Früher war man der Meinung, daß das Chlorophyll im Herbst aus den Blättern abgezogen und an anderer Stelle im Baum (Stamm/Rinde/Wurzel?) gespeichert würde. Heute ist es wohl anerkannt, daß das Chlorophyll im Herbst abgebaut und ggf. Teile der Abbaustoffe (z.B. der Stickstoff) an anderer Stelle des Baumes fürs nächste Jahr gespeichert werden, siehe z.B:
http://www.welt.de/wissenschaft/article ... ieren.html
Im Bestseller "Das geheime Leben der Bäume" wird ganz zu Beginn eine abenteuerliche Geschichte erzählt: Unter der dünnen moosbewachsenen Rinde eines uralten, sicher schon vor 400-500 Jahren gefällten, knorrigen Baumstumpfes entdeckt der Autor eine grüne Schicht: Der Baum hat dort Chlorophyll abgelagert, er lebt! Und wie ist das zu erklären? Er wird von seinen (mitfühlenden) Nachbarn ernährt.
Kein Wunder, daß die Harry-Potter begeisterte Leserschaft das Buch seit Monaten auf der Bestseller-Liste hält.
Ich könnte nun weiter das erfolgreiche und interessante Buch besprechen. Hier möchte ich aber die Diskussion um Fotosynthese am Stamm eröffnen.
Bekanntlich gibt es in den Tropen und Subtropen viele Gehölze mit grünen Stämmen, die entsprechend auch dort Fotosynthese durchführen. Man kennt auch die Fotosynthese an verbreiterten Blatt-Stielen (Phyllodien), z.B. bei den Akazien oder den Mäusedornen .
Gibt es in Mitteleuropa heimische Bäume, die Fotosynthese am Stamm durchführen?
Wolf
Fotosynthese am Stamm
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
-
wolfachim_roland
- Beiträge: 5605
- Registriert: 08 Jun 2006, 08:53
- Wohnort: Solingen
- Kontaktdaten:
Fotosynthese am Stamm
Wolf Roland
-
wolfachim_roland
- Beiträge: 5605
- Registriert: 08 Jun 2006, 08:53
- Wohnort: Solingen
- Kontaktdaten:
Hallo Frank:
Viscum und Kerria japonica erweitern wie Mäusedorn die Fragestellung auf alle grünen Pflanzenteile. Aber Acer ist wohl ein Volltreffer., siehe:
http://www.madsci.org/posts/archives/20 ... .Bt.r.html
Allerdings sind die genannten Arten wohl bei uns nicht heimisch - wenn einige wohl hier auch überleben. Aber ob sie sich hier auch fortpflanzen können?
Was mich in dem verlinkten Artikel erstaunt ist die Aussage von grünen Schichten unter der Rinde, die wohl auch Photosynthes durchführe können: "Even nongreen stems may have green tissue beneath the bark. It seems logical that those cells can photosynthesize".
Viscum und Kerria japonica erweitern wie Mäusedorn die Fragestellung auf alle grünen Pflanzenteile. Aber Acer ist wohl ein Volltreffer., siehe:
http://www.madsci.org/posts/archives/20 ... .Bt.r.html
Allerdings sind die genannten Arten wohl bei uns nicht heimisch - wenn einige wohl hier auch überleben. Aber ob sie sich hier auch fortpflanzen können?
Was mich in dem verlinkten Artikel erstaunt ist die Aussage von grünen Schichten unter der Rinde, die wohl auch Photosynthes durchführe können: "Even nongreen stems may have green tissue beneath the bark. It seems logical that those cells can photosynthesize".
Wolf Roland
Hallo Wolf,
dieser hier stammt aus Japan:
http://www.baumkunde.de/Acer_rufinerve/
Es gibt ja jede Menge Gehölze aus dem asiatischen Raum bei uns, die mit unserem Klima gut zurecht kommen, da es ähnlich ist. Die blühen und fruchten auch hier.
Übrigens, wenn man die Borkenbilder über unsere Baumbestimmung hier anschaut, sind wohl viele grüne Stämme durch Moose und Flechten gefärbt. Könnte es sein, dass der Baum indirekt davon profitiert?
Gruß Frank
dieser hier stammt aus Japan:
http://www.baumkunde.de/Acer_rufinerve/
Es gibt ja jede Menge Gehölze aus dem asiatischen Raum bei uns, die mit unserem Klima gut zurecht kommen, da es ähnlich ist. Die blühen und fruchten auch hier.
Übrigens, wenn man die Borkenbilder über unsere Baumbestimmung hier anschaut, sind wohl viele grüne Stämme durch Moose und Flechten gefärbt. Könnte es sein, dass der Baum indirekt davon profitiert?
Gruß Frank