Welchen Baum verschenken?

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Dioscorea
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Beitrag von Dioscorea »

Ginkgo ist eine gute Idee.
Und wenn es ein paar € mehr sein können:
Nimm die Sorte Fastigiata Blagon. Sehr schönes Blatt und der Baum bleibt schön kompakt und männlich ist er auch.

Meniak
Beiträge: 24
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Beitrag von Meniak »

Fastigiata Blagon wäre auch einer meiner Favoriten :)

*nickname*
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Beitrag von *nickname* »

Danke für Eure Tipps, aber die Eigenschaft einheimisch scheint mir etwas zu kurz gekommen. Da ich aber auch nicht spitzfindig scheinen will, ab welchem Einbürgerungsjahr man heute nun von inzwischen einheimisch sprechen darf, gebe ich das mal als Frage zurück.

Die Idee, die Blütezeit in den Taufmonat zu legen, finde ich reizvoll. Blüht hierzulande im Oktober ein Baum?

Ich finde es toll, hier offenbar die richtigen Ansprechpartner für mein Problem getroffen zu haben! Vielen Dank!

Euer *nickname*

Gata
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Beitrag von Gata »

In unseren Breiten ist im Oktober die Vorbereitung auf den Winter, da würde eine Blüte keinen Sinn mehr machen.
Blühende Bäume im Oktober findest du hier: http://www.baumkunde.de/baumlisten/bluetezeit.php

aber nichts für unsere Klimazone.

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo,

wollte man nur "echte einheimische" Gehölze akzeptieren, hätten wir eine ziemlich eintönige Botanik. Etwa ab 1700 waren vor allem englische Plant hunters in aller Welt unterwegs und brachten jede Menge Pflanzen aus allen Teilen der Welt nach Europa. Viele davon sind inzwischen eingebürgert und der weniger interessierte Bürger glaubt, dass die schon immer hier waren. Einige davon waren auch vor der letzten Eiszeit hier, sind dann verschwunden, haben aber in anderen Regionen überlebt. Inzwischen sind sie wieder eingebürgert. Ich denke, man sollte das nicht so eng sehen, lieber unterscheiden zwischen invasiven und nicht-invasiven Pflanzen. Wenn hier ohne Nachdenken alles Mögliche an Pflanzen und Tieren eingeschleppt wird, besteht die Gefahr, dass eine Verdrängung stattfindet. In der ursprünglichen Heimat gab es klimatische Bedingungen und Fressfeinde, die für ein Gleichgewicht sorgten. Ein günstigeres Klima und das Fehlen von Feinden führt dann zu Problemen wie mit dem asiatischen Marienkäfer, Springkräutern, Ambrosia usw. Ein einmal eingeschlepptes Tier ist kaum wieder wegzubekommen. Bei Insekten ist es reine Illusion, wo man doch nicht mal den Waschbären oder den Marderhund in den Griff bekommt. Im Falle des Waschbärens haben die Behörden schon resigniert und ihn als eingebürgert deklariert. Auch Pflanzen wie eben die Springkräuter, Indische Scheinerdbeeren, Fallopia usw. versucht man zu bekämpfen, eher ohne Erfolg.

Bei Bäumen ist es nicht ganz so drastisch. In einigen Gegenden gibt es Ärger mit Acer negundo, in den Auwäldern am Rhein dominieren inzwischen Robinien. Essigbäume (Rhus typhina) erscheinen schon an Bachläufen, sogenannte Gartenflüchtlinge. Bei Pappeln sorgt die Hybridisierung dafür, dass Populus nigra immer mehr verschwindet bzw. jetzt gezielt gezüchtet werden muss.

Andererseits gibt es Klimaveränderungen und langfristig werden echte einheimische Arten nicht mehr klar kommen und müssen ersetzt werden durch neue Arten von anderen Kontinenten.

***

Oktober ist schlecht. Etwas früher wäre Styphnolobium japonicum möglich, ab Dezember die chinesische Winterblüte und ab Januar diverse Hamamelisarten.

Gruß Frank

*nickname*
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Beitrag von *nickname* »

Danke LCV-Frank, eine schlüssige Argumentation. Deshalb jetzt die Frage, welcher Baum nun invasiv oder nicht-invasiv ist? Von Euren Vorschlägen gefallen mir vor allem:
  • Ginkgo Fastigiata Blagon
    Tulpen-Magnolie
bin aber weiterhin offen.

Vielen Dank!
*nickname*

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo,

Ginkgo ist unbedenklich. Aber es gibt männliche und weibliche Bäume. Die weiblichen machen eine größere Sauerei, wenn die Früchte herunterfallen und verrotten. Außerdem wird der Ginkgo ziemlich groß. Wir haben hier einen, der ist über 25 m hoch, Stammumfang über 4 m. Deshalb im Fachbetrieb nach kleinwüchsigen Sorten fragen, die auch oft unfruchtbar sind.

Magnolien sind während der Blüte sicher sehr attraktiv. Allerdings geht das nur über wenige Tage. Die Blütenblätter fallen ab, evtl. geht ein Gewitter drüber und beschleunigt das. Dann hat man einen ziemlich rutschigen Matsch unter dem Baum. Ohne Blüten eher langweilig, es sei denn alte Bäume, die oft etwas bizarr gewachsen sind. Sehr früh blühen Sternmagnolien, die aber eher nur Strauchgröße erreichen. Sie blühen auch über einen längeren Zeitraum.

Mit Cornus mas bekommt man auch einen Frühblüher (gelb), der auch noch verwertbare Früchte liefert. Ideal für Marmeladen oder Gelees. Cornus kousa blüht später (weiß), hat aber sehr attraktive Blüten und die Früchte schmecken sehr gut.

Wenn es etwas ganz ausgefallenes sein soll, wäre Hovenia dulcis eine Idee. Der Baum wird nicht so sehr groß, kommt mit dem Klima klar. Die Blüten sind eher winzig und die Früchte nicht interessant. Aber die fleischigen Fruchtstiele kann man essen. Wegen des an Rosinen erinnernden Geschmacks heißt er auch Rosinenbaum.

Ansonsten kann man ohne Bedenken Zierapfelsorten (s. mein Foto) verwenden. Bei Ziergehölzen von Malus und Prunus aber möglichst solche mit gefüllten Blüten meiden. Die sind für Bienen absolut untauglich, da die nicht an den Nektar herankommen.

Falls man auf auffällige Blüten verzichtet, käme auch eine Säulenform der Hainbuche in Frage. Die gibt es mit gelb panaschierten Blättern. Deshalb ist der Baum über einen langen Zeitraum ein Hingucker. Aus einiger Entfernung sieht es aus als würde der Baum gelb blühen.

Ich würde aber unbedingt einen Fachmann vor Ort befragen, ob es wegen der Klimaverhältnisse und Bodenbeschaffenheit irgendwelche Bedenken gibt.

Ich bin gespannt, wofür Du Dich letztendlich entscheidest.

Gruß Frank

Dioscorea
Beiträge: 118
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Beitrag von Dioscorea »

Ginkgo biloba Fastigata Blagon kann laut Literatur 15-20 m hoch (6 m breit) werden.
Mit stinkender Saat ist nicht zu rechnen. Ginkgo b. Fastigata Blagon ist laut Litratur männlich.
Hovenia bleibt bei 10 Meter und wird dabei ausladender als die Ginkgo-Sorte.
Die Fruchtstände sind wirklich süss.
Und wenn es auch ein Strauch um die 3-4 m sein darf:
Decaisnea fargesii (chinesisch)und Staphylea pinnata (supereinheimisch) wäre da noch mein Vorschlag.Früchte der beiden sind essbar.
Da wäre noch Mespilus germanica, ein kleiner Baum. Die Früchte sind nach dem Frost essbar. Trotz ...germanica ist das Gehölz nach Berichten, in Südeuropa z.B. Serbien oder auch in Persien viel besser bekannt.

*nickname*
Beiträge: 6
Registriert: 29 Jul 2016, 12:12

Beitrag von *nickname* »

Die Hainbuche war der entscheidende Tip! Sieht einfach wunderbar aus! Vielen, vielen Dank Euch allen für die zahlreichen Vorschläge!

Der *nickname*

Andreas75
Beiträge: 3995
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Hm, hat die "auffallende Blüten im April"?
Was reizt ein Mädel an einer Hainbuche, es sei denn sie hat einen Blick für 's feine, wie etwa die glatte, silbrige Rinde mit dem spezifischen Muster am älteren Baum?!?

*nickname*
Beiträge: 6
Registriert: 29 Jul 2016, 12:12

Beitrag von *nickname* »

Der "Blick für's Feine" ist natütrlich Erziehungsziel. ;-) Ich frag sie, sobald Sie antworten kann.

Der *nickname*

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