Keine fehlende Baumart aber fehlende Info zu jeder Baumart

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BaumpflegeNeugierde
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Keine fehlende Baumart aber fehlende Info zu jeder Baumart

Beitrag von BaumpflegeNeugierde »

Hallo,
Bin ein großer Fan der Website aber was als Baumpfleger wirklich nützlich wäre, wäre im Steckbrief die Information wie gut der Baum bei einer Verletzung abschottet. Wie zum Beispiel die Eiche sehr gut abschottet während es um Rosskastanien und Birken sehr schlecht steht.

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo,

danke für die Anregung. Allerdings frage ich mich, wer das beurteilen kann und wie man das definieren soll. Mit sehr gut, gut oder schlecht bis garnicht, ist es ja nur sehr schwammig. Ich befürchte auch, dass es von Baum zu Baum der gleichen Art sogar Unterschiede gibt, die sich aus dem Gesundheitszustand und äußeren Einflüssen (Bodenbeschaffenheit, Klima usw.) ergeben könnten.

Gibt es vielleicht im Netz irgendwelche Tabellen, die hierüber Aufschluss geben? Dann wäre es einfacher, eine solche Tabelle in die Linkliste aufzunehmen. In unseren Baumlisten sind einige hundert Gehölze. Das zu recherchieren und überall einzufügen wäre eine Mammutaufgabe, wobei eben fraglich ist, wem eine solche Info wirklich nützt bzw. ob es nicht fast allen mehr oder weniger egal ist.

Deshalb wäre es interessant, hier konstruktive Vorschläge zu erhalten, wie man das umsetzen könnte.

Gruß Frank

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Huhu,

so als grobe Faustformel, die keine Exoten berücksichtigt:
Quercus und Fagus gut (Schnitte bis 10cm Querschnitt sind ok)
Prunus, Sorbus, Betula, Salix, Fraxinus, Robinia, Populus und Aesculus schlecht (Schnitte bis 5 cm Querschnitt sind ok)
Der Rest liegt dazwischen.

Edith meint noch, daß da noch andere Faktoren zu berücksichtigen sind ... wer beispielsweise an Fagus sylvatica nen 10cm-Knüppel raussägt, macht meist trotzdem was falsch, da beschattete Stammteile nicht mehr direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden sollten und man mit nem 10cm-Schnitt meist ordentlich fenstert.
Nen zweijährigen 6cm durchmessenden Trieb an Salix kann ich trotzden absägen, da der jung genug ist.
Es ist halt nur ne Faustformel.

Da kein Mensch mit nem Zollstock durch nen Baum klettert, lege dir Fingermaße zu. Mein Zeigefinger ist z.B. etwa 10cm lang, die letzten beiden Glieder davon 5cm, Daumen und kleiner Finger maximal abgespreitzt sind bei mir grob 20cm ... ein Gerät weniger, daß ich im Baum mit mir rumtragen muß ... :D
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BaumpflegeNeugierde
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Beitrag von BaumpflegeNeugierde »

Danke für die schnellen Antworten.
Tabellen oder ähnliches habe ich nicht gefunden deshalb dachte Ich überhaupt erst es wäre eine Bereicherung für die Seite, da es wohl die erste Anlaufstelle für neue Baumpfleger wäre.
Es muss ja nicht zu jeder exotischen Art diese Info geben aber zu häufiger vorkommenden wäre es sicher sinnvoll, dies zum Beispiel beim Punkt wissenswertes zu erwähnen. Das es bei jedem Baum auch von der selben Art unterschiedlich sein kann, ist selbstverständlich. So ist es ja auch mit der Altersangabe, die auch nicht bei jedem Eintrag zu finden ist.

BaumpflegeNeugierde
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Beitrag von BaumpflegeNeugierde »

Hessekopp hat geschrieben:[...]Salix, Fraxinus, Robinia, Populus und Aesculus schlecht (Schnitte bis 5 cm Querschnitt sind ok)
Der Rest liegt dazwischen.[...]
Salix wirklich schlecht? Es gibt doch so viele Kopfweiden, wie haben die das denn überstanden? Trotzdem danke für die groben Infos!

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Ein Kopfbaum ist KEIN geköpfter Baum, vielmehr wird von Beginn an jedes bis alle zwei Jahre alles am Kopf abgeschnitten (so richtig fachgerecht ließe man 10% der Blattmasse stehen, aber das macht so richtig keiner). Der erste Kopfschnitt bestand also unter Umständen aus nur einem einzigen kleinen Schnitt.
Dadurch schneidet man nur "recht dünnes" und vor allem nur junges Holz ab, und je jünger das Holz, desto besser ist die Abschottung.
Ein fachgerechter Kopfbaum entsteht also nicht durch eine (unfachgerechte) Kappung sondern ist von vorn herein so angelegt.

... und ja, Salix schlecht ... grottenschlecht. Auch an kleineren Kappungen und größeren Astungswunden findet man nach wenigen Jahren sehr tief reichende Fäule und die lustigsten Konsolen wie Phellinus trivialis/igniarius (Gemeiner Feuerschwamm). Die sind dann nicht mehr so lustig zu beklettern.
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BaumpflegeNeugierde
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Beitrag von BaumpflegeNeugierde »

alles klar danke :)

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stefan
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Re: Keine fehlende Baumart aber fehlende Info zu jeder Baumart

Beitrag von stefan »

Hallo BaumpflegeNeugierde,
danke für Deine Anfrage und Dein Interesse!
BaumpflegeNeugierde hat geschrieben:... wirklich nützlich wäre, wäre im Steckbrief die Information wie gut der Baum bei einer Verletzung abschottet. ...
Ich habe - als jemand mit botanische-dendrologischem Interesse, aber ohne besondere Kenntnisse der gartenbaulichen Fragen - noch nie dazu etwas gelesen.

Hier (viewtopic.php?t=17584) gab es ebenfalls eine Anfrage zu wünschenswerten Details in den Steckbriefen; ich habe dort relativ ausführlich geantwortet - das wäre auch hier passend!
Gruß
Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Hallöchen,

ich besuche derzeit einen Lehrgang zum Baumkontrolleur und habe dabei eine viel simplere Faustormel kennengelernt.
Je älter eine Baunart wird, desto besser schottet sie ab. Ich habe das mit einer kleineren Tabelle in einem Werk von Roloff abgeglichen und die Faustformel scheint sehr gut.
Sie differenziert sogar, daß die schnellwüchsige und vergleichsweise jung sterbende Roteiche deutlich schlechter abschottet als die Stieleiche. Sie differenziert ebenso treffend die Ahörner, Acer pseudoplatanus wird deutlich älter als A. platanoides und A. sacchrarum und der schottet auch deutlich besser ab.

Viele Grüße,
Hessekopp
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Totto
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Re:

Beitrag von Totto »

Hessekopp hat geschrieben:
19 Sep 2017, 18:52

Je älter eine Baunart wird, desto besser schottet sie ab. Ich habe das mit einer kleineren Tabelle in einem Werk von Roloff abgeglichen und die Faustformel scheint sehr gut.
Passt bei der Marone nicht so gut. Die werden doch auch sehr alt.
Gruß
Totto
Im Mittel haben Pendler 17km Arbeitsweg. Wenn 10 % aller Pendler auf Motorräder umsteigen würde sich 40% der Staus verringern. Da hat es sich dann mit dem Feinstaub. Bei 25 Prozent gäbe es gar keine Staus mehr.

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