"Kürbisravioli"
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Heute wurde der letzte Hokkaido (zum Teil) verarbeitet, dazu auch etwas Basilikum und Gartensalbei.
Anfangs der Woche hatten wir den etwa 1,5 Kg schweren Hokkaido-Kürbis aufgeschnitte und die kleinere Hälfte zu einer leckeren
Kürbissuppe verarbeitet. Dazu einen Spritzer Sahne und frische Petersilie aus dem Gewächshaus.
Das schöne am Hokkaido, für Kochgerichte muss man den nicht schälen.
Knapp 900 g waren übrig für die ich auch bereits Zubereitungspläne hatte.
Ende der Woche werde ich aus dem Rest (heute erst entkernt) wieder ein
Kürbisbrot backen, Rezept hatte ich
hier schon beschrieben.
Für das Brot habe ich vom ausgehöhlten Kürbis etwa 400g zurückgelegt.
Die etwa 300g (nach Trockenschwund, Entnahme des Kerngehäuses u. Schälen) habe ich heute für die Füllung von selbst gemachtem
Nudelteig verwendet.
Ursprünglich hatte mich ein Rezept von Lea Linster dazu inspiriert.
Allerdings schien mir die Menge von 150 g Mehl (ohne nähere Angabe) für den Nudelteig zur angegebenen Menge von 400 g Kürbis nicht ganz realistisch.
Das Rezept sollte für 4 Personen reichen, auch etwas niedrig, diese Menge, selbst als Vorspeise.
Nun gut, ich habe etwas im Netz nachgelesen, welche Mengen und Zutaten man für einen Nudelteig benötigt und habe mir das dann so zurechtgelegt.
Nudelteig ohne Eier, stattdessen Wasser, nö, bin ich nicht überzeugt.
Nudelteig aus Vollkornmehl, nö, nicht für locker leckere Ravioli, kann man sicher aber bei Bandnudeln auch nehmen.
Also mit Farina soll der Teig sehr geschmeidig werden, aber die Nudeln würden beim Kochen eher schnell zu bläbbrig, weshalb viele auf Hartweizenmehl schwören.
Zwar hatte ich kein Hartweizenmehl im Haus (bei uns auch nirgends zu kaufen), aber Hartweizengrieß geht auch.
Nun meine Vorgehensweise:
150 g Mehl (Typ 550), 50 g Hartweizengrieß (recht fein) und 100 g Hartweizenmehl (in der Kaffeemühle fein gemahlen)
Dazu 1 EL Anatto-Öl (selbst gemacht)
1 Prise Salz,
2 Eier, 1 Eiweiß (Eigelb wird für Füllung benötigt) einen Spritzer Wasser (sparsam!!!) mit dem Mixer verquirlen und 10 min kneten.
Bei Bedarf (ganz sparsam) etwas Mehl oder Wasser mit Sprüher zgeben.
Der Teig muss schon recht trocken sein, nicht klebrig, aber noch geschmeidig.
Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30, besser 60 min (gern auch länger) bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
Jetzt zur Füllung:
Da nach dem ursprünglichen Rezept 400 g Kürbis vorgesehen waren (vermutl. vor dem Schälen) ich aber nur 300g zur Verfügung hatte, habe ich noch eine Süßkartoffel mit ca. 100 g dazu genommen.
Zuerst eine mittlere Zwiebel schälen und feinwürfeln, dann eine Handvoll Pistazien schälen.
Die Süßkartoffel schälen und recht klein würfeln.
Jetzt einen flachen Topf aufsetzen und die Butter mit Prise Salz u. Zucker glasig schwitzen. Zwiebel herausnehmen und in ein Schälchen geben.
Nun die Süßkartofel anschwitzen, dabei immer einige EL Wasser zugeben, solange es aufgesaugt wird.
Während dessen den Kürbis schälen und fein würfeln.
Die halbgare Süßkartoffel mit einem Handstampfer durchdrücken, Zwiebel und Kürbiswürfel zugeben.
Mit Prise Piment, mit feinem Pfeffer aus der Mühle und einer ordentlichen Prise Salz würzen.
Falls die Masse zu trocken sein sollte, ganz sparsam Wasser zugeben und bei niedrigster Stufe (mit Deckel) weichdünsten.
Gleichzeitig einen EL getrocknete sauber ausgelesene Fichtennadeln (fallen dann schon vom Zweig) und einige Kreuzkümmel Körner in der elektrischen Kaffeemühle zerkleinern (dauert! -möglichst fein), die Pistazienkerne mit in die Mühle geben und kurz schroten.
Weiterhin in der Zeit etwa 60 g Parmesankäse reiben.
Einige Basilikumblätter zerkleinern.
Den Kürbis aufdecken mit etwas grobem Pfeffer aus der Mühle und mit Muskat abschmecken und noch etwas eindicken (trocken - pastös).
Nochmals mit dem Kartoffelstampfer etwas pürieren, die Pistazien, Fichtennadel - Mischung, Eigelb und den Parmesan drübergeben und mit einer Gabel durchmischen. Von der warmen Platte nehmen und Basilikum drüber geben, zur Seite stellen und sich dem Nudelteig widmen.
Die Ravioli:
Wenn man Glück hat, wie ich, hat man eine Nudelmaschiene (auch wenn diese seit mehreren Jahren ungenutzt in der Ecke steht), das Ausrollen mittels Nudelholz ist schon viel aufwendiger.
Den Teig nach der Ruhezeit nochmals etwas durchkneten und bei Bedarf die Konsistenz anpassen.
Längliche, flache Stücke formen und mehrfach durch die Nudelmaschine passieren. Beginnend mit der dicksten Einstellung (1) bis zur vorletzten Einstellung (6) immer feinere Teigplatten (-Bänder) herstellen.
Diese sollten weder zu spröde noch zu klebrig sein (sonst Teig nachjustieren).
Die Teigplatten auf eine Breite von > 12 cm (Breite) u. etwa gut 60 cm Länge anpassen und mit einer scharfkantigen rechteckigen Form (geht auch mit runder oder ovaler Form) - ich habe den Deckel einer Mehldose genommen - nun Blätter (ca. 10x10) aus den Teigplatten ausstechen und auf eine Ploatz-Platte (Holzbrett) legen.
Dabei musste ich um die Form herum noch etwas nachschneiden, ging aber flott voran.
Die Ränder wurden mit etwas Milch bepinselt, geht auch Eiweiß oder Wasser. Dann auf einer Hälfte die Füllung (etwa 1 gestrichener EL) auftragen, aber nicht bis zum Rand! Nun die andere Hälfte darüber klappen und leicht andrücken (beim Garen darf nichts austreten!). Die fertigen Ravioli auf eine leicht bemehlte Fläche ablegen.
Wir haben 9 Ravioli gefüllt und dann aus dem restlichen Teig (nochmals verknetet und ganz fein ausgewalzt, Stufe 7) mit einem weiteren Aufsatz der Maschiene gezackte Bandnudeln ausgeschnitten (Zum Trocknen über die Holzlehne eines Stuhles).
Nun noch schnell einen Salat aus Radicchio, Rucola (aus dem Garten), halbierten Kirschtomaten und geviertelten Zucchini Scheiben zubereitet.
Etwas Essig, Öl, Pfeffer, Salz, Zwiebelwürfel drüber geben und vermengen.
Salzwasser für die Ravioli aufsetzen (nicht zu sparsam mit dem Salz!) und zum Kochen bringen.
In einem weiteren Topf ein ordentliches Stück Butter langsam ausgehen lassen und einige getrocknete zerbröckelte Salbeiblätter (ohne die Stiele) dazugeben. noch etwas Muskat und Prise Pfeffer und Salz, einen Schuss Sahne (einen EL der übrigen Füllmasse und 1 EL Milch) dazu und schön verrühren.
Nach etwa 4-5 min Garzeit sind die Nudeln fertig und können portionsweise auf vorgewärmte Teller gegeben werden. Der Rest für die 2te Portion darfnoch im Wasser bleiben, aber von der heißen Platte nehmen.
Mit der Butter-Salbei Soße beträufeln und den Salat in Portions-Schalen anrichten. Dazu passt auch ein Glas trockener Grauburgunder oder etwas Ähnliches.
LG Spinnich