"Treibt die Esche vor der Eiche...

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stefan
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Re: Haben alte Bauernregeln noch Gültigkeit, wenn die Weltwetterlage sich drastisch verändert?

Beitrag von stefan »

Spinnich hat geschrieben:...
Was meint Du mit dieser Aussage?

Eine Frostwoche von -5°C bis -10°C und zum krönenden Abschluß -17°C, von keinem der Wetterberichte mit diesem Extremwert vorausgesagt (max wurde -10°C vorhergesagt). Da sind die Gehölzspitzen von Ficus carica natürlich hinüber. Buddleja ohne geschützten Standort ist auch wieder mal bis auf Stockaustriebe abgefroren!

Wie immer gab es auch etliche Spätfröste im März und April und wenn auch bei moderaden (-)Temperaturen doch mit erheblichen Risiken für alle frostempfindlichen Kulturen, die sich bereits zum Austrieb verlocken lassen. ...
Hallo Spinnich,
das war meine Beobachtung am Niederrhein, wo auch nicht selten Spätfröste im April Schäden verursachen - aber dieses Jahr war (hier!) gar nichts.
Das kann natürlich regional sehr unterschiedlich sein, und es ist sehr bedauerlich, wenn bei Dir in Unterfranken, die Verhältnisse so viel ungünstiger waren!

Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Schieb

Wie war das jetzt noch, welcher Baum kam wo zuerst?
Ist jetzt Zeit, das Geschehen zu überprüfen, oder müssen wir bis August warten?
Regen gab es zuletzt reichlich.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Nochmal schieb....
Hier regnet es mal wieder.

Kiefer
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Beitrag von Kiefer »

Naja, wie zu erwarten, kann man diese Regel wohl in die Tonne treten :?...

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LCV
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Beitrag von LCV »

Ich habe da eine Theorie:

Die Bauernregeln sind oft ein paar 100 Jahre alt. Vergleiche ich die Wetterverhältnisse mit denen aus meiner Jugendzeit, so hat sich da sehr viel verändert. Insgesamt gesehen scheint es um einiges wärmer geworden zu sein. Zwar gab es im Sommer auch früher 35° C und mehr, aber dafür auch richtige Winter mit Schnee über 2-3 Monate und ständig unter Null. Das trifft jetzt bestenfalls noch auf Gebirgsregionen zu.
Über die Gründe kann man nur spekulieren. Emissionen durch Verkehr, Industrie und Heizungen werden ihren Anteil haben. Aber auch vermehrte Vulkantätigkeit, Änderungen bei der Sonnenintensität usw. Auch das Zubetonieren der Landschaft dürfte sich auswirken. Ist man in den 60-er Jahren hier bei uns auf der B3 von Freiburg nach Basel gefahren, kamen im Abstand von einigen km Dörfer, oft nur einseitig der Straße. Dazwischen Wiesen, Felder, Weiden, Buschinseln. Inzwischen sind diese Dörfer schon an vielen Stellen zusammengewachsen, Industriegebiete entstanden und auch Neubaugebiete. Ich denke, dass Bauernregeln von vor 250 Jahren wohl kaum noch auf derart drastisch veränderte Bedingungen anwendbar sind. Da verlasse ich mich lieber auf Satellitenbilder.

Kiefer
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Beitrag von Kiefer »

Da hast Du ganz sicher recht, Frank!

Dann wäre es aber echt wünschenswert, wenn das auch langsam ins Bewusstsein der Bevölkerung einsickern täte, die sich unter anderem nach wie vor krampfhaft an solchem hanebüchenen Schmarren wie "Schaltjahr- Kaltjahr" aufgeilt etc..
Oder diesem Schafskälte-, Eisheiligen-, Hundstage- und Siebenschläfergedöns... Auf welche sich vor allem wetteronline.de regelmäßig kräftig einen von der Tanne wedelt... Und dies derart stumpf und flachhorizontal, dass ich diese Quacksalber- Seite inzwischen vollumfänglich boykottiere...

Yogibaer
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Beitrag von Yogibaer »

Wenn man dann noch das Pech oder Glück hat, je nach Ansicht, die Esche mit einer Slawonischen Eiche, Quercus robur ssp. slawonica, zu vergleichen gibt es jedes Jahr eine große Bleiche. Das ist gar nicht so abwegig denn vor rund 140 Jahren wurden etliche Tonnen Eicheln aus dem Balkan wegen Mastausfall nach Deutschland importiert.
Es gibt allerdings eine alte Wetterregel die immer ihre Gültigkeit haben wird: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist!
Gruß Yogi

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

ich weiß nicht, was Ihr habt.
Hier grünte die Eiche vor der Esche!
Was wir hatten: viel Regen bisher. Also, es traf zu.

Ebenso mit dem Siebenschläfer: es regnete! Und so blieb bisher das Wetter.
Nicht so voreilig in die Tonne mit den alten Sprichwörtern. Da ist immer noch etwas daran.

Viele Grüße

quellfelder

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

LCV hat geschrieben:
Da verlasse ich mich lieber auf Satellitenbilder.
Kiefer hat geschrieben: Oder diesem Schafskälte-, Eisheiligen-, Hundstage- und Siebenschläfergedöns... Auf welche sich vor allem wetteronline.de regelmäßig kräftig einen von der Tanne wedelt...
Yogibaer hat geschrieben: Es gibt allerdings eine alte Wetterregel die immer ihre Gültigkeit haben wird: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist!
Gruß Yogi
quellfelder hat geschrieben: Nicht so voreilig in die Tonne mit den alten Sprichwörtern. Da ist immer noch etwas daran.

Viele Grüße

quellfelder
3 : 1 für die Skeptiker. Ich habe damals leider niemals eine Eiche und eine Esche am gleichen Tag möglichst nebeneinander gesehen und weiß deshalb nicht, wer vorne lag beim Austrieb. Regen haben wir reichlich, aber meinetwegen lieber ein paar Tropfen mehr als wochenlange Trockenheit.

Hähne, die auf Misthaufen krähen, gibt es schon lange nicht mehr.
Moderne Landwirtschaftsbetriebe haben weder entsprechende Haufen noch frei laufendes Geflügel. Auch diese Regel ist also nicht mehr ganz aktuell.

Mostviertler
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Beitrag von Mostviertler »

Hier im zentralen Niederösterreich stimmt die Wetterregel heuer auffallend. Die Eichen (sowohl Traubeneichen als auch Stieleichen) grünten ca. 2 Wochen vor den Eschen. Von der Niederschlagsmenge her würde ich sagen, bis jetzt hatten wir einen nassen Sommer.
Ich kenne den Spruch zwar schon lange, habe aber nie wirklich aufgepasst, um entsprechende Langzeiterfahrungen zu haben, schade eigentlich.

Gruß
Hannes

Kiefer
Moderator
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Beitrag von Kiefer »

Hähne, die auf Misthaufen krähen, gibt es schon lange nicht mehr.
Doch, gibt es noch...
Auch wenn unsere Nachbarin und deren Pferde nun nicht mehr sind, mein Hahn krähte durchaus auch mal auf deren Misthaufen. Tut auch mein aktueller Hahn noch, auch wenn der Mist inzwischen mehr Kompost ist...

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Kiefer hat geschrieben: mein Hahn krähte durchaus auch mal auf deren Misthaufen.
Und, hatte das irgendeinen Einfluß auf das Wettergeschehen?
Kiefer hat geschrieben:
Tut auch mein aktueller Hahn noch, auch wenn der Mist inzwischen mehr Kompost ist...
Wenn du davon ein Video machst, wird das bestimmt ein youtube-Hit.

Kiefer
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Beitrag von Kiefer »

Hm, es Wetter änderte sich, oder blieb wie es war...

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Aha, sehr aufschlußreich. Dann brauchen wir dringend mehr frei herumlaufende Hähne und Misthaufen, auf denen sie sich betätigen können, damit das mit dem sich verändernden oder gleichbleibenden Wettergeschehen auch in Zukunft so bleibt.
Nicht auszudenken, wenn es anders wäre.....

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Ein Freund von mir hat eine Vogelspinne ... langfristig das Wetter vorhersagen kann sie nicht, aber wenn ein Gewitter im Anzug ist, wird sie merklich unruhig und versucht auszubrechen.
Vielleicht brauchen wir Spinnenregeln ... sowas wie ...

Beißt die Spinn' in den Deckel und das nicht zu knapp,
zucken bald Blitze vom Himmel herab.
Ist sie still sitzend nett anzuseh'n,
kann man beruhigt spazieren geh'n.

... wer braucht schon Bauernregeln ^^
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