Schön auch, mit welcher Begründung hier vor Kurzem eine mögliche Baumschutzsatzung im Rat abgelehnt wurde: Keiner würde ohne triftigen Grund einen gesunden Baum fällen...
Na klar, kommt hier gar nicht vor! Auch nicht seitens der Stadt!
Es wird Zeit, dass das alles auf Bundesebene geregelt wird.
Da wird in Niedersachsen ein Baum nicht geschützt, der aber
in Baden-Württemberg unter Schutz steht. Pech für den Baum,
im falschen Bundesland zu stehen?
Wenn es um das Klima geht, ist es ja schon fast ein Witz, dass
nicht global gehandelt wird, aber in vielen Dingen macht jedes
Kuhdorf noch seine eigenen Bestimmungen.
Gerade in Dörfern ist ja der Gemeinderat entsprechend zusammengesetzt,
dass die Interessen z.B. eines Landwirts berücksichtigt werden, weil er
der dominierenden Partei angehört und seine Freunde ihm zustimmen.
Das soll nur ein fiktives Beispiel sein.
In unserer Stadt (ca. 20.000 Ew.) wurde zwar die Baumschutzsatzung
abgeschafft, aber zumindest auf dem öffentlichen Raum genießen hier
Bäume einen ganz guten Schutz. Statt einer Satzung hat man weit über
100 Bäume unter Schutz gestellt.
Leider gilt das nicht für Privatgelände. Hier wurden jede Menge Bäume
gefällt, teilweise auch unnötig. Um z.B. einen abgestorbenen Götterbaum
zu entfernen, der evtl. auf Militärgelände stürzen könnte, wurden eine
Birke und eine Fichte gefällt, damit man vom Garten her herankommt.
Dabei hätte die Standortverwaltung garantiert zugestimmt, den Baum
vom Kasernenparkplatz aus ohne Probleme und billiger holen. Wenn man
höhere Kosten bewusst in Kauf nimmt, war wohl die Absicht, die anderen
Bäume gleich mit zu entsorgen, obwohl die Birke nur etwas Pflege gebraucht
hätte und die Fichte kerngesund war.
Interessanterweise passt Dein fiktives Beispiel haargenau zu der Situation hier vor Ort...
Hier freuen sich die Landwirte gerade über ihre großen Grundstück die man gut zu Bauland machen kann. Bäume sind da sehr störend...
Und Deine Geschichte zeigt auf, wie erschreckend sich manche Menschen verhalten. So viel zu der Aussage der in unserem Rat stärksten Partei, dass niemand einfach so gesunde Bäume fällt.
Für einige unserer Nachbarn bedeutet bspw. Laub einfach nur Dreck und Arbeit.
Da weiß ich auch manchmal nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
Wegen des Klimawandels befürchtet die Naturschutzbehörde hier sogar, dass insbesondere Eichen in unserer Region bald nicht mehr zu retten sind.
Hallo,
diese Aussage der Naturschutzbehörde verwundert mich!
Bei uns im Wald (Landkreis LÖ, aber direkt an der Schweizer Grenze mit teilweise trockener Südhanglage und "oben" auf 400-500 m Höhe ist es auch nicht unbedingt nass, weil es Kalkgebiet ist, wo das Wasser schnell versickert) ... da werden bei Neuaufforstung Eichen gepflanzt (und Lärchen) und an manchen Orten der Natur ihren Lauf gelassen. Fichten werden gezielt herausgenommen.
Nun ja, es stehen wohl eher die Kosten im Vordergrund. Sehr traurig. Hatte gehofft, über die letzten Jahre und die vielen Debatten hätte es ein Umdenken gegeben...
Dauert hier noch etwas.
Man kann es aber auch anders sehen. Gerade Eichen sind doch im nordwestlichen Niedersachsen und Münsterland in ländlichen Gebieten die Hofbäume Nr, 1. Wenn da jede 200-jährige Eiche, ohne geschichtlichen Bezug, als Naturdenkmal ausgewiesen würde, würde es von diesen Denkmälern nur so wimmeln.
Die Förstersprache ähnelt in manchen Belangen der Jägersprache, unverständlich für Außenstehende. In der offiziellen deutschen Terminologie ist die Abkürzung für die Gemeine Kiefer, Pinus sylvestris, KI. Für Schwarzkiefer, P. nigra, SKI. Für die Weymouthskiefer, P. strobus, WKI. Alle anderen Kiefern werden mit KIE abgekürzt. Der verlinkte Artikel hat seinen Ursprung im Kanton Zürich und da gibt es keine Kiefern sondern Föhren (Fö).
Deutsche Sprache ist eben eine schwere Sprache.
Gruß Yogi
Stimmt schon, Eichen gibt es in unserer Region recht häufig.
Aber eher selten mit einem Umfang wie unsere ihn hat. Darum wurden wir ja mehrfach auf sie angesprochen und haben uns dann erst näher mit dem Thema Naturdenkmal auseinander gesetzt.
Nun ja, hoffen wir, dass unsere Eiche und viele andere noch lange hier zu finden sind.