Welche Gehölze gedeihen im Vollschatten von großen Laubbäumen?

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Avatarez2
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Welche Gehölze gedeihen im Vollschatten von großen Laubbäumen?

Beitrag von Avatarez2 »

MoinMoin

Da es um einige Bäume immer ein bisschen kahl aussieht und meist das Gras nicht recht wachsen will, möchte ich diesen Raum gerne ein wenig füllen. Deshalb suche ich ein paar Gehölze, die es unter der Krone einer freistehenden Rotbuche (Fagus sylvatica) überleben können, zwar nicht blühen müssen aber schön kräftig und "lebendig" wirken sollten. Sie sollten möglichst immergrün (müssen aber nicht!) sein und frosthart bis mindestens USDA-Klimazone 8a sein. Meine bisherigen Recherchen haben folgende Ergebnisse an Gehölzen hervorgebracht, die mit so einem Standort zurechtkämen. Meistens sind es Gehölze, die auch in der Natur in Wäldern gedeihen und Schatten gewohnt sind.

Vorschläge für Vollschatten einer Rotbuche:
Taxus baccata
Taxus cuspidata

Mahonia aquifolium
Mahonia x media
Mahonia japonica
Skimmia japonica
Euonymus fortunei
Hedera helix
Rhododendron (Gibt es da schattentolerante Arten)?
Pieres japonica
Aucuba japonica
Berberitzen (gleiche Frage wie beim Rhodo)
Ilex aquifolium
Ilex crenata
Leucothoen (Gleiche Frage wie beim Rhodo :) )
Viburnum rhytidophyllum
Chamaedorea radicalis
Rhapsis exelsa

Symphoricarpos albus

Was haltet ihr von den Vorschlägen? Welche würdet ihr befürworten, welche verneinen und welche Gehölze kennt ihr noch, die diesem Standort auf Dauer gewachsen wären? Lg AVatarez2

Dioscorea
Beiträge: 118
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Beitrag von Dioscorea »

Guck mal nach Pimpernuss: Staphylea pinnata. Das Gehölz (Strauch) wächst gut unter Bäumen mit dichter Baumkrone.

Avatarez2
Beiträge: 38
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Beitrag von Avatarez2 »

Dioscorea:
Echt? Die Gemeine Pimpernuss verträgt Schatten? Ich habe einen kleinen Setzling erst letztes Jahr unter einen Apfelbaum gepflanzt und mir Sorgen gemacht, ob er mit dem Licht zurechtkäme, aber wenn er es sogar verträgt ist das super!

Mir sind noch 3 weitere Kanditaten eingefallen.
Vorschläge für Vollschatten unter Rotbuche:
Lonicera nitida
Lonicera henryi
Fatsia japonica
Lg Avatarez2

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Nimm' Ilex aquifolium. Oder Eiben.
Alles andere kommt mit dem Vollschatten unter Buchen nicht zurecht, was Gehölze angeht!

Nimm' eventuell eine bunt- oder gelblaubige Sorte, von Eiben dazu eher was flachwachsenderes, damit ein bisschen Licht und Farbe ins Duster unter der Buche kommt, eine flachwachsendere Sorte würde zudem nicht so in die Krone reinwachsen.

Bei Ilex würde zB die sehr interessante "Ferox Argentea" mit im Alter (Jahrzehnte!) etwa 3 m Höhe gut passen (hätte als männliche Sorte auch keine Früchte, falls kleine Kinder im Spiel sind), beim in der Hinsicht sehr viel umfänglicheren Eibensortiment müsstest Du selber schauen, was gefällt. Auch hier vorteilhaft, dass man rein männliche und damit nichtfruchtende Sorten wählen könnte.

Ratatöskr
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Beitrag von Ratatöskr »

Hallo,

Eiben habe ich zuhause sowohl unter dem Schirm von Rotbuchen als auch in einem dichten, etwa 50 jährigen Fichtenbestand gepflanzt, in letzterem kommt so wenig Licht durch, dass dort sonst nichts gedeiht, also keinerlei Bodenvegetation vorhanden war- die Eiben existieren trotzdem, wachsen aber unter diesen extremen Bedingungen auch nur sehr langsam, jedenfalls um ein Vielfaches langsamer als im Halbschatten.
Berberitzen kommen unter Rotbuchen noch hoch, wenn sie nicht vollkommen abgeschattet werden (etwa seitliches Morgen- oder Abendlicht erhalten), wachsen dann allerdings auch nur langsam, gleiches gilt für Ilex und Rhododendron- die aber alle nicht an die Schattentoleranz der Eibe heranreichen.

Gruß andré
"Wenn eine Raupe stirbt- wird ein Schmetterling geboren"
Elisabeth Kübler Ross

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LCV
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Beitrag von LCV »

An zwei Standorten hier bei uns gedeihen Buxus und Camellia in sehr schattiger Position.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Ilex braucht atlantisches Klima und kommt eher im Nord-Westen Deutschlands vor.
http://www.floraweb.de/webkarten/karte.html?taxnr=3060

Mahonien kommen zwar mit Schatten zurecht, wachsen aber besser an sonnigen Standorten.
Efeu liegt halt am Boden und klettert schlimmstenfalls die Bäume hoch, was nicht jeder Förster gerne sieht.

Symphoricarpos albus auch eher sonnig, aber Vorsicht, der Strauch wuchert im Laufe der Zeit alles nieder und ist, einmal etabliert, kaum zu entfernen.
Dafür ist er aber den ganzen Sommer über eine mittelprächtige bis gute Bienenweide, weil er eine sehr lange Blütezeit hat.

Avatarez2
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Beitrag von Avatarez2 »

Erstmal meinen großen Dank für die Antworten :) .


Kiefer: Also von der gewöhnlichen Stechpalme habe ich bereits genug, da würde mich eher interessieren, ob die anderen Ilex Vertreter gleiche oder ähnliche Ansprüche an den Standort stellen, wie der einzig bei uns Heimische. Das mit den Eiben finde ich grundsätzlich sehr interessant. Zwar bin ich an Sorten oder Varietäten einzelner Pflanzenarten eher weniger interessiert, war jedoch überrascht, wie viele unterschiedliche Taxus-Arten es allein gibt und wie diese weltweit verteilt sind. Du meinst ich solle Eiben nehmen? Die Taxus baccata ist bereits auf meinem Wunschzettel. Aber wie sieht es mit den anderen "Eiben" aus. Haben alle Taxus-Arten eine gewisse Schattentoleranz? Und Wie sieht es mit den
Nusseiben (Torreya)
Kopfeiben (Cephalotaxus)
Steineiben (Podocarpus) oder
Kätzcheneiben (Amentotaxus) aus?
Einige Arten dieser Gattungen wären zumindest vom Frosthärtegrad ausreichend und kommen in chinesischen bis südostasiatischen Laub bis immergrünen Wäldern vor. Wie würdest du deren Schattentoleranz bewerten? Wären diese einen Versuch wert?
Ratatöskr:
Naja, die Buche wirft schon ordentlichen Schatten, aber eben nur maximal ein halbes Jahr. Meistens bekommt sie erst Anfang Mai ihr schönes Blätterdach, dann aber auch sehr schnell. In der zwischen zeit wären die Pflanzen dann in der -Herbst-Winter bis Vorfrühlingszeit auch mal der "Sonne" ausgesetzt, was aber aufgrund der geringen Temperaturen wohl kaum von Bedeutung sein dürfte. Dennoch schätze ich die Lichtbedingungen unter einem Fichtenhorst deutlich lebensfeindlicher ein, als unter Rotbuchen. Was für eine Berberitze ist das, welche unter den Rotbuchen noch gedeihen kann? Und würdest du sagen, dass sich ein Rhododendron unter einer Rotbuche mit extra beigefügtem saurem Substrat mäßig entwickeln kann, ohne zu mickern oder im Wachstum zu stagnieren?
LCV: Ja, der Buchsbaum scheint es auch an sehr schattigen Standorten zu überleben und sogar zu wachsen. (so 1-2cm im Jahr
:D :D )
Aber das eine Kamelie Schatten verträgt, wäre mir völlig neu. Die meisten Kamelien die ich je gesehen habe, standen immer sonnig oder zumindest halbschattig. Der Gedanke, dass diese unter der Krone einer Eiche oder Buche gedeihen könnten, ist zu utopisch um wahr zu sein. Könntest du den Standort beschreiben, indem die Kamelien trotz des Schattens gedeihen? Das wäre ja mal richtig cool!
AndreasG.
Jo, WHV liegt direkt an der Nordsee. Ich glaube, mehr Atlantik geht nicht :D . Spaß beiseite, welche Mahonie würdest du für einen schattigen Standort empfehlen? Und ist es nicht so, dass Efeu sowohl eine Jugend als auch eine Altersform hat und diese strauchförmig wächst? Ist diese genauso schattentolerant? Und hat sich diese Schneebeere in einem schattigen Standort mal festgesetzt, bildet die dort dann auch fleißig Ausläufer und Dickichte und damit dort das Unterholz? Oder geht sie durchs fehlende Licht ein?

Außerdem hörte ich davon, dass die Rote Teppichbeere Gaultheria procumbens relativ schattentolerant sein soll und diese würde sich als fruchttragender Bodendecker hervorragend eignen. Auch soll die Lorbeerkirsche Prunus laurocerasus einiges an Schatten vertragen können. Gilt das eigentlich auch für die portugiesische Lorbeerkirsche Prunus lusitanica oder ist die grundsätzlich lichtbedürftiger? Wie verhält es sich eigentlich mit Glanzmispeln und Duftblüten? Fragen über Fragen :roll: . Lg Avatarez2

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LCV
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Beitrag von LCV »

Im Kurpark Bad Krozingen und auch im Schlosspark Badenweiler stehen Camellia in der dunkelsten Ecke.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Cephalotaxus,Pseudotaxus,Torreya,Podocarpus,Saxegothea wachsen auch sehr gut im Schatten. Vor allem die vielen flachwachsenden bzw. kleinerbleibenden Podocarpus-Arten + Sorten sind auch in den vielen Nadelfärbungen sehr attraktiv. Rot /Gelb austreibend, blaunadlig, im Winter schokoladenbraun und was es sonst noch gibt. Wenn man es mag, sonst einfach ganzjährig grün.
VG wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Dioscorea
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Beitrag von Dioscorea »

Avatarez2:

In der Nähe von Echternach (Luxemburg) hat mal ein Eremit Pimpernüsse gepflanzt, vor vielen, vielen Jahren. Ich habe da bei einem Besuch festgestellt: Heute wachsen da noch immer Pimpernüsse in verschiedenen Grössen unter Laubbäumen mit einer inzwischen dichten Krone.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Avatarez2 hat geschrieben:
AndreasG.
Jo, WHV liegt direkt an der Nordsee. Ich glaube, mehr Atlantik geht nicht
Wie man's nimmt, Helgoland hätte noch mehr zu bieten.
Trotzdem Danke. Geographie ist nicht gerade meine Stärke. Aber WHV steht erst seit kurzem in deinem Profil, oder?
Avatarez2 hat geschrieben: Spaß beiseite, welche Mahonie würdest du für einen schattigen Standort empfehlen?
Keine. Mahonien sind da etwas anders als Ilex. Die mögen es kontinentaler.
Bei mir im Garten waren sie geradezu ein Unkraut. Wenn sie bei dir nicht von selbst auftauchen (Vögel), musst du mal in den Gärten ringsum suchen, ob und wie gut sie dort gedeihen, ob sie schattentolerant sind usw. und dir ggf. ein paar Beeren oder einen Ableger erbetteln. Meistens ist in Deutschland ohnehin nur die Hybridsorte erhältlich. Mahonien bilden reichlich Wurzelschößlinge.
Und wenn nirgendwo welche zu finden sind, kann es sein, dass sie bei dir einfach nicht gedeihen.
Avatarez2 hat geschrieben: Und ist es nicht so, dass Efeu sowohl eine Jugend als auch eine Altersform hat und diese strauchförmig wächst?
Das ist absolut korrekt.
Avatarez2 hat geschrieben: Ist diese genauso schattentolerant?
Nicht so ganz, denn diese Altersform bildet der Efeu erst, wenn er oben im Baum angelangt ist oder die Burgmauer vollkommen überwuchert hat und ganz oben ist normalerweise mehr Licht verfügbar.
Avatarez2 hat geschrieben: Und hat sich diese Schneebeere in einem schattigen Standort mal festgesetzt, bildet die dort dann auch fleißig Ausläufer und Dickichte und damit dort das Unterholz? Oder geht sie durchs fehlende Licht ein?
Der berühmte Knallerbsenstrauch wächst durchaus unter Bäumen im Halbschatten. Er kann sich dort recht lange halten und bildet auch Dickichte, wenn man ihn nicht bändigt. Totalen Schatten, wie hier gefordert, mag er nicht bzw. ich hätte da erhebliche Zweifel.
Aber bei den vielen Vorschlägen ist sicher was Passendes dabei, zumal der Knallerbsenstrauch nicht wirklich schön aussieht.

Ratatöskr
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Beitrag von Ratatöskr »

hallo Avatarez 2,

zu deinen Fragen, bei der Berberitze handelte es sich um Berberis thunbergii, allerdings muss ich dazu sagen, dass sie unter der Rotbuche - unbeschadet der Tatsache, dass sie mehrere Wochen früher austreibt als diese (die Blätter der Rotbuche erscheinen bei mir im Vogtland im Mittel um den 1.5. -in Jahren mit klangen strengen Wintern auch noch später-herum) im Wachstum deutlich (um etwa 40 %) hinter den Pflanzen gleicher Art zurückbleibt, die mehr sonnig stehen- aber sie hält sich und hat sich in den letzten Jahren auch ganz ordentlich entwickelt.
Was den Vergleich Rotbuchen- vs. Fichtenwald anbetrifft hast du natürlich recht, der Fichtenforst ist lebensfeindlicher für Unterwuchs, allein schon aufgrund der ganzjährigen starken Verschattung- wenn Eiben unter Fichten und übrigens auch unter Tannen gedeihen, gilt das erst Recht für sie als Rotbuchenunterwuchs.
Rhododendren habe ich z.T. auch an sehr schattigen Standorten stehen, entsprechend günstiges Bodensubstrat vorausgesetzt dürften sie sich halten, mit einer übergroßen Blütenpracht kann man allerdings an so schattigen Standorten nicht rechnen.
Was Buchs anbetrifft, der ja gerne an sonnigen Standorten gepflanzt wird und auch viel Sonne verträgt, so kommt er nach meinen Erfahrungen auch mit viel Schatten zurecht, ich hatte über viele Jahre sogar einen zwischen zwei großen Eiben stehen, die ihn mit den Jahren völlig abschatteten, es hat ihm nicht geschadet- er bildete dunklere Blätter aus, aber gedieh weiterhin über Jahe bis ich ihn schlussendlich verpflanzte.

Gruß André
"Wenn eine Raupe stirbt- wird ein Schmetterling geboren"
Elisabeth Kübler Ross

Avatarez2
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Beitrag von Avatarez2 »

Hallo und vielen Dank für eure bisherigen Bemühungen :wink: .

LCV:
Die Situation der Kamelie macht mich neugierig. Wie ist denn das Blühverhalten an so einem schattigen Standort? Blüht sie einfach weniger oder fast gar nicht?

Cryptomeria:
Ja, ich denke auch, dass diese ganzen Eiben den Standort mögen werden. Leider sind einige von denen schon stark gefährdet und dementsprechend schwer zu bekommen. Trotzdem werd ich mal demnächst versuchen, eine saxegothaea conspicua irgendwo zu ergattern und mal zu testen. Aber ich glaube neben Taxus, Podocarpus, Cephalotaxus, Saxegothea, Torreya, Pseudotaxus und Amentotaxus wird es wohl kaum eine Nadelbaum Gattung mit frostharten Arten geben, die in einem voll schattigen Standort gedeihen würden. Die Allermeisten Nadelhölzer sind ja gerade zu prädestiniert Sonnenanbeter zu sein. Aber sollte es doch noch eine solche Gattung geben, so wäre ich sehr darüber erfreut von ihr zu erfahren :) .

Dioscorea:
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Pimpernüsse in schattigen Lagen überleben können. Weißt du zufälliger Weise auch, ob die in dieser Lage auch fruktifizieren können? Weil soweit ich weiß, sind die Früchte essbar.

AndreasG.
"Wie man's nimmt, Helgoland hätte noch mehr zu bieten.
Trotzdem Danke. Geographie ist nicht gerade meine Stärke. Aber WHV steht erst seit kurzem in deinem Profil, oder?"

Leider nicht so wirklich. Wenn ich mich recht erinnere, war die Ortsangabe der 2. Schritt, den ich Tat, als ich mich hier registrierte. Aber da es sowieso nur eine Abkürzung ist und der einst geschichtsträchtige Ort längst bundesweit nicht mehr so bekannt zu sein scheint, wie er es mal war, ist es auch nicht weiter schlimm. :cry: . Dennoch ist das Mikroklima ein entscheidender Faktor, der die Pflanzenauswahl stark limitieren kann. Und da können wenige *C schon den Unterschied machen.



"Keine. Mahonien sind da etwas anders als Ilex. Die mögen es kontinentaler.
Bei mir im Garten waren sie geradezu ein Unkraut. Wenn sie bei dir nicht von selbst auftauchen (Vögel), musst du mal in den Gärten ringsum suchen, ob und wie gut sie dort gedeihen, ob sie schattentolerant sind usw. und dir ggf. ein paar Beeren oder einen Ableger erbetteln. Meistens ist in Deutschland ohnehin nur die Hybridsorte erhältlich. Mahonien bilden reichlich Wurzelschößlinge.
Und wenn nirgendwo welche zu finden sind, kann es sein, dass sie bei dir einfach nicht gedeihen. "

Also wirklich häufig sind sie hier nicht wirklich. die Mahonia aquifolium findet man hier manchmal als Bodendecker unter Straßenbäumen. Da ists häufig auch sehr schattig aber höher als 40cm scheinen die dort auch nicht zu werden. Die Mahonia x media habe ich noch nie gesehen und wäre auch die erste, die ich ausprobieren würde, da mir ihr Wuchs und ihre Blüten gefallen.

"Nicht so ganz, denn diese Altersform bildet der Efeu erst, wenn er oben im Baum angelangt ist oder die Burgmauer vollkommen überwuchert hat und ganz oben ist normalerweise mehr Licht verfügbar. "

Ist es für den Baum eigentlich arg schädlich, wenn ein Efeu sich an ihm empor schlängelt? Sieht ja manchmal ganz eindrucksvoll aus, wenn der Stamm mit Efeu eingehüllt ist und auch im Winter noch grün ist. Und er ist ja kein Schmarotzer, der dem Baum Nährstoffe entzieht ,sondern nutzt ihn einfach nur als Halterung.

Zu den Schneebeeren sei noch gesagt, dass die im Winter auch ziemlich kahl und dürr aussehen und deshalb sowieso nicht infrage gekommen wären. Und dass sie im Vollschatten nicht gedeihen kann, bekräftigt das nochmal besonders.

Ratatöskr: Dass der Buchs einiges an Schatten aushalte habe ich auch geahnt. Aber dass er es sogar unter Eiben aushält ist erstaunlich, da dort ja fast gar kein Licht mehr hinkommt. Bei den Berberitzen habe ich auch ein wenig geforscht und bin zu dem Schluss gekommen, dass die wohl mit schattentolerante die Berberis verruculosa sein müsste, die einen eher kriechenden Wuchs hat und immergrün ist. Doch glaube ich auch, dass die Thunbergs-Berberitze sich eignen kann. Blüht die unter den Rotbuchen den auch gelegentlich? Wird nur das Wachstum verlangsamt oder wirkt die ganze Pflanze insgesamt weniger vital? Und produziert die auch Früchte?



Nun habe ich noch ein wenig weiter geschaut und habe glatt den antarktischen Baumfarn (Dicksonia antarctica) ganz vergessen. De würde sich als Kandidat sicher auch eignen, da er in Tasmanien ja auch als Unterholz der Laubwälder wächst. Achja, falls ihr noch weitere Vorschläge habt, könnt ihr diese gerne auch mitteilen und vielleicht noch Stellung zu den anderen nehmen. Neben den Eiben, weiß ich nun, dass es auch mit Berberis Thunbergi, Buxus sempervirens, Rhododendron, Efeu, Stechpalme und Mahonia x media klappen kann. Doch wie schätzt ihr die Chancen einer japanischen Aukube, einer Lavendelheide oder Skimmie ein?
Lg Avatarez2

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Heieieieiei...
Welch' Diskussion um des Kaisers Bart... Nehmt doch einfach mal die Natur als Vorbild, dann wisst Ihr, was unter Buchen gedeiht...

Direkt drunter nämlich gar nix außer Buchensämlinge, Ilex und Eiben. Alles andere ist bei Solitärexemplaren, also mit breiter, tief ansetzender Krone, nur etwas für den Bereich der Kronentraufe, sprich, die bis zu max. 3 m kroneneinwärts gelegene Randzone.

Ist die Buche hochschäftig wie eine spät freigestellte Bestandsbuche, sieht die Sache wiederum ganz anders aus, dann kommen Licht, Sonne und Regen bis an den Stamm, und unter SO einer Buche kann man dann alles pflanzen, ohne Einbußen hinnehmen zu müssen.

Alles andere, was man unter breitkronigere, niedrigstämmigere Buchen setzt, wird mit der Zeit ausgeschattet werden. Und mag zwar existieren, aber letzten Endes auf zweierlei, gleichermaßen unschöne Art wachsen:

- Entweder wie eine Rakete als dünnes, klappriges Gurkengemüse steil nach oben, um ja ans Licht zu gelangen

- Oder aber ungeheuer phototrop, also schräg weg direkt zum Seitenlicht hin.
Ohne in beiden Fällen große Chancen auf Blüte oder Frucht.

Ich würde daher folgendes suggerieren:
Falls es sich um eine tief angesetzt breitkronige Solitärbuche handelt, würde ich den gesamten Wurzelteller mit einem schön strukturierten Rindenmulch oder einfach dem Laub des Baumes abdecken. Und ausschließlich im Bereich der Kronentraufe was anpflanzen, also da die Buche ja noch relativ jung zu sein scheint (oder missverstand ich da was?), aktuell etwa 1- 2 m vom äußeren Rand der Krone entfernt.

So haben die gepflanzten Gehölze nämlich das nötige Licht, und können es gegenüber der sich weiter ausbreitenden Krone auch einige Jahre behaupten. Beginnen diese Gehölze dann auszuschatten oder krummwüchsig zu werden, dann kann man quasi den nächsten Bepflanzungsring in gleicher Weise anlegen, also quasi mit dem dichten Kronenschluss der Buche mitwandern.

Mag etwas unorthodox klingen, ist aber meines Erachtens die einzig praktikable Art, mittelfristige Augenweide unter bzw. an Buchen zu bringen. Die sind nun mal das schattentoleranteste und auch schattierendste was wir haben, da muss man dann leider die Gegebenheiten nutzen, wie sie sind.

Was man noch machen könnte, wäre unter der Buchenkrone Buschwindröschen oder andere frühjahrsblühende Staudenanemonen anzupflanzen, an lichteren Stellen auch Leberblümchen, an feuchten Stellen Bärlauch.
Die wären ein natürlicher Unterwuchs in Buchenwäldern und gedeihen sogar in gleichfalls sehr dichten Laubholz- Naturverjüngungen- bis die Gehölze volles Laub haben, haben die ihren Lebenszyklus abgeschlossen und wären somit ein schöner Frühjahrsaspekt, bis dann die Buche die Krone dicht macht und auch, in unserem Fall hier, die außen herum angepflanzten Gehölze von den Seiten das Licht abschotten.

Tut mir leid, wenn ich nicht in das muntere Artenraten einstimmen kann, aber die Natur setzt nun mal Grenzen, und da es sich gerade um eine Buche handelt, muss man mit dem arbeiten, was man hat. Jeder andere Baum wäre ideal unterpflanzbar, nur gerade die Buche (und Birken...) nicht so.

Probiere es mit den nicht- heimischen Ilex und den Eiben und Verwandten, aber Dir wäre wie gesagt wesentlich besserer Erfolg beschieden, wenn sie nicht direkt drunter stehen, sondern wie gesagt im Bereich der Kronentraufe herum.

Oder hast Du nicht einfach mal ein Bild vom ganzen Baum, damit man einfach mal die Voraussetzungen sieht? Wundert mich ja fast, dass schon x gute Tipps kamen, aber noch keiner den Baum sehen wollte, um mal so grundsätzlich zu wissen, was machbar ist.
Wie ich schon sagte, entstehen allein durch die Kronenform/ Höhe des freien Stammes schon immense No's oder Go's...

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