Hallo Holger und Wolfachim
Die Farbänderung von Blüten als Signal für bestäubte oder noch Nektar bietende Blüten hat man sicher schon oft beobachtet, ohne groß darüber nachzudenken.
Die Farbänderung im Zentrum, sog. Saftmale, oft gelber Schlund oder z.B. als Farbtupfer in den Blüten des Roten Fingerhuts senden kein UV-Licht aus und weisen als Pollenatrappen den Weg zum Nektar.
Andere Blüten färben sich auch nach Befruchtung komplett um, wie z. B. das Lungenkraut, solche Farbänderungen werden z. B. durch pH-Änderungen eingeleitet.
Weshalb werden aber die Blüten nicht sofort welk und die Kronblätter abgeworfen, offensichtlich ist es erfolgversprechender wenn erst ein reiches Blütenensemble die Insekten anlockt und erst dann den Bestäubern, besonders den nektarsammelnden Bienen/Hummeln im (für diese) sichtbaren UV-Bereich entsprechende Informationen gibt welche Blüten noch lohnend sind.
Neben Der Kastanie finden sich solche Farbmale bei vielen Pflanzen, die Farbänderung wird allerdings nicht von allen vollzogen.
Dabei unterscheidet man Strichmale, Kreismale, Ringmale, Fleckenmale u. kombinierte Male.
Blüten zygomorph mit deutlicher Lippe ("Landebahn"), Nektar in kurzer Röhre oder Sporn, eine kontrastreich gefärbte Zeichnung (Saftmal) deutet auf den Nektar hin, dies ist eine besondere Anpassung der Blüte an nektarsuchende Bienen und Hummeln, wie sie bei den die meisten Lippenblüter und den Stiefmütterchen realisiert ist.
Beispiele für solche Anpassungen neben der vorgenannten Kastanie sind: Ackerstiefmütterchen, Gauklerblumen, Fingerhut, aber Farbwechsel finden sich auch bei Lungenkraut und Vergissmeinnicht (vielleicht den meisten Boragineae), beim Wandelröschen, beim Helleborus-Arten (Lenzrose, Nieswurz, Christrose - Vergrünen der Blüten), dem Blumenhartriegel, den Hortensien. Auch Ribes aureum, Lathyrus vernus, Melampyrum nemorosum, Trifolium hybridum, Fumaria capreolata, Tibouchina sellowiana, Trifolium spadiceum, Telekia speciosa, arbeiten mit Farbumschlag oder mit dem Kontrast der äußeren, bereits verblüten zu den zentralen, jungen Blüten.
In einem Artikel wird die Anzahl (gefundener, nicht absolut) Saftmale mit 94 benannt, oft (33x) mit Kontrastfarbe "Gelb und Blau" aus Sicht der Biene (Bienenauge) .
Viele Arten sind in dem Artikel "Der Farbensinn und Formensinn der Biene" aufgelistet.
Auszug:
hier
andere Quellen, Erklärungen zu der Thematik:
Warum-Pflanzen-die-Farben-wechseln
https://de.wikipedia.org/wiki/Saftmal
http://www.biozac.de/biozac/schule/bluebio.htm
http://www.gartendatenbank.de/wiki/myosotis-sylvatica
http://universal_lexikon.deacademic.com/294669/Saftmale
http://biologie.deacademic.com/3485/Saftmal
Hoffe insbesonders der Artikel in "
Der Farbensinn und Formensinn der Biene" gibt einige Informationen und eine gute Übersicht.
LG Spinnich
