen letzten zwei Sommer sich die Krankheitsausbreitung vermindert hat.
Gruß Yogi
Zu den anderen Bildern möchte ich mich über Ursache und Wirkung nicht festlegen. Unter Umständen kann es sich um Baumkrebs durch Nectria galligena handeln. Wegen der Wasserreiserkröpfe ist der Stamm in den Qualitätsklassen C oder D einzuordnen, es lohnt sich also nicht ihn stehen zu lassen.
Zum Eschentriebsterben ist, nach meiner Meinung, zu sagen das durch die trockenen, warmen letzten zwei Sommer sich die Krankheitsausbreitung vermindert hat.
Gruß Yogi
Re: Esche mit Löchern
Zum Vergleich habe ich mal den 32 Jahre alten Schaden an der alten Eiche in unserer Straße fotografiert. Wie gesagt damals ist da ein Besoffener mit dem Auto gegen gekracht. Trotz des Schadens ist der Baum gesund. Natürlich kann es sein, dass Eichen so eine Verletzung besser wegstecken als Eschen.
Etwas oberhalb der großen Narbe kann man eine kleinere komplett verheilte Narbe erkennen, ich weiß nicht mehr, ob die etwas mit dem damaligen Ereignis zu tun hat. Leider habe ich damals (da war ich 25) keine Fotos gemacht, wäre für eine Dokumentation interessant gewesen.
Etwas oberhalb der großen Narbe kann man eine kleinere komplett verheilte Narbe erkennen, ich weiß nicht mehr, ob die etwas mit dem damaligen Ereignis zu tun hat. Leider habe ich damals (da war ich 25) keine Fotos gemacht, wäre für eine Dokumentation interessant gewesen.
Gruß Norbert