Der Gewürzpflanzenthread

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AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

So ein Zufall, dass jemand diesen alten Thread wieder ausgegraben hat.
Ich habe neulich bei einem arabischen Lebensmittelladen Mahlap als Gewürz entdeckt. Das klingt irgendwie vertraut und laut Google sind das getrocknete Kerne von Prunus mahalep. Probeweise habe ich mein Brot damit gewürzt, naja.... Das Ganze riecht schon stark nach Mandeln. Was kann man sonst damit anfangen?

Dann gab es noch Bockshornkleesamen. Die habe ich auch mal mitgenommen. Keine Ahnung, was man damit anstellen kann. Ein paar Kerne werde ich sicherlich aussäen, aber der Rest? Vorschläge?

JDL
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von JDL »


Chelterrar
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Moin Andreas,

Dieser Thread ist kein Thread, der abgeschlossen werden kann, sondern gewissermaßen zeitlos ist. Ich habe ihn auch nicht "ausgegraben", sondern lediglich "weitergeführt".
Bei dem Bockshornklee bin ich auch mal gespannt, er ist ja unteranderem ein Teil vieler Currymischungen und er lässt sicherlich auch weitaus eher hierzulande ertragreich anbauen, als ca. 50% der anderen Gewürze dieser Mischungen (Gewürznelke, Muskatnuss, Pfeffer usw.).

LG Chelterrar

AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Anscheinend ist Bockshornklee mehr was für Frauen.
Ich hatte vor einigen Jahren mal Schabzigerklee im Garten, der mit dem Bockshornklee eng verwandt sein soll. Leider kam es nie zu einer Ernte, außer ein paar Samen, die aber verschollen sind.
Ein paar Samen des Bockshornklee werde ich beim nächsten Mal als Gewürz im Brot verwenden. Mal schauen, was dabei herauskommt.
Dann kann der Frühling ja kommen.

Babs
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Babs »

Hallo zusammen,

bei unserem Inder gibt's immer Brot mit Boxhornkleesamen....
und Käse mit Boxhornklee habe ich auch schon gekauft.
Ich fand's lecker - als Frau :wink:
LG Babs

AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Ich backe immer mit Vollkornmehl Roggen, Dinkel gemischt. Vermutlich andere Zutaten zum Teig als beim Inder, aber ich werde es mal testen. Muss mich nur trauen.....

Das mit "mehr für Frauen" bezog sich auf die gesundheitlichen Aspekte, insbesondere zu geringer Milchfluß beim Stillen. Damit hatte ich noch nie Probleme. :mrgreen:

Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Das Ernten von Bockshornkleesamen ist etwas mühselig, damit meine ich das Aufpfriemeln der Fruchtschoten. Ich hatte mal ein ganzes Beet davon besäht, wächst üppig ist anspruchslos und kann natürlich auch als Gründung verwendet werden. Das Kraut kann man frisch oder getrocknet (gerebbelt) verwenden und es wird auch mitunter wie das Kraut des Schabziegerklees für Käse verwendet. Es gibt zum Beispiel beim Aldi Ziegenkäsevariationen (Scheiben) mit Bockshornklee.
Die Körner gehören in die Gewürzmischung Panch Phoron, die ich natürlich selber herstelle (ganze Körner oder gemahlen) und natürlich sind sie Bestandteile mancher Curry-Mischungen. Bei Currygerichten (auch im weitesten Sinne wie Kürbiscurry) brate ich öfter ein paar Körner in der Pfanne an. Das passt ganz gut.

Nachtrag: Verwendung als Sprossen, die Körner gibt es günstig in jedem Bioladen.

Mahlzeit wünscht Euch
Spinnich :wink:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Nachdem ich eben ein leckeres Coq au vin genossen habe, wobei ich mich halbwegs an ein altes Rezept aus dem Burdakochbuch gehalten habe, nur dass ich die Pilze und Schalotten auch vor dem Speck in der Pfanne kurz angeröstet habe, möchte ich auf ein weiteres Gewürz zu sprechen kommen.
Also noch ein kurzer Hinweis zu einer Zutat, die zum obigen Rezept eigentlich nicht hingehört und die mir bee eingebrockt hat und durchaus aufwendiger in der Herstellung ist, als das gesamte Coq au vin-Gericht.
Die Hühnerteile (vom Biohalter) - halbes zerlegtes Huhn a 750g für 2Personen - wurden während des Anbratens mit der selbstgemachten Annatto-Paste (Achiote) eingerieben. Ich fand danach das Fleischaroma und die Soße sehr lecker. Leider ist die Herstellung aus ganzen Annatto Samen sehr schwer. Zumindest kann man jedoch die Anatto Samen auch erst für die Herstellung von Annatto-Öl verwenden, dann kurz abwaschen, trockentupfen und für die Achiote weiterverarbeiten. Vom Kauf ist bei den dort verwendeten Zutaten eher abzuraten. Ein ähnliches Rezept hatte ich auch hier gefunden, oder hier.
Über die Verwendung habe ich weitere Tips auf dieser Blogseite gefunden. Dort bin ich auch über das Gewürz Sumach gestolpert, das bei einer kürzlichen Bestellung von rohen Pistazien (unter anderem für Aussaatversuche) sowie Orangenblüten und mehr bei Masoud Pajouh (Diba Foods) beim Stöbern immer wieder aufgeploppt war. Neben dem getrockneten Sumach gab es auch Pasten und Gewürzmischungen wie Za'atar siehe hier. Sicher auch ein Gewürz, dass ich irgendwann mal ausprobieren kann. Anders als beim Annatto kann man zumindest einige der dafür benötigten Gewürze auch selbst anbauen. :wink:

Hat jemand schon mal Erfahrung mit Sumach als Gewürz gemacht (bis dato hatte ich nur mal von Limonade aus Hirschkolbensumach gelesen)?

Bevor ich mich noch zu Chili-Sorten äußere noch ein Hinweis zu einem meiner neueren, aber zugleich einem meiner Lieblingsgewürze.
Kümmel kennen wir ja alle z. B. im Sauerkraut oder als Gewürzzutat beim Brot (da sollte man nicht übertreiben!).
Viele verwenden sicher auch mal Cuminpuver, den man aus Kreuzkümmelsamen, Jeera am besten selber herstellt. Diese sind lecker in vielen Pfannen-Gerichten, sogar im Dämpfkraut für mich nicht mehr wegzudenken, genau wie Sichuanpfeffer uns Schwanzpfeffer (Kubebenpfeffer).
Beim Bestellen solcher Gewürze stößt man auch auf weitere empfehlenswerte Gewürze, mit ähnlicher Note und Anwendungen, aber doch abweichendem Aroma wie schwarzer Kreuzkümmel, Kala jeera, etwas kleinere Samen mit leckerem Röstaroma. Versucht man dies nun günstig nachzubestellen trifft man womöglich auf Ajvan, Ajowan, Adiowan, Königskümmel, der ebenfalls recht kleine Samen mit einem explosivem Röstaroma (trocken anrösten) und sehr hohem Thymolgehalt aufweist.
I LIKE IT :P

Nicht verwechseln sollte man diese Doldenblütlersaaten mit dem Schwarzkümmel aus Nigella sativa oder dem Damaszener Kümmel aus Nigella damascena (Junfer im Grünen), diese sind Vertreter der Ranunculaceae, die auch beim Brotbacken eingesetzt werden oder Zutat in Gewürzmischungen (Panch Phoron) sind.


LG Spinnich :mrgreen:
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- Georg Christoph Lichtenberg -

AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Kreuzkümmel sollte man unbedingt als ganze Samen verwenden und vor dem Kochen im Mörser kleinstoßen. Das Aroma ist sehr verschieden und viel besser als Kreuzkümmelpulver. Leider bekommt man in den meisten Supermärkten nur das Pulver. Die ganzen Samen gibt es im Bioladen (teuer) oder in türkischen bzw. arabischen Lebensmittelläden. (75 g = 1,39 € , was recht günstig ist.)
Wer will, kann die Samen natürlich aussäen, aber bei mir auf dem Balkon ist dabei nix herausgekommen. Keimfähig sind sie allerdings.

Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Bei den Chili-Gewürzen muss ich leider starke Zurückhaltung üben, da ich recht stark mit Gesichtsrötung und Schweißausbrüchen reagiere, wenn da zuviel Scoville daherkommen. Schärfegrad 3-5 ist bei mir fast die Obergrenze.
Einige meiner erprobten Chili-Sorten können sowohl im Garten als auch in Töpfen angebaut werden, dort sind sie dann durchaus oft auch mehrjährig, aber dann doch auf wenige Jahre beschränkt, mit Ausnahme meiner gelbblühenden Wildchili, Capsicum rhomboideum, die im Heimatland auch als mildes aromatisches Gewürz (erbsengroße Beeren) genutzt wird.
Sehr ergiebig (als Gartenpflanze) ist 'Criolla Sella' ("fleißiges Lieschen"), eine kleine gelbfruchtige Sorte der C. baccatum.
Für kleinere Fensterbanktöpfe ist sie weniger geeignet (wächst flach, breitbuschig).
Sehr schöne etwas saftigere und größere Früchte hat die 'Black Hungarian'. Diese C. annuum besticht mit blau weißen Blüten, dunklem Laub und schwarzvioletten Früchten, die ähnlich 'Bosque Blue' (Tomate) weinrot ausreifen und oft eine hohe Varianz der Schärfe (ca. 3/5-7) aufweisen.
Auch diese kann als Topfpflanze 2- 3 Jahre kultiviert werden, ggf später auch ausgepflanzt werden.
Falls man Pflanzen überwintert, kann man aus frischen Trieben durchaus auch Stecklinge bewurzeln und ganz ohne Aussaat vermehren!
Eine sehr hübsche, originelle Frucht zeigt die hoch wachsende 'Glockenchili', 'Bishops Crown'. Diese C. baccatum gibt es in gelb und rot mit einer meist etwas höheren Schärfe, als ich es bevorzuge. Doch um mein Saatgut nicht zu überaltern, hatte ich diese Sorte vor 3 Jahren wieder mal angebaut. Die Fruchtreife ist spät und zumindest im ersten Jahr nicht sonderlich ertragreich. Aber die Früchte sind recht dekorativ und getrocknet sehr lange haltbar.
Die Pflanze steht jetzt ohne zu murren im kalten Treppenhaus.
Ähnliche Wuchsform zeigt die C. annuum 'Long John' die halbreif noch mild, ausgereift aber schon schärfer ist. Die ist aber nicht ganz so lang und scharf wie die ähnliche Joe's Long.
Für ein Jahr konnte ich diese überwintern, jetzt ist aber wohl Ende Gelände. Im Garten gedeiht sie gut und trägt mittelfrüh und reichlich bis zum Frost.
Sehr schön sind kleine Kringel dieser Frucht auf der Pizza.
Auch schlank und hochwüchsig (schnittverträglich), recht ausdauernd auch im Topf und eigentlich eine Ziersorte ist C. annuum 'Ecuador(ian) Purple', die ich als Saatgut dankenswerterweise von Frank/LCV erhielt.
Die Farbwechsel der Frucht, das dunkle bis leicht violette Laub und die violetten Blüten sind dekorativ. Die zahlreichen sehr kleinen Früchte sind essbar und bei meinen Pflanzen eher von mäßiger Schärfe (Angabe 0-10). Die Früchte von Zierpaprika aus dem Blumengeschäft sollte man aber besser nicht essen wegen Stauchungsmitteln und anderer unbekannter Substanzen.
Die kleinen Criolla zusammen mit der Ecuador verwende ich gerne in meiner dekorativen gläsernen Chilimühle (besser Chilischneider), der den Vorteil hat sich nicht zu zusetzen.
Weitere Experimente mit chinesischen Chili brachten nicht ganz das erhoffte Ergebnis. Eine rote C. Chinense "Grif 9293", fruchtig aromatisch, fast keine Schärfe, 0-1 war im ersten Jahr nicht zur Blüte zu bewegen bzw. erst im Spätherbst und war als Topfpflanze dann auch ein Totalausfall, im Gegensatz zu einer hübschen Gelben, die schon Jahre im Topf überdauert. Diese Santa Lucia (Insel der kleinen Antillen) - Yellow Seasoning ist mir aber persönlich zu fade, eher als Dekopflanze/-Frucht zu bewerten.
Für die kleine Fensterbank, gut tragend und platzsparend gibt es C. annuum Neuzüchtungen wie Naschzipfel Medusa (sehr wenig Schärfe) und die etwas größeren mäßig scharfen Snack-Chilis. Beide hatte meine Frau zusammen mit Thymian (hatte ich schon gepflanzt), Zitronenverbene (hatte ich schon vermehrt) und Hybridbasilikum 'African Blue' Ocimum kilimandscharicum x basilicum 'Purpurascens', infertil (hatte ich als Steckling aus Bayreuth und reichlich vermehrt) als Geburtstagsgeschenk erhalten. Die überzähligen Pflanzen wurden weiterverschenkt, die neuen Chilis haben mir aber leider Spinnmilben eingeschleppt, die meine Sämlinge der Färberhülse hinwegrafften und etliche andere Pflanzen befielen. :twisted: :twisted: :twisted:
Gut das ist mittlerweile wieder ausgemerzt, hoffe ich zumindest. :roll: :roll: :roll:
Vor etlichen Jahren hatte ich auch schon mal den Anbau der robusten ungarische 'Kirschpaprika' (meine erste Chili überhaupt) erprobt. Diese C. annuum ist von der Fruchtzahl nicht ganz so ertragreich, dafür verträgt sie auch eher schlechteres Wetter in der Gartenkultur. Die relativ milden saftigen Früchte (die ich erstmalig am italienischen Markt kaufte) passen gut zu Paprikagulasch oder sind lecker als Snack mit Käse gefüllt.
Lagern ist aber nicht gut möglich und mit den Jahren war das Saatgut nicht mehr so stabil, daher wurden dann später andere Sorten, wie der Massenträger 'Criolla' vorgezogen.
Versucht habe ich mich auch an den mehrjährigen Rocoto-Chilis der C. pubescens. Aufgegeben habe ich die Pflege der kleinwüchsigen 'Brown Rocoto',
derzeit im Topf eine 'Canario', die aber leider letztes Jahr nach Befall mit diversen Parasiten nicht fruktifizierte.
Vor ein paar Jahren hatte ich eine mächtige 2-jährige voller schöner kanariengelber runder Früchte, ebenso von der noch stattlicheren 'Giant Rocoto' ein gutes Dutzend roter noch etwas größerer Früchte.
Die 'Giant Rocoto' hatte ich nochmals durch den Winter gebracht, für eine weitere Ernte, die 'Canario' damals leider nicht.
Da hätte ich wohl beherzter zur Schere greifen müssen, um die sperrigen Pflanzen dafür heller und besser unterbringen zu können. :cry:
Also ich denke es gibt solche Unmengen von Chili-Sorten, da ist für jeden das passende dabei.
Einige sind sicher einfacher und anspruchsloser, aber die anderen vielleicht um so interessanter.

Seltsamerweise vertrage ich die relativ höheren Schärfegrade der C. pubescens besser als von anderen Arten.
>Wiki: "Capsicum pubescens unterscheidet sich vor allem in der Zusammensetzung der Schärfe verursachenden Capsaicinoide von anderen scharfen Paprika. Während bei anderen Arten Capsaicin mit bis zu 80 % der Capsaicinoide dominiert, ist bei Capsicum pubescens eine fast ebenso hohe Konzentration an Dihydrocapsaicin festzustellen. Während in der Plazenta die Konzentration von beiden Capsaicinoiden nahezu gleich ist, ist das Verhältnis bei einer Analyse der ganzen Frucht zu Dihydrocapsaicin verschoben. Auch die Konzentration von Nordihydrocapsaicin – einem weiteren wichtigen Capsaicinoid – ist überdurchschnittlich hoch.
Durch diese unterschiedliche Zusammensetzung der Capsaicinoide wird die Schärfe der Capsicum pubescens anders wahrgenommen als die Schärfe anderer scharfer Paprika. Da selbst geübte Chiliesser meist nur wenig Toleranz gegenüber Dihydrocapsaicin und Nordihydrocapsaicin ausgebildet haben, wird die Schärfe oft verhältnismäßig intensiv wahrgenommen. Jedoch kann es ebenso vorkommen, dass diese Empfindlichkeit deutlich geringer ist und die Rocoto nur als mäßig scharf empfunden wird."

Das trifft bei mir wohl zu (Schwein gehabt), allerdings muss ich auch hier auf gemäßigt scharfe Sorten wert legen.
Gerade bei den Rocotos geht es mir auch nicht nur um den Schärfe-Kick, sondern auch um das herzhafte, fruchtige Aroma.

Das äüßerste was ich mir an Schärfe zumute sind bei einem Steak zusätzlich zur Zigeuner- oder Ketchup- Sauce einige Tropfen einer feurigen Hot Pepper Sauce mit Jalapenos. :lol:

LG Spinnich :mrgreen:
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Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

AndreasG. hat geschrieben:
06 Jan 2020, 16:14
Kreuzkümmel sollte man unbedingt als ganze Samen verwenden und vor dem Kochen im Mörser kleinstoßen. Das Aroma ist sehr verschieden und viel besser als Kreuzkümmelpulver. Leider bekommt man in den meisten Supermärkten nur das Pulver. Die ganzen Samen gibt es im Bioladen (teuer) oder in türkischen bzw. arabischen Lebensmittelläden. (75 g = 1,39 € , was recht günstig ist.)
Wer will, kann die Samen natürlich aussäen, aber bei mir auf dem Balkon ist dabei nix herausgekommen. Keimfähig sind sie allerdings.
Mann muss halt immer schauen wie viel man in einem Haushalt verwendet und wo man etwas überhaupt und zu angemessenem Preis zu kaufen bekommt. :idea:

Für mich lohnt es sich meistens online zu bestellen zum Beispiel:
1 Kg Malabar Pfeffer (17,95) + 1 Kg Tellicherry Pfeffer (EUR 13,95) + 100g Paradieskörner ( Meleguetapfeffer, Guineapfeffer) (EUR 9,90 )

oder hier beim Inder:
Schwarzkümmel, Shahi Kala Jeera, TRS, 50g
Königskümmel, Ajwain, Ajowan, Indischer Kümmel, Carom Seeds, TRS, 100g
NGR, Kreuzkümmel, Kümmel, Whole Jeera Cumin 100g
Senfkörner, Senfsamen, braun,mustard seeds, Annam, 100g
Fenchelsamen, Fenchel, Saunf, TRS, 100g
TRS, Bockshornkleesamen, Methi Seeds, 100g
gesamt: 7,54 €
zzgl. VS: 3,95 €
------------------
550g Gewürze (ganz) für 11,49 €
bzw. 2,08 €
Ich muss nicht erwähnen, dass es bei uns in Hintertupfingen im Umkreis von 40 km keinen indischen oder arabische Laden gibt. :lol:

Cumin, damit meine ich das Pulver, wird ebenso wie Koriander mal fix in überschaubaren Mengen frisch in der Kaffemühle gemahlen (darf ruhig etwas grober sein). Dann hat es auch als Pulver ein gutes Aroma, dass sich in Saucen besser entfaltet als ganze Körner die manchmal auch stören.
Mörser verwenden wir aber auch und eben gerne mal das Anrösten in der Pfanne.
Alleine der zitronig frische Geruch von gemahlenem Koriander (Anbau im Garten ist recht einfach) ist es wert sich notfalls so eine kleine elektrische Mühle anzuschaffen. Ist dann halt auch ein Zeitfaktor, ob man immer den Mörser bemüht.

LG Spinnich :P
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AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Ja, der Koriander. Der ist bei mir irgendwie von selbst gewachsen, obwohl ich eigentlich Dill ausgesät hatte. :mrgreen:
Dill ist mir persönlich lieber, obwohl der im Balkonkasten eher kümmerlich gedeiht. Da muss ich mal überlegen, wie ich ein besseres Wachstum hinbekomme. Vorne an der Brüstung ist es recht windig und vielleicht liegt es auch am Thymian direkt daneben. Kann ja sein, die vertragen sich nicht richtig. Aber Gurkensalat ohne Dill....
Der Thymian gedeiht dagegen prima.

AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Mir ging das Brot aus und da habe ich beim Backen zum ersten Mal Bockshornkleesamen als Gewürz verwendet.
Erst im Mörser kleingestoßen und dann einfach dem Teig zugegeben. Das schmeckt schon sehr eigenartig, um es milde auszudrücken.
Man kann das Brot essen, gerade noch so. Ich habe aber das Gefühl, das zweite Brot nacheinander versaut zu haben, nachdem ich beim letzten Mal Mahlep benutzt habe, die getrockneten Samen von Prunus mahalep. Während letztere noch leicht mandalartig und irgendwie seltsam nach Marzipan schmecken, wobei das sehr positiv ausgedrückt ist, schmecken die Bockshornkleesamen einfach nur unangenehm. Ich werde aber im Frühling einen Topf damit ansäen, als letzte Chance.

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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Hallo,

ich backe heute Abend auch ein kleines Brot auf dem Pizzastein.
Das Buttermilchbrot hatte ich auch schon mehrfach in einem Brotbackgerät gebacken, aber diesmal wollte ich doch mal eine schönere Brotform und rundum gleichmäßig braun.

Rezept: 300 g Mehl (1050), 1/2 Dose Buttermilch (=250ml), 50g Weizensauer (2Tage angesetzt) und 1/2 Tr.-Hefe

Als Gewürze habe ich dazu gegeben: knapp einen 1TL Salz, 1EL gehackte Pistazien, 1 TL Sonneblumenkerne (geschrotet), 1/2 TL Sesamsamen, 1/2 TL Koriander (geschrotet), 1/2 TL grünen Pfeffer (fein geschrotet), ein paar Körner geschroteten Schwarzkümmel (Nigella), dito schwarzen Kreuzkümmel, sowie Kräuter der Provence, eine kleine Menge Kraut vom Bocksdornklee, eine ordentliche Menge gemahlenen Chili, dann noch eine kräftige Prise schwarzen Pfeffer. 8)

Eigentlich wollte ich noch ein Paar Stückchen schwarze Oliven zugeben, waren leider alle.
Ersatzweise grüne Oliven einzusetzen hat mir meine Gattin allerdings untersagt. :(

Mal sehen wie es gelingt, ihr dürft mir die Daumen drücken! :roll:

LG Spinnich :P
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Auf 300 g Mehl 'nen halben Gewürzladen. Das ist eine Menge.
Ich bin erst einmal vom Brotwürzen geheilt und verwende in Zukunft nur noch etwas Salz. Ausprobiert habe ich außer den oben genannten Gewürzen vor einer Weile mal eine Brotgewürzmischen aus dem Supermarkt. Naja, war auch nicht der Bringer, aber aus den Resten konnte ich dann noch ein paar Korianderpflanzen ziehen.

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