Paulownia Sämlinge groß genug für die weite Welt

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Jason
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Paulownia Sämlinge groß genug für die weite Welt

Beitrag von Jason »

Hallo Baumexperten,

möchte mal eure Einschätzung hören. Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich Paulownia Shan-Tong gesät. Diese sind recht gut gewachsen, im Herbst habe ich gut 80cm gemessen. Vor 3 Wochen habe ich sie aus dem kalten dunklen Keller geholt da sie begonnen haben auszutreiben (eventuell war es ein Fehler sie zu gießen), jetzt musste ich sie im Haus verteilen – damit sie es hell haben. Das war zwar nervig (dass sie damit nicht noch warten wollten wie sich dass gehört) doch jetzt freuen Sie mich sehr.

Aber jetzt endlich zu meiner Frage. Soll ich sie dieses Jahr nach den Eisheiligen schon nach draußen pflanzen, sind sie dann bis zum Herbst stark genug für den Winter. Oder soll ich einplanen sie nochmal im Haus zu überwintern

Hier ein paar Bilder, jetzt sind die größten bereits über einen Meter hoch.
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

In welcher Klimazone wohnst du?
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Jason
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Beitrag von Jason »

Im tiefen bayrischen Wald. :-(
Kalt und viel Schnee. Wobei der Schnee kälte isolierend wirkt, es sieht scheint dass meine Mammuts und vier Tulpenbäume diesen Winter über lebt haben.

Cryptomeria
Beiträge: 9539
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Beitrag von Cryptomeria »

Viel Schnee ist gut, bei Kahlfrost sieht das natürlich schlechter aus. Ich würde einige als Versuch auspflanzen und einen anderen Teil noch im Topf als Reserve weiterkultivieren. Und dann auf jeden Fall im Frühjahr pflanzen, dass die Sämlinge schon möglichst gut eingewurzelt sind bis es kalt wird. Man braucht dann in den nächsten Wintern immer auch ein bisschen Glück. Vor dem Winter dann mit Reisig o.Ä. etwas Winterschutz. Wenn sie auch etwas zurückfrieren ist kein Problem. Wenn die Wurzel intakt bleibt, machen sie durch ihr wahnsinnig schnelles Wachstum dies locker wieder über Sommer wett.
VG Wolfgang
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Jason
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Beitrag von Jason »

Hallo Leute, leider war ich ungeduldig. Als es vor drei/vier Wochen so warm war habe ich die 7 größten nach draußen verpflanzt. Als es dann so kalt wurde habe ich sie mit Fichtenästen eingedeckt - doch es hat ihnen nicht gereicht - sind alle erfroren :-(
Aber ich hoffe dass vielleicht noch etwas leben in den Wurzeln steckt und sie nochmal austreiben.
Was meint Ihr, kan noch Leben drin sein und bis wann müsste sich etwas zeigen?

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Bei so jungen Pflanzen stehen die Chancen sehr schlecht. Tut mir leid.

Viele Grüße

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Sie dürften alle hin sein. Lass sie auf jeden Fall noch bis Sommer stehen. Aber du hast ja noch welche im Topf. Man darf es nicht so eng sehen. Im Garten lernt man immer dazu, egal welchen Alters.
VG wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Spinnich
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Paulownia

Beitrag von Spinnich »

Hallo Jason,

Deinen Beitrag hatte ich übersehen, sonst hätte ich Dir geraten abzuwarten.
Ich habe meine beiden Paulownia - Pflänzchen auch in einem ungeheizten Raum (da gibt's im Winter Minusgrade) überwintert und im April in den geschützten Hof rausgestellt. In dem kalten Quartier war da von Austrieb bis dato noch nichts zu sehen. Nach dem Wetterwechsel mit drohendem Frost habe ich die in meine offene Garage reingestellt, wo es bei Nacht immer 3° C wärmer ist als im Freien. Es waren dann auch bis zu -3° C an der Hausfassade zu verzeichnen. Die entsprechenden Frostschäden im Freien an wärmeliebenden Gartengehölzen waren danach auch entsprechend deutlich an den frischen Austrieben von Kiwi, Schisandra, Perückenstrauch und Papiermaulbeere. Gestern konnte ich sogar teilweise Frostschäden an Apfelblüten feststellen.
(siehe: Nur die Harten kommen in den Garten...)

Ich weiß natürlich nicht wie tief die Frosttemperatur bei Euch zugeschlagen hat, aber dass das frische Grün der Bäumchen erfroren ist wundert mich nicht. Wenn das Holz etwas stärker wäre, könnte man hoffen das es Neuaustrieb aus schlafenden Augen gibt, bei den dünnen Bäumchen bin ich skeptisch.
Ob die Bäumchen noch mal von unten austreiben, hängt vermutlich auch davon ab, wie tief Du die Setzlinge in den Boden eingelassen hast.

Bei uns pflanzt man solche Bäume mit Erfolg, aber erst wenn sie etwa Spazierstock Stärke haben.

Ich würde deinen restlichen Bäumchen also mindestens noch 1-2 Jahre mit Überwinterung im Quartier geben.

Danach stehen die Chancen sehr viel besser.

Prinzipiell können aber solche ausgepflanzten frostempfindlichen Gewächse ähnlich wie Ficus carica oder Broussonetia über Jahre immer wieder aus dem Wurzelstock nachtreiben, auch wenn alles oberirdische abgefroren ist.

Ob es bei den frisch gepflanzten noch Hoffnung gibt bleibt abzuwarten, besonders, da diese noch nicht eingewachsen waren und schon so stark im Saft standen.

Viel Glück wünscht Dir Spinnich :wink:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Jason
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Beitrag von Jason »

Danke für eure Nachrichten

Kann ich noch etwas machen was die Wahrscheinlichkeit für einen Austrieb erhöht, habe überlegt vielleicht Bodennahe abschneiden?

Morgen kommt dann der 'Winterschutz' weg dass ich und die Sonne ihnen zusieht...

Momentan trösten mich meine Platanenstecklinge :-)

Also tschau Leute

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Hallo Jason,

also abschneiden würde ich da nichts, höchstens die schwarze Triebspitze.
Die Schnittstelle begünstigt sonst das Austrocknen der unteren Bereiche.
Also erst mal abwarten und erst wenn sich doch noch Triebe zeigen, dann das abgestorbene Holz darüber abzwicken.

Gruß Spinnich :idea:
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- Georg Christoph Lichtenberg -

Jason
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Beitrag von Jason »

Hey Spinnich,
gut dass ich auf dich gehört habe. Von den sieben 'erfrorenen' Paulownias treiben jetzt vier aus dem Stamm (knapp über dem Boden) neu aus
Hihi - total happy bin

Gruß Jason :D

Spinnich
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'erfrorene' Paulownias treiben

Beitrag von Spinnich »

Hallo Jason,

also noch mal "Glück" gehabt würde ich sagen und wünsche Dir das sich die Bäumchen gut etablieren und entwickeln.
Vielleicht gibst Du uns im Herbst nochmal eine Info, wie viel Zuwachs die dann erreicht haben.
Wenn Sie nächstes Jahr auch wieder austreiben und nochmals zulegen, sollten sie sich vermutlich auch in dem Klima durchsetzen.

Gruß Spinnich :)
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- Georg Christoph Lichtenberg -

Jason
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Beitrag von Jason »

Hallo, also es treiben tatsächlich alle sieben Paulownias nochmal aus 8)

Doch es soll eigentlich Wertholz werden, einstämmig möglichst gerade. Und nun kommen 3 bis 5 Triebe. Wann ist es für die Pflanzen am verträglichsten diese bis auf einen zu dezimieren?

MfG Jason

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Hallo,

nach dem vollständigen (Blatt-)Austrieb und deutlich vor dem Laubfall ... also irgendwann demnächst oder gar jetzt.
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Yogibaer
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Beitrag von Yogibaer »

Ich würde sagen die Triebe so schnell wie möglich zu dezimieren damit die gesamte Wuchskraft in einen Trieb gebündelt wird.
Ich habe einen Versuch mit Ailanthus altissima laufen welche ja auch in der Jugend frostempfindlich sind. Vor 3 Jahren ausgesät war der größte im Herbst 2,20m hoch. Im Winter war der blau gekennzeichnete Bereich zurück gefroren, nach dem Austrieb der Knospen Spätfrostschaden im gelben Bereich danach Austrieb schlafender Augen im roten Bereich. Mein bisheriges Fazit: In der Klimazone 7a Freilandaufzucht für höherwertiges Holz oder Solitärbäume nur bedingt geeignet.
Gruß Yogi
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Ailanthus altissima Frostschaden.jpg
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