Es vergeht mir ehrlich langsam sooooowas von die Lust!
Ich war seinerzeit Feuer und Flamme, als wir auf Hauskauf waren, als uns unser jetziges Grundstück mit 2045 m² über den Weg lief- mit einem Mal waren all meine botanischen und sonstigen Träume in greifbarer Nähe.
Ganz enthusiastisch ging ich die Sache auch an, erweiterte meinen Gehölz- und Sortenbestand um das vielfache, und die ersten drei Sommer ließ sich auch alles richtig gut und vielversprechend an, aber nun gerät es zunehmend nur noch zum, sorry, Kotzen!
Ich habe noch niemals gedüngt, noch nicht mal Kompost gestreut, und mähe mindestens viermal im Jahr mit Abraum des Mähgutes, und dennoch ist der Boden auch im vierten Sommer noch so nährstoffreich, dass jegliches Kraut wächst wie Unkraut, sowohl das wirkliche als auch Kulturpflanzen.
Wir waren jetzt eine knappe Woche nicht zuhause, und als ich die vor der Abfahrt frisch gemähte Wiese und einige Beete kürzlich nach der Rückkehr sah, fiel mir echt alles aus dem Gesicht- Gras wie Unkraut teils schon wieder 30- 40 cm hoch, Standort entspricht Fettwiese- Boden also Pseudogley, in früheren Jahrzehnten wohl gedüngt und dazu feucht!
Und am allerschlimmsten: Der Boden hier ist einerseits so locker, das grabendes Viehzeug leichtes Spiel hat, andererseits aber so bindig, dass einmal gegrabene Gänge für mindestens Monate halten...
Was war ich stolz auf meine 17 Holundersorten...
Nach dem Wühlmaus- Generalangriff des letzten Winters und Frühjahrs stehen davon noch genau zwei (2!) ausgepflanzte unversehrt, die fünf Sorten in der Baumschule sind zum Gkück noch unversehrt. Jedenfalls: Mit Müh und Not konnte ich sechs der am übelsten befressenen Sorten retten, darunter der S. nigra 'Linearis', und da schneide ich gestern etwas Gras mit der Rasenschere, stoße an jenen glücklich geretteten und am neuen Standort auch zunächst gut gewachsenen Holunder, und da wackelt der wie ein loser Zahn...
Angefasst, in der Hand gehabt- Wurzeln blank, bis auf 3 lange, noch unverfestigte Neuwurzeln zur Seite hin.
Erneut völliger Wurzelkahlfraß, das zweite Mal in einem halben Jahr...
Ich könnte ehrlich SOOOOOOOOOOwas von kotzen, und ich habe die Schnauze ehrlich SOOOOO voll! Damit kann ich meine Holundersammlung wohl getrost vergessen, denn was nützt der Schitt, wenn die Sträucher niemals groß werden können?
Ich frage mich ehrlich: Was nützen die ganzen tollen 2000 m², wenn man in drei Teufels Namen nichts und nichts davon hat, weil die von überall unablässig ständig neu zuwandernden Wühl- und Feldmäuse einem immer wieder und immer wieder und IMMER WIEDER einen Strich durch die Rechnung machen????
Warum in drei Teufels Namen bleiben die keine drei Meter daneben stehenden Wildholunder vollllllkommen unbefressen, während meine Sorten immer und ständig von den Drecksmäusen niedergemacht werden, sowie die Wurzeln von beißbarer Festigkeit sind?
Und die Apfelbäume, und und und? Sogar die junge Araukarie hat mir so eine Drecks- Wühlmaus entwurzelt, und die Dinger kosten so winzig schon 40 €...
Ich habe es ehrlich SOOOO satt! Was sollen wir denn mit dem Riesengrundstück, wenn das gärtnerisch nun doch so völlig für den Ar... ist?
Ehrlich, alles was schön ist, frisst das Kruppzeugs... Die Ginkgos, die Holunder, die Apfelbäume, spezielle Cotoneaster (nicht etwas das Wald- und Wiesenzeugs...), Ahorne, Schmetterlingsflieder, normalen Flieder...
Und der ganz gewöhnliche Rotz unmittelbar oder nahe daneben bleibt vollkommen unbeeinträchtigt...
- Wildhasel- wird nicht angekuckt. Meine gepflanzten Sorten- MAMPF!
- Wildholunder- wird in 2 % der Fälle angegangen. Meine Sorten- zu 90 %- MAMPF!
- Der pupsnormale rosa Wald- und Wiesenflieder- kein Thema. Unsere Edelsorten- MAMPF!
- Irgendwelche Wald- und Wiesenäppel, die kein Mensch frisst, kein Thema. Unsere Lieblingssorten, vor allem 'Cox Orange'- MAMPF (zum zweiten Mal, sicher nicht das letzte Mal!)
Ehrlich, was soll ich denn mit dem Riesengrundstück jetzt machen, wenn es gärtnerisch praktisch nicht nutzbar ist? Einfach alles mit vorhandenener und kommender Wildnis zuwuchern lassen? Oder 2000 m² blanken Rasen draus machen?
Welcher es in der Retrospektive vielleicht nicht umsonst schon war, als wir das Grundstück übernahmen?
Drei Schafe draufknallen und in der ökologischen Wüste leben? Pfeif' auf meine ganzen schönen vielfältigen Gehölze, die den Schafen ebenso unterschiedslos munden werden?
Ich könnte ehrlich gerade heulen! Da pflegt und hegt man, kriecht tagelang auf den Knien durch die Pampa, um den Artenreichtum aufzuwerten, Ökosysteme in Gang zu bringen, mäht sich 'nen Wolf, rettet bereits schon mal beinahe tot gefressene Gehölze, nur um sie wenige Monate später wieder mit blanker Wurzel aus dem Boden zu ziehen...
Ich bin echt ein harter Knochen, aber ganz ehrlich, ich bin allmählich SO kurz davor, einfach hinzuschmeißen und die Wurzelbrut von der Zitterpappel meinethalben eben überall hoch kommen zu lassen... Es ist alles SO sinnlos!
Vier Sommer macht und tut man, pustet da sein Leben und sein Herzblut rein, sieht endlich mal erste Erfolge, und binnen Tagen und Wochen ist alllllllles wieder für den Ar...
Was tun?
Einfach mal Nachbar mit dem Trecker kommen lassen, den ganzen Scheiß umplacken lassen, neu Wiese drauf und fertig?
Verkauft kriegen wir das Haus nicht, die alte Bude wollte schon für 55.000 kein anderer außer mir Vollhorst, den Kram haben wir erstmal an der Backe...
Soll ich ehrlich auf 2000 m² blanker Wiese hocken- nach dem Motto "Wo nix ist, kann die Wühlmaus auch nix fressen"? Was ist denn das für ein Lebensanspruch für einen Vollblut- Botaniker wie mich
Hinzu kommt: Gemüse wird hier auch nix, weil die Frühjahre so lange feucht und kühl sind, bis Mai/ Juni- und die Herbste ab September denn auch gleich so weitermachen... Nix wird reif, oder wenn, dann nur gaaaaaanz knapp, und wird es zu früh feucht, gammelt der ganze Kram vor den Augen, nahezu reif, weg...
Es wächst quasi nur Obst, aber da wirklich gut auch wirklich nur Kirschen und Äpfel.
Für viele Birnen ist die warme Periode schon zu kurz, Pfirsich und Co. kann man ganz und gar vergessen, Pflaumen fressen die Maden und der Monilia,
fast alle Beeren kriegen nicht zum richtigen Zeitpunkt die nötige Sonne, bzw. nur in einem von fünf Jahren...
Und bei den Äppeln kommt noch hinzu, dass die guten Sorten entweder auch zu kurze Wärmeperioden kriegen/ haben, oder aber jederzeit Gefahr laufen, den Wühlmäusen zum Opfer zu fallen.
Während die ollen sauren Most- und anderen Äppel, die kein Mensch ernsthaft zu essen erwägt, fröhlich gedeihen...
Ehrlich, ich bin soweit, die Schnauze von dem Sch...ß Westerwald SOOOOO voll zu haben, ich kann es nicht beschreiben!!!
Vier Jahre keine wirkliche Gemüseernte (nur einmal wenige Kilo Tomaten), nur zweimal gut Kirschen und von einer Birnensorte... Und das für monatelanges den A... aufreißen bei der Beet- und Gehölzpflege. Und dann kommen da so ein paar pelznasige Krepel, ein paar Wochen Jojo- Wetter, und wieder mal ist allllllles für die Katz'...
Ehrlich, ich habe soooooooowas von keinen Bock mehr hier... Um jeden Zentimeter musst Du monatelang und jahrelang ringen- und dann reichen vergleichsweise winzige Augenblicke, und alles ist in Windeseile wieder perdü...
Wie eine in nun drei Sommern mühsam hochkultivierte, recht seltene Sukkulente. Glücklich gewesen, die endlich auf respektablen 60 cm Höhe und fast blühreif zu haben. Da kommt EINE Sch...ß Gewitterböe, EINE SEKUNDE ballert die drauf, das Teil kippt um, und bricht sich dich halben Bläter ab und knickt in der Mitte durch... Jahrelange Arbeit in einem Wimpernschlag für den Ar... ...
Mehrere nicht so alltägliche Gehölze- jahrelang hoch kultiviert, man beginnt sich langsam zu freuen, kommt eine Schitt Wühlmaus- in Tagesfrist ruiniert, das Teil...
Rettet man es mit Ach und Krach, freut sich nach weiteren zwei Jahren langsam wieder- bämm- wieder so ein Drecksvieh mit dem gleichen Ergebnis...
Nochmals gerettet- und es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis es zum dritten Mal in die Hose geht, und ich habe es ehrlich gesagt langsam satt, immer nur drauf zu warten, wann 's das nächste Mal so weit ist...
Und oben im Dorf, bei Chefchen, da steht jeglicher Kram in der Baumschule, in viel schlechterem, steinigerem und magererem Boden völlig unbeeinflusst, wachsen Holunder, Flieder und Cox Orange trotz dezimeterdicker Mulchschichten wie eine 1 und werden trotz Feld und hohen Wiesen ringsum nicht mal ansatzweise von den sch...ß Wühlmäusen gekillt *heul*!
Nicht mal mit wenigen cm Rasenschnitt zu mulchen traue ich mich, weil darunter sofort die Mäuse bis zur Bodenoberfläche tunneln... Ist doch bitter, oder?
Und dazu kommt noch, dass uns hier im Dorf letzthin scheinbar irgendeiner die Katzen wegfängt- ob Mensch oder schon gehörter Uhu, habe ich noch nicht raus bekommen.
Und Mäusebussard und Turmfalke jagen nur außerhalb...
Ehrlich, was machen? Einfach abwinken, Pflege völlig aufgeben, die Drecksmäuse machen lassen und den üblichen 0815- Salweiden-, Wildholunder- und Zitterpappeldreck aufwachsen lassen? Kurzum, begraben all meiner botanischen Ambitionen, meiner gärtnerischen Träume und abfinden mit der Gewissheit, dass man seine Grundstückssteuer dann eben für einen hundsgewöhnlichen Scheiß zahlt, den es überall anders genauso auch gibt?
Ehrlich, was habe ich verbrochen, dass ist so bestraft werde