Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
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Chelterrar
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Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Moin Liebe Baumkundler,
Ich würde gerne ein wenig mehr über die Eignung verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide wissen. Dabei sind mir persönlich wichtige Parameter , ob diese Sträucher überhaupt beflogen werden, wie die Pollen und Nektarmenge ausschaut, ob die Blühzeitpunkte außerhalb der Konkurenz besseren Angebots liegen und was eure persönlichen Erfahrungen mit einiger dieser Pflanzen in puncto Bienen/Hummeln sind.
Folgende Gehöze stelle ich zur Diskussion:
Perlmuttstrauch Kolkwitzia amabilis
Zierliche Deutzie Deutzia gracilis
Liebliche Weigelie Weigela florida
Schneeforsythie Abeliophyllum distichum
Europäischer Pfeifenstrauch Philiadelphus coronarius
Belgischer Spierstrauch Spiraea × vanhouttei
Radspiere Exochorda racemosa
Koreanische Abelie Abelia mosaenensis
Japanischer Papierbusch Edgeworthia chrysantha
Herrlicher Losstrauch Clerodendrum bungei
Sieben Söhne des Himmels Strauch Heptacodium miconioides
Seidenbaum Albizia julibrissin
Paternosterbaum Melia azedarach
Frühlingstamariske Tamarix parviflora
LG Chelterrar
Ich würde gerne ein wenig mehr über die Eignung verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide wissen. Dabei sind mir persönlich wichtige Parameter , ob diese Sträucher überhaupt beflogen werden, wie die Pollen und Nektarmenge ausschaut, ob die Blühzeitpunkte außerhalb der Konkurenz besseren Angebots liegen und was eure persönlichen Erfahrungen mit einiger dieser Pflanzen in puncto Bienen/Hummeln sind.
Folgende Gehöze stelle ich zur Diskussion:
Perlmuttstrauch Kolkwitzia amabilis
Zierliche Deutzie Deutzia gracilis
Liebliche Weigelie Weigela florida
Schneeforsythie Abeliophyllum distichum
Europäischer Pfeifenstrauch Philiadelphus coronarius
Belgischer Spierstrauch Spiraea × vanhouttei
Radspiere Exochorda racemosa
Koreanische Abelie Abelia mosaenensis
Japanischer Papierbusch Edgeworthia chrysantha
Herrlicher Losstrauch Clerodendrum bungei
Sieben Söhne des Himmels Strauch Heptacodium miconioides
Seidenbaum Albizia julibrissin
Paternosterbaum Melia azedarach
Frühlingstamariske Tamarix parviflora
LG Chelterrar
Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Meine Erfahrungen:
Weigelia floribunda: geringes Interesse bei Bienen und Hummeln.
Spiraea × vanhouttei : null, nada, nothing ist total steril und vollkommen uninteressant für Insekten. Bei mir vor dem Fenster steht eine große Hecke und ich ärgere mich immer zur Blütezeit, weil das vollkommen nutzlos für Insekten ist.
Weigelia floribunda: geringes Interesse bei Bienen und Hummeln.
Spiraea × vanhouttei : null, nada, nothing ist total steril und vollkommen uninteressant für Insekten. Bei mir vor dem Fenster steht eine große Hecke und ich ärgere mich immer zur Blütezeit, weil das vollkommen nutzlos für Insekten ist.
Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Buddleja wird bei uns von Bienen und Schmetterlingen angeflogen.
Tetradium daniellii ist auch nicht schlecht.
Für den Spätsommer/Herbst Styphnolobium japonicum (dieses Jahr allerdings viel früher als sonst).
Langsam kommt der Efeu.
Grundsätzlich, möglichst keine gefüllten Blüten, auch wenn die schön aussehen. Da kommen die Bienen schlecht heran an den Nektar.
Tetradium daniellii ist auch nicht schlecht.
Für den Spätsommer/Herbst Styphnolobium japonicum (dieses Jahr allerdings viel früher als sonst).
Langsam kommt der Efeu.
Grundsätzlich, möglichst keine gefüllten Blüten, auch wenn die schön aussehen. Da kommen die Bienen schlecht heran an den Nektar.
Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Hallo,
deine konkreten Fragen zu den Gehölzen als Bienenweide kann ich leider auch nicht beantworten, dafür müsste man exakt diese selbst im Garten haben und langfristig beobachtet haben.
Aber das, was bisher allg. gesagt wurde, kann ich nur bestätigen.
Hin und wieder habe ich (außer in Obstgehölzen im Frühjahr) auffälliges "Gesummse" in einem Zierbaum gehört, dazu fiel mir jetzt spontan auch Tetradium ein (kenne nur einen Baum in der Nachbarschaft), aber auch Aralia elata und Koelreuteria paniculata ein - letztere blüht ja auch besonders spät.
Wenn man diese Namen im Zusammenhang mit "Bienenweide" sucht, dann wird dieser Eindruck auch bestätigt.
Im Prinzip könntest du auch alle deine genannten Arten so suchen ... wenn es dann gar keinen Treffer gibt, dann ist die Pflanze für Bienen und Hummeln wohl nicht so interessant.
Witzig am Rande:
ich suchte im Sommer eine Neubepflanzung für zwei normal-große Töpfe, die an der Balkonbrüstung hängen. Im Garten-Center (Innenraum - aber mit Verbindung nach draußen) standen diverse Pflanzen, darunter blaublühender Salbei ('Mystic Spire') - da flogen im Laden (!) zig Hummeln begeistert herum - und nur auf diese Pflanzen.. Das hat mir gefallen ...
Inzwischen sind die ersten langen 'Spires' zwar verblüht, aber es gab reichlich Neubildung - erst kamen nur die Hummeln (weil es noch viel anderes gab), jetzt erst sehe ich verstärkt Bienen daran. Die Bienen haben eher Probleme, die tiefe Blüte "zu erkunden", sie verschwinden fast darin und sind viel länger beschäftigt als die größeren Hummeln.
deine konkreten Fragen zu den Gehölzen als Bienenweide kann ich leider auch nicht beantworten, dafür müsste man exakt diese selbst im Garten haben und langfristig beobachtet haben.
Aber das, was bisher allg. gesagt wurde, kann ich nur bestätigen.
Hin und wieder habe ich (außer in Obstgehölzen im Frühjahr) auffälliges "Gesummse" in einem Zierbaum gehört, dazu fiel mir jetzt spontan auch Tetradium ein (kenne nur einen Baum in der Nachbarschaft), aber auch Aralia elata und Koelreuteria paniculata ein - letztere blüht ja auch besonders spät.
Wenn man diese Namen im Zusammenhang mit "Bienenweide" sucht, dann wird dieser Eindruck auch bestätigt.
Im Prinzip könntest du auch alle deine genannten Arten so suchen ... wenn es dann gar keinen Treffer gibt, dann ist die Pflanze für Bienen und Hummeln wohl nicht so interessant.
Witzig am Rande:
ich suchte im Sommer eine Neubepflanzung für zwei normal-große Töpfe, die an der Balkonbrüstung hängen. Im Garten-Center (Innenraum - aber mit Verbindung nach draußen) standen diverse Pflanzen, darunter blaublühender Salbei ('Mystic Spire') - da flogen im Laden (!) zig Hummeln begeistert herum - und nur auf diese Pflanzen.. Das hat mir gefallen ...
Inzwischen sind die ersten langen 'Spires' zwar verblüht, aber es gab reichlich Neubildung - erst kamen nur die Hummeln (weil es noch viel anderes gab), jetzt erst sehe ich verstärkt Bienen daran. Die Bienen haben eher Probleme, die tiefe Blüte "zu erkunden", sie verschwinden fast darin und sind viel länger beschäftigt als die größeren Hummeln.
Viele Grüße von bee
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Baumbart87
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Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Im Frühling ist die erste Wahl ganz klar Kirschpflaume. Gefolgt von Schlehe und Pflaume- die gehen immer! Übergehend dann natürlich alle Obstgehölze, die dann im Frühsommer von den Leguminosen wie Ginster etc. abgelöst werden, worauf sich die Linden anschließen, die bis in den Sommer hinein blühen, wenn man zwei/ drei Arten kombiniert.
Was Weiden angeht: Ich habe viele, aber irgendwie stelle ich da nie DEN Beflug vor, wie immer angepriesen wird. Entweder gibt es hier in der Gegend zuviele Weiden, so dass nur wenige Bienen/ Insekten pro Baum kommen, oder die sind doch nicht so der Hit.
Von Bäumen aber mal ganz abgesehen hilft es vor allem im Erstfrühling, wenn man viele Krokusse hat. Wir haben etwa 20 m² Krokuswiese, und die ist eins der ersten Highlights im Jahr, für Bienen wie auch Hummeln.
Deine vorgeschlagenen Gehölze erachte ich alle als relativ wertlos, was nun wirklich lohnende Tracht für Bienen und Co. angeht. Die meisten sind eingeführte Zierpflanzen, mit denen die heimische Insektenwelt nicht viel anfangen kann. Und die heimischen/ europäischen wie zB Philadelphus werden zwar mal genommen, sind aber auch nicht die erste Wahl.
Was Weiden angeht: Ich habe viele, aber irgendwie stelle ich da nie DEN Beflug vor, wie immer angepriesen wird. Entweder gibt es hier in der Gegend zuviele Weiden, so dass nur wenige Bienen/ Insekten pro Baum kommen, oder die sind doch nicht so der Hit.
Von Bäumen aber mal ganz abgesehen hilft es vor allem im Erstfrühling, wenn man viele Krokusse hat. Wir haben etwa 20 m² Krokuswiese, und die ist eins der ersten Highlights im Jahr, für Bienen wie auch Hummeln.
Deine vorgeschlagenen Gehölze erachte ich alle als relativ wertlos, was nun wirklich lohnende Tracht für Bienen und Co. angeht. Die meisten sind eingeführte Zierpflanzen, mit denen die heimische Insektenwelt nicht viel anfangen kann. Und die heimischen/ europäischen wie zB Philadelphus werden zwar mal genommen, sind aber auch nicht die erste Wahl.
Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Die Bienen, Wespen, Hummeln, Schwebfliegen und andere sind nach meinen Beobachtungen ganz verrückt auf die Blüten meines Euonymus fortunei 'Silver Queen', der üblicherweise früher oft an Grabsteine gepflanzt, in einer passenden Hausecke durchaus mehrere Meter hoch und auch ausladend wächst.
Auch andere Euonymus Arten, wie der attraktive Euonymus alatus gelten als Bienenweide.
Völlig unauffällige Blüten, wie die von Johannisbeeren und von Weinstöcken sind ebenfalls für Bienen (Hummeln) unwiderstehlich, auch wenn für uns deren Blüte so gar nicht attraktiv wirkt.
Einige Halbsträucher aber auch manche einjährige Blütenpflanzen wie der im Hochsommer blühende Ysop, der von Frühsommer bis Herbst blühende Ackerrittersporn und das spät und ausdauernd blühende Bergbohnenkraut ziehen auch Hummeln, Bienen und Falter magnetisch an und spenden gerade in der mageren Zeit genug Nektar.
LG Spinnich
Auch andere Euonymus Arten, wie der attraktive Euonymus alatus gelten als Bienenweide.
Völlig unauffällige Blüten, wie die von Johannisbeeren und von Weinstöcken sind ebenfalls für Bienen (Hummeln) unwiderstehlich, auch wenn für uns deren Blüte so gar nicht attraktiv wirkt.
Einige Halbsträucher aber auch manche einjährige Blütenpflanzen wie der im Hochsommer blühende Ysop, der von Frühsommer bis Herbst blühende Ackerrittersporn und das spät und ausdauernd blühende Bergbohnenkraut ziehen auch Hummeln, Bienen und Falter magnetisch an und spenden gerade in der mageren Zeit genug Nektar.
LG Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -
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Chelterrar
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Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Moin,
Gut, dass die meisten von den genannten Gehölzen nicht mit den Pollen und Nektarwerten einer Robinie oder einer Samthaarigen Stinkesche mithalten können, habe ich schon geahnt. Ich habe die Frage wohl ein wenig schlecht gestellt
.
Demnach war für mich eigentlich nur entscheidend, ob sie überhaupt beflogen werden und wie stark.
Ich habe nämlich vor, einige dieser Sträucher mit ungefüllten Blüten zu pflanzen, Jedoch möchte ich, dass diese neben dem Zierwert auch den Hummeln, Bienen oder anderen Insekten einen Mehrwert bieten. Krasses Beispiel wäre die Forsythie, welche überhaupt nicht beflogen wird, da sie weder Pollen noch Nektar produzieren und für die Insektenwelt keinen Wert besitzt. Völlig gegensätzlich dazu ist der Lavendel, dieser wurde täglich über Wochen ständig von Hummeln beflogen und war schön anzuschauen.
Also ist meine Frage nun viel eher, ist der genannte Strauch eher eine Forsythie, die nie beflogen wird oder ist es ein Lavendel, der sobald er blüht stark beflogen wird. Oder ist es gar etwas dazwischen, was immerhin ein wenig beflogen wird.
So weiß ich jetzt schon, dass der Belgische Spierstrauch wohl eher wie eine Forsythie ist, da er laut AndreasG. nie beflogen wird und daher wohl auch keine Pollen und Nektarwerte aufweißt. Diesen würde ich deshalb schon mal eher nicht pflanzen.
Es geht mir auch eher nur um Erfahrungswerte, es reicht mir, wenn grob gesagt werden kann, dass da schon mal Insekten daran gesichtet wurden.
Ich werfe übrigens noch den Syringa vulgaris rein, denn im Netz liest man Gegensätzliches, einerseits für Bienen komplett wertlos, anderseits für Hummeln ein wahres Paradies. Was habt ihr gesehen?
LG Chelterrar
Gut, dass die meisten von den genannten Gehölzen nicht mit den Pollen und Nektarwerten einer Robinie oder einer Samthaarigen Stinkesche mithalten können, habe ich schon geahnt. Ich habe die Frage wohl ein wenig schlecht gestellt
Demnach war für mich eigentlich nur entscheidend, ob sie überhaupt beflogen werden und wie stark.
Ich habe nämlich vor, einige dieser Sträucher mit ungefüllten Blüten zu pflanzen, Jedoch möchte ich, dass diese neben dem Zierwert auch den Hummeln, Bienen oder anderen Insekten einen Mehrwert bieten. Krasses Beispiel wäre die Forsythie, welche überhaupt nicht beflogen wird, da sie weder Pollen noch Nektar produzieren und für die Insektenwelt keinen Wert besitzt. Völlig gegensätzlich dazu ist der Lavendel, dieser wurde täglich über Wochen ständig von Hummeln beflogen und war schön anzuschauen.
Also ist meine Frage nun viel eher, ist der genannte Strauch eher eine Forsythie, die nie beflogen wird oder ist es ein Lavendel, der sobald er blüht stark beflogen wird. Oder ist es gar etwas dazwischen, was immerhin ein wenig beflogen wird.
So weiß ich jetzt schon, dass der Belgische Spierstrauch wohl eher wie eine Forsythie ist, da er laut AndreasG. nie beflogen wird und daher wohl auch keine Pollen und Nektarwerte aufweißt. Diesen würde ich deshalb schon mal eher nicht pflanzen.
Es geht mir auch eher nur um Erfahrungswerte, es reicht mir, wenn grob gesagt werden kann, dass da schon mal Insekten daran gesichtet wurden.
Ich werfe übrigens noch den Syringa vulgaris rein, denn im Netz liest man Gegensätzliches, einerseits für Bienen komplett wertlos, anderseits für Hummeln ein wahres Paradies. Was habt ihr gesehen?
LG Chelterrar
Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Flieder ist bestenfalls für einige Schmetterlinge interessant.
An der Weigelie habe ich nur sehr selten mal eine Hummel gesehen, Bienen nie.
Manchmal (häufig) hängt die Nektarbildung auch von der Wasserversorgung der Pflanzen ab. In trockenen Frühjahren hatte ich am Kirschbaum keinerlei Insektenbesuch, ebenso an der Pflaume und anschließend nur wenig bis keine Früchte (trotz Blüte). In "normalen" Jahren sind diese Arten durchaus attraktiv. Man kann also keine endgültige Aussage nach nur einer Saison treffen, sondern muss über einen längeren Zeitraum beobachten. Außerdem muss man darauf achten, was in der Umgebung sonst im Angebot ist. Insbesondere Honigbienen wählen die Tracht, die am meisten bringt. Wenn irgendwo ein Rapsfeld blüht, lassen sie alles andere links liegen und fliegen dorthin, ebenso zur Kastanie- oder Lindenblüte.
Zu den anderen aufgeführten Arten kann ich nichts weiter sagen. Zum größten Teil kenne ich die nicht aus eigener Anschauung.
Ich würde aber empfehlen, auf "bewährte" Arten zurückzugreifen, und nicht unbedingt Exoten zu pflanzen, wenn du etwas für die heimische Insektenwelt tun willst. Ein Wahnsinns-Magnet für Bienen und Hummeln ist die sehr zeitig blühende Kirschpflaume (Prunus cerasifera). Die liefert für zwei bis drei Wochen sehr viel Nektar + Pollen und blüht, wie erwähnt, bereits Ende März. Weitere für Insekten attraktive Blütensträucher liefert dir Tante Google.
An der Weigelie habe ich nur sehr selten mal eine Hummel gesehen, Bienen nie.
Manchmal (häufig) hängt die Nektarbildung auch von der Wasserversorgung der Pflanzen ab. In trockenen Frühjahren hatte ich am Kirschbaum keinerlei Insektenbesuch, ebenso an der Pflaume und anschließend nur wenig bis keine Früchte (trotz Blüte). In "normalen" Jahren sind diese Arten durchaus attraktiv. Man kann also keine endgültige Aussage nach nur einer Saison treffen, sondern muss über einen längeren Zeitraum beobachten. Außerdem muss man darauf achten, was in der Umgebung sonst im Angebot ist. Insbesondere Honigbienen wählen die Tracht, die am meisten bringt. Wenn irgendwo ein Rapsfeld blüht, lassen sie alles andere links liegen und fliegen dorthin, ebenso zur Kastanie- oder Lindenblüte.
Zu den anderen aufgeführten Arten kann ich nichts weiter sagen. Zum größten Teil kenne ich die nicht aus eigener Anschauung.
Ich würde aber empfehlen, auf "bewährte" Arten zurückzugreifen, und nicht unbedingt Exoten zu pflanzen, wenn du etwas für die heimische Insektenwelt tun willst. Ein Wahnsinns-Magnet für Bienen und Hummeln ist die sehr zeitig blühende Kirschpflaume (Prunus cerasifera). Die liefert für zwei bis drei Wochen sehr viel Nektar + Pollen und blüht, wie erwähnt, bereits Ende März. Weitere für Insekten attraktive Blütensträucher liefert dir Tante Google.
Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Hallo Chelterrar,
aus der Liste Deiner angefragten Arten kann ich nur zur Kolkwitzia beitragen, dass sie stark von Bienen besucht wird!
Gruß
Stefan
aus der Liste Deiner angefragten Arten kann ich nur zur Kolkwitzia beitragen, dass sie stark von Bienen besucht wird!
Gruß
Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)
https://baum-des-tages.blogspot.de/
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Chelterrar
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Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Moin AndreasG.
Von den "Heimischen" Sachen habe ich schon das Meiste schon im Garten. Schwarzer Holunder, Roter Hartriegel, Schlehe, Haferpflaume, Kirsche, Apfel, Kornelkirsche usw.
Deswegen interessiere ich mich ja auch so ein bisschen für die Sachen, die ich noch nicht habe und da ich noch ein paar sonnige Standorte und ein paar lichtschattige Ecken habe, fand ich die Arten ganz ansprechend.
Stefan:
Ok, dann ist die Kolkwitzie schon mal als bienenfreundliche Option notiert.
LG Chelterrar
Von den "Heimischen" Sachen habe ich schon das Meiste schon im Garten. Schwarzer Holunder, Roter Hartriegel, Schlehe, Haferpflaume, Kirsche, Apfel, Kornelkirsche usw.
Deswegen interessiere ich mich ja auch so ein bisschen für die Sachen, die ich noch nicht habe und da ich noch ein paar sonnige Standorte und ein paar lichtschattige Ecken habe, fand ich die Arten ganz ansprechend.
Stefan:
Ok, dann ist die Kolkwitzie schon mal als bienenfreundliche Option notiert.
LG Chelterrar
Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Versuch's doch mal mit der Marone/Esskastanie (Castanea sativa). Das dauert zwar ein paar Jahre bis zur Blüte, ist aber ein sehr aparter, kleiner Baum. Ebenfalls sehr hübsch und ein Renner bei Bienen, die Strauchkastanie (Aesculus parviflora). Mit etwas Glück findet man jetzt um diese Zeit Samen (Kastanien) in Parks und Grünanlagen.Chelterrar hat geschrieben: ↑16 Sep 2018, 16:58Moin AndreasG.
Von den "Heimischen" Sachen habe ich schon das Meiste schon im Garten. Schwarzer Holunder, Roter Hartriegel, Schlehe, Haferpflaume, Kirsche, Apfel, Kornelkirsche usw.
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Chelterrar
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Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Die Esskastanie ist auf jeden Fall ein guter Tipp, Ich schaue mal, ob es vielleicht auch kleinere Sorten gibt.
LG Chelterrar
LG Chelterrar
Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Welcome back, Andreas
Bei Castanea sativa hätte ich aber zwei Anmerkungen.
Klein ist relativ. Angabe bis 30 m, in Wäldern sogar höher (Südpfalz z.B.).
Ob der Baum aber mit dem Klima in Wilhelmshaven klar kommt, müsste man probieren.
Bei Castanea sativa hätte ich aber zwei Anmerkungen.
Klein ist relativ. Angabe bis 30 m, in Wäldern sogar höher (Südpfalz z.B.).
Ob der Baum aber mit dem Klima in Wilhelmshaven klar kommt, müsste man probieren.
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Bienenwerkstatt
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- Registriert: 21 Sep 2018, 12:37
Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Bei der Strauchkastanie (Aesculus parviflora) käme noch die interressante Blütezeit für Bienen hinzu. Juli-August. Besonders in urbanen Gebieten, da hier meist nach der Linde nichts mehr los ist. (zumindest in Wien.)
LG Heinz
LG Heinz
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Chelterrar
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Re: Wertigkeit verschiedener Gehölze als Bienen/Hummelweide
Nun gut, der Sieben Söhne des Himmels Strauch blüht sogar von August bis Oktober, was ja noch besser für Bienen und Hummeln wäre, oder?
LG Chelterrar
LG Chelterrar