Ich wollte Euch heute die Meldung des zweiten "Sachverständigen" melden. Bei der Beschau war ich ja leider nicht anwesend.
Er habe den Stamm und die Rinde betrachtet, geklopft, die Formation angesehen und gesagt "der Baum kann bleiben". Man müsse fachmännisch runterschneiden, mit dem Ziel das Übergewicht, dass sich in der Krone gebildet hat zu minimieren.
Wann und wie genau geschnitten werden soll, weiß ich noch nicht. Ich kriege da noch genauer Bericht und kann ja jetzt Dank Euch "gewaltig mithusten" bzw. mit aufpassen - keine Motorsäge u.s.w. Ich bin über Nacht eine echte Baum-Löwen-Mutter geworden.
Der Herr sagt, wenn der Baum fällt, was man natürlich nie ausschließen kann, dann fällt er genau in meinen Garten, weil er schief zu meinem Garten hin steht. Da wo er hinfiele, ist nur Wiese und Hecke. Also im schlimmsten Fall bin nur ich platt wie eine Briefmarke - und das Risiko würde ich zunächst für mich in Kauf nehmen.
Ich hatte Tränen in den Augen und Gänsehaut zugleich, als ich das alles hörte - noch eine Chance, wenigstens für eine gewisse Zeit, für meine Robinie. Der Baum hatte es mir sofort angetan.
Liebe Grüße an alle Mitleser
Alice
Zwieselbruch an alter Robinie. Fällung?
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Cryptomeria
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Re: Zwieselbruch an alter Robinie. Fällung?
Na, das hört sich doch ganz gut an. Dann wünsche ich dir viel Erfolg und Glück mit deiner Robinie. Wahrscheinlich musst du in einigen Jahren wieder kappen lassen, aber dann bist du ja auch schon eine alte Füchsin und hast Erfahrung. Wenn sie geschnitten ist, fällt sie nicht so schnell. Da würde ich mir nicht so viele Sorgen machen.
VG Wolfgang
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
Re: Zwieselbruch an alter Robinie. Fällung?
Huhu,
je nach dem, was der zweite als Schnitt empfielt, kann aber doch ne Kettensäge erlaubt sein. Schnitte ab 5cm Querschnitt sind Kettensägensache, aber warten wir mal ab, was er schreibt.
Dadurch, dass das ein "Reparaturschnitt" wird, bewegen wir uns eventuell im Bereich des Kronensicherungsschnittes und in dem Rahmen wären auch Schnitte über 5cm erlaubt und damit auch die Kettensäge. Solche Schnitte wären bei einem gesunden Baum i.d.R. lebensverkürzend, bei einem derart geschädigten wie deinem kann sowas aber die Lebenserwartung verlängern.
Das klingt widersinnig? Ein zu großer Schnitt schafft eine dauerhafte oder wenigstens sehr lange offen stehende Eintrittspforte für Pilze, auch wird dabei sehr altes und wehrloses Holz offengelegt. So ein Pilz kommt aber nicht heute und legt dann morgen den Baum um (jaja, der Hallimasch macht das doch, aber der ist wurzelbürtig, kommt also nicht über die offenliegende Wunde irgendwo da oben) ... so ein Pilz muß ersrtmal ankommen, es sich gemütlich machen, größer werden, noch größer werden ... es gehen schonmal einige Jahre ins Land, bis wir von außen bemerken, daß da überhaupt ein Pilz ist ... bis der sich dann so breit im Baum gemacht hat, dass er ernsthaften Schaden anrichten kann, hat der Pilz unten schon lange den Baum umgelegt. So kann es sinnvoll sein, eine eigentlich zu große Wunde oben zu verursachen, wenn der Baum und vorallem die Schwachstelle unten dadurch entlastet wird und dadurch nicht so schnell bricht oder der ganze Baum umfällt.
Edith meint übrigens noch, dass ich nicht das Interesse an diesem Thread verloren habe, falls ich nächste Woche einfach nicht mehr antworte ... ich bin da auf einem kleinen gemütlichen Musikfestival in Wacken.
je nach dem, was der zweite als Schnitt empfielt, kann aber doch ne Kettensäge erlaubt sein. Schnitte ab 5cm Querschnitt sind Kettensägensache, aber warten wir mal ab, was er schreibt.
Dadurch, dass das ein "Reparaturschnitt" wird, bewegen wir uns eventuell im Bereich des Kronensicherungsschnittes und in dem Rahmen wären auch Schnitte über 5cm erlaubt und damit auch die Kettensäge. Solche Schnitte wären bei einem gesunden Baum i.d.R. lebensverkürzend, bei einem derart geschädigten wie deinem kann sowas aber die Lebenserwartung verlängern.
Das klingt widersinnig? Ein zu großer Schnitt schafft eine dauerhafte oder wenigstens sehr lange offen stehende Eintrittspforte für Pilze, auch wird dabei sehr altes und wehrloses Holz offengelegt. So ein Pilz kommt aber nicht heute und legt dann morgen den Baum um (jaja, der Hallimasch macht das doch, aber der ist wurzelbürtig, kommt also nicht über die offenliegende Wunde irgendwo da oben) ... so ein Pilz muß ersrtmal ankommen, es sich gemütlich machen, größer werden, noch größer werden ... es gehen schonmal einige Jahre ins Land, bis wir von außen bemerken, daß da überhaupt ein Pilz ist ... bis der sich dann so breit im Baum gemacht hat, dass er ernsthaften Schaden anrichten kann, hat der Pilz unten schon lange den Baum umgelegt. So kann es sinnvoll sein, eine eigentlich zu große Wunde oben zu verursachen, wenn der Baum und vorallem die Schwachstelle unten dadurch entlastet wird und dadurch nicht so schnell bricht oder der ganze Baum umfällt.
Edith meint übrigens noch, dass ich nicht das Interesse an diesem Thread verloren habe, falls ich nächste Woche einfach nicht mehr antworte ... ich bin da auf einem kleinen gemütlichen Musikfestival in Wacken.
Re: Zwieselbruch an alter Robinie. Fällung?
Hallo Hessekopp,
danke für Deinen Rat. Also der zweite Berater meinte, ordentlich runterschneiden. Viel mehr hat er nicht geäußert.
Ich fragte noch, geht das erst im Oktober mit dem Rückschnitt, so wie der Andere es sagte. Er meinte, die Robinie sei so vital, dass sie das wegsteckt, wenn es gleich stattfände. Jetzt weiß ich wieder nicht was ich machen soll. Ich habe jetzt alles gehört: Gleich, Oktober, nach den starken Frösten im Frühjahr. Tja. Ich denke im Sinne einer Risikominimierung sollte es baldigst sein?
Frage zu Deinen letzten Ausführungen bez. Pilz: Kann man denn nicht ein Schutz-Mittel auf die großen Wunden schmieren nach dem Rückschnitt, damit kein Pilz reinkommt? Gibt es da gar nichts?
Und was meinst Du, was mich erwartet nach dem starken Rückschnitt (Du meintest ja, nur da wo eh schon damals geschnitten wurde, soll geschnitten werden - sprich nur Astwerk was danach neu ausgetrieben war)? Muss ich mit einer SEHR starken Zunahme von Schösslingen rechnen? Die Noch-Besitzerin des Garten sagte mir, dass der Baum bei ihr im Garten und beim Nachbarn viele Schlösslinge gemacht hat und stetig macht, besonders seit er vor 2 Jahren ungefähr zurückgeschnitten wurde. Invasion zu erwarten? Kann man das stoppen, in dem man ein paar Schösslinge wachsen lässt? Vielleicht gibt der Baum dann eher Ruhe?
Ich lese auch sonst überall, dass Robinien wie verrückt Wachstum machen, wenn Sie zurückgeschnitten wurden (ja, ich weiß, so groß wie die Wurzel ist, so groß will der Baum wieder werden mit aller Macht - ich hab was gelernt hier!!!). Worauf ich hinaus will: Wenn geschnitten wird, produziert der Baum wieder viel Masse und es kommt vielleicht erst Recht zu Übergewicht und Stammbruch.
Jetzt schneiden? Nur das Neue kappen oder Mal ordentlich tiefer runter schneiden? Schutzmittel auf die Wunden? 1 Million Schlösslinge?
Ich hätte nicht gedacht, dass man sich so vielen Fragen widmen muss.
Ich stelle bald einen neuen Fall ein. Eine anderer Koniferen????-Baum - er bräunt ...
Noch bevor ich im Garten eingezogen bin, sooo viele Fälle.
Liebe Grüße
Alice
danke für Deinen Rat. Also der zweite Berater meinte, ordentlich runterschneiden. Viel mehr hat er nicht geäußert.
Ich fragte noch, geht das erst im Oktober mit dem Rückschnitt, so wie der Andere es sagte. Er meinte, die Robinie sei so vital, dass sie das wegsteckt, wenn es gleich stattfände. Jetzt weiß ich wieder nicht was ich machen soll. Ich habe jetzt alles gehört: Gleich, Oktober, nach den starken Frösten im Frühjahr. Tja. Ich denke im Sinne einer Risikominimierung sollte es baldigst sein?
Frage zu Deinen letzten Ausführungen bez. Pilz: Kann man denn nicht ein Schutz-Mittel auf die großen Wunden schmieren nach dem Rückschnitt, damit kein Pilz reinkommt? Gibt es da gar nichts?
Und was meinst Du, was mich erwartet nach dem starken Rückschnitt (Du meintest ja, nur da wo eh schon damals geschnitten wurde, soll geschnitten werden - sprich nur Astwerk was danach neu ausgetrieben war)? Muss ich mit einer SEHR starken Zunahme von Schösslingen rechnen? Die Noch-Besitzerin des Garten sagte mir, dass der Baum bei ihr im Garten und beim Nachbarn viele Schlösslinge gemacht hat und stetig macht, besonders seit er vor 2 Jahren ungefähr zurückgeschnitten wurde. Invasion zu erwarten? Kann man das stoppen, in dem man ein paar Schösslinge wachsen lässt? Vielleicht gibt der Baum dann eher Ruhe?
Ich lese auch sonst überall, dass Robinien wie verrückt Wachstum machen, wenn Sie zurückgeschnitten wurden (ja, ich weiß, so groß wie die Wurzel ist, so groß will der Baum wieder werden mit aller Macht - ich hab was gelernt hier!!!). Worauf ich hinaus will: Wenn geschnitten wird, produziert der Baum wieder viel Masse und es kommt vielleicht erst Recht zu Übergewicht und Stammbruch.
Jetzt schneiden? Nur das Neue kappen oder Mal ordentlich tiefer runter schneiden? Schutzmittel auf die Wunden? 1 Million Schlösslinge?
Ich hätte nicht gedacht, dass man sich so vielen Fragen widmen muss.
Ich stelle bald einen neuen Fall ein. Eine anderer Koniferen????-Baum - er bräunt ...
Noch bevor ich im Garten eingezogen bin, sooo viele Fälle.
Liebe Grüße
Alice
Re: Zwieselbruch an alter Robinie. Fällung?
Hallo,
schade, ich hätte mir von dem zweiten Berater mehr erwartet, wenigstens eine Schnittanweisung nach ZTV-Baumpflege hätte drin sein müssen ... ich hoffe, der war nicht teuer. Ja, ich hätte auch "wichtig" im Bereich des Bruches rumgeklopft, aber nur aus eigenem Interesse, denn gerade bei älteren Robinien ist die "Hammer"-Diagnose meist bestenfalls Anlass zu einer eingehenden Untersuchung und irgendwie klingen die immer etwas hohl bis komisch wegen ihrer luftigen Borke. Die Aussage mit der Vitalität ist zudem Blödsinn. Ein Baum hat einen Eingriff nicht schadlos überstanden, nur weil er im kommenden Jahr wieder schön austreibt. Im Baumkontrolleurs-Jodeldiplom-Kurs hatten wir einen schicken kleinen Buchenhain. Es hatte sich ein Trampelpfad quer durch ihn gebildet - gesäumt von Riesenporling. Den Trampelpfad gab es seit etwa 10-15 Jahren und in etwa genau so lange braucht ein Riesenporling an Buchen schon mal, bis er Fruchtkörper schiebt. Wer denkt nach 15 Jahren noch dran, dass der schon "ewig" existierende Trampelpfad für den Pilzbefall verantwortlich ist?
Dann mal zu deinen Fragen ...
die Oktobergrenze hat gar nichts mit deinem Baum zu tun sondern resultiert aus dem Bundes-Naturschutzgesetz, welches wegen Nist- und Brutschutz starke Rückschnitte an Gehölzen vom 01. März bis 30. September verbietet. Ausgenommen sind dabei Bäume, die NICHT bewohnt sind (es geht nicht nur um Nester) und die in u.a. Kleingärten stehen ... deiner wäre also draußen, wenn da keiner haust.
Wann wollen wir denn nun schneiden ... der Gärtner im Herbst oder Winter, weil er da am meisten Zeit hat
... der Baum sieht das aber u.U. anders.
Wann schneidet man denn einen Baum NICHT?
Die letzte Zeit vor dem Laubfall sammelt ein Baum Energiereserven für den Winter. Schneide ich ihm also ab Mitte/Ende August zu viele Blätter ab, geht er geschwächt in den Winter und danach im Frühjahr in den Austrieb.
Im Laubfall zieht der Baum das Chlorophyll, welches für ihn nur sehr energieintensiv herzustellen ist, aus den Blättern, um es im Frühjahr für die neuen Blätter zu benutzen ... davon will ich ihm also auch nicht zu viel abschneiden. (Es gibt Ausnahmen, Platanen z.B. werfen auch grünes Laub)
Nach dem Laubfall macht der Baum erstmal Pause, wenn ich in dieser Pause schneide, bleiben die Wunden weitestgehend schutzlos offen, bis der Baum im Frühjahr erneut erwacht ... da will ich also auch nicht schneiden.
Im Frühjahr beginnt der Baum dann auszutreiben. Wenn ich ihn jetzt schneide, nehm ich ihm wieder das Chlorophyll ... das wäre ganz schön unsportlich und führt auch zu nicht allzu schöner Verästelung. Hinzu kommt, dass die Bäume in dieser Zeit aus solchen Wunden ganz schön viel Saft verlieren. Das ist nicht so schlimm, wie früher gern behauptet wurde aber gut ist das natürlich auch nicht ... allerdings verheilt der Baum jetzt am besten Wunden und das nimmt im Laufe des Jahres kontinuierlich ab.
Ja wann denn nun schneiden?
Weniger invasive Schnitte, die insgesamt nur bis zu etwa 20% der Blattmasse kosten, mache ich NACH dem Austrieb (Blätter voll da) und deutlich VOR dem Laubfall (bis maximal August) . Den Chlorophyllverlust von 20% kann so ein Baum ab und in der Zeit verheilt er gut.
Invasivere Schnitte wir Kopfschnitte oder ähnliches macht man kurz vor dem Neuaustrieb und wegen des Nist- und Brutschutztes daher pauschal in den letzten beiden Februarwochen. Das wäre dann auch deine Zeit. Da lasse ich ihm maximal viel von seinem Chlorophyll und kurz nach dem Schnitt wacht er auf und kümmert sich um die Wunden.
Zum Schutzmittel ... ja, sowas gibt es und es kostet richtig Geld und die Typen, die es verkaufen behaupten (wahrscheinlich wider besseren Wissens) sogar, es helfe.
Die meisten baumschädigenden Pilze mögen es feucht. Sie verabscheuen Trockenheit genau so wie Nässe. Wenn ich jetzt einen Ast absäge ist er erstmal feucht und nur im Bereich der Leitungsbahnen (außen) nass. Da ich das Innere nicht naß halten kann, hilft nur trocken legen und genau das macht der Baum auch. Wenn ich jetzt aber auf das innere was drauf schmiere, kann es nicht so gut trocknen, das ist also kontraproduktiv. Daher wird das Zeug - wenn überhaupt - nur auf den äußeren Bereich geschmiert, wo ich es aber auch nicht brauche, denn der ist erst relativ nass (solange es blutet) und trocknet dann aus. Bei deinem Baum stellt sich die Frage aber überhaupt nicht. Dein Baum kann durch den anstehenden Rückschnitt gern soviele Pilze bekommen, wie es nur geht. Bis die ernsthaften Schaden anrichten hat der Fäulnispilz am Stämmlingsausbruch den Baum wahrscheinlich schon lange umgelegt. Auch wenn der zweite Fachmann gesagt hat, der Baum könne stehenbleiben, so KANN das nur heißen, er kann ERSTMAL stehen bleiben, ist aber langfristig nicht zu halten.
Eine Robinie macht ohne lichtnahe Wurzelverletzung in aller Regel keine Wurzelkschößlinge und beginnt damit erst, wenn sie "Angst" bekommt, das kann zu starker Rückschnitt (zum falschen Zeitpunkt) bis hin zur Fällung verursachen, das kann aber auch erkrankungsbedingt sein. Ob das noch schlimmer wird, weiß ich nicht. Schößlinge stehen lassen wäre für mich keine Option, außer du willst einen groß ziehen, der dann aber u.U. auch schon infiziert ist, jenachdem welcher Pilz da bei dir wütet.
Ich würde den Baum an DEINER Stelle nach wie vor fällen, in meinen Augen ist er (fast) nur kostenintensiv und nur für freundlich geschätzte 15 (+-5) Jahre zu halten.
Wenn du ihn unbedingt erhalten willst - und das wäre auch das, was ich machen würde, wenn das MEIN Baum wäre - dann besorge es ihm ende Februar richtig hart, um wenigstens die Kosten zu minimieren. Lass ihn auf einer Höhe, an die man problemlos von einer stehenden und nicht angelegten Leiter aus drankommt (2-2,5m) herz- und schmerzlos kappen, egal wie groß der Schnitt wird. Schöner wäre weiter oben aber an das Ding später mit einer Hebebühne zur ein- bis zweijährigen Nachpflege ranfahren (falls überhaupt möglich) , weil einem der Baumkletterer aus Angst um seine Gesundheit wegen Bruchgefahr zurecht nen Vogel zeigt, ist der Baum nicht wert. Auch Teleskopwerkzeuge sind bei dieser Art von Nachpflege keine wirkliche Option.
Wenn der 2-2,5m-Stumpen wieder austreibt (wovon ich ausgehe) , kannst du auch selbst den "Kopfschnitt" (der keiner ist) alle ein bis zwei Jahre vornehmen und ende Februar alles abschneiden, was drangewachsen ist und falls es ein Gärtner machen soll, riskiert der nicht seinen Hintern und es geht auch schnell und kostengünstig ... nur keine Stummel stehen lassen, schön auf Astring schneiden. Wenn der Stumpen nicht wieder austreibt ... Pech ... er hatte seine Chance. Das Problem mit den Schößlingen bliebe aber erhalten, bis die Wurzel tot ist, egal was du jetzt machst. Er hat damit einmal angefangen und hört meiner Erfahrung nach damit nicht mehr auf.
Bei einem derart kleinen Stumpen und 1-2-jährigem "Kopfschnitt" macht der auch nichts ernsthaft kaputt, wenn ihn ein Sturm knickt. Der sieht dann aber nie wieder auch nur annähernd so aus wie dein Baum jetzt sondern wie ein Lollypop ... Stamm mit Kugel bis Ei oben drauf halt.
Ich bin hier übrigens nicht der Baumpapst, hier sind (gelegentlich) auch andere unterwegs, die mich in punkto Baumpflege wahrscheinlich lässig in den Schatten stellen.
schade, ich hätte mir von dem zweiten Berater mehr erwartet, wenigstens eine Schnittanweisung nach ZTV-Baumpflege hätte drin sein müssen ... ich hoffe, der war nicht teuer. Ja, ich hätte auch "wichtig" im Bereich des Bruches rumgeklopft, aber nur aus eigenem Interesse, denn gerade bei älteren Robinien ist die "Hammer"-Diagnose meist bestenfalls Anlass zu einer eingehenden Untersuchung und irgendwie klingen die immer etwas hohl bis komisch wegen ihrer luftigen Borke. Die Aussage mit der Vitalität ist zudem Blödsinn. Ein Baum hat einen Eingriff nicht schadlos überstanden, nur weil er im kommenden Jahr wieder schön austreibt. Im Baumkontrolleurs-Jodeldiplom-Kurs hatten wir einen schicken kleinen Buchenhain. Es hatte sich ein Trampelpfad quer durch ihn gebildet - gesäumt von Riesenporling. Den Trampelpfad gab es seit etwa 10-15 Jahren und in etwa genau so lange braucht ein Riesenporling an Buchen schon mal, bis er Fruchtkörper schiebt. Wer denkt nach 15 Jahren noch dran, dass der schon "ewig" existierende Trampelpfad für den Pilzbefall verantwortlich ist?
Dann mal zu deinen Fragen ...
die Oktobergrenze hat gar nichts mit deinem Baum zu tun sondern resultiert aus dem Bundes-Naturschutzgesetz, welches wegen Nist- und Brutschutz starke Rückschnitte an Gehölzen vom 01. März bis 30. September verbietet. Ausgenommen sind dabei Bäume, die NICHT bewohnt sind (es geht nicht nur um Nester) und die in u.a. Kleingärten stehen ... deiner wäre also draußen, wenn da keiner haust.
Wann wollen wir denn nun schneiden ... der Gärtner im Herbst oder Winter, weil er da am meisten Zeit hat
Wann schneidet man denn einen Baum NICHT?
Die letzte Zeit vor dem Laubfall sammelt ein Baum Energiereserven für den Winter. Schneide ich ihm also ab Mitte/Ende August zu viele Blätter ab, geht er geschwächt in den Winter und danach im Frühjahr in den Austrieb.
Im Laubfall zieht der Baum das Chlorophyll, welches für ihn nur sehr energieintensiv herzustellen ist, aus den Blättern, um es im Frühjahr für die neuen Blätter zu benutzen ... davon will ich ihm also auch nicht zu viel abschneiden. (Es gibt Ausnahmen, Platanen z.B. werfen auch grünes Laub)
Nach dem Laubfall macht der Baum erstmal Pause, wenn ich in dieser Pause schneide, bleiben die Wunden weitestgehend schutzlos offen, bis der Baum im Frühjahr erneut erwacht ... da will ich also auch nicht schneiden.
Im Frühjahr beginnt der Baum dann auszutreiben. Wenn ich ihn jetzt schneide, nehm ich ihm wieder das Chlorophyll ... das wäre ganz schön unsportlich und führt auch zu nicht allzu schöner Verästelung. Hinzu kommt, dass die Bäume in dieser Zeit aus solchen Wunden ganz schön viel Saft verlieren. Das ist nicht so schlimm, wie früher gern behauptet wurde aber gut ist das natürlich auch nicht ... allerdings verheilt der Baum jetzt am besten Wunden und das nimmt im Laufe des Jahres kontinuierlich ab.
Ja wann denn nun schneiden?
Weniger invasive Schnitte, die insgesamt nur bis zu etwa 20% der Blattmasse kosten, mache ich NACH dem Austrieb (Blätter voll da) und deutlich VOR dem Laubfall (bis maximal August) . Den Chlorophyllverlust von 20% kann so ein Baum ab und in der Zeit verheilt er gut.
Invasivere Schnitte wir Kopfschnitte oder ähnliches macht man kurz vor dem Neuaustrieb und wegen des Nist- und Brutschutztes daher pauschal in den letzten beiden Februarwochen. Das wäre dann auch deine Zeit. Da lasse ich ihm maximal viel von seinem Chlorophyll und kurz nach dem Schnitt wacht er auf und kümmert sich um die Wunden.
Zum Schutzmittel ... ja, sowas gibt es und es kostet richtig Geld und die Typen, die es verkaufen behaupten (wahrscheinlich wider besseren Wissens) sogar, es helfe.
Die meisten baumschädigenden Pilze mögen es feucht. Sie verabscheuen Trockenheit genau so wie Nässe. Wenn ich jetzt einen Ast absäge ist er erstmal feucht und nur im Bereich der Leitungsbahnen (außen) nass. Da ich das Innere nicht naß halten kann, hilft nur trocken legen und genau das macht der Baum auch. Wenn ich jetzt aber auf das innere was drauf schmiere, kann es nicht so gut trocknen, das ist also kontraproduktiv. Daher wird das Zeug - wenn überhaupt - nur auf den äußeren Bereich geschmiert, wo ich es aber auch nicht brauche, denn der ist erst relativ nass (solange es blutet) und trocknet dann aus. Bei deinem Baum stellt sich die Frage aber überhaupt nicht. Dein Baum kann durch den anstehenden Rückschnitt gern soviele Pilze bekommen, wie es nur geht. Bis die ernsthaften Schaden anrichten hat der Fäulnispilz am Stämmlingsausbruch den Baum wahrscheinlich schon lange umgelegt. Auch wenn der zweite Fachmann gesagt hat, der Baum könne stehenbleiben, so KANN das nur heißen, er kann ERSTMAL stehen bleiben, ist aber langfristig nicht zu halten.
Eine Robinie macht ohne lichtnahe Wurzelverletzung in aller Regel keine Wurzelkschößlinge und beginnt damit erst, wenn sie "Angst" bekommt, das kann zu starker Rückschnitt (zum falschen Zeitpunkt) bis hin zur Fällung verursachen, das kann aber auch erkrankungsbedingt sein. Ob das noch schlimmer wird, weiß ich nicht. Schößlinge stehen lassen wäre für mich keine Option, außer du willst einen groß ziehen, der dann aber u.U. auch schon infiziert ist, jenachdem welcher Pilz da bei dir wütet.
Ich würde den Baum an DEINER Stelle nach wie vor fällen, in meinen Augen ist er (fast) nur kostenintensiv und nur für freundlich geschätzte 15 (+-5) Jahre zu halten.
Wenn du ihn unbedingt erhalten willst - und das wäre auch das, was ich machen würde, wenn das MEIN Baum wäre - dann besorge es ihm ende Februar richtig hart, um wenigstens die Kosten zu minimieren. Lass ihn auf einer Höhe, an die man problemlos von einer stehenden und nicht angelegten Leiter aus drankommt (2-2,5m) herz- und schmerzlos kappen, egal wie groß der Schnitt wird. Schöner wäre weiter oben aber an das Ding später mit einer Hebebühne zur ein- bis zweijährigen Nachpflege ranfahren (falls überhaupt möglich) , weil einem der Baumkletterer aus Angst um seine Gesundheit wegen Bruchgefahr zurecht nen Vogel zeigt, ist der Baum nicht wert. Auch Teleskopwerkzeuge sind bei dieser Art von Nachpflege keine wirkliche Option.
Wenn der 2-2,5m-Stumpen wieder austreibt (wovon ich ausgehe) , kannst du auch selbst den "Kopfschnitt" (der keiner ist) alle ein bis zwei Jahre vornehmen und ende Februar alles abschneiden, was drangewachsen ist und falls es ein Gärtner machen soll, riskiert der nicht seinen Hintern und es geht auch schnell und kostengünstig ... nur keine Stummel stehen lassen, schön auf Astring schneiden. Wenn der Stumpen nicht wieder austreibt ... Pech ... er hatte seine Chance. Das Problem mit den Schößlingen bliebe aber erhalten, bis die Wurzel tot ist, egal was du jetzt machst. Er hat damit einmal angefangen und hört meiner Erfahrung nach damit nicht mehr auf.
Bei einem derart kleinen Stumpen und 1-2-jährigem "Kopfschnitt" macht der auch nichts ernsthaft kaputt, wenn ihn ein Sturm knickt. Der sieht dann aber nie wieder auch nur annähernd so aus wie dein Baum jetzt sondern wie ein Lollypop ... Stamm mit Kugel bis Ei oben drauf halt.
Ich bin hier übrigens nicht der Baumpapst, hier sind (gelegentlich) auch andere unterwegs, die mich in punkto Baumpflege wahrscheinlich lässig in den Schatten stellen.
Re: Zwieselbruch an alter Robinie. Fällung?
aber meines Erachtens ganz nahe dran.
Toll geschrieben.
LG Nalis
Re: Zwieselbruch an alter Robinie. Fällung?
Der Fachagrarwirt ist übrigens der einzige Abschluss in der Baumpflege der im Berufsbildungsgesetz aufgeführt ist.:Hessekopp hat geschrieben: ↑26 Jul 2018, 19:20Hallo in die Runde,
der LWK-zertifizierte Baumpfleger war mir bisher unbekannt. Da es sich dabei wie beim ETW und dem Fachargrarwirt für Allesmögliche (und es gibt da noch mehr) um keine Berufsausbildung sondern lediglich um eine Zusatzqualli handelt, fällt das bei mir unter Jodeldiplom,
https://www.gesetze-im-internet.de/fagr ... 00993.html
Vermutlich steckt also mehr als nur ein "Jodeldiplom" dahinter....
Re: Zwieselbruch an alter Robinie. Fällung?
Hallo,
an meiner Verwendung des Wortes Jodeldiplom für jede Form der Weiter- und/oder Fortbildung ohne Anspruch auf eine höhere Lohngruppe, außer die Stelle setzt die Fort- bzw Weiterbildung voraus, scheinen sich ja doch einige anzustoßen.
Bitte ... ich wollte damit niemandem auf die Füße treten und keineswegs Personen herabsetzen, die sowas haben. Eigentlich ist es ja sehr positiv, wenn man sich weiterbildet ohne selbst finanziell was davon zu haben ... findet zumindest der Chef in aller Regel.
Das zeugt davon, dass man einen gewissen Anspruch an seine geleistete Arbeit hat und versucht, sie möglichst gut zu erledigen und nicht nur einfach seinen Job zu machen und gerade in der Baumpflege sind recht viele "Abenteurer" (Kletteraffen mit Sägenschein) unterwegs, die überhaupt keinen Plan von Bäumen haben und nur auf den kurzfristigen Erfolg und eben nicht auf langfristige Baumerhaltung ... naja ... ich will das nicht "schneiden" nennen, da "verstümmeln" meist eher passt.
Hierzulande kann sich nunmal jeder Baumpfleger nennen, der Ausdruck ist weder geschützt noch gibt es eine einheitliche geregelte Ausbildung.
Die Fachargrarwirte für Baumpflege MIT Landschaftsgärtnerausbildung sind im Tarif den Landschaftsgärtnern gleich gestellt, die ETWs und all die anderen liegen deutlich drunter. Ich bilde mir ein, die ETWs verdienen wie die einfachen Forstwirte (ich weiß nicht, ob das nicht mit dem letzten Tarifvertrag angepasst wurde) und der Rest wird im Tarif nichtmal erwähnt (kann sich auch geändert haben, ich habe den letzten Tarifvertrag nicht vorliegen) .
Wenn ich als Landschaftsgärtner sowas lerne, habe ich finanziell absolut nichts davon und dann ist das für mich halt ein Jodeldiplom und die allermeisten, die diese Lehrgänge besuchen, sind nunmal eh schon Landschaftsgärtner oder gar höher qualifiziert.
Ich habe ja selbst ein paar dieser Jodeldiplome und ich habe auch noch ein paar auf der Liste, weil mich mein Job interessiert und weil ich dadurch was dazu lerne. Ich habe in all meinen Kursen was gelernt und meist auch nicht wenig oder ich hatte es in Vorbereitung auf den Kurs schon gelernt. Ich würde aber auch in einem Jodelkurs was dazu lernen, da ich nicht jodeln kann.
Mir ging es im vorliegenden Fall nur drum, Alice darzulegen, dass jemand, der sich als Baumpfleger vorstellt, noch nicht per se auch Ahnung von Bäumen und/oder nennenswert Ausbildung in der Richtung genossen haben muss und sind wir mal ehrlich ... von jemandem, der egal ob mit oder ohne Schein einen Baum "kontrolliert", darf (und muss) ich erwarten, dass er mir eine Schnittanweisung wenigstens angelehnt an die ZTV-Baumpflege hinterläßt. "Kann stehen bleiben, muss aber kräftig runtergeschnitten werden" ... das ist doch absolut garnichts und wenn überhaupt nur ganz dicht am Niveau des von Hilmar erwähnten Handauflegens vorbei.
Falls ich jemandem auf die Füße gestiegen bin, entschuldige ich mich dafür. Ich finde es gut, wenn sich Leute weiterbilden und wollte solche nicht dadurch herabsetzen, dass ich (mich selbst belächelnd) für solche Fort- und Weiterbildungen das Wort Jodeldiplom verwendet habe.
Edith meint noch, dass Alice jetzt mit zwei Typen gesprochen hat und immer noch nicht weiß, was sie machen soll. Das ist doch kein Zustand. Auf den zweiten bin ich ja schon eingegangen aber der erste war doch auch nicht besser. "Umsägen" ohne wenigstens kurz- bis mittelfristig mögliche Erhaltungsmaßnahmen vorzustellen und/oder zu diskutieren, ist genau so arm.
an meiner Verwendung des Wortes Jodeldiplom für jede Form der Weiter- und/oder Fortbildung ohne Anspruch auf eine höhere Lohngruppe, außer die Stelle setzt die Fort- bzw Weiterbildung voraus, scheinen sich ja doch einige anzustoßen.
Bitte ... ich wollte damit niemandem auf die Füße treten und keineswegs Personen herabsetzen, die sowas haben. Eigentlich ist es ja sehr positiv, wenn man sich weiterbildet ohne selbst finanziell was davon zu haben ... findet zumindest der Chef in aller Regel.
Hierzulande kann sich nunmal jeder Baumpfleger nennen, der Ausdruck ist weder geschützt noch gibt es eine einheitliche geregelte Ausbildung.
Die Fachargrarwirte für Baumpflege MIT Landschaftsgärtnerausbildung sind im Tarif den Landschaftsgärtnern gleich gestellt, die ETWs und all die anderen liegen deutlich drunter. Ich bilde mir ein, die ETWs verdienen wie die einfachen Forstwirte (ich weiß nicht, ob das nicht mit dem letzten Tarifvertrag angepasst wurde) und der Rest wird im Tarif nichtmal erwähnt (kann sich auch geändert haben, ich habe den letzten Tarifvertrag nicht vorliegen) .
Wenn ich als Landschaftsgärtner sowas lerne, habe ich finanziell absolut nichts davon und dann ist das für mich halt ein Jodeldiplom und die allermeisten, die diese Lehrgänge besuchen, sind nunmal eh schon Landschaftsgärtner oder gar höher qualifiziert.
Ich habe ja selbst ein paar dieser Jodeldiplome und ich habe auch noch ein paar auf der Liste, weil mich mein Job interessiert und weil ich dadurch was dazu lerne. Ich habe in all meinen Kursen was gelernt und meist auch nicht wenig oder ich hatte es in Vorbereitung auf den Kurs schon gelernt. Ich würde aber auch in einem Jodelkurs was dazu lernen, da ich nicht jodeln kann.
Mir ging es im vorliegenden Fall nur drum, Alice darzulegen, dass jemand, der sich als Baumpfleger vorstellt, noch nicht per se auch Ahnung von Bäumen und/oder nennenswert Ausbildung in der Richtung genossen haben muss und sind wir mal ehrlich ... von jemandem, der egal ob mit oder ohne Schein einen Baum "kontrolliert", darf (und muss) ich erwarten, dass er mir eine Schnittanweisung wenigstens angelehnt an die ZTV-Baumpflege hinterläßt. "Kann stehen bleiben, muss aber kräftig runtergeschnitten werden" ... das ist doch absolut garnichts und wenn überhaupt nur ganz dicht am Niveau des von Hilmar erwähnten Handauflegens vorbei.
Falls ich jemandem auf die Füße gestiegen bin, entschuldige ich mich dafür. Ich finde es gut, wenn sich Leute weiterbilden und wollte solche nicht dadurch herabsetzen, dass ich (mich selbst belächelnd) für solche Fort- und Weiterbildungen das Wort Jodeldiplom verwendet habe.
Edith meint noch, dass Alice jetzt mit zwei Typen gesprochen hat und immer noch nicht weiß, was sie machen soll. Das ist doch kein Zustand. Auf den zweiten bin ich ja schon eingegangen aber der erste war doch auch nicht besser. "Umsägen" ohne wenigstens kurz- bis mittelfristig mögliche Erhaltungsmaßnahmen vorzustellen und/oder zu diskutieren, ist genau so arm.