Pilz-Entdeckungen

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quellfelder
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Pilz-Entdeckungen

Beitrag von quellfelder »

Hallo,

diesen Pilz habe ich heute im Rosenbeet gefunden. Meine Literatur zur Bestimmung hält sich hier leider vornehm zurück!

Viele Grüße

quellfelder
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

dann noch einen in der Nähe einer Lärche. Roch sehr angenehm.

Viele Grüße

quellfelder
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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
ja, der erste ist schwierig, und möglicherweise nicht eindeutig.
Das ist ein Pilz mit dunklem Sporenpulver (wahrscheinlich werden die Lamellen gleichmäßig dunkel - nicht scheckig gefleckt - und nicht zerlaufend?)
Also ist tippe auf einen Vertreter der Psythyrellaceae, Psathyrella im weiteren Sinn (da gibt es allerdings viele, und bis auf ein paar Ausnahmen kann man die nicht makroskopisch bestimmen.)

ABER: wenn der Hut stark konisch geformt war - und diese komische Farbverteilung hat (das kommt daher weil er hygrophan ist - bei unterschiedlicher Feuchtigkeit unterschiedlich aussieht) - und wenn man mit der Lupe oder auch mit einer guten Makroaufnahme sieht, dass die Huthaut behaart ist - und wenn der Stiel relativ lang ist und dabei recht steif ist,
DANN könnte das Psathyrella conopilus sein.
Der Pilz heißt (neuerdings) Parasola conopilus/conopila/conopileus (aber unter dem ersten Namen findet man die meisten Vergleichsbilder) - Huthautfaserling u.a. dt. Namen
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... erling.htm
so eine typische Hutfärbung:
http://mycorance.free.fr/valchamp/valimage/psatcon3.jpg

Bei dem zweiten Pilz tippe ich auf den zur Zeit extrem häufig vorkommen Grünblättrigen Schwefelkopf, Hypholoma fasciculare.
Im ganz jungen Zustand kann der auch so extrem farbenprächtig aussehen (mit quietsch-orange-rotem Hut, mit gelblichen Anteilen und relativ giftig-gelbem (neon-gelben) Stiel.
(Habe gerade auch wieder so bunte Vertreter gesehen).
Wenn der Hut sich öffnet sollten die Lamellen zusehends grünlich erscheinen.
Giftig - aber man kann trotzdem eine kleine Kostprobe in den Mund stecken (und ausspucken/ ausspülen): der Pilz sollte extrem bitter sein.
Es gibt auch noch andere Schwefelköpfe, z.B. Hypholoma lateritium, der Ziegelrote Schwefelkopf (der hat aber "klarere" Rottöne ohne diese Gelbanteile und den Stiel nicht so giftig gelb - und die Lamellen werden von hellcreme nach grau-braun umgefärbt, ist auch bitter.).

Zu verwechseln theoretisch auch mit dem Safranroten Schüppling, ist mir noch eingefallen, da ist aber der Stiel nicht so gelb, und die Lamellen werden gelb-orange - und ist auch bitter.

http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... elkopf.htm (an Laub- u. Nadelholz)
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... pf2004.htm (nur an Laubholz)
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... ppling.htm (nur an Nadelholz, den hab ich selbst noch nicht gefunden).
Viele Grüße von bee

Spinnich
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Pilz-Entdeckungen

Beitrag von Spinnich »

Hallo miteinander,

Bei dem Pilz im Rosenbeet sehe ich keine andere Bestimmungsmöglickeit als durch Mikroskopie z. B. über das Sporenbild für eine halbwegs sichere Aussage.
Dem Vorschlag von Bee kann ich aber jedenfalls sehr gut nachvollziehen.

Bei dem zweiten Pilz tippe ich aber völlig controvers auf junge Goldgelbe Lärchen-Röhrlinge (Suillus grevillei), solange ich da keine Lamellen zu sehen kriege!

Gruß Spinnich :wink:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Lamellen sind da keine. Ich danke Euch für die wertvollen Hinweise.

Viele Grüße

quellfelder

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bee
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Beitrag von bee »

Lamellen sind da keine .... man sieht sie jedenfalls nicht - also bitte mal etwas popeln :) -bwz. die Pilze in ihrer Entwicklung beobachten.

Suillus grevillei wäre ja ein schöner interessanter Pilz, ich kann aber nicht daran glauben:
- wächst der Pilz ausschließlich direkt auf Erdreich/ in der Erde oder mit ein bisschen Holzkontakt (auch verborgenes Holz) im Erdreich?
- kann Suillus denn so büschelig wachsen ? - das wäre mir neu.
- Suillus ist ein Schmierröhrling (war die Hutoberfläche schmierig? oder zumindest klebrig bei trockenem Wetter?
Was ich hier glaube zu sehen ist ein trockener Hut, der mit etwas helleren Fasern überzogen ist (vor allem am Rand), Suillus hat keine Fasern.
- Das Bild, das den kleinen PIlz von unten zeigt, zeigt ein sich öffnendes Velum ... dahinter ist was ? ... und alle Zweifel wären ausgeräumt...

Vgl:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gold-R%C3%B6hrling
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... hrling.htm
Viele Grüße von bee

Spinnich
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Pilz-Entdeckungen

Beitrag von Spinnich »

Hallo,
ganz typisch ist das für den Suillus grevillei ja nicht, kommt aber wohl schon mal vor:
Suillus grevillei - Büschel
Trupp Goldröhrlinge
Für mich sah die Huthaut in der Abbildung aber durchaus auch eher leicht feucht aus.
Aber bei verstecktem Holz, wenn Lamellen vorhanden sein sollten, kann es alles Mögliche sein, sogar einen Ziegelroten Schwefelkopf, Hypholoma lateritium würde ich da nicht ausschließen, würde aber vermutlich dann doch eher einer der vielen schwierigen Cortinarius spec. favorisieren.

Gruß Spinnich :roll:
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bee
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Beitrag von bee »

Hallo Spinnich,
ich weiß ja nicht, wie häufig bei dir die Grünblättrigen Schwefelköpfe vorkommen, bei mir jedenfalls sind sie so extrem häufig, dass ich schon gar keine mehr sehen mag.
Letzter Waldgang: kaum etwas zu finden, aber geschätzte 15 Stellen mit Hypholoma fasciculare.
Ich empfinde hier das Erscheinungsbild als so typisch, dass ich darauf sogar wetten würde (falls Wetten zu meinem typischen Handeln gehören würde, was es aber nicht tut ... :wink: ).
Vielleicht kommt Quellfelder ja noch mal bei den Pilzen vorbei?

Hypholoma lateritium würde ich ausschließen, die Farbe ist ein "klareres" Ziegelrot (mit weißlichen und gelblichen, aber nicht so intensiv schwefelgelben Anteilen), der Stiel auch unten eher weiß und blass hell-gelb nur an der Spitze (sollte auch ganz überwiegend an Laubholz wachsen).

Cortinarius ... mmh ... sehe ich hier nicht. Das müsste dann ja wg. der Farbigkeit in Richtung Hautkopf oder Raukopf gehen, die Hutoberflächen u./o. Hutformen sehen aber doch ein bisschen anders aus, vor allem aber müsste dann das Velum spinnwebartig sein -was man bei dem geschlossenen Pilz noch erkennen müsste.
Vgl: Velum von einem Zimthautkopf (nur als Beispiel):
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download/zimthau3.jpg

Ich hänge noch ein ganz frisches Bild von Hypholoma fasciculare (Lamellen habe ich da natürlich "reflexartig" überprüft) an, und eins vom letzten Jahr von Hypholoma lateritium.
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Hypholoma lateritium_11-2014.jpg
Hypholoma lateritium_11-2014.jpg (237.45 KiB) 6217 mal betrachtet
Hypholoma fasciculare_10-2015.jpg
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Viele Grüße von bee

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Hallo,

es bleibt also spannend.

Ich muss Dir (Bee) aber recht geben, die Stielfarbe passt nicht recht zum Ziegelroten Schwefelkopf, die Hutfarbe ist aber recht variabel, nicht immer deutlich rot.
http://www.biolib.cz/cz/image/id267497/
Auch andere seltenere Schwefelköpfe kämen ja noch in Frage, z.b. Hypholoma radicosum, Wurzelnder Schwefelkopf, die Aufnahme des Stiels war allerdings ja auch nicht optimal.

Zum Thema Cortinarius möchte ich nur anmerken, da gibt es viel mehr Arten und Varianten als man gemeinhin annimmt, z.B. sowas wie Cortinarius tophaceus.

Aber wenn Du wieder mal richtig liegst, muss es uns ja nur noch jemand auflösen und aktuelle Bilder nachschieben.

Bin neugierig, ob es so eindeutig ist , wie Du annimmst.

Gruß Spinnich :lol:
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

heute habe ich noch ein paar Bilder gemacht und den Pilz zerlegt. Tatsächlich sind Lamellen erkennbar. Weitere Fotos kann ich nicht nachreichen, ich habe sie heute verbraucht, bzw. aufgeschnitten. Ich hoffe sehr, daß die Bilder nun ausreichen.

Viele Grüße

quellfelder
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Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Hallo,
wenn ich mir ein Vergleichsbild ansehe, bin ich vom grünen Schwefelkopf nicht restlos überzeugt, aber mal sehen was bee meint. Vielleicht ist der Pilz ein wenig angegammelt und de Schnitt war auch etwas rupfig.

vgl:
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... frank3.jpg

Gruß Spinnich :?
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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
ja eigentlich war ich bei den ersten Bildern überzeugter, als ich jetzt bin - aber der Reihe nach:
wir sehen einen kleinen, kleinen büschelig wachsenden Pilz, aufgeschirmt ist da noch nichts, dann ist auch die Lamellenfarbe noch nicht typisch.

Cortinarius schließe ich immer noch aus.
Ein Schüppling ist das auch nicht.

Irritierend finde ich die sehr dunklen und intensiv satten Farben - möglicherweise nicht ganz so gut getroffen? Jedenfalls sind die Lamellen beim Grünbl. Schwefelkopf ganz jung ziemlich hell (fast farblos) ein bisschen gelblich und nur minimal grünlich (wenn überhaupt). Leider habe ich davon selbst keine Schnittbilder, nur von älteren Stadien.

Hier ist ein Vergleichsbild mit Schnitt vom ungeöffneten PIlz (allerdings ist das eine Kollektion, wo der Stiel heller ist, weniger gelb (kommt ebenso vor).
http://mushroomhobby.com/Gallery/Stroph ... %20101.jpg

Hier bei den Italienern, alle Stadien , alle Farben, keine Schnitte
http://www.funghiitaliani.it/?showtopic=15080
(mehrere Seiten, wobei die oft auf den Bildern das "Grün" der Lamellen überhaupt nicht herüberbekommen. Das ist ein allbekanntes Problem, liegt aber m.M. nach oft am "automatischen" Weißabgleich der Kamera - ich habe es selbst gerade mal ausprobiert, die Kamera "interpretiert" dann die hellsten Flächen als Weiß (wenn kein wirkliches Weiß im Bild vorhanden ist - dann wird alles bläulicher und weniger gelb, dabei geht dann dieses grünliche Gelb auch perdu.)

Ich habe mir erlaubt, an den Bildern etwas herum zu pfuschen, und schon hinkt der Vergleich nicht mehr so - also ich bleibe dabei (auch mangels Alternativen).
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dscf8268_497-v.jpg
dscf8268_497-v.jpg (33.93 KiB) 6158 mal betrachtet
dscf8264_282-v.jpg
dscf8264_282-v.jpg (42.2 KiB) 6158 mal betrachtet
Viele Grüße von bee

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Ja,
das kann ich in der Argumentation schon nachvollziehen, vermutlich hast Du also wieder mal recht. Zumindest der Fuß des Stiels zeigt jetzt auch diese typische zitronengelbe Farbe, nach Deiner Bildoptimierung.
Die Wachstumsbedingungen von "zu trocken" bis "zu feucht" kann man von außen ja nie so ganz nachvollziehen, diese wirken sich aber schon stark aus. Und die Lichtverhältnisse beim Fotographieren und auch die Frische des Exemplars spielen natürlich auch eine Rolle bei der Farbwiedergabe.

LG Spinnich :o
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

das war richtiges Fotowetter, keine starken Sonnenstrahlen oder sonst etwas was die Fotos beeinflussen könnte; ich halte die Farben für echt. Die Manipulationen treffen das Erscheinungsbild überhaupt nicht.
Aber danke für Eure Bemühungen!

Viele Grüße

quellfelder

Buck
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Beitrag von Buck »

Salut bee und Spinnich, ich finde es klasse, wir ihr in der Pilzsache argumentiert. Macht Spaß und ich habe viel dazugelernt!
Schöne Grüße,
Buck

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