Eure Erfahrungen mit der Korkenzieherhasel

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Andreas75
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Eure Erfahrungen mit der Korkenzieherhasel

Beitrag von Andreas75 »

Hallo zusammen!

Heute möchte ich gerne wie im Thema genannt nach Euren Erfahrungen mit der Korkenzieherhasel fragen.

Besonders interessiert mich dabei folgendes:

a) Wie alt wird die Sorte im Schnitt, bzw. wann beginnt sie abzubauen?
b) Wie äußert es sich, wenn ein Exemplar im Niedergang begriffen ist?
c) Ist die Sorte wesentlich empfindlicher als die Art?

Hintergrund der Fragen ist unser mit dem Grundstückskauf erworbener alter Korkenzieher, von dem ich ja schon mal berichtet hatte, als ich den Plan fasste, den ganzen Riesenstrauch abzumoosen, um die lästigen Wildtriebe auszuschalten.

Diesen Plan habe ich noch nicht in die Tat umgesetzt, weil er im Winter 2014/ 2015 wohl ziemlich von den Wühlmäusen gepiesackt wurde- im Frühjahr trieb ein bemerkenswerter Anteil des vor allem feinen Gezweigs nicht aus, blühte auch nicht und wurde dürr/ trocken.
Die Wühlmäuse habe ich 2015 dann kräftig in ihren pelzigen Hintern getreten und aktuell keine Probleme mehr mit denen. Dennoch scheint der Korkenzieher weiter abzubauen.
Das äußert sich in fortwährendem Absterben des dünnsten Gezweigs, einer zunehmenden Flechtenpopulation auf den Zweigen, und dies Jahr hat er zwar auch wieder viele Kätzchen angesetzt, aber nur ganz wenige- die an den höchsten Triebspitzen- blühen auch wirklich.
Man könnte fast sagen, er lässt die generative Phase nun scheinbar hinter sich und geht in die destruktive über, quasi Jugend und Mannbarkeit verpufft- nun wird er senil...

Das ganze Gebilde dürfte um die 40 Jahre alt sein, vermute ich, und insgesamt erscheint er mir relativ desolat, die Stufe "Abgängig" hat er noch nicht so ganz erreicht, fehlt aber nicht viel.

Da ich nun jeden Platz bei meiner Liebe für die vielfältigen Sorten, die Gehölze einem so bieten, sinnvoll nutzen will, stellen sich mir eben jene gestellten Fragen...

Soll ich ihn eventuell mal etwas radikaler schneiden, quasi verjüngen, oder ist er wirklich auf dem absteigenden Ast und ich sollte ihn lieber rausknallen?
An die Stelle könnte dann zB meine Hamamelis "Diana" (oder eine ander schöne Sorte) ziehen, die in der Schmetterlingswiese nicht recht fortkommen will, rechter Hand wüchse bereits korkenzieheriger Ersatz in Form eines C. avellana "Red Majestic" heran.
Und einen äußerst schwungvoll wachsenden Sämling des alten Korkenziehers habe ich auch- sein Ableben wäre also mehr oder weniger nur für die Meisen wirklich tragisch, die dann im Winter erstmal eine Schlachtbank für Sonnenblumenkerne weniger hätten...

Gespannt auf Eure Antworten,
Andreas :)

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Mensch, nicht zuviele auf einmal- ich verlier' noch den Überblick :shock: :wink: ...

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Naja, ich habe leider keine Erfahrung mit einer Korkenzieherhasel.
Bei mir in der Nachbarschaft steht eine circa 8 m hohe Korkenzieherweide, die sehr vital aussieht. Aber das hilft dir vermutlich nicht weiter.
Hat der Strauch denn jemals gefruchtet?
Falls nein, weg und durch einen "richtigen" Haselnussstrauch ersetzen.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Ich kenne einige 20-jährige Exemplare. Gesund, wie die normale Hasel, manchmal sollten die geraden Schösslinge herausgenommen werden. Keinesfalls abtriebig. Ältere sind mir in den letzten Jahren nicht unter gekommen.
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Guten Abend!

Gefruchtet hat der schon öfter, daher ja der schwungvoll wachsende Sämling ;).
Für normalen Hasel müsste ich den nur absägen, Wildtriebe hat er jedes Jahr mehr als genug, die ich jedes Frühjahr entferne.
Welche mir diesmal allerdings auch schwächer als sonst vorkommen, wie ich bemerken muss...

Ok, also herrscht allgemein nicht viel Erfahrung mit knackealten Korkenzieherhaseln...
So wird die Form wohl nur etwa die halbe Lebenserwartung des normalen Hasels haben, halte ich jetzt erstmal für mich fest.
Dass also C. avellana 'Contorta' statt 100 bis maximal 120 Jahre nur etwa 50- 60 Jahre Lebenserwartung hat.

Jetzt im beginnenden Austrieb sehen die Laubknopsen gut und grün aus. Also wird unser alter Korkenzieher wohl wirklich ins Greisenstadium übergehen, da die Blüte immer mehr zu wünschen übrig lässt, was ja bei vielen vergreisenden Gehölzen nicht anders ist.

Danke für die Gedankenanstösse!

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Dann lass halt den Wildaustrieb stehen. Ist doch egal, wenn das "normale" Haselnusssträucher werden, Hauptsache es gibt ein paar Nüsse.

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LCV
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Beitrag von LCV »

Ich glaube nicht, dass jemand Korkenzieherhasel wegen der Nüsse pflanzt. Ich sehe zahlreiche in Vorgärten, weil offenbar den Leuten der bizarre Wuchs gefällt. Allerdings stelle ich auch fest, dass fast alle von irgendeinem Schädling befallen werden, die Blätter sich zusammenrollen und frühzeitig braun werden. Dann sieht das nicht mehr bizarr, sondern nur noch krank aus. An normalen Haselsträuchern ist mir das nicht aufgefallen. Wenn diese Form so empfindlich ist, dass man sich nur mit der chemischen Keule helfen kann, lasse ich gleich die Finger davon.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

LCV hat geschrieben:.... Ich sehe zahlreiche in Vorgärten, weil offenbar den Leuten der bizarre Wuchs gefällt. Allerdings stelle ich auch fest, dass fast alle von irgendeinem Schädling befallen werden, die Blätter sich zusammenrollen und frühzeitig braun werden. Dann sieht das nicht mehr bizarr, sondern nur noch krank aus. An normalen Haselsträuchern ist mir das nicht aufgefallen. Wenn diese Form so empfindlich ist, dass man sich nur mit der chemischen Keule helfen kann, lasse ich gleich die Finger davon.
Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich verstehe nicht, warum offensichtlich krankhaft mutierte, kaum lebensfähige Pflanzen schön sein sollen. Gilt ebenso für chlorophyllfreie Blätter usw. Eine normale Hasel sieht viel besser aus.

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LCV
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Beitrag von LCV »

@ AndreasG: Da sind wir uns einig. Wird nur noch getoppt durch auf Tiergestalt geschnittene Büsche. Das finde ich derart zum K..., da ich das als Vergewaltigung der Natur ansehe. Wenn ich einen Garten gestalten müsste, sollte der nahe an der Natur sein. So hatte ich auch einen Gartenteich als Biotop gebaut, das mit Pflanzen bestückt wurde, die auch an Teichen in der freien Natur vorkommen. Ergebnis: Libellen, Wasserläufer, Frösche waren schon nach ganz kurzer Zeit zu beobachten. Einmal stand sogar ein Reiher im Teich. So holt man sich eine Miniaturausgabe der Natur in den Garten.
Diese Formschnitte haben dagegen für mich den Charme einer grün angemalten Betonskulptur.

Aber jeder, wie er es mag.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

LCV hat geschrieben: .......

Aber jeder, wie er es mag.
Soweit würde ich nicht gehen mit der Toleranz. :roll: Ein gewisses Mindestmaß an Geschmack sollte nicht unterschritten werden.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Öhm, könnt Ihr euch den Kram für 'nen separaten Motz- Thread aufheben und nicht mein Thema damit zuspammen, wenn ansonsten nix hilfreiches dabei rauskommt? Bitte?

Ich find' normale Hasel nichtssagend, weil die hier im Westerwald eine wirklich überall vorkommende Allerweltspflanze sind. Einer derselben Gründe, warum sich die Leute früher zuhauf blaue Stechfichten gepflanzt haben- normale grüne Fichten stehen reichlich in der Gegend rum... Und nu?
Sonst noch hilfreiches beizutragen?

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LCV
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Beitrag von LCV »

Ist es nicht hilfreich zu wissen, dass fast alle Korkenzieherhasel in den Gärten krank sind? Das deutet doch auf Überempfindlichkeit hin. Allein das reicht für mich aus, solche nicht zu pflanzen. Aber das soll ja nicht heißen, dass andere das nicht tun dürfen oder es anders sehen.

harty
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Korkenzieherhasel

Beitrag von harty »

Hallo,
bei mir steht eine Korkenzieherhasel seit ca. 50 Jahre. Sie ist ca. 3,00 m hoch, mehr Strauch als Baum!
Da der Strauch neben der Hauswand steht, Nordseite, Lehmboden, werden ab und an Bodennah ein paar Äste entfernt. Sonst gibt es keine Probleme!!

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