Große Bäume umpflanzen

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Merten
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Große Bäume umpflanzen

Beitrag von Merten »

Hallo nochmals,

Ich hab mich hier ein bisschen durchgelesen, hier gibts scheinbar sehr viele Experten. Daher mal eine Frage:

Ist es möglich, einen großen Baum ab etwa 5 Metern oder mehr umzupflanzen? Ich habe ein relativ großes Grundstück, allerdings sind meine Bäumchen noch ziemlich klein, und es dauert vorraussichtlich Jahrzehnte bis sie groß sind.

Was sagt ihr dazu? Ich weiß, dass so etwas wahrscheinlich mit größeren Kosten verbunden wäre, denn ein kleiner Baum ist in der Regel ja preiswerter als ein großer.

LG

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Es ist heute alles möglich. Du kannst auch sehr große Bäume kaufen, aber umpflanzen gibt es auch. Es gibt auch Betriebe, die auf solche Wünsche spezialisiert sind. Vor 2000 pflanzten sie bei uns alte Kastanien um, Stück damals für 20 000 DM. Die meisten gingen an aber einige weinige gingen auch ein.
Wie gesagt, man kann heute ( fast ) alles machen, vorausgesetzt du investierst das nötige Kleingeld und man kommt mit großem Gerät an den Pflanzplatz.
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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stefan
Moderator
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Beitrag von stefan »

Hallo Merten,
wenn Du das Stichwort "Großbaumverpflanzung" googelst bekommst Du viele Hinweise auf Firmen, die das anbieten,
auch einiges an spektakulären Bildern.
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Auch wenn es eher auf ältere Menschen ausgelegt ist, so hat man doch sicher mal "Nen alten Baum verpflanzt man nicht" wenigstens gehört.
Da ist schon was dran. Zwar bekomme ich in Baumschulen Bäume quasi in allen Größen angeboten, die werden aber alle paar Jahre quasiverpflanzt (Wurzeln gekappt). Nen Baum, der schon ein paar Jahre mehr an einem Ort sitzt, pflanzt man nichtmehr um und je länger der da sitzt, desto größer das Risiko, daß der dabei eingeht oder wenigstens heftig rumkrepelt und DANN eingeht.
Bäume sind keine Möbelstücke, die man nach Belieben quer durch den Garten schiebt, bis sie zu den neuen Schuhen der Ehefrau passen, die Dinger LEBEN (also die Bäume, nicht die Schuhe). Das kann schon die kleine Hortensie nicht ausstehen, wie soll denn dann bitte ein Baum dazu stehen?
Du wirst reichlich "Fachbetriebe" finden, wo dir der Chef sagt "Klar machen wir das" und dann rücken zwei Ahnungslose mit nem Spaten und ner Sackkarre an. Denen kannst du dann nen Kaffee in die Hand drücken und schickst sie besser weg. Der Chef ist bei sowas üblicherweise nicht dabei.
Die Riesenmopeds, die du beim googeln von Großbaumverpflanzung siehst, kosten nen Schweinegeld und die wenigsten Betrieben haben sowas oder können damit umgehen ... am ehesten sind das Betriebe mit angeschlossener Baumschule oder eher Baumschulen mit angeschlossener Landschaftsgärtnerei.
Aber auch da wird dich ein guter Betrieb fragen, wie lange der Baum denn da steht und abhängig von der Art dann sagen ... "Einen alten Baum verpflanzt man nicht"
Bäume gehören exakt und nur dahin, wo sie auch alt werden dürfen und können.
Beim Verpflanzen von Bäumen gilt das selbe, wie beim Schneiden ... wenn was im Weg ist, so früh wie möglich.
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AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Wenn doch mal größere Bäume umgepflanzt werden, haben die meistens Probleme mit dem Anwachsen. Es dauert sehr lange, u.U. mehrere Jahre, bis sie wirklich gut angewurzelt sind (oder halt nicht). Wenn man einen jungen, vitalen Baum an die Stelle setzen, der sofort anwächst und dann ordentlich Zuwachs hat, hat der den alten Baum relativ schnell eingeholt.

Merten
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Beitrag von Merten »

Ok, danke für die Antworten. Wie ich sehe, sind nicht alle einer Meinung. Ja, diesen Satz alte Bäume pflanzt man nicht um habe ich auch schon einige Male gehört, aber ich glaube ich werd es dann einfach mal ausprobieren :)

Cryptomeria
Beiträge: 9538
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Beitrag von Cryptomeria »

Wir sind uns ziemlich einig, dass man alte Bäume nicht verpflanzen sollte. Denn es gibt keine Anwuchsgarantie, d.h. man hat hohe Ausgaben vielleicht doch in den Sand gesetzt. Etwas ganz anderes ist es, große Bäume zu pflanzen. Diese sind oft verschult, haben gutes Wurzelwerk, wenn die Qualität stimmt und gehen i.d.R. an. Aber das wurde auch schon betont.
Und genau so ist es dann: Wenn man es unbedingt will, muss man es versuchen und darf sich nicht zu sehr ärgern, wenn's schief geht.
VG wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Dioscorea
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Beitrag von Dioscorea »

Vielleicht wäre es gut zunächst die Wurzeln des Baumes zur Hälfte freilegen und kappen. Alles wieder zuschütten und im nächsten Jahr die andere Hälfte.
Die Idee dabei ist, dass der Baum Zeit hat an den gekürzten Wurzeln neue Faserwurzeln zu bilden, während die andere Hälfte noch intakt ist.
Ich habe das schon ein paar mal an kleinen Bäumen gemacht und im dritten Jahr den Baum mit vielen Wurzeln versetzen können.
Nur mal so eine Idee !

Merten
Beiträge: 30
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Beitrag von Merten »

Die Idee ist an sich nicht schlecht, aber ich glaube dass wird mir zu lange dauern. Dauert es denn ein Jahr lang bis sich kleine Wurzeln gebildet haben?

Merten
Beiträge: 30
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Beitrag von Merten »

Vor allem weiß man ja dann auch nicht, ob sich der Aufwand letztendlich lohnt...

Hessekopp
Beiträge: 772
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Beitrag von Hessekopp »

Gefühlt hast du nicht den Anflug einer Vorstellung, was so ein Gärtner die Stunde kostet (und der kommt sicher nicht allein), was ein Großbaum kostet und was so ein Verpflanzungsmoped die Stunde kostet, falls man damit überhaupt in den Garten kommt ... danach vermutlich Rasenreparatur ... auch Kosten und KEINE Anwachsgarantie.
Für ne Kiste Bier macht da keiner nen Finger krumm. Wir Gärtner mögen zwar der Bodensatz der Gesellschaft sein - sorry an alle Gärtner, aber guckt euch bitte mal unseren Nachwuchs an ... wer es woanders nicht schafft, wird Gärtner, die Jungs wissen bei ner Säge nicht, wo vorn und hinten ist - aber Geld verdienen wir trotzdem und unter 40 Tacken die Stunde bekommst du fast nur nen Schwarzarbeiter. Der kloppt dir die Dinger dann mit der Axt aus dem Boden und steckt sie woanders wieder rein ... du MUSST ihn bezahlen aber er muß in KEINSTER Weise für seinen Müll geradestehen.
Was du vorhast, ist mit Blödsinn noch verharmlost.
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aki.ben
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Beitrag von aki.ben »

Da mich das Thema auch ein bisschen interessiert, frage ich nochmal nach, was der Fragesteller eigentlich vorhat.
Grössere Bäume, die professionell auf das Verpflanzen vorbereitet wurden, auf seinem Grundstück einzupflanzen, oder selber irgendwo grössere Bäume ausbuddeln und bei sich eingraben?
In unserem Städtchen wurden in letzter Zeit viele Bäume in Verbindung mit Strassenerneuerungen usw. gepflanzt, und ich würde sagen, viele davon waren bei der Pflanzung wohl so um die 3-5 Meter hoch. Die Höhe alleine ist da bestimmt nicht so aussagekräftig. Die Bäume haben Stützen erhalten und so eine Art Sack um den Stamm, vielleicht zur Bewässerung?
Ist alles ganz gut angewachsen, soweit ich das beurteilen kann. Also muss sowas doch prinzipiell möglich sein, oder hab ich mal wieder irgendwas nicht kapiert?
Auch der Ahorn, der neulich umgemäht wurde, wird doch sicherlich durch einen halbwegs grossen Baum ersetzt werden.
Ich kann Merten jedenfalls ganz gut verstehen, wenn er ein "kahles" Grundstück hat und dort möglichst irgendwann ein paar richtige Bäume erleben möchte ;)
LG
Anna

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LCV
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Beitrag von LCV »

Ich halte das Ganze für ein Lotteriespiel, aber jeder muss selbst wissen, wie und wo er sein Geld zum Fenster hinauswirft.

Das mit dem "schnellen" Baumbestand ist auch insofern Theorie, da derart maltraitierte Bäume einige Jahre Überlebenskampf brauchen, um die entstandenen Schäden zu kompensieren. Die an anderer Stelle mal erwähnte Linde, die beim Bau einer neuen Straße über ein Drittel ihrer Wurzeln verloen hatte, war quasi einseitig abgestorben, kein Blatt, dürre Äste. Die wurden entfernt. Nach über 40 Jahren sieht der Baum endlich wieder schön aus und hat eine symmetrische Krone. In der ganzen Zeit fand kaum Wachstum statt, die ganze Kraft ging in die Reparatur der Schäden. Nun hat ein großer Baum, der insgesamt etwa 150 Jahre alt ist, ein ganz anderes Potential als ein 4-Meter-Bäumchen. Der repariert nichts, der geht eher ein.

Wie hier schon erwähnt, werden in Baumschulen größere Bäume speziell für die spätere Pflanzung präpariert. Gemessen am Aufwand sind die eigentlich viel zu billig. Aber man könnte u.U. sogar die Bäume pflanzen lassen und eine Garantie bekommen.

Die einfachste Lösung wäre, schnellwachsende Bäume zu pflanzen. Mit
einer Paulownia bekommt man in kürzester Zeit einen richtigen Schattenspender. Da kann man so ein 50 cm hohes Bäumchen pflanzen und kommt trotzdem schneller ans Ziel. Man sollte nur wissen, dass eine Paulownia ziemlich groß wird. Also den Standort mit Bedacht wählen.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Okay, wir haben wohl deutlich zum Ausdruck gebracht, dass man normale Bäume nicht mal eben umpflanzen kann. Das geht nur mit Baumschulware.
Wenn der Fragesteller trotzdem Geld dafür ausgibt, hat wenigstens das Bruttosozialprodukt was davon, es wird nämlich größer.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Wir Gärtner mögen zwar der Bodensatz der Gesellschaft sein - sorry an alle Gärtner, aber guckt euch bitte mal unseren Nachwuchs an ... wer es woanders nicht schafft, wird Gärtner, die Jungs wissen bei ner Säge nicht, wo vorn und hinten ist
Oh, welch wahres Wort hier gelassenen Ausdruck findet... Ich möchte noch um Maler, Tischler und Schweißer ergänzen.

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