Eine Frage zum Stratifizieren

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Daelin
Beiträge: 55
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Eine Frage zum Stratifizieren

Beitrag von Daelin »

Hallo Baumkundler,

würdet Ihr mir einen Tip zum Stratifizieren geben: Müssen die Samen feucht gehalten werden oder kann die Stratifikation auch mit trockenen Samen durchgeführt werden. Reicht es also, wenn ich meine Samentütchen entsprechend kalt stelle? Vielen Dank.

Beste Grüße,
Mat

Cryptomeria
Beiträge: 9539
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Mat,
da gibt es individuell große Unterschiede. Von welchen Bäumen hast du denn Samen?
VG wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Daelin
Beiträge: 55
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Beitrag von Daelin »

Hallo Wolfgang,

ich habe diesen Herbst/Winter unzählige Arboreten besucht und ein riesiges Samenportfolio angelegt. Da ist alles dabei an Laub- und Nadelbäumen, was man sich nur denken kann. Ich möchte damit den Grundstock für eine kleine aber feine Art von Baumschule gründen, speziell aber für Bonsais. Ich weiß, dass sich das vor allem aufgrund meines geringen Wissensstandes etwas fraglich anhört aber ich gedenke diesen Rückstand mit entsprechender Leidenschaft wettzumachen. Nun habe ich diese recht umfängliche Samenbank und kann die Samen nicht Stück für Stück in Perlite im Kühlschrank aufbewahren sondern würde gern auf die günstigen Außentemperaturen zurückgreifen. Es wäre natürlich von immensem Vorteil, wenn ich einfach die entsprechenden Samenbehälter nach draußen Stellen könnte und nicht jetzt schon alles in entsprechende Behälter "aussähen" müsste. Ich kann schon recht gut in Erfahrung bringen, welche Samen stratifiziert werden müssen - das Internet bietet da ja reichlich (wenn auch widersprüchlich) Informationen. Ich weiß eben nur nicht, ob die Startifikation einen gewissen Feuchtegrad erfordert.
Eichen, Kastanien etc. sprießen schon wie verrückt ... :) Mein größter Stolz ist ein Keimling der Kaisereiche (wenns eine ist).

BG Mat

Daelin
Beiträge: 55
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Beitrag von Daelin »

So siehts aus: die ersten indischen Rosskastanien brechen durch und die Eichen bilden schon einen kleinen Wald. Einige Samen, wie die des Lampionbaums oder der Numerischen Tanne keimten schon im Sammelbeutel. ;)
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che80
Beiträge: 169
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Beitrag von che80 »

oh cool sehr schön. Ich hoffe das dabei einige schöne Raritäten auftauchen. :wink:

VG Sören

Daelin
Beiträge: 55
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Beitrag von Daelin »

JAAA! Das hoffe ich auch ...

Ogrodnik
Beiträge: 23
Registriert: 07 Mär 2016, 10:03
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Beitrag von Ogrodnik »

Grundsätzlich solltest du alle Samen, die stark wasserhaltig sind und schnell austrocken (ab 30% Wasserverlust sinkt die Überlebensfähigkeit des Embryos dramatisch - dazu gehören zB Quercus, Aeculus, Castanea, Fagus,...) entweder in einem kleinen Gefrierbeutel (1 Liter oder besser kleiner, es gibt kleine Beutel in den Baumärkten, mit Selbstverschluss) mit einem Stück feuchtem - nicht nassem - Küchenpapier oder wie früher mit angefeuchteter Holzkohle (wirkt auch fungizid und antibakteriell) in den Kühlschrank bei +3-6°C lagern, oder dieses Saatgut in feuchten Sand einschichten, alle anderen Samen (zB Sorbus, Crataegus, Acer, Carpinus, Betula, Cotoneaster,...) kannst du in diesen Beuteln so im Kühlschrank aufbewahren - alles immer mal kontrollieren, und dann im März aussäen, dann brauchst du dich nicht mit den Keimlingen im Winter herumärgern.
Wenn du bei beerenartigen Früchten das Fruchtfleisch entfernt, welches häufig keimhemmende Stoffe enthält, keimt das Saatgut im ersten jahr gleichmässiger.
Einfach draussen lagern birgt die Gefahr, dass Mäuse oder Vögel einen Teil des Saatgutes zerstören bw fressen; Frost zur Brechung der Keimruhe wird überschätzt, eine Kälteeinwirkung wirkt ebenfalls gut. Lagerung in Garagen usw. ist wegen der Wechseltemperaturen, vor allem wenn es wieder wärmer wird, nicht sehr empfehlenswert.
LG
O.

Daelin
Beiträge: 55
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Beitrag von Daelin »

Vielen Dank O. für die ausführliche Antwort. Die hilft mir sehr, um ein wenig Sicherheit in die vielen variierenden Infos zu bringen. Super!!!

LG Mat

Andreas75
Beiträge: 3995
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Meinst Du nicht, das ist 'n bisschen früh gewesen mit der Aussaat?
Bis Mitte/ Ende April (wenn sie allmääählich rauskönnen) sind die doch hoffnungslos vergeilt...

Auch sollte man Eichen lieber gleich in ca. ab 10 cm tiefe Töpfe säen, wegen der Pfahlwurzeln... Ansonsten aber sehr schöne Sämlinge, wünsche dennoch gutes Gelingen!

Daelin
Beiträge: 55
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Beitrag von Daelin »

Die Eicheln waren beim Sammeln im Spätherbst schon gekeimt, da hatte ich keine andere Wahl. Was bedeutet denn "vergeilt"? Da die Pflanzen zu Binsais werden sollen, versuche ich gleich von Beginn an, die Wurzeln flach zu halten. Macht das Sinn?

AndreasG.
Beiträge: 2760
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Beitrag von AndreasG. »

Vergeilt bedeutet, dass sie aus Lichtmangel lange und sehr dünne Triebe ausbilden, die zudem krankheitsanfällig sind und sehr leicht umkippen.

Eicheln keimen häufig bereits im Herbst, aber wenn man sie kalt überwintert, wachsen sie trotzdem erst im Frühjahr weiter. In der Natur funktioniert das schon sehr lange so.

Wurzeln kappen für zukünftige Bonsais macht durchaus Sinn, aber da musst du mal in den diversen Bonsaiforen nachfragen.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Eicheln ,Kastanien.. kann man gut draußen stecken. Ein bisschen engmaschigen Draht übder die Töpfe ( Vogel/Mäuseschutz) und dann beginnt alles im April/Mai zu wachsen.
Nadelbaumsamen trocken im Kühlschrank/offenes Kellerfenster lagern und entweder im März unter Glas oder im Mai nach den Spätfrösten im Freiland.

Aber wenn du für Bonsai heranziehst, dann sieht es sicher anders aus. Wie Andreas schon sagt, dann mal in Bonsaikreisen nachfragen.
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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