Apfelbaum Hilfe

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Langga
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Apfelbaum Hilfe

Beitrag von Langga »

Hallo Liebe Baumfreunde
Ich muss gleich am Anfang sagen ich bin der absolut unwissende :cry:
Meine Frau liebt Aepfel und hier auf den Pghilippinen bekommt man nur sehr schlechte Chinesische Aepfel also habe ich einen Apfelbaum Katinka E aus Norwegen mitgebracht und diesen in einem Bottich eingepflanzt .Als er hier ankam war er ganz ohne Blaetter mitlerweile sind and 3 Stellen Blaetternester ich denke 2 Aeste sind abgestorben da kommen keine Triebe obwohl die Aeste nicht trocken sind. Wie soll ich weiter mit der Pflege des Baeumchens verfahren?
Bin ueber jede Hilfe dankbar
Wie lange dauert es eigentlich bis man mal einen Apfel ernten koennte ?
Viele sonnige Gruesse aus den Philippinen 8)

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Die Philippinen sind klimatisch für Apfelbäume völlig ungeeignet. In den Tropen werden keine Äpfel angebaut, sondern anderes Obst, Mangos usw.
Äpfel werdet ihr dort nie ernten.

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LCV
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Beitrag von LCV »

Die Frage ist doch, wo man wohnt. An der Küste geht sicher nichts, aber im Gebirge könnte es einen Versuch wert sein.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

LCV hat geschrieben:Die Frage ist doch, wo man wohnt. An der Küste geht sicher nichts, aber im Gebirge könnte es einen Versuch wert sein.
Glaub ich nicht. Dort gibt es Regen- und Trockenzeiten, keinen Sommer/Winter.
Wenn dort Äpfel wachsen würden, würde man sie auch anbauen, denn Äpfel lassen sich immer vermarkten. Entweder die Leute weichen auf Bananen aus, oder sie müssen die Äpfel aus China essen, die garantiert ungespritzt und total gesund sind. Ich habe jetzt die wichtigsten Apfelanbaugebiete der Erde nicht im Kopf, aber die Philippinen zählen bestimmt nicht dazu.

aki.ben
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Beitrag von aki.ben »

Wo er den Baum nun schonmal hat, gibt es denn keine Möglichkeit, ihn irgendwie durchzubringen? Vielleicht in einer Art Topf? Ich glaube, wir haben auch einen Katinka im Garten :D
LG
Anna

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

aki.ben hat geschrieben:Wo er den Baum nun schonmal hat, gibt es denn keine Möglichkeit, ihn irgendwie durchzubringen? Vielleicht in einer Art Topf? Ich glaube, wir haben auch einen Katinka im Garten :D
Ananas in Norwegen anzubauen wäre auch schwierig. Vielleicht kann man das noch in einem Gewächshaus realisieren, aber das wäre sehr aufwendig und teuer. Einfacher ist es, die Früchte zu importieren. Das ist umgekehrt genauso.
Äpfel brauchen bis zu einem gewissen Grad Sommer und Winter, oder wenigstens eine etwas kältere Jahreszeit. In Südafrika ist der Anbau in einigen Gegenden möglich, aber weiter nördlich Richtung Äquator ist halt Schluß. Das sind die Grenzen, die die Natur vorgibt.

Zudem gibt es in den Tropen viele Krankheiten, Schädlinge und Pilze, auf die ein Apfelbaum genetisch nicht vorbereitet ist.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

So ist es- der Apfel wird nicht darum "vllt. doch" gedeihen, weil er den ja nun schon mal hat. Wie Andreas sagt: Es gibt natürliche Grenzen- passt zwar nicht in unser heutiges Weltbild, wo man überall quasi jederzeit quasi alles kriegen kann, ist aber so...
Wenn Langga auf den Philippinen ein kalt temperierbares Gewächshaus gebaut kriegt, mit europäischem Temperatur- und Feuchtigkeitsregime, als Wintersimulation auch bis zu drei Monate Dauerfrost (inklusive dem passenden Tag- Nacht- Rhythmus), dann wird es was mit dem Apfelbaum werden- ansonsten muss man sich da halt bescheiden und sich auch als Mensch den Gesetzmäßigkeiten der Natur beugen- auch wenn das so gar nicht (mehr) unserer Art entspricht...
Ich fände es auch hammergeil, Essbananen im eigenen Garten, hier im Westerwald, ziehen zu können. Ist aber vollkommen utopisch, ohne horrende Technik...

Wobei ich ohnehin wissen möchte, wie der Baum mit Erde an den Wurzeln etc. und wahrscheinlich ohne Gesundheitszeugnis durch den Zoll gegangen ist...

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Kiefer hat geschrieben:
Wobei ich ohnehin wissen möchte, wie der Baum mit Erde an den Wurzeln etc. und wahrscheinlich ohne Gesundheitszeugnis durch den Zoll gegangen ist...
:mrgreen: Einsteigen in ein Flugzeug mit so einem Baum ist vermutlich kein Problem und ich glaube nicht, dass irgendjemand beim südostasiatischen Zoll deswegen interveniert. Kümmert dort, denke ich mal, niemanden.
Kiefer hat geschrieben: Ich fände es auch hammergeil, Essbananen im eigenen Garten, hier im Westerwald, ziehen zu können.
Schau mal bei ebay nach, da wurden früher immer winterharte Bananensamen angeboten. Ob die auch essbare Früchte bringen, weiß ich nicht.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Nee...
Die sind alle bestenfalls milde frosthart, also nur für wenige Stunden am Tag, keinesfalls dauerfrosttauglich.

Das härteste wo gibt ist Musa basjoo, die Faserbanane. Aber selbst die gibt bei -2 Grad am Blatt sofort auf. Der Scheinstamm erträgt -5 und das Rhizom wogl -7.
Aber auch keinesfalls monatelang am Stück, weswegen man die zwar auspflanzen kann, aber jedes Jahr auf Hüfthöhe runtersägen und schützen muss. Ich hoffe, das ist mir bei der meinigen gelungen, der Winter wurde ja doch ebbes knuspriger als erwartet, und meine plöden Hühner haben die Styroporummantelung zur Hälfte aufgefressen gehabt, bis ich das gemerkt habe :shock:...

Naja, wie auch immer: Winterhart bestenfalls Musa basjoo, deren Früchte man wohl essen kann, die aber wie alle Wildbananen fast mehr (knochenharte) Samen enthalten als Fruchtfleisch :(...

Was den Import des Baumes angeht- hm, die machen doch auf den Philippinen gerade tierisch Klarschiff, was Drogendealer etc. angeht- da hätte ich scharfe Kontrollen an den Airports schon erwartet. Wenn da Pflanzen aber so leicht einzuführen gehen, gut, schön... Doch stelle ich mir die Aufgabe des Baumes hier in D mindestens genau so knifflig vor... Aber sei es drum, geeignet ist der Apfel so oder so nicht für das tropische Klima...

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Viele ostasiatische Länder bzw. deren Zoll haben ein strenges Auge auf Drogenimporte, nicht nur die Philippinen. Artenschutz bzw. das Risiko, Krankheiten oder biologische Schädlinge einzuschleppen, wird dagegen weniger beachtet. Das heißt nicht, dass der betreffende Zoll unfähig wäre, sondern das steht bei denen halt nicht auf der Agenda.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Jaja, sicher, aber findige Köpfe könnten ja drauf kommen, den Erdballen auszuhöhlen und mit weißlichen Pulvern zu füllen ^^...

Keine Sorge, Langga, sind keine Unterstellungen, nicht annähernd, nur Scherzchen! Ich staune bei den rigiden Bestimmungen, die man von hier so kennt, einfach nur, dass man da einfach so 'nen Äppelsboom mit nach die Philippinen nehmen kann :shock: ...

Spinnich
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Apfelanbau auf den Philippinen

Beitrag von Spinnich »

Hallo,

die meisten von uns wären froh, wenn sie aus der Vielfalt der Obstsorten schöpfen könnten, die auf den Philippinen gedeihen können.

Wenn es unbedingt ein Apfel sein muss (dem Namen nach), dann bleibt ja noch der Rosenapfel, Syzygium jambos (Syzygium cumini), Javaapfels, Syzygium samarangense, der Granatapfel, Punicum granatum, der Paradiesapfel, Solanum lycopersicum (auch für Citrus × aurantium bzw. Citrus paradisi=Grapefruit).
Andere von der Form apfelähnliche Obstsorten sind Kaki, Diospyros kaki oder schwarze Sapote, Diospyros nigra (Hauptanbaugebiet bzw. Ursprungsländer der süßen Frucht sind Mexiko und die Philippinen), Casimiroa edulis - Weiße Sapote, und viele andere. :wink:

LG Spinnich :P
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

AndreasG.
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Re: Apfelanbau auf den Philippinen

Beitrag von AndreasG. »

Spinnich hat geschrieben: die meisten von uns wären froh, wenn sie aus der Vielfalt der Obstsorten schöpfen könnten, die auf den Philippinen gedeihen können.
Naja, mir sind Äpfel lieber. Granatäpfel kann man bestenfalls auspressen, denn da ist kaum Fruchtfleisch drin, und Kakis liegen ziemlich schwer im Magen.
Ich kann den Wunsch nach eigenen Äpfeln schon verstehen, aber es geht halt nicht.

che80
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Beitrag von che80 »

Einmal zu den Anbaugebieten..... werden in Neuseeland nicht auch Äpfel angebaut? Vielleicht wäre das eine alternative zu China. :wink:

VG Sören

Ogrodnik
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Beitrag von Ogrodnik »

Hallo Langga,

ich habe selbst einige Jahre beruflich in Südostasien, gar nicht so weit weg von deinem Wohnort, verbracht und kenne es sehr gut, dass man sich inmitten aller tropischen Früchte nach denen aus Mitteleuropa sehnt - denn trotz der Fülle der auf den Philippinen angebotenen Früchte fehlt doch fast immer ein für uns vertrauter Geschmack: säuerliche Früchte! Ich habe damals von Boskoop, Johannisbeeren und Sauerkirschen geträumt.

Da du an der Westküste lebst, wirst du mit einem Apfelbaum, den du in Norwegen gekaufst hast, keinen Spaß haben. Äpfel benötigen zum Fruchtansatz und auch zur Reife Kälte und Kurztage, das sogenannte "Chilling Requirement" ist der begrenzende Faktor, siehe den Link weiter unten. Sortenbedingt gibt es mittlerweile Sorten, die geringere Kälteansprüche haben - diese Sorten schmecken aber entsprechend süß und haben nur einen geringen Säureanteil. Dein Apfel wird im wenig schwankendem Mitteltag vor allem eines: vegetativ wachsen, d.h. er wird wachsen, wachsen,, wachsen - keine Zeit und Ruhe für den Baum, Frucht zu induzieren, und du musst den Baum mehrmals im Jahr schneiden. Ich befürchte, dass du also weiterhin auf die süßen chinesischen Äpfel zurückgreifen musst, die, soweit ich sie von den dortigen Märkten kenne, realtiv "flach" schmecken.

Viele Grüße,
O.

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