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Chili Schärfe
Verfasst: 15 Nov 2016, 11:28
von AndreasG.
Ich habe irgendwann im Frühjahr mal Samen einer mittelscharfen Chilisorte ausgesät. Es hat sehr lange gedauert, bis die Pflanzen einigermaßen gewachsen sind. Geblüht haben sie ebenfalls erst spät im Jahr. Wenn ich mich recht entsinne, Mitte September.
Neulich konnte ich die erste Frucht ernten, die aber überhaupt nicht scharf war, nicht ein bisschen. Sie schmeckte praktisch wie eine etwas zähe Paprika.
Die Samen stammten, wie bereits gesagt, von einer mittelscharfen Sorte, die man gerade so ohne schmerzhafte Verrenkungen im Mundbereich essen konnte.
Deshalb mal eine Frage an eventuellen Chilizüchter; wird die Schärfe in erster Linie vererbt oder sind andere Faktoren, wie z.B. die Sonneneinstrahlung wichtiger. Obst reift bekanntlich ohne ausreichend Sonne auch nicht richtig.
Derzeit entwickeln sich immer wieder mal neue Früchte. Ich versuche, die Pflanzen zu überwintern, damit ich im Frühjahr gleich fertige große Pflanzen habe.
Die Blüten sind hübsch, aber noch mehr würde ich mich über ein paar scharfe Früchte freuen. Muss ja nicht in den schmerzhaften Bereich gehen.
Verfasst: 15 Nov 2016, 12:31
von LCV
Hallo Andreas,
da wird Dir sicher Dieter mehr dazu sagen können. Ich habe aber mal gelesen, dass man mit bestimmten Maßnahmen die Schärfe von Generation zu Generation steigern kann. Wie genau, habe ich vergessen.
Ich hatte mal einige Samen von wohlschmeckenden gekauften Chili getrocknet und im nächsten Jahr gezogen. Erstaunlicherweise schmeckten die selbst auf dem Fensterbrett im Blumenkasten gepflanzten noch viel besser. Ob es aber an der Sonne lag oder ob bei solchen Züchtungen es eher Zufall ist, was dabei herauskommt, kann ich nicht sagen.
Für die Sonnentheorie spricht eine andere Erfahrung: Ich habe im Frühjahr eine sog. Schokoladen-Tomate "Kakao" (Lycopersicon lycopersicon 'Kakao') gekauft. Ich hatte schon Bedenken, dass die garnicht fruchtet, weil ich von anderen Sorten bereits ernten konnte, während hier noch nicht mal Blüten kamen. Offenbar ein Spätzünder. Plötzlich ging es los und die am Strauch gereiften Früchte hatten ein sagenhaftes Aroma. Wegen des merkwürdigen Wetters stagnierte das aber Ende September und die noch grünen Tomaten wuchsen nicht mehr und blieben auch grün. Vor ein paar Tagen habe ich die Pflanzen herausgerissen und die größeren Tomaten zum Nachreifen auf ein Küchenpapier gelegt. Innerhalb von 2 Tagen hatten die die schwarz-braun-rote Farbe angenommen. Aber leider war nichts von dem tollen Aroma zu schmecken. Absolut fade. Selbst holländische Treibhaustomaten (die ich als gefärbtes Wasser bezeichne) haben da noch mehr Geschmack.
Diese Schokotomate kann also bei günstigem Wetterverlauf Superfrüchte bringen, aber wenn es dumm läuft, schaut man in die Röhre.
Gruß Frank
PS. Eine Chili hatte ich auch in diesem Jahr gepflanzt. Die wurde von Blattläusen quasi aufgefressen, während keine einzige Laus an die Tomaten ging.
Verfasst: 15 Nov 2016, 13:11
von AndreasG.
Ja, Blattlausbefall ist an Paprika und Co häufig.
Bei mir findet dieses Jahr wieder der Kampf zwischen Blattläusen und kleinen Schlupfwespen statt. Die haben sich im letzten Jahr gehalten und über den Sommer wieder ausreichend vermehrt.
Derzeit gibt es praktisch keine Läuse und ein paar Schlupfwespen, die auf Opfer warten.
Ich werde dann mal versuchen, die Chilis zu überwintern und auf schärfere Früchte im nächsten Sommer hoffen.
Chili - Schärfe
Verfasst: 15 Nov 2016, 20:08
von Spinnich
Hallo Andreas,
Woher stammte denn die Chilifrucht, deren Saatgut Du vermehrt hast.
Und hast Du eine Ahnung um welche Spezies, eventuell Sorte es sich eigentlich handelt.
Ich vermute ja C. annuum, da ist die Bandbreite von sehr scharf über scharf, mittelscharf bis fast oder ganz ohne Schärfe wohl am weitesten.
Obwohl es von den üblicherweise sehr scharfen C. chinense auch welche ohne Schärfe geben soll.
Von C. pubescens kenne ich nur eine Bandbreite von geringer Schärfe bis hin zu sehr scharf.
Wobei geringe Schärfe im (eventuell tränenden) Auge des Betrachters liegen dürfte.
Viele Sorten haben da ein gewisses Grundspektrum der Schärfe von x-y.
Die Sorten sind nicht alle genetisch stabil und völlig reinerbig.
Hybridisierung kommt als Möglichkeit auch noch dazu, wenn gleich das nicht gar so oft vorkommt.
Ich hatte mal recht milde nur leicht bitzelnde Kirschpepperoni (als einzige Art) und sonst nur normale Gemüsepaprika.
Dann gab es aus Nachsaat plötzlich eine im Gegensatz zur Gemüsepaprika extrem üppig tragende Paprikapflanze mit allerdings halb so großen Früchten, aber x-mal größer als die zudem flachrunde Kirschpepperoni.
Die Früchte waren mindestens so scharf wie normale Chilischoten aus dem Gemüseregal, die hatten schon richtig Feuer.
Im Gegesatz dazu hatte ich aus Nachsaat meiner recht milden Chili Sorte "Black Hungarian" im Gegnsatz zu den vorher geernteten Früchten mit ganz leichter aber pikanter Schärfe dieses Jahr mehrere Pflanzen mit fast nicht wahrnehmbarer Schärfe (auf der Zunge nach Entfernen der Kerne und Plazenta; brennen aber trotzdem wenn man sich nach dem Schnippeln in die Augen langt), gleichzeitig aber auch eine Pflanze deren Früchte pikant scharf waren, schärfer als das Ausgangsmaterial.
Will man immer gleiche Schärfe muss man also selektieren.
Daneben spielt die Temperatur, Bodentemperatur, Wasserversorgung, Sonnenscheindauer und UV-Intensität, ev. auch die Spezies eine Rolle.
Im Zimmer nachgereifte Früchte mit schwachem Sonnenlicht ohne Hitze werden kaum feurige Schärfe bekommen, wobei möglicherweise C. pubescens, die spät im Jahr tragen und zum Fruktizieren eher kühlere Witterung bevorzugen, trotzdem auch beim Nachreifen noch einige Schärfe erzielen (haben übrigens immer erst im 2ten Jahr getragen).
C. chinense hat weder im ersten noch im 2-ten Jahr Früchte angesetzt, Blüte erst kurz vor Frost.
LG Spinnich

Verfasst: 15 Nov 2016, 21:04
von AndreasG.
Das waren Chilis aus dem Laden.
Einmal hatte ich Samen getrockneter, ganzer Chilischoten ausgesät und einmal Samen aus frischen Peperoni/Chili aus einem arabischen Lebensmittelladen.
Welche Pflanzen da letztlich groß geworden sind, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Vermutlich sind Samen von beiden Sorten gekeimt.
Die Keimung und das anschließende erste Wachstum haben im Frühling extrem lange gedauert. Deshalb sind die Aussaattöpfe auf dem Balkon gelandet und ich war ganz verwundert, dass irgendwann mal Chilipflanzen gewachsen sind.
Im Moment stelle ich mir die Frage, ob ich die Pflanzen durchkultivieren oder wegwerfen soll. Unscharfe Chilis sind irgendwie witzlos, denn die Früchte sind ziemlich klein, wie normale Chilis halt, und deshalb nicht als Paprika zu gebrauchen. Wenn die nun niemals mehr scharf werden, ....
Mein Platz am Fenster ist begrenzt und da gäbe es interessantere Pflanzen.
An ihrem derzeitigen Standort bekommen sie mittags Sonne, falls die mal scheint.
Verfasst: 15 Nov 2016, 22:45
von biloba
Hallo Andreas,
an dieser Stelle noch ein Gerücht, welches ich Dir gerne weiter erzähle. Mangels eigener Erfahrung (Chili ist nicht nach meinem Geschmack.) ist und bleibt es nur ein Gerücht.
Einige Kumpels von mir schwören darauf, die Pflanze mit Wurmtee zu gießen. Das soll die Wurzeln insofern täuschen, dass die Pflanzen von Wurzelfraß ausgehen und aus diesem Grunde noch verstärkt ätherische Öle zur Abwehr der vermeintlichen Fraßfeinde produzieren. Kann aber sein, es ist nur ein Gerücht. Dann wäre der Wurmtee nur ein natürlicher Dünger.
Solltest Du zufällig mal hier in der Gegend sein, kannst Du ja einen Kanister mitbringen und Dir mal 10 Liter mitnehmen. (Sag ein paar Tage zuvor Bescheid!)
Ansonsten frag mal den Thailänder Deines Vertrauens, welches Saatgut er verwendet.
Geschärfte Grüße!
Verfasst: 15 Nov 2016, 22:55
von AndreasG.
Diese Wurmteegeschichte klingt ein wenig merkwürdig.
Es gibt verschiedene Chilisorten mit unterschiedlicher Schärfe. Ein Teil ist also sicherlich genetisch bedingt.
Nur sollten aus mittelscharfen Früchten bzw. aus deren Samen keine schärfelosen Früchte heranwachsen. Das die wirklich total wie Paprika keinerlei Schärfe haben, verwundert mich schon.
Die Händler wissen mit absoluter Sicherheit nicht mehr, was sie mir da für Sorten im Frühjahr verkauft haben.
Verfasst: 15 Nov 2016, 23:02
von LCV
Wenn es keine sortenreinen sind, weiß man nicht was durchschlägt. Und sicher spielen die Sonnentage eine Rolle.
Verfasst: 15 Nov 2016, 23:30
von biloba
AndreasG. hat geschrieben:Es gibt verschiedene Chilisorten mit unterschiedlicher Schärfe. Ein Teil ist also sicherlich genetisch bedingt.
Also wenn mein Bruder Chili erntet, die sind ALLE scharf. Für mich ohnehin, doch auch er sortiert da keine Pflanzen aus. Der weiß, was er sät.
Ich mag die aber nicht.
Grüße vom Weichei!
Verfasst: 16 Nov 2016, 00:00
von AndreasG.
Es gibt sogar eine Art Maßeinheit für die Schärfe von Chilis.
https://de.wikipedia.org/wiki/Scoville-Skala
Ich brauche auch keine Früchte, die schon schmerzhaft scharf sind.
Aber bisschen Schärfe beim Kochen ist ganz nett. Vermutlich ist das auch Gewöhnungssache.
Scharf ist also nicht gleich scharf.
Chilis...
Verfasst: 16 Nov 2016, 00:31
von Spinnich
Hallo Andreas,
Ich würde bei einem etablierten Chili-Samen-Produzenten bestellen (so mit eigenem Forum, gibt da auch Tauschbörsen)
Wenn dann das Saatgut nix taugt, würden die im eigenen Forum sofort Druck kriegen.
Wegen der unterschiedlichen Kulturansprüche der Arten würde ich erstmal C. annuum und C. frutescens zuraten. Ich selbst kann geschmacklich bis maximal mittelscharfe Chilis verknusen, bin aber gegen das Capsaicin leicht allergisch und nach Genuss schärferer Früchte schweißgebadet, weshalb ich mich eher auf weniger scharfe Sorten beschränke.
Die einmalige Investition in ein beheizbares Minigewächshaus für die Fensterbank (oder Minigewächshaus + elektrische Katzen-, Welpen- Heizdecke) lohnt sich für die Aussaat. Chilis brauchen länger und mehr Wärme als Tomaten (leztere keimen manchmal schon nach 2-3 Tagen, Chilis oft erst nach 10-20 Tagen). Anfangs wachsen die auch noch recht lahm.
Ich pikiere die gekeimten Pflanzen sobald das 2te Blattpaar kommt in einen Balkonkasten (zunächst nur halb aufgefüllt). Der wird so hell wie möglich aufgestellt und mit diesen durchsichtigen Obstschalen zugedeckt (am einen Ende abgeschnitten, aufeinandergeschoben zusammengetackert, je 2-3 je nach Länge des Kastens). Dort bleiben die abgedeckt bis die längsten Pflanzen stark anstoßen, dann kommen Stäbchen unter die Abdeckung , wodurch mehr Luft zirkuliert und nach oben noch Platz geschaffen wird. Wenn es langsam mild draußen wird und die Pflanzen etwas hochgeschossen sind, wird aufgedeckt , zunächst ein paar Tage an einem Fenster mit wenig Sonne am besten bei wolkigem Wetter und der Kasten wird etwas mit Erde aufgefüllt. Dann allmählich wieder der Sonne ausgesetzt, zuletzt am besten auf dem Balkon sobald 10 °C überschrritten werden. Bei kühleren Temperaturen immer nachts reinholen. So wird die Kulturzeit verkürzt. Meine Pflanzen kommen dann mehrheitlich in den Garten in ein vollsonniges Beet mit reichlich Komposterde und einer Abdeckung durch einen Folientunnel bis es wirklich sommerlich heiß wird. Sobald die Sommerhitze extrem wird , wird der Tunnel nur zur Hälfte zur Sonnen abgewandten Seite aufgedeckt, hilft auch gegen plötzlichen Starkregen. Gegen Saisonende wird alles wieder nach einer Trockenphase abgedeckt und vor Einsetzen von deutlichem Frost abgeerntet und der Rest im Haus/Heizungskeller nachgereift.
Mehrere Pflanzen, insbesondere kleinere Chilis, ausdauernde Wildchilis oder die spät reifenden Baumchilis werden von Anfang an in Töpfen gezogen. Problematisch ist allerdings der Platzbedarf der Baumchilis, die auch im Winter hell stehen wollen und recht groß werden, wie auch Glockenpaprika, Bischofsmütze (Capsicum baccatum), so um 80-100 cm hoch, wogegen Criolla sella (C. baccatum) und Black Hungarian (C. annuum) bei mir auch schon im 3ten Jahr im Topf aushalten. Die ebenfalls über 1m hoch wachsenden Wildchilis sind aber recht anspruchslos und könneen entweder zurückgeschnitten oder auch kühl, recht dunkel und blattlos überwintert werden, wenn keine Fensterbank mehr passt. Durchkultivieren würde ich die Pflanzen nur, wenn es entweder die Frucht oder wie beispielsweise bei Glockenchilis der Zierwert lohnt. Sonst lieber den Platz für neue Probanten reservieren!!!
LG Spinnich

Verfasst: 16 Nov 2016, 07:48
von Hilmar
Hallo Andreas,
die Schärfe von Peperonis unterscheidet sich je nach Sorte und innerhalb einer Sorte je nach Reifegrad. Unreife 0-8-15-Peperonie schmecken fade, erinnern höchstens an Paprika.
Was Deinen Peperonie fehlt, ist die Reifezeit. Die Blüte im September kommt 2-3 Monate zu spät, da fehlt die ganze Sommersonne. "Normale" Peperonie sind unreif grün und ausgereift rot. Es gibt jedoch auch grüne, gelbe und fast schwarze Sorten. Die Formen variieren und reichen über längliche, gedrungenere, kugelförmige bis zu besonders geformten Früchten.
Damit zukünftig leckere Peperonie wachsen, folgende Ratschläge:
Aussaat Ende Februar in normale, jedoch höcherpreisige Anzuchterde. Bei Verwendung von Pflanzschalen müssen die Jungpflanzen beizeiten vereinzel werden. Ich sähe jeweils 3-4 Samenkörner in einen ca. 8x8 cmgroßen Blumentopf und behalte später nur die kräftigste Pflanze. Aus Platzgründen stehen meine Pflanzgefäße in einem nicht geheizten, jedoch temperierten Raum (Flur). Für die erforderliche Temperatur sorgt eine Wärmematte aus der Terraristik, gesteuert mit Zeitschaltuhr.
Obwohl die Pflanzen direkt am Fenster bzw. kurz dahinter stehen, wird sobald sich die ersten Keimlinge zeigen, Kunstlicht angebracht. Bewährt haben sich Neonröhren, sogenanntes Pflanzenlicht, welche nur wenige Zentimeter über den Pflanzen hängen. gegossen wird, wenn sich die Oberfläche des Bodens trocken anfühlt.
Je nach Wachstum wird Anfang - Mitte April umgetopft (Topfgöße ca. 15x 15 cm). Ausgepflanzt wird Ende Mai nach den Eisheiligen, wobei alle meine Peperonis in 10 l Eimer wachsen. Diese stehen ab Mittag vollsonig auf der Terrasse. Je wärmer und sonniger, umso besser. Die Ernte reicht mehrere Jahre lang.
Nur eine angeblich fruchtig schmeckende Sorte von den Philipinen ist bisher nichts geworden. Ebenso sind alle Versuche des Überwinterns von Chilipflanzen gescheitert. Da sind die Unterschiede zwischen draußen und drinnen zu krass. Ein Versuch lohnt vielleicht im Wintergarten, jedoch nicht auf dem Fensterbrett.
Und nun viel Vergnügen bei dem Anbau von Chilis im kommenden Jahr
wünscht Hilmar
Verfasst: 16 Nov 2016, 09:18
von AndreasG.
Ich möchte schon aus Platzgründen nicht groß in den Chilianbau einsteigen.
Außerdem reicht bei mir eine Dose mit getrockneten Schoten zwei Jahre.
Wenn ich also zwei Pflanzen habe, die ein paar Früchte produzieren, ist das mehr als genug.
Dass die lange zur Keimung brauchen (im Vergleich zu Tomaten), ist mir aufgefallen. Aber irgendwann kamen sie und ich habe sie anschließend nur noch gegossen und ab und zu gedüngt.
Ich hatte letztes Jahr Paprika (ebenfalls ein nur so-zum-Spaß-Anbau) erfolgreich überwintert und Chilis sollten sich da nicht so sehr unterscheiden. Die Pflanzen blühen derzeit sogar und sehen bisher ganz gesund aus. (Okay, ist erst Mitte November und der Winter kommt noch.)
Die Paprika hätte ich vermutlich noch mal überwintern können, aber sie waren einfach zu groß und unansehnlich.
Meine Frage ist nur, hängt die Schärfe ausschließlich von der verwendeten Sorte ab oder auch von Sonneneinstrahlung, Kulturbedingungen usw.
Kommerziell angebaute Chilis stehen doch sicherlich in einem Feld zusammen mit vielen anderen Pflanzen der gleichen Sorte. Die sollten sich also gegenseitig bestäuben. Ist also die Frage, ob auf dem Chilisamenmarkt jede Menge F1 Hybriden zu finden sind oder ob die Bauern ihr Saatgut selbst ziehen (und dann jedes Jahr wieder scharfe Früchte ernten können, ohne Saatgut nachkaufen zu müssen.)
Dass die Pflanzen erst jetzt fruchten, hängt sicher mit dem kühlen Sommer zusammen. Die standen die ganze Zeit geschützt auf dem Balkon, aber Chiliwetter hatten wir im Sommer nicht gerade.
Verfasst: 16 Nov 2016, 14:57
von Spinnich
Hallo Andreas,
Die Überwinterung ist oft einfach eine Platzfrage (siehe deine Paprika) und die meisten Arten/Sorten brauchen auch im Winter viel Licht.
Deine Töpfe sehen allerdings schon recht klein aus? Hast Du einen kühleren Raum mit einem hellen Fenster, das wäre günstiger als in einem überheizten Wohnraum. Fruchtende und blühende Chilis sehen ja recht apart aus, kann man doch jedenfalls versuchen, wenn man den Platz nicht für was anderes opfert. Im nächsten Jahr können die schon einen Vorsprung gegen Neuaussaat haben, allerdings dann besser in deutlich größere Gefäße und frischen Boden umpflanzen. Dann könntest Du ja vergleichen, ob sommerlich gereifte Früchte der Sorten deinen Vorstellungen entsprechen.
Die Sortenreinheit ist ein Qualitätsmerkmal, das nicht bei jedem Händler gewährleistet ist. Seriöse Händler weisen auch schon mal darauf hin, wenn das Saatgut stärker aufsplittet (die haben 100e Sorten und immer wieder mal neue, da gibt es dann schon mal solche Ausreißer).
In jedem Fall mal bei den großen Anbietern stöbern, geben oft auch Pflegehinweise, und eventuell gezielt nach reich- und frühtragenden Sorten suchen.
Viel Erfolg wünscht Spinnich

Verfasst: 16 Nov 2016, 15:58
von AndreasG.
Ja, ich weiß. Die Paprika sind im Winterquartier (Küche, unbeheizt aber manchmal wegen Kochen und Backen trotzdem warm) gut gewachsen und ich musste sie zurückschneiden.
Da bei mir die Chilis sehr lange brauchten, bis sie keimten und wuchsen, habe ich mir das mit dem Vorsprung durch überwinterte Pflanzen auch schon gedacht und bei den Paprika hat es funktioniert.
Sorgen wegen der Überwinterung mache ich mir keine.
Umtopfen werde ich sie im Frühjahr. falls ich mich dazu entschließe, sie durchzukultivieren.
Angst wegen eines zu warmen Platzes habe ich nicht unbedingt, ich benutze die Heizung sehr sparsam. Außerdem habe ich noch andere Pflanzen, die einen eher gemäßigt-kühlen Überwinterungsstandort brauchen.
Es war in erster Linie ein Versuch mit Samen von Supermarktpflanzen, die eher für den Verzehr gedacht sind. Ich war nur verblüfft, dass aus mittelscharfen Früchten die Folgegeneration keinerlei Schärfe hat. Deshalb die allgemeine Anfrage.
Samen von sortenreinen Chilis werde ich nicht kaufen. Gerade habe ich eine Bestellung für alle möglichen anderen Samen getätigt, und wenn davon auch nur die Hälfte keimt, habe ich ein deutliches Platzproblem.
Zum Glück muss ich mir diesbezüglich erst im Frühjahr Gedanken machen.