Winkel im Baum

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Windflüchter
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Winkel im Baum

Beitrag von Windflüchter » 13 Jan 2019, 20:43

Hallo zusammen,

ich habe diesen Baum hier im Wald entdeckt (Quercus sp.) und frage mich wirklich wie es ein Baum schafft so zu wachsen. Ich würde jetzt als erstes eine frühere Verletzung vermuten, aber irgendwie kann ich mir keinen Reim darauf bilden, wie das zu so einem Ergebnis führen kann.

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Hat vielleicht einer hier eine Erklärung für das merkwürdige Wachstum oder zumindest eine Vermutung wie es zu den zwei Winkeln im Baum gekommen sein könnte?

Schöne Grüße und vielen Dank für eure Meinungen,
Windflüchter

Yogibaer
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Re: Winkel im Baum

Beitrag von Yogibaer » 13 Jan 2019, 22:05

Bei Kiefern sieht man so etwas öfter, Ursache ist eine Beschädigung der Terminalknospe. Diese kann wie im "Tanzenden Wald durch Insekten entstehen aber auch durch mechanische oder thermische Einwirkungen. Bei dieser Eiche wurde zuerst die untere Terminalknospe zerstört und eine Seitenknospe entwickelte sich zum Spitzentrieb, in den nächsten Wachstumsperioden wid das achstum durch den Phototrophismus wieder nach oben gelenkt.
Gruß Yogi

Windflüchter
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Re: Winkel im Baum

Beitrag von Windflüchter » 14 Jan 2019, 18:39

Hallo Yogibaer,

vielen Dank für deine Erklärung.
Yogibaer hat geschrieben:
13 Jan 2019, 22:05
..., in den nächsten Wachstumsperioden wid das achstum durch den Phototrophismus wieder nach oben gelenkt.
Die Terminalknospe wurde also beschädigt, was mich jetzt nur wundert ist, dass der zweite Winkel im Baum dann so extreme und sogar ein spitzer Winkel ist. Auf weiteren Bildern zum Thema tanzende Bäume, wie hier z.B., wächst der Baum ja immer schön im Bogen wieder nach oben. Wurde die Terminalknospe bei meinem Exemplar eventuell ein weiteres Mal beschädigt oder kann der Baum die Richtung wirklich so abrupt wieder ändern?

Schöne Grüße,
Windflüchter

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LCV
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Re: Winkel im Baum

Beitrag von LCV » 14 Jan 2019, 22:05

Hallo,

ich vermute da 2 Ursachen. Zum einen strebt ein Baum normalerweise nach dem Licht.
Also geht er wieder nach oben. Man weiß auch nicht, wie die Lichtverhältnisse zum
Zeitpunkt der 2. Umlenkung waren. Da war der Baum ja erst um 1,50 m hoch und evtl.
stand da jede Menge Unterholz ringsum, das inzwischen entfernt wurde.
Zum anderen sieht man weiter oben weitere Knicke, die aber weniger drastisch ausfielen.
Unter Idealbedingungen wächst der Baum kerzengerade nach oben. Dann stimmt auch die
Statik zwischen Wurzeln, Stamm und Krone. Durch derartige Störungen muss der Baum
ausgleichen und wächst dann so unregelmäßig. Damit wird verhindert, dass der Baum
leicht umstürzt.

Gruß Frank

Yogibaer
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Re: Winkel im Baum

Beitrag von Yogibaer » 16 Jan 2019, 16:00

Windflüchter hat geschrieben:
14 Jan 2019, 18:39
Auf weiteren Bildern zum Thema tanzende Bäume, wie hier z.B., wächst der Baum ja immer schön im Bogen wieder nach oben. Wurde die Terminalknospe bei meinem Exemplar eventuell ein weiteres Mal beschädigt oder kann der Baum die Richtung wirklich so abrupt wieder ändern?
Kiefern haben, im Gegensatz zu Eichen, in der Regel ein längeres Internodium (Abstand zwischen den Knospen) daher können sie sich besser zum Licht biegen. Bei der Eiche könnte sich eine Nebenknospe am 2. Knick als Terminalknospe entwickelt haben. Das ist aber nur eine Vermutung den genauen Sachverhalt kann man nicht mehr nachvollziehen.
Gruß Yogi

Windflüchter
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Re: Winkel im Baum

Beitrag von Windflüchter » 16 Jan 2019, 17:22

Yogibaer hat geschrieben:
16 Jan 2019, 16:00
Das ist aber nur eine Vermutung den genauen Sachverhalt kann man nicht mehr nachvollziehen.
Ja wie schade, dass die Bäume nicht mit uns sprechen können :P
Die Vermutung finde ich auf jeden Fall sehr plausibel, so könnte ich mir das Geschehene auch vorstellen.

Vielen Dank an euch beiden für die Erklärungen,
Windflüchter

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