2 interessante Rot-Buchen

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Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

LCV hat geschrieben:Ein Baum kann unabhängig von Alter und Größe schön sein, aber das Einstellkriterium für das Baumregister besagt nun mal, Buche ab 5 m Umfang. Ausnahmen stellen solche Bäume dar, die einen historischen Hintergrund haben, was aber meistens bedeutet, alt und dick.

Wollte man Buchen mit einem BHU von weniger als 3 m berücksichtigen, könnte man fast den kompletten Eichwald vor meiner Tür aufnehmen, wobei der inzwischen zu 90% aus Buchen besteht.

Es ist immer interessant, schöne Bäume oder merkwürdige Verwachsungen vorzustellen, aber für das Register müssen strengere Maßstäbe angelegt werden, sonst haben wir da bald 100.000 Bäume drin und keiner blickt mehr durch.

Gruß Frank
Ich habe nie erwähnt, behauptet oder drauf angespielt, dass eine der beiden Buchen ins Register übernommen werden soll.

Da ich aus Österreich bin, dort auch keine österreichischen Bäume berücksichtigt werden, ist mir das ehrlich gesagt auch total egal, was dann tatsächlich die Kriterien für eine Aufnahme ins Register sind.

In unserer Umgebung kenne ich keine vergleichbare Buche mit diesem Umfang und hab mich deshalb nur dran erfreut, dass so ein Exemplar in unserem kleinen Waldstück steht.

Deshalb war ich überaus dran interessiert, ob man hier ungefähr sagen kann, wie alt die Buche sein könnte...

Nicht mehr und nicht weniger...

Reindl86
Beiträge: 172
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Beitrag von Reindl86 »

Kiefer hat geschrieben:Grüß' Dich recht herzlich :)!

Nein, diese 0,...- Berechnungen sind leider ziemlich ungenau, da das Dickenwachstum von vielerlei Gegebenheiten des Standortes abhängt. Von geologischen und klimatischen Aspekten abgesehen, ist es auch wichtig, ob ein Baum im Wald, solitär oder irgendwo auf schwierigeren Standorten steht, wie etwa an einer Straße etc. ...

Waldbäume wie diese Buche hier wachsen so zB schneller und weiter in die Höhe als Solitärbäume, bilden dafür aber nur langsam ihren Umfang aus, wo wiederum der Solitärbaum viel schneller ist. So kann das Alter eines Waldbaumes ggnü. einem Solitärbaum derselben Art mit gleichem Durchmesser durchaus etwa doppelt so hoch sein.

Was Deinen Fund der dicken Buche angeht, so kann man nach dem (genaueren) Mitchell- Faktor für im Wald stehende Bäume grob ein Alter von etwa 216 Jahren veranschlagen, also sicher eher gegen 200 Jahre als 150.
Jedoch kommt gerade bei Buchen noch ein großer Unsicherheitsfaktor hinzu, und das wäre folgender:

Ich weiß nicht, ob Du bereits vom Eifel- Förster Peter Wohlleben gehört hast, und ich wollte das zuerst selbst nicht glauben, aber es kann wirklich absolut der Fall sein, wie er gerne postuliert, dass eine im Schatten von Altbäumen aufwachsende Jungbuche (klingt echt unglaublich!) ohne weiteres bis zu 200 (!!!) Jahre als verschattetes Kümmergewächs existieren und dabei kaum mehr als armdick werden kann, bis vllt. irgendwann mal ein Altbaum fällt und der bis dato vor sich hin subsistierende "Jung"baum endlich zu einem großen Baum auswachsen kann.
Es könnte also auch ohne weiteres sein, dass Deine dicke Buche ohne weiteres 400 Jahre alt sein könnte...

Leider kann man bei so großen beinahe schon Überhältern im Walde nicht mehr wirklich nachvollziehen, ob sie nun als gepflanzter Baum mit recht viel Licht zügig aufwuchsen, oder ob es eine Naturverjüngung ist, die unter Altbäumen laaaaangsaaaam aufwuchs...

Der Blick in die Krone Deiner Dicken zeigt, dass starke Äste/ Stämmlinge schon recht tief ansetzen, dickere Stümpfe schon überwallt und verheilt sind und die Krone eher in die Breite gewachsen ist im Vergleich zu dem umgebenden Holz.
Daraus kann man schon ersehen, dass sie zunächst relativ viel Platz und Licht hatte. Das macht sie tendenziell jünger als es im engen Bestand lang und schmal aufgewachsene bei ihrem Umfang wären.

Sie war also weder ein Solitärbaum (dann wäre sie bei ihrem Umfang erst etwa 110 Jahre alt) noch im engen Bestand aufgewachsen (dann wäre sie ca. 220 Jahre alt), sondern war mehr locker gestellt und wurde dann von Jungholz eingeengt.
Darum würde ich sie bei etwa 180 Jahren "taxieren".
Vielen Dank für deine interessanten Ausführungen :)

TomE
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Beitrag von TomE »

Kiefer hat geschrieben: Tom: Naja, da Buchen ja an und für sich meistens mit einem Höchstalter von nur max. 350 Jahren bedacht werden, finde ich 200 Jahre schon einen ziemlichen Schinken für ein Alter, erst dann richtig los zu wachsen. Ich habe den leisen Verdacht, man muss die Buchen- Altersbestimmung in der Literatur ziemlich neu bewerten.
Auch bei Deiner schönen Buche ist es nicht gesagt, dass die ihre ersten 200 Jahre nicht im Unterholz vor sich hin kümmerte und erst dann "frei kam" und dann nochmal 200 Jahre "als Baum" drauf gepackt hat.
Überschätze übrigens nicht das Wachstum von Bäumen im fruchtbaren Alter, die lang aufstrebenden Starkäste weiter oben sind nicht das Ergebnis zügigen Durchwachsens, sondern haben sich Stück für Stück aus Kurztrieben aufgebaut, was doch einige Zeit länger in Anspruch nimmt.
Hallo Andreas,
natürlich ist das für uns eine ewig lange Zeit, aber der Baum wird desshalb auch nicht wirklich älter, für sich selbst gesehen. Dazu hier mal ein Text, hauptsächlich ab pdf-Seite 8 oder Seitenbeschriftung 18.

Selbst wenn das bei der Hofhamer Buche so gewesen wäre, es wird niemals wer wissen. Zudem spielt es eigentlich auch keine Rolle. Das angegebene Buchenalter von bis zu 350 Jahren ist auch stark relativ zu sehen. Eine Buche die so stark wächst wie in Hofham oder auch Wieden wird das niemals 350 Jahre lang machen. Würde sie das tun, hätte der einfache Stamm wohl mindestens 3m Durchmesser, womöglich sogar noch mehr. Das wären Maße, die es soweit mir bekannt einfach nicht gibt. Mit 7-8m Umfang ist so ziemlich das Lebensende erreicht und der Zerfall beginnt. Wächst der Baum schwächer, kann er das eher 300 Jahre lang tun. Schläft er zuerst 200 Jahre, kann er danach leicht noch 200 Jahre gut wachsen. Sofern es die Natur die ganze Zeit gut mit dem Baum meint. :D

Hallo Reindl, nochmal zum Alter der Buche, das von mir ist nur eine vorsichtige Schätzung. Ich habe auch keinerlei Ahnung von den Standortbedingungen, bzw. wo genau diese Buche überhaupt steht. Sollte es bei Dir sehr kalt sein oder die Böden sehr arm, dann kann diese Buche natürlich auch 200 Jahre alt sein.
Wenn Du wirklich keine größeren Buchen finden kannst, ist sowas womöglich der Fall, oder es gibt bei Dir einfach kaum ältere Buchen?

Gruß
Tom
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Eine dominante Waldbuche, sicherlich jünger als 150 Jahre. Allerdings in Straßennähe mit Brandkrustenpilz.
Eine dominante Waldbuche, sicherlich jünger als 150 Jahre. Allerdings in Straßennähe mit Brandkrustenpilz.
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Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

TomE hat geschrieben:
Kiefer hat geschrieben: Tom: Naja, da Buchen ja an und für sich meistens mit einem Höchstalter von nur max. 350 Jahren bedacht werden, finde ich 200 Jahre schon einen ziemlichen Schinken für ein Alter, erst dann richtig los zu wachsen. Ich habe den leisen Verdacht, man muss die Buchen- Altersbestimmung in der Literatur ziemlich neu bewerten.
Auch bei Deiner schönen Buche ist es nicht gesagt, dass die ihre ersten 200 Jahre nicht im Unterholz vor sich hin kümmerte und erst dann "frei kam" und dann nochmal 200 Jahre "als Baum" drauf gepackt hat.
Überschätze übrigens nicht das Wachstum von Bäumen im fruchtbaren Alter, die lang aufstrebenden Starkäste weiter oben sind nicht das Ergebnis zügigen Durchwachsens, sondern haben sich Stück für Stück aus Kurztrieben aufgebaut, was doch einige Zeit länger in Anspruch nimmt.
Hallo Andreas,
natürlich ist das für uns eine ewig lange Zeit, aber der Baum wird desshalb auch nicht wirklich älter, für sich selbst gesehen. Dazu hier mal ein Text, hauptsächlich ab pdf-Seite 8 oder Seitenbeschriftung 18.

Selbst wenn das bei der Hofhamer Buche so gewesen wäre, es wird niemals wer wissen. Zudem spielt es eigentlich auch keine Rolle. Das angegebene Buchenalter von bis zu 350 Jahren ist auch stark relativ zu sehen. Eine Buche die so stark wächst wie in Hofham oder auch Wieden wird das niemals 350 Jahre lang machen. Würde sie das tun, hätte der einfache Stamm wohl mindestens 3m Durchmesser, womöglich sogar noch mehr. Das wären Maße, die es soweit mir bekannt einfach nicht gibt. Mit 7-8m Umfang ist so ziemlich das Lebensende erreicht und der Zerfall beginnt. Wächst der Baum schwächer, kann er das eher 300 Jahre lang tun. Schläft er zuerst 200 Jahre, kann er danach leicht noch 200 Jahre gut wachsen. Sofern es die Natur die ganze Zeit gut mit dem Baum meint. :D

Hallo Reindl, nochmal zum Alter der Buche, das von mir ist nur eine vorsichtige Schätzung. Ich habe auch keinerlei Ahnung von den Standortbedingungen, bzw. wo genau diese Buche überhaupt steht. Sollte es bei Dir sehr kalt sein oder die Böden sehr arm, dann kann diese Buche natürlich auch 200 Jahre alt sein.
Wenn Du wirklich keine größeren Buchen finden kannst, ist sowas womöglich der Fall, oder es gibt bei Dir einfach kaum ältere Buchen?

Gruß
Tom
Also für mich als Indiz, dass sie zumindest in jungen Jahren gewachsen ist, spricht, dass diese unterhalb von einer Böschung steht. Sie ist zwar dort eventuell windgeschützter, aber von der Sonneneinstrahlung deutlich benachteiligt gewesen.

Oberhalb der Böschung wachsen auch Buchen, die aber vom Umfang her deutlich geringer sind, auch Eichen stehen da.

In dem Waldstück aber auch im weiteren Umfeld, welches alles Waldgebiet ist, findet sich kein Baum mit einem vergleichbaren Erscheinungsbild und Stammumfang, egal welcher Baumart.

Gerade in unserer ländlichen Gegend werden Waldstücke "gepflegt" und als Brennholz Lieferant genutzt - das war schon in den letzten beiden Jahrhunderten so und hat auch mein Großvater gemacht. Daher könnte es durchaus sein, dass dieser Baum auch aus Erscheinungsgründen nie geschlagen wurde.

Kälte ist eigentlich jetzt nicht sonderlich unüblich für Mitteleuropa bzw. Österreich.

Wäre eine Bohrwiderstandsmessung die einzige halbwegs verlässliche Auskunft darüber?

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LCV
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Beitrag von LCV »

@ Reindl86: Meine Anmerkung betraf nicht Dich, sondern den Vorschlag einiger, solche Bäume ins Register aufzunehmen. Der Standort schließt es in diesem Fall aus, aber grundsätzlich sollte man natürlich nachdenken, wie weit man gehen kann. Wie erwähnt, finde ich in unserem Wald sehr viele Buchen, die dicker als diese sind, aber wo soll das hinführen? Man könnte nach mühsamer Suche evtl. den dicksten oder markantesten heraussuchen und erwähnen, dass es ca. 100 ähnliche im Umkreis von 1 km gibt.

Reiner Wirtschaftswald bewirkt auch einen immer sehr ähnlichen Habitus, während frei stehende Bäume sich ganz anders entwickeln können und dadurch auch viel attraktiver sind. Aber ich verstehe, dass für Dich dieser Baum gegenüber dem Rest des Waldes heraussticht.

Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

Was ist die verlässlichste Methode, zu diesem Baum das Alter festzustellen?

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Die verlässlichste Methode ist die Fällung und das zählen der Jahresringe. Das geht auch mit einer Zuwachsbohrung. Hier wird ein Bohrkern erzeugt, der im Idealfall alle Jahresringe zeigt.
Die beste Schätzmethode findest Du in vielen Beiträgen von Pgs beschrieben. Etwas Kopfrechnen halt.

Viele Grüße

Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

Kiefernspezi hat geschrieben:Die verlässlichste Methode ist die Fällung und das zählen der Jahresringe. Das geht auch mit einer Zuwachsbohrung. Hier wird ein Bohrkern erzeugt, der im Idealfall alle Jahresringe zeigt.
Die beste Schätzmethode findest Du in vielen Beiträgen von Pgs beschrieben. Etwas Kopfrechnen halt.

Viele Grüße
Danke für die Info - Fällung kommt natürlich nicht in die Tüte :) :)

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

Okay, ich wäre auch für einen registereintrag der h-buche.

wo ist das und welcher Editor macht das dann?

Fragt baumlaeufer


p.s kann dann ein Moderator das in das Forum zum Baumregister verschieben, bitte!
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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo Wolfgang,

die H-Buche ist doch schon drin und die von Reindl gezeigte steht in Österreich. Da waren wir uns doch einig, dass eine Ausweitung über die Grenzen ins Uferlose führt.

Gruß Frank

TomE
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Beitrag von TomE »

Buchen haben sich einfach gern. :roll:
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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

LCV hat geschrieben:Hallo Wolfgang,

... und die von Reindl gezeigte steht in Österreich. ...
Gruß Frank

Okay, wußte ich bislang nicht, Frank !
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Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

baumlaeufer hat geschrieben:
LCV hat geschrieben:Hallo Wolfgang,

... und die von Reindl gezeigte steht in Österreich. ...
Gruß Frank

Okay, wußte ich bislang nicht, Frank !
Soll ich das in Österreich irgendwo anmerken, dass da bei uns sowas rumsteht?

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

Reindl86 hat geschrieben: Soll ich das in Österreich irgendwo anmerken, dass da bei uns sowas rumsteht?
Gibt`s in deinem Ländle denn auch ein Register o. ä ?
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Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

baumlaeufer hat geschrieben:
Reindl86 hat geschrieben: Soll ich das in Österreich irgendwo anmerken, dass da bei uns sowas rumsteht?
Gibt`s in deinem Ländle denn auch ein Register o. ä ?
Leider nicht wirklich - würde das reichen, damit die in monumentaltrees aufgenommen wird?

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