Hallo,
Da ich ein wenig kochtechnisch experimentiere, lege ich keinen Wert auf besondere Schärfe. Ich versuche lieber, bestimmte Aromen zu kombinieren. Etwas Schärfe z.B. von schwarzem Pfeffer ist ok, aber wenn es die Geschmacksnerven betäubt, dann kann man sich ja die Arbeit sparen.
Aber jetzt weiß ich wenigstens, dass ich die Pflanzen behalten kann und am Ende scharfe Chilis dabei herauskommen...braucht keine Samen extra zu kaufen, wenn man nicht unbedingt eine bestimmte Sorte haben möchte, wie z.B. die erwähnten Glockenchilis. Und wozu braucht man Früchte, die schmerzhaft scharf sind?
Recht interessant, wenn man das mal analysiert.
Es kommt natürlich immer auf die Menge und den Einsatzzweck an.
Während es Menschen gibt, die sich superscharfe Currywürste reinziehen und dabei die eigene Schmerzgrenze überschreiten, benutze ich alle scharfen Gewürze so, dass sich für mich daraus ein kulinarischer Genuss ergibt. Prinzipiell esse ich gerne scharf und stark gewürzt. Da sind auch Gewürze wie Piment, Kubebenpfeffer, Sichuanpfeffer, Koriander, gemahlener Senf, Meerrettich, Ingwer, Knoblauch, Zwiebel, und deftige Kräuter wie Rosmarin und Thymian neben Paprika, Curry-Mischungen und Chilis im Einsatz um mal ein paar zu nennen.
einige Gerichte vertragen schon mal mehr Schärfe, bei anderen ist man zurückhaltender. Kürbisgerichte (Hokkaido ) etc. können schon etwas mehr ab.
Glockenchili,
wenn sie unerwartet so scharf sind, kann man entsprechend niedrig dosiert genauso einsetzen wie Chilipulver, Rosenpaprika usw., und man kann sie auch trocknen und in der Chilimühle verwenden. Darüberhinaus sind sie einfach auch dekorativ.
Zum Pfeffer: das ist eines meiner Lieblingsgewürze und wird in unserem 2 Personen Haushalt kiloweise verbraucht.
Neben schwarzem Pfeffer habe ich erst heute wieder Sichuan-Pfeffer und Kubebenpfeffer (beide für mich obligatorisch) für ein Weißkraut gebraucht, welches mit dem obligatorischen Kreuzkümmel, Zwiebel, Salz, Zucker, Öl, Butter und etwas Piment und gemahlenem Koriander zusammen mit schwarzer Paprika (Ancho Mulato) und einer milden Chili (Black Hungarian) in der Pfanne angeschwitzt wurde.
Dazu gab es einen Hirseauflauf mit Kräutern, Butter, geriebenem Käse und Ei (mit Milch und Muskat), dem ich noch ein Stückchen gehackte Baumchili zugab, wodurch genau die leise pikante Schärfe entsteht, die prickelnd im Hintergrund dem Gericht die passende Note verleiht und nicht aufdringlich die anderen Aromen zerstört.
Aber jeder hat eben andere Geschmacksknospen und Vorlieben und für manche Geschmacksrichtungen muss der Gaumen ohnehin erst geschult werden. Die Gerichte anderer Länder sind für uns oft zunächst na ja ...
Eine leicht Bitternote ist für mich auch durchaus angenehm, aber das ist halt auch nicht Jedermanns Sache, obwohl solche Gerichte/Zutaten meist recht gesund sein sollen.
Freut mich jedenfalls, dass Deine Chilis sich noch zu leckeren Früchtchen entwickelt haben.
Habt ihr übrigens schon mal kandierte Chilis oder kandierte Kumquats probiert?
Ist schon etwas Aufwand, aber wirklich sehr lecker!
LG Spinnich

Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -